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40 Millionen Geheimnisse

Was so alles in den Archiven der Geheimdienste herumliegt an Papieren… so manches, was den darin verzeichneten so ganz und gar nicht recht sein kann, wenn es zu deren Lebzeiten an die Öffentlichkeit gelangt… wer läßt sich schon gerne bloßstellen… ja, aber ein jeder wird irgendwann mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert werden, und sei es in den letzten Augenblicken seines Lebens – da wird alles ganz klar und deutlich offen daliegen, und da gibt es keine Ausflüchte mehr… warum also nicht von Anfang an sich anständig verhalten?

© für die Übersetzung aus dem Russischen by Luckyhans, 29. Juli 2017 – Kommentare und Hervorhebungen von mir.
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Wer hat 40 Millionen Anzeigen geschrieben? (линк к русскому оригиналу)

11. Juli 2017, 13:14 – Autor: Аlexander Rostowzew

Sehr bald werden wir das wissen…

Freigegeben – Geheim

Erstaunlich still und unbemerkt ist ein sehr interessantes und wichtiges Ereignis passiert. Der Präsident Rußlands Wladimir Putin hat sich mit einem der Chefs eines staatlichen Dienstes getroffen und gesprochen, dessen Name nicht oft in die Schlagzeilen gerät.
Nein, dieser Mensch ist kein Geheimagent, obwohl er durch die Art seiner Tätigkeit Zugang zu geheimen Informationen hat, und man könnte ihn auch einen eigenartigen „Kämpfer der unsichtbaren Front“ (das ist die gern benutzte „hochgestochene“ Bezeichnung für alle Mitarbeiter aller Geheimdienste – auch wenn die „Front“ quer durch die eigene Familie gehen kann) nennen. Kurz, Putin hat mit dem Chef der Bundes-Archiv-Agentur Andrej Artisow geredet.

Das Gespräch des Staatschefs mit dem Agenturchef war geschäftlicher Art und die möglichen Folgen sind fähig, irgendwo den Effekt einer explodierenden Bombe hervorzurufen, bei manchem auch die Detonation der persönlichen Düse.
Der Präsident hat die leise Mitteilung gemacht, daß er entschieden hat, einer Menge Archivdokumente den Geheimnis-Status zu nehmen, wobei der Ukas am gleichen Tag unterschrieben wird. Außerdem hat Putin mitgeteilt, daß das Rosarchiv in die direkte Unterstellung des Präsidenten wechselt, weil viele Unterlagen der Einrichtung „einen besonderen Wert darstellen und Weltbedeutung haben“.

Der Agenturchef seinerseits informierte den Präsidenten, daß der Fond des Archivs Rußlands 500 Millionen Akten aufgewahrt und daß „niemals in den vergangenen Jahrzehnten die planmäßige, organisierte Arbeit zur Aufhebung der Geheimhaltung so durchgeführt wurde, wie sie jetzt erfolgt“.

Das Schlüsselmoment ist, daß sofort nach der Aufhebung der Geheimhaltung die Archivdokumente auf der offiziellen Netzseite des Rosarchivs zugänglich sein werden, wofür eine spezielle Datenbank geschafffen wurde.

Unter den nun bereits öffentlich zugänglichen Archiven befinden sich Unterlagen, nach denen sich die in- und ausländischen Historiker schon lange die Lippen lecken: 1400 einmalige Direktiven Stalins, Anweisungen Stalins, Frontbefehle, operative Karten, Beschlüsse und Fotografien aus jener Zeit, die noch unlängst in den Archiven mit dem Stempel „Streng geheim“ lagerten.

Ebenfalls wurden mit Namen und Fakten Unterlagen veröffentlicht, die zeigen, daß die deutschen Okkupanten sich in weitem Umfang der Nationalisten bedient haben, um in den besetzten Gebeiten der Ukrainischen SSR ihre sogenannte „neue Ordnung“ einzuführen.
Man kann sich nur für die Historiker freuen und ihnen frische und interessante Arbeiten wünschen, in deren Grundlage die oben genannten Dokumente liegen werden, aber die Aufhebung der Geheimhaltung betrifft nicht allein die militärhistorische Thematik.

Eine Quelle, die dem Rosarchiv nahesteht, teilte interessante Einzelheiten mit:
„Die Rede ist, soweit mir durch Informationen aus dem Archiv-Amt bekannt, vom Zeitraum 1930 bis 1989. Dort gibt es Akten von, pardon, Verrätern – wie auch von unschuldig Repressierten, mit sehr interessanten Familiennamen.
Dort werden Daten von Kosmos- und Militärtechnik-Entwicklungen dabei sein, die man schon mitteilen kann.
Außerdem werden die Abläufe von einigen Schlachten, Befehle und die erhaltenen Aufklärungsinformationen während des Großen Vaterländischen Krieges offengelegt, aber auch vieles über die zwischenstaatlichen Beziehungen in der Zeit des Kalten Krieges.“

Und sehr gewichtig fügt er hinzu: „Einige Dokumente werden überhaupt Erstaunen hervorrufen. Die eigene Geschichte muß man kennen, so wie sie gewesen ist.“

Archive haben ein langes Gedächtnis und haben potentielle Ladungen nicht schlechter als eine Wasserstoffbombe. Nicht zufällig bleiben in unserem Lande die „Marschalle-Angelegenheit“ und die „Ärzte-Sache“, die lange Zeit den Boden für alle möglichen Spekulationen geschaffen haben, auch weiterhin geheim.
Vor kurzem hat in Großbritannien eine Sonderkommission die Archiv-Dokumente durchgesehen, deren Geheimhaltungszeitraum zu Ende ging, aber die Daten über die Vorkriegskontakte der britischen Abwehr mit dem hitlerschen SD sind nochmals für 50 Jahre in der Geheimhaltung verblieben.

Die Aussage, daß „einige Dokumente in der Gesellschaft Erstaunen hervorrufen“ werden, wurde nicht zufällig gemacht. Gegen Ende der 1980er Jahre sind sowohl in Rußland wie auch in den Republiken der ehemaligen UdSSR auf der Welle der „Demokratisierung“ die unterschiedlichsten Leute an die Macht gekommen.

Man kann sich daran erinnern, wie im vergangenen Jahr in der polnischen Presse effektvoll ein Paket mit Dokumenten explodiert ist, das vom Institut für nationales Gedenken ausgegraben wurde, über die Zusammenarbeit des Lech Walesa (unter dem Decknamen „Bolek“) in der Hauptzeit seiner Tätigkeit in der Gdansker Schiffswerft.
Dieser Informationsknaller hat vom Image dieser Ikone, dieses „Polen Nr. 1“, des Führers der „Solidarnosth“, des Friedensnobelpreisträgers und ersten Präsidenten des antisowjetischen Polens, keinen Stein auf dem anderen gelassen.

Von da an und für immer ist Walesa nur noch ein schnurbärtiger Alter, eine Ruine der vergangenen Epoche, dessen Schande man mit eigenen Augen in Form der für alle im Institut für nationales Gedenken zur Ansicht ausgestellten 17 unterschriebenen Quittungen über den Erhalt von Geld für die den Geheimdiensten übermittelten Verrats-Informationen betrachten konnte.
(ja, das mit der „Solidarnosc“ war damals die erste „Farben-Revolution“, bei der viele Menschen sicher waren, daß da die CIA&Konsorten dahintersteckten – aber wie sich zeigte, haben auch die östlichen Dienste mit diesen Entwicklungen versucht, ihr „eigenes Süppchen zu kochen“… – ein Plädoyer für die Abschaffung ALLER geheimen Machenschaften und Dienste, in jedem Falle)

Eine Menge interessanter unerwarteter Dinge kann auch die leidenschaftlichen inländischen Liberalen treffen. Deren gewundener Lebensweg zu den Höhen der Macht ist in vielem dem des Walesa ähnlich. Zum großen Bedauern beeilte sich der KGB nicht mit der Enttarnung der übergewechselten Informatoren, und das aus vielen Gründen, unter denen ethische nicht die letzte Rolle spielten. Denn wenn du einen Agenten aufdeckst, besonders einen freiwilligen, wer wird dann noch zu einer Zusammenarbeit bereit sein?
Und mit einer Agentur, die man beim Ausführen von verwerflichen Handlungen erwischt hat und die auf dieser Basis angeworben wurde, kommt man nicht weit.

In die Massenmedien ist eine nichtoffizielle Information gelangt, daß „angesehene Funktionäre der liberal-demokratischen Bewegung Rußlands“ freiwillig die Zusammenarbeit mit den sowjetischen Geheimdiensten gesucht hätten, aus eigennützigen Erwägungen: interessante Dienstreisen, Vorankommen auf der Karriereleiter, prestigeträchtige Arbeit usw.

Quelle
– – – – – – –

Ja, so mancher Mensch mit einem „gewundenen Lebensweg“ hat in seiner Biografie auch ein paar „dunkle Stellen“… aber das sollte jeder mit sich selbst und mit den von seinen Handlungen Betroffenen abmachen.

Wer andere geschädigt hat, der sollte zumindest den Mumm in den Knochen haben und bei ihnen um Vergebung bitten, und – wenn möglich – seine Fehler wieder gutmachen…
LH


7 Kommentare

  1. Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

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  2. thom ram sagt:

    Geil. Obergeil. Obersaugeil

    Aber gerne kann weiterhin behauptet werden, Putin sei Marionutte der NWO.

    Was sollte eine Marionutte der NWO für ein Motiv in sich vorfinden, die Sicht auf NWO – dienliche Tätigkeiten freizugeben? Und dass alles und jedes, was Lüge und Schiebung und Leid schaffend war und ist und in geheimsten Archiven nur nachzulesen wäre im Dienste der NWO steht, das darf argumentativ mit Fug frei gross angerichtet werden.

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  3. luckyhans sagt:

    zu Thomram um 22:22
    „Aber gerne kann weiterhin behauptet werden, Putin sei Marionutte der NWO.“ –
    ja nun grade! Hast wieder nur oberflächlich gelesen: der Archiv-Chef hat gesagt, daß noch nie so systematisch „ent-geheimnistet“ wurde wie jetzt zu Putzis Zeiten!
    SYSTEMATISCH!!!

    Überleg, überleg, überleg… könnte es sein, daß zielgerichtet im Interessen-Netzwerk von Putzi nur bestimmte (!) Dokumente freigegen werden, solche, die bestimmten (seinen) heutigen Interessen dienen?

    Mit dem „Ausziehen“ von Lech Walesa hat „man“ ja auch gewartet, bis die politischen Prozesse und vor allen die Medienübernahmen in Polen einen bestimmten „Reifegrad“ erreicht hatten, daß egal was jetzt alles noch ans Licht kommt, es kein „Zurück“ mehr geben kann…

    Wäre was anderes, wenn ALLE Dokumente aus einer bestimmten Zeit freigeben würden, aber diese Art von „Aufdeckung“ muß doch alle Alarmglocken bimmeln lassen…

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  4. Internetzel sagt:

    Hat dies auf 👽 INTERNETZEL rebloggt.

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  5. rechtobler sagt:

    @LH 03:38 Nur mal laut gedacht: könnte es sein, dass es dem Einen oder der Anderen in der persönlichen Denkweise einfach nicht in den Kram passt, dass WWP OHNE Wenn und Aber definitiv und trotz seiner Vergangenheit zu den Guten gehört, welche hier einen Job zu erledigen haben damit die Menschheit endlich mal Frieden geniessen kann? Wie geschrieben „nur mal laut gedacht“ 😉

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  6. Luckyhans sagt:

    zu rechtobler 30/07/2017 um 23:26
    “ dass WWP OHNE Wenn und Aber definitiv und trotz seiner Vergangenheit zu den Guten gehört“ –
    … „gut“ ist ja bekanntlich stets relativ… wie wäre es, wenn dafür mal einige überzeugende Argumente auf den Tisch kämen?

    Und wenn man gleichzeitig bereit wäre, auch die kritischen Stimmen mal ERNST zu nehmen und sich mit deren ARGUMENTEN (!) auseinanderzusetzen, statt „nur laut zu denken“, was anderen „in den Kram paßt“?

    Und letztlich: mir ist im heutigen politischen Show-Geschäft noch KEINER begegnet, der „OHNE Wenn und Aber … zu den Guten gehört“…

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  7. Vollidiot sagt:

    Wenn man davon ausgeht, daß es i.W. 2 Fraktionen gibt, die in der Welt aktiv sind, dann wird Putin das offenlegen, was ihm nützlich ist.
    Er übt Druck aus und rächt sich auch – mehr oder weniger.
    Die ander Fraktion schließt Akten für weitere 50 Jahre ein.
    Das sind die ewigen Befreier und Bringer demokratischen Glückes – als Maske vor dem Kulturtod und gemeinster Lügen.
    Putin bringt diese Schweine jetzt zum Schwitzen.
    Das ist schonmal einen Asbach-Uralt wert.
    Aktion, Reaktion – Aufwachen?
    Hier?
    Im Läbe net.
    Da sind hier Legionen von Imbefreiersoldstehende davor, welche von ihren Brotgebern vor allem das unveschämte Lügen gelernt haben.
    Wer ein hündisches Gewissen hat macht für einen nach Harn duftenden Hundekuchen alles.

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