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21.Juni 19:19 MEZ / Freude, schöner Götterfunken II

Der Kommentar Ludwig des Träumers haut mich um, wie soll ich es ausdrücken, es ist einfach nur saugut, jedenfalls habe ich eben eine halbe Kleenexpackung verbraucht.

Und? Wozu die Aufregung?

Es strahlt aus.

Keiner ist vor- und nachher der Gleiche. Eines Jeden inneres Licht wird heller. Jedes hellere Licht befeuert andere Lichter. Nicht zu reden von morphischen Feldern. Solch Anlass bewegt gewaltige Energien. Das Gebet im stillen Kämmerlein ist gut, das freudige Tun in Gemeinschaft bringt gute Energien in dritter Potenz in Fluss. Und die verpuffen nicht. Sie werden gespeichert. Andere Menschen können damit in Resonanz gehen und sich ihrer bedienen – und sie automatisch dadurch weiter verstärken.

Das sind die Kräfte, von denen Joshua sprach. Fesselung wird gesprengt, das Voranschreiten geschieht leicht und kraftvoll.

thom ram, 17.06.05 NZ. Neues Zeitalter, welches da und dort durchzuscheinen beginnt. 

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Autor: Ludwig der Träumer. Kann leider selbst nicht singen. Werde mir aber zu dieser Stunde dieses anhören. Vor Jahren als ich in Leipzig zufällig in der Mädler Passage war, wurde die Halle urplötzlich von einem Flashmob zum Konzerthaus. Bis dahin wußte ich nicht was ein Flashmob ist. Eine Gänsehaut nach der anderen berührte mich. Sie spielten dieses Stück. Die mit teurem Tüteninhalt bepackten ließen diese fallen und stimmten in diesen Chor ein. Später dasselbe nochmal im Stuttgarter Schloßpark erlebt als ich unseren ohnweg treffen wollte. Er war da leider nicht mehr wirklich unter uns. Aber meine Anreise dahin war nicht umsonst. Zuerst ganz leise Töne, dann immer mehr bis die ganze Ecke vor Glückseligkeit bebte und fast alle mitsangen. Uninteressierte vom Shopping gelangweilte Menschen blieben plötzlich stehen und stimmten ein. Es braucht kein großer dunkler Konzertsaal, den sich immer weniger leisten können. Profimusiker, die sonst nur im muffigen Konzertkeller vor der teuren Theaterbühne ihr Bestes geben, lebten hier auf. Ich kann mein Gefühl bei diesem Auftritt nicht beschreiben. Viele Mit Singer und -hörer hatten anschließend Tränen in den Augen und umarmten sich spontan. Selbst der schüchterne Ludwig traute sich.

Hier ein Fund eines solchen Auftritts

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Ihr Profimusiker nehmt diese Stunde zum Anlaß, euch zu befreien vom muffigen Konzertsaal – wenigstens zeitweise. Es lohnt sich. Mit eurem Flashmob könnt ihr viele Herzen berühren. Was wollt ihr mehr? Das Volk ist dabei und würdigt eure Kunst.

Daher wünsche ich mir, daß zu dieser Stunde alle Orchester auf die Straße gehen. Flashmobs gibt es inzwischen überall auf der Welt. Urplötzlich auftretende Musiker können mehr bewirken als jede andere Art der Aufklärung, die bisher nutzlos war. Wenn das Herz nicht berührt wird, ist jede Bemühung sinnlos, die Schöpfung zu verstehen. Jegliche Schreiberei hinkt da hinterher. Schreiben ist der zweitbeste Versuch. Jede Nachtigall im Frühling kann das besser.

Macht die Shopping Malls zu dem was sie künftig taugen. Sie werden die Tante Emma Läden würdig ersetzen. Wenn du nur wolle. Zurück ist nicht mehr. Nehmen wir das Jetzige als gegeben an. Dagegen wehren ist verschwendete Energie. Wir können es nicht mehr zurückverwandeln. Wenn die gute alte Zeit so gut gewesen wäre, hätten wir sie sicher nicht verlassen. Es werden neue Markthallen nach dem Finanzcrash daraus. Die Finanzelite hat sie inszeniert. Hat nicht bedacht, daß man den kleinen Mann nur einmal ausweiden kann. Der Flash, die plötzlich auftauchende Energie des kleinen Manns wird sie eines anderen belehren. Ich habe schon eine anständige Anschlußverwendung für diese Krawattenträger. Sie dürfen die Inkarnation derer, denen sie viel Leid zugetragen haben, selbst durchleben.

In aller Welt ist der Flashmob inzwischen angekommen. Nur die Künstler werden sie ändern.

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Quelle: Friedrich Schiller Archiv.

Text der Ode „An die Freude“ mit Worterklärungen in der frühen Fassung (1785)

An die Freude

 Freude, schöner Götterfunken,
 Tochter aus Elysium1,
 Wir betreten feuertrunken
 Himmlische, dein Heiligtum.
5Deine Zauber binden wieder,
 Was der Mode Schwert geteilt;
 Bettler werden Fürstenbrüder,
 Wo dein sanfter Flügel weilt.***Siehe unten auch die bearbeitete Fassung!

 Chor
 Seid umschlungen, Millionen!
10Diesen Kuß der ganzen Welt!
 Brüder – überm Sternenzelt
 Muß ein lieber Vater wohnen.

 

 Wem der große Wurf gelungen,
 Eines Freundes Freund zu sein;
15Wer ein holdes Weib errungen,
 Mische seinen Jubel ein!
 Ja – wer auch nur eine Seele
 Sein nennt auf dem Erdenrund!
 Und wers nie gekonnt, der stehle
20Weinend sich aus diesem Bund!

 Chor
 Was den großen Ring bewohnet,
 Huldige der Sympathie!
 Zu den Sternen leitet sie,
 Wo der Unbekannte thronet.

 

25Freude trinken alle Wesen
 An den Brüsten der Natur,
 Alle Guten, alle Bösen
 Folgen ihrer Rosenspur.
 Küsse gab sie uns und Reben,
30Einen Freund, geprüft im Tod.
 Wollust ward dem Wurm gegeben,
 Und der Cherub2 steht vor Gott.

 Chor
 Ihr stürzt nieder, Millionen?
 Ahndest du den Schöpfer, Welt?
35Such ihn überm Sternenzelt,
 Über Sternen muß er wohnen.

 

 Freude heißt die starke Feder
 In der ewigen Natur.
 Freude, Freude treibt die Räder
40In der großen Weltenuhr.
 Blumen lockt sie aus den Keimen,
 Sonnen aus dem Firmament3,
 Sphären rollt sie in den Räumen,
 Die des Sehers Rohr nicht kennt.

 Chor
45Froh, wie seine Sonnen fliegen,
 Durch des Himmels prächtgen Plan,
 Laufet, Brüder, eure Bahn,
 Freudig wie ein Held zum Siegen.

 

 Aus der Wahrheit Feuerspiegel
50Lächelt sie den Forscher an.
 Zu der Tugend steilem Hügel
 Leitet sie des Dulders Bahn.
 Auf des Glaubens Sonnenberge
 Sieht man ihre Fahnen wehn,
55Durch den Riß gesprengter Särge
 Sie im Chor der Engel stehn.

 Chor
 Duldet mutig, Millionen!
 Duldet für die beßre Welt!
 Droben überm Sternenzelt
60Wird ein großer Gott belohnen.

 

 Göttern kann man nicht vergelten,
 Schön ists, ihnen gleich zu sein.
 Gram und Armut soll sich melden,
 Mit den Frohen sich erfreun.
65Groll und Rache sei vergessen,
 Unserm Todfeind sei verziehn,
 Keine Träne soll ihn pressen,
 Keine Reue nage ihn.

 Chor
 Unser Schuldbuch sei vernichtet!
70Ausgesöhnt die ganze Welt!
 Brüder – überm Sternenzelt
 Richtet Gott, wie wir gerichtet.

 

 Freude sprudelt in Pokalen,
 In der Traube goldnem Blut
75Trinken Sanftmut Kannibalen,
 Die Verzweiflung Heldenmut – –
 Brüder, fliegt von euren Sitzen,
 Wenn der volle Römer kreist,
 Laßt den Schaum zum Himmel sprützen:
80Dieses Glas dem guten Geist.

 Chor
 Den der Sterne Wirbel loben,
 Den des Seraphs4 Hymne preist,
 Dieses Glas dem guten Geist
 Überm Sternenzelt dort oben!

 

85Festen Mut in schwerem Leiden,
 Hülfe, wo die Unschuld weint,
 Ewigkeit geschwornen Eiden,
 Wahrheit gegen Freund und Feind,
 Männerstolz vor Königsthronen –
90Brüder, gält es Gut und Blut, –
 Dem Verdienste seine Kronen,
 Untergang der Lügenbrut!

 Chor
 Schließt den heilgen Zirkel dichter,
 Schwört bei diesem goldnen Wein:
95Dem Gelübde treu zu sein,
 Schwört es bei dem Sternenrichter!

 

 Rettung von Tyrannenketten,
 Großmut auch dem Bösewicht,
 Hoffnung auf den Sterbebetten,
100Gnade auf dem Hochgericht!
 Auch die Toten sollen leben!
 Brüder trinkt und stimmet ein,
 Allen Sündern soll vergeben,
 Und die Hölle nicht mehr sein.

 Chor
105Eine heitre Abschiedsstunde!
 Süßen Schlaf im Leichentuch!
 Brüder – einen sanften Spruch
 Aus des Totenrichters Munde!

2. Fassung (1808)

Wie wir bereits erfahren haben, betrachtete Schiller seine Ode „An die Freude“ durchaus sehr kritisch. In einer posthum erschienen Werkausgabe, die 1808 erschien, findet sich eine Bearbeitung der Ode. Hierin ist die letzte Strophe vollständig gestrichen worden. Die erste Strophe sehen wir hierin leicht verändert:

 ***Freude, schöner Götterfunken,
 Tochter aus Elisium,
 Wir betreten feuertrunken,
 Himmlische, dein Heiligthum.
5Deine Zauber binden wieder,
 Was die Mode streng getheilt,
 Alle Menschen werden Brüder,
 Wo dein sanfter Flügel weilt.

  1. Elysium oder auch Elysion ist in der griech. Mythologie die Insel der Seligen. Auf die Insel gelangen alle, die von den Göttern geliebt wurden oder denen sie Unsterblichkeit schenkten.
  2. Ein Cherub ist im Alten Testament ein Engel von hohem Rang, dargestellt als ein Mischwesen mit Menschengesicht und Tierleib. Bereits in der Geschichte von Adam und Eva finden Cherubim (= Mehrzahl) als Wächter des Paradieses Erwähnung.
  3. Das Firmament, auch als Himmelszelt oder Himmelsgewölbe bekannt.
  4. Ein Seraph ist ein Engel hohen Ranges, der den Thron Gottes umschwebt und Gott lobpreist (Mehrzahl = Seraphim).

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4 Kommentare

  1. Renate Schönig sagt:

    MIR ging´s wie Ram : Ich musste losheulen … so sehr hat´s mich berührt 🙂

    Interessant war für mich, die Reaktion meiner jüngsten Tochter (der ich den link ebenfalls per mail geschickt hatte) :

    Sie erzählte mir vorhin, dass es ihr beim Lesen des Lied-Textes „innerlich alles zusammengezogen hätte“.

    Daraufhin hat sie dann im Internet recherchiert und ist auf folgende Seite gelangt:

    http://www.friedrich-schiller-archiv.de/inhaltsangaben/an-die-freude-schiller-interpretation-inhaltsangabe/#freudetext

    Was dich hier über die Ode »An die Freude« erwartet

    -Text der Ode »An die Freude«, 1. Fassung (1785)
    -2. Fassung (1808)
    -Entstehung der Ode
    -Volkstümliche Erzählung über die angebliche Entstehung der Ode
    -Inhaltsangabe zur Ode »An die Freude«
    -Idee der Ode
    -Aufbau und sprachliche Mittel der Ode
    -Beethovens Vertonung mit Beispiel
    -Videos: Gedicht-Rezitation, Vertonungen aus Beethovens 9. Sinfonie und andere Vertonungen

    ====================================

    Tja….wer weiss, WAS sie da beim Lesen des Textes „angetriggert“ hat ?

    Vielleicht war´se ja mal „früher“ (in einem „anderen“ Leben) bei den Freimaurern … oder … 😉

    Gefällt 1 Person

  2. thom ram sagt:

    Renate 16:51

    Sage deiner Jüngsten bitte meinen Dank. Ich habe, durch sie angeregt, den Link geklickt und den Text in den Artikel II eingestellt.

    Gefällt 1 Person

  3. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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