bumi bahagia / Glückliche Erde

Die bösen Armen

Da fragt sich auch so mancher, für den die heutigen Vorgänge weitgehend „in Ordnung“ sind, warum die Reichen immer reicher und die Armen immer zahlreicher werden.
Das muß doch wohl an den Armen liegen, daß diese nicht fleißig genug sind, oder?
Denn „ich habe es ja auch geschafft“…

Nun, „Kapitalismus ist wie Lotto – da kann JEDER Millionär werden – aber doch nicht ALLE…“ (V. Pispers) – und vieles hängt eben von den „Eingangsvoraussetzungen“ eines jeden ab – und dazu gibt es schöne statistische Nachweise des Fehlens der „sozialen Fahrstühle“…
Im Folgenden nun eine Ansicht aus einem anderen Blickwinkel heraus.
© für die Übersetzung aus dem Russischen by Luckyhans, 12.12. 2016
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Warum die bösen Armen nicht reicher werden wollen –
ungeachtet aller Aufrufe von Dimitri Medwedjew?

Veröffentlicht von Denis Gratschow – 4. Dezember 2016


Plakataufschrift: „Ich fordere eine Erhöhung der milden Gaben um 30%“

Das Geld aus dem Staatshaushalt ist weg, Chancen für eine Verbesserung nur wenige…
Als der Boden des Staatsschiffes mit Namen „Rußland“ offensichtlich begann, auf dem Meeresgrund zu schleifen, wurde anstelle eines Wechsels bei der Schiffsführung beschlossen, Ladung und Passagiere über Bord zu werfen, auf daß die Erleichterung es „anhebe“….

Die mehrjährige sinnlose Arbeit auf dem Steuergebiet hat dazu geführt, daß bei einem flachen Steuerverlauf die fiskalische Belastung, die direkten und verpflichtenden Zahlungen und die Abgaben in die Außerbudget-Fonds, für physische Personen schon das Niveau von 43 – 48 % der Einnahmen erreicht hat. Das wird dann noch ergänzt durch indirekte Abgaben: Steuern für Immobilien, Akzisen, Zahlungen für Staatsdienstleistungen…

Das heißt, fast 50% des Geldes bekommt der Mensch nicht – er darf sie „kurz mal halten“. Und dabei geht die Diskussion, wie man das Steuersystem „vervollkommnen kann“, noch immer weiter. Zum größten Teil zeigt sie, daß die Mehrzahl der Teilnehmer keine Vorstellung davon hat, weder von den Feinheiten der ökonomischen Wissenschaft, noch von deren Grundlagen.
(dazu gäbe es schon mal einiges zu sagen, aber besser weisen wir auf unsere hiesige Artikelserie hin – und auf unseren Lösungvorschlagd.Ü.)

Vor allem wird die Steuer von den Diskussionsteilnehmern (und darunter befinden sich auch die Abgeordneten der Staatsduma der RF, und Senatoren, und Vizepremier Olga Golodez, und der Finanzminister Anton Siluanow, und wohl auch Oreschkin wird da hinzukommen) nicht als ein System der Regelung von Beziehungen angesehen, sondern als ein System zur Versorgung des Staates.

Es wird ein Geheimnis des Reichtums vorausgesetzt, welcher unbekannt wo und unbekannt wie gebildet wird, und der sich in den Händen von Privatpersonen befindet. Und diese Privatpersonen teilen (oder auch nicht ) dann mit dem Staat, der in diesem Schema als „Parasit in der Passivform“ auftritt.

Aber in Wirklichkeit (und das ist doch offensichtlich!) ist alles nicht so – es ist sogar umgekehrt! Denn nicht die Leute geben ihre Reichtümer dem Staat, sondern der Staat gibt die Reichtümer den Leuten! Nicht die Bürger bezahlen dem Land ein Gehalt, sondern das Land den Bürgern! Nicht wir entscheiden, wieviel der Präsident bekommt, sondern der Präsident entscheidet, wieviel wir bekommen werden…
(ja, der „von Natur aus“ reiche Staat, der „allmächtige“ Präsident usw. – da ist es wieder – das totale Unverständnis dessen, was uns heute als „Ökonomie“ oder sogar als Wirtschafts“wissenschaft“ vorgespielt wird – und auch das Unverständnis für die politischen Abhängigkeiten, und zwar auf beiden Seiten, beim sehr liberal klingenden Autor wie auch bei den angeblich so „Mächtigen“ – aber lesen wir weiter – d.Ü.)

Wie das, fragt ihr? Genau so: indem den Bürgern die geschützte Ressourcen- und Infrastruktur-Grundlage seines Territoriums zur Verfügung gestellt wird (oder auch nicht), die Arbeit zur Verarbeitung der Rohstoffe und der Austausch der Verarbeitungsprodukte organisiert wird.

Wenn das nicht geschieht, dann geschieht gar nichts. Wenn die Oberen von den Unteren Geld erwarten (in Form von Steuern), dann erwarten auch die Unteren von den Oberen Geld in Form materieller Unterstützung – und dann verbleibt nur, zu warten bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag.
Dies vorausgesetzte Steuer-Schema ist ähnlich dem, daß der Bauer von der Kartoffelpflanze Steuern in Form eines Teils der Knollen erwartet, ohne daß er gepflanzt, gegossen, gedüngt oder geerntet hätte! Das heißt der Bauer würde wie ein Urmensch agieren, als Jäger und Sammler Kartoffeln „holen“ statt sie zu kultivieren…

Das ministerielle und Abgeordneten-Korps sollte endlich eine Grundwahrheit der Ökonomie verstehen: ein reicher Mensch ist nicht reich, weil man ihm wenig abgenommen hat, sondern weil man ihm viel gegeben hat.
Das ist eine völlig offensichtliche und so grundlegende Wahrheit, daß man den Armen nur wenig abnehmen kann, oder gar nichts, denn er bleibt dabei arm wie er war. Wenn man von Null 1% nimmt oder 99%,
so ist das ganz egal, es bleibt immer Null.
(bitte? nach dieser „Logik“ kann man dem Armen also auch alles nehmen, egal ob er dann noch leben kann oder nicht? sonderbare Denkweise – d.Ü.)

Deshalb sind all die Überlegungen zu den Steuern, ob progressiv oder nicht progressiv – für die Analphabeten. Im Leben ist es nicht so, daß der reiche Onkel 100% seines Reichtums mit seinen Händen macht, und dann 70% den Faulen abgibt.
Im Leben ist es so: er schnappt sich alles, die anderen bekommen nichts. Und jene, die anfangs nichts bekommen haben, die kriegen was vom Staat, vermittels des reichen Onkels, der sich selbst vor Angst mit einem Progressiven Verlauf belegt hat…
(schon die Wortwahl „Reichtum ‚machen’“ weist auf die geistigen Quellen hin, die klar im angelsächsischen Raum zu suchen sind; und daß mit eigener Hände Arbeit noch NIE jemand wirklich richtig geldreich geworden ist, das sollte sich inzwischen auch herumgesprochen haben – ohne Ausbeutung anderer geht das im Kapitalismus nicht – d.Ü.)

Das heißt, wenn man Reichtum verteilen will, dann muß man erstmal wenigstens ganz allgemein kapieren, woher er kommt. Unsere Ökonomen, als Zöglinge Gajdars, meinen, daß reiche Leute ihre überhohen Bezüge unmittelbar aus sich selbst heraus entnehmen, aus dem Hinterausgang oder einer anderen Körperöffnung.
Das heißt, die Reichen – im Verständnis der Wirtschaftswissenschaft der Gajdar und Kudrin – kacken Geld. Und die Armen können das nicht. Und sie wollen das auch nicht lernen, und das ist ihre historische Schuld vor der Heimat, den liberalen Reformen und den eigenen Nachkommen.

Wie oft haben diese Klüglinge, bis Medwedjew einschließlich, die Armen belehrt: man muß seine eigene Firma gründen, den Arbeitsplatz wechseln zu einem besser bezahlten, man muß einfach gut verdienen!
Aber die bösen Armen – wahrscheinlich nur um dem liberalen Block in der Regierung der RF die Suppe zu versalzen – wollen ganz stur nicht reicher werden. Sie eröffnen keine blühenden Familienunternehmen, sie halten sich an ihren schlechtbezahlten Arbeitsplätzen fest, bis hin zum Hungerstreik – statt einfach wegzugehen und eine „gute Arbeit“ zu finden!
Ich weiß auch nicht, wer sich mit einem solchen Weltbild in den Hirnen der liberalen Minister befassen sollte – ein Ökonom oder gleich ein Psychiater…

Denn es ist doch für alle offensichtlich – zuerst gehört all unser Reichtum dem Staat, der führenden Gruppe, der/n Macht(habern). Dann beginnen diese, das auszuteilen: der eine bekommt mehr, und er wird reich, der andere weniger – er bleibt arm, der dritte kriegt gar nichts – er wird obdachlos, usw.
(welch ein „bequemes“ Weltbild des Autors, nicht wahr? der „allmächtige“ Staat… – an allem sind immer „die anderen schuld“ – Verantwortung scheint es für den Autor nicht zu geben, und erst recht keine Eigenverantwortung – d.Ü.)

Die Vorstellung davon, daß die Leute gezielt nicht „viel verdienen“ wollen, sie künstlich ihre Armut konservieren, böswillig keine großen Käufe machen, ist wohl aus einem alternativen Universum gekommen.
Mit Ausnahme seltener pathologischer Persönlichkeiten ist der Mensch nicht auf eigenen Wunsch arm, sondern durch
das Fehlen der Möglichkeit. Er hat nichts abbekommen – so ist er arm. Dem anderen wurde gegeben – so ist er reich geworden. Hätte er nichts bekommen, wäre er genauso arm wir alle Armen…

Deshalb ist die Schlüsselfrage nicht, ob von den Reichen viel oder wenig Steuern genommen werden. Die Frage ist, woher deren Reichtum denn kommt, die Frage ist, warum sie soviel bekommen haben?
Wieviel man ihnen nehmen soll – 13% oder 70%, ist erst die zehnte Frage. Die erste lautet: womit erklärt sich die Stellung der Favoriten, die in einem ärmlichen (?) Land solche persönlichen Höchsteinkommen zuläßt, welche sie natürlich nicht selbst erarbeitet haben, sondern welche ihnen die Macht(haber), welche mit ihnen verflochten sind, gegeben haben.

Ich habe nichts gegen reiche Leute. (ich auch nicht, denn wenn ich etwas hätte, dann würde ich es bestimmt auch einsetzen – denn mir ist KEIN EINZIGER richtig Geldreicher bekannt, der NICHT durch Ausbeutung anderer geldreich geworden wäre, von Reichtums-Erben abgesehen – und ich rede jetzt nicht vom fleißigen Handwerksmeister oder Kleinunternehmer – d.Ü.)
Ich bin gegen diejenigen, die von Staat und Macht ein Maximum an Ressourcen bekommen und diese dumpf und egoistisch verfressen, dabei das ihnen von der Macht übertragene Geschäft nicht entwickeln und sich nicht um das Wachstum der ihnen gegebenen Quellen jeglicher materieller Reichtümer sorgen.
(da haben wir es wieder: der Staat als Eigentümer der Naturreichtümer – ein völliger Fehlschluß!
Das Volk, die Menschen sind von Natur aus die Eigentümer des Planeten, wenn sie sich als Teil der Natur, die ihr Milieu und ihre Lebensgrundlage ist, begreifen…
auch sehr aufschlußreich: der anonyme (!) Begriff „
Macht“ wird im Russischen sowohl für die konkreten Machthaber als auch allgemein für das System der Mächtigen verwendet – und hinter diesem anonymen Begriff finden bequem alle diejenigen Platz, welche die Nutznießer des kapitalistischen Systems in Rußland sind: reiche Oligarchen, Beamte, Abgeordnete, Gouverneure, Funktionäre usw. …
es darf bitte nicht vergessen werden, daß man den Leuten dort jahrzehntelang eingebleut hat, sie selbst, genauer: „ihr Staat“ wäre der wahre Eigentümer der Natur-Reichtümer ihres Landes – d.Ü.)

Der Staat jedoch, gelenkt von solchen Verwirrten, meint, daß diese verantwortungslosen Parasiten nicht seine Gaben frech ausnutzen, sondern daß diese selbst, aus dem eigenen Hinterausgang, die materiellen Reichtümer herausbringen.

Und statt bei den Leuten, die Werte bekommen haben, streng nachzufragen, beginnt der Staat, bei ihnen um Steuern zu betteln, wie ein Bettler, was nicht nur beschämend, sondern auch unsinnig und lächerlich ist.
Ein primitives Hirn gibt stets ein verzerrtes Bild von der ökonomischen Realität wider, in der anstelle der Produktion von Reichtümern diese aufgeteilt werden, als wären es Meteoriten, die vom Himmel fallen. Das ergibt ein „Werk ohne Werkhallen“, das nur aus der Buchhaltung besteht. Oder eine Agroholding ohne Land, die nur mit Lagern und Speichern operiert…

Ich denke, daß ein Schüler, sogar ein Kind versteht, daß wenn ein Werk nur aus der Buchhaltung besteht, daß dann im Stahlschrank dieser Buchhaltung immer weniger Geld vorhanden sein wird, bis es dann ganz zu Ende geht.
Und diese Ende kommt nicht deshalb, weil das Geld „nicht richtig“ auf die „Mitarbeiter“ aufgeteilt wurde, sondern in erster Linie wegen des Fehlens der Werkhallen.
(diese Erkenntnis ist sehr zu begrüßen – nämlich daß ohne materielle Produktion kein „Mehrwert“ geschaffen werden kann, sondern nur umverteilt wird – auch über die Dienstleistungen wird nur umverteilt, so „nötig“ diese teilweise auch sein mögen – andererseits muß aber auch die Verteilung des gesellschaftlich erarbeiteten Reichtums „stimmen“, dessen private Aneignung zu begrenzen ist – d.Ü.)

Teilen kann man wie man will – mit einem flachen oder progressiven Verlauf der Steuerkurve – aber erstmal muß man kapieren, woher das Aufzuteilende kommt, woraus die Einnahmen bestehen, die dann mit Steuern nach diesem oder jenem Verlauf belegt werden.
Denn es ist immer vorteilhafter, von einer Million 90% zu nehmen als 1% vom Pfennig – da kommt keiner drumherum. Und deshalb ist nicht der Steueranteil wichtig, sondern die Größe der ursprünglichen Einnahmen des Menschen.

Und diese Einnahmen kann dieser Mensch nicht „herauspumpen“, egal womit man ihm von Seiten des Kleinunternehmerfreundes Medwedjew droht – diese Einnahmen kann dem Menschen nur der Staat, die Macht, welche die Ströme der wertschaffenden Ressourcen auf ihrem Territorium lenkt, geben (oder nicht)!
(der typische Standpunkt eines unselbständigen Menschen – „der Staat soll…, die Macht soll…“ – da frage man sich doch bitte mal, wer denn diese „Macht“ ist, und wer dieser Macht denn diese angebliche Verfügungsgewalt über die Naturressourcen gegeben haben soll: der bisherige Verlauf der „Geschichte“? – d.Ü.)

Der Reichtum unserer Reichen ist in vielem (wenn nicht in allem) verbunden mit der nicht vorhandenen Strenge, mit der Anspruchslosigkeit von Seiten der Macht ihnen gegenüber.
Wenn man für das Sinken der Produktionskennzahlen das Eigentum konfiszieren würde, dann würden sie viel mehr in Werkzeugmaschinen investieren und viel weniger in Yachten und Fußballclubs.
Wenn sie real verhaftet würden für die Nichteinhaltung des Mindestlohnes, und dieser Mindestlohn würde 50 Tausend Rubel (z.Z. gut 700 Euro) im Monat sein, dann würden sich deren Höchsteinkommen verflüchtigen – in die Bezahlung der Arbeit des für das Geschäft notwendigen Personals.
(nanu? auch dem Autor fällt nichts anderes ein, als wieder umzuverteilen oder damit zu drohen? natürlich muß der Staat die richtigen Randbedingungen setzen, und die müssen aus „Zuckerbrot und Peitsche“ bestehen, was anderes versteht der homo kapitaliensis nicht, aber das Ganze muß doch lebenswert bleiben – für alle! – d.Ü.)

Noch gründet sich ihr Reichtum auf der vom Staat erlaubten und vom Staat begünstigten Armut der Massen. Der Reichtum wird aus der umgebenden Armut generiert, wie der Dampf aus dem erwärmten Wasser.
Er steht auf einem
Mindestlohn, der 2x geringer ist als das Überlebensminimum und sogar in dieser Höhe nicht immer ausgezahlt wird.
Er steht auf der
Bereitschaft der Leute, die vom Staat der Willkür des Schicksals überlassen wurden, für ein paar Groschen viel zu arbeiten, und manchmal sogar in hoher Qualität – für eine geringe und lächerliche Bezahlung.

Man sollte kapieren, daß ein reicher Mensch nicht der Esel aus dem Märchen ist, der Gold kackt. Ein reicher Mensch ist ein Chauffeur, der Fahrer eines Ressourcen-Infrastruktur-Fahrzeuges, der die Bewegung der „Werke, Zeitungen und Dampfer“ lenkt.
Und das erfolgt nicht einfach so: sondern ohne das Recht, irgendwo anzuecken, vom Fahrplan abzukommen, das Leben und die Gesundheit der Passagiere zu riskieren usw.

Unsere historische Tragödie ist es, daß die Limousine mit Namen „Rußland“ in die Hände des Alkoholikers Jelzin gefallen war. Als Alkoholiker hat er auf der Rückbank gepennt, und die von ihm ans Steuer gesetzten Fahrer (die reichen Leute) haben gelenkt, wohin sie wollten, haben das Auto als ihr eigenes benutzt, aber es nicht vor Beulen und Pannen bewahrt, vergessend daß es ein staatliches ist…

Diese Tradition wird auch heute fortgesetzt. Der Staat flacht ab zu einer wilden Verbindung von Reichtum und Verantwortungslosigkeit: das Dreijahresbudget des Landes ist hart aufgestellt, am Rande des Möglichen, und dabei gibt es keine Überzeugheit, daß alle Einnahmenparameter erfüllt werden.
Alles ist an das Erdöl gebunden – als ob es in unserem Lande nichts außer Rohren gäbe, und vor allem: als ob hier alle ohne Hände rumlaufen würden!

Und man rechnet damit, daß die Einführung einer 30%igen Steuer auf diejenigen 5% der Mitbürger, deren offizielle (jährliche) Einkünfte über 100 Millionen Rubel (z.Z. ca. 1,5 Mio Euro – d.Ü.) liegen, im Jahr der Staatskasse nicht weniger als 200 Milliarden Rubel bringen werden.
Und was würde die vollständige Enteignung dieser 5% bringen? Hat man das mal probeweise berechnet?
Das verwandelt alle Gespräche über die Auffüllung des Budgets in eine unverständliches und absurdes Gequatsche: denn es wird das Fell eines nicht erlegten Bären aufgeteilt, man will Geld in fertiger Form einnehmen, ohne sich darüber Gedanken zu machen, woher es eigentlich kommt.

Das Steuersystem soll Beziehungen regeln – die Übergabe von Ressourcen aus ineffektiven Händen in effektive, das ist dessen Sinn.
Es soll Druck ausüben auf die toten Renteneinnahmen und umgekehrt die lebendigen unternehmerischen Einnahmen belohnen, und damit die Anziehungskraft des lebendigen aktiven Geschäfts erhöhen, gegenüber dem toten Kuponschneiden vom deponierten Kapital.
Die Steuern geben dem Staat die Möglichkeit, seine Vollmachten (Geld) aus Händen, die für seine Entwicklung schädlich sind, in Hände zu übergeben, die für seine Entwicklung nützlich sind.
(ein interessanter Ansatz, wie er in der westlichen Wirtschaftswelt recht selten auftaucht – die Frage ist allerdings, ob (und welche) Steuern für diesen Zweck das geeignete Mittel sind – d.Ü.)

Denn der Hauptsinn des Geldes mit dem Staatswappen ist doch, mit fertigen Werten zu helfen beim Prozeß der Erschaffung neuer Werte, und mit dem schon gebackenen Brot diejenigen zu füttern, die das Korn für die nächste Ernte säen!

Man versucht doch ständig uns glauben zu machen, daß das Hauptziel des Staates wäre, von der Bevölkerung jene Papierchen einzusammeln, welche dieser selbst, ebenjener Staat gedruckt hat und davor an diese Bevölkerung ausgegeben hat!
(oha – da ist beim Schreiber nicht mal das Verständnis dafür da, daß die Währung des Landes eben nicht vom Staat ausgegeben wird, sondern von einer (privaten) „staatsunabhägigen“ Einrichtung: der sog. „Zentralbank“ – d.Ü.)
Das ist dasselbe, wie wenn ich nach meiner eigenen Unterschrift unterwegs wäre, mit einer von mir selbst unterzeichneten Vollmacht und diese dann ablehnen würde…

Bei einer solchen Schizophrenie wird der Staat niemals Geld haben – ob er es mit einem flachen oder progressiven Verlauf einsammeln, die Steuerlast schwer oder leicht machen würde – das wäre gleich.
Der Staat muß seine eigenen Einkünfte selbst organisieren, wie auch die Familienbudgets seiner Bürger, wobei er da mit verschiedenen Werkzeugen arbeiten kann, einschließlich der Steuerabgaben.

Wenn man im Staat ein System sieht, das dümmlich die Bürger schröpft, die vorher auf rätselhafte und unverständliche Weise eigenständig diese Werte erhalten haben (wie? außerhalb des Territoriums? außerhalb der Gesetzlichkeit?), dann verlieren wir den Staat. Wie übrigens auch alles andere…

Wasgen Awagjan
Quelle: http://publizist.ru/blogs/33/15967/-

– – – – – – – – – – – – – – –

Ja, was soll man dazu sagen.

Man sieht an diesem Artikel deutlich, wie die Pseudo-Lehre der sog. Bürgerlichen Ökonomie die Hirne nicht unintelligenter Menschen in jeder Richtung verdrehen kann, indem die Grundlage aus lebensfremden Postulaten erschaffen und die wesentlichen Zusammenhänge einfach nicht benannt werden.
Vor allem wenn dann noch ein gerüttelt Maß an ideologischer Vorgespanntheit und Kampfrhetorik hinzukommen.
Deshalb ist das Studium der (zwar umfangreichen, aber im Vergleich mit einem BWL-Lehrbuch extrem kompakten) Serie der „
Wirklichkeitsnahen Wirtschaftswissenschaftsehr zu empfehlen: man kann nur hinzulernen.

P.S.
Das Grundübel ist übrigens NICHT der krankhafte Egoismus – der ist die Methode, mit der man uns auf dem falschen Wege hält.
Das Grundübel ist die Trennung von Mensch und Natur – die hirnrissige Behauptung, daß HIER der Mensch und DORT die „Umwelt“ sei, und daß der Mensch als „Krone der Schöpfung“ sich „die Natur untertan machen“ solle.
DAS ist das Grundübel.
Denn wenn der Mensch wieder „wüßte“, daß er ein Teil der Natur – ein wichtiger Bestandteil, mit einer besonderen Verantwortung! – ist, und die Natur sein Lebensraum, sein Milieu, ohne das er nicht existieren kann, dann kämen viele andere Methoden gar nicht an den Menschen heran – sie würden von ihm abprallen, wegen der eben genannten Überzeugung.
WIR! BRAUCHEN DIE ERDE; DIE NATUR … aber, sie uns nicht!

P.P.S.
Die meisten von den heutigen selbsternannten „Eliten“ sind entweder durch Geburt oder durch konsequentes Schleimen an ihre Position gekommen – besondere Befähigungen brauchen sie nur in der Schauspielerei, wobei auch die schlimmsten Fehltritte falls nötig von den steuernden Propaganda-Medien zugebügelt werden, und im kompromißlosen Durchsetzen von Vorgaben – das sprichwörtliche „Über-Leichen-gehen“.
cleverer sein“ – das heißt eben in dieser Gesellschaft vor allem: betrügen, andere ausnutzen und übervorteilen, sich auf Kosten anderer bereichern, andere ausbeuten.
Mit eigener Arbeit kann man in diesem System nicht wirklich geldreich werden – ausgeschlossen. Stimmt’s?
Und:

Daß nun schon ein „extravaganter“ Typ wie der Trompeter in die „erste Reihe“ auf der Bühne gelangt, sollte uns zu denken geben…
Seit dem Amtsende des alten Strauch, äh, Busch ist das „drüben“ schon so, daß kein adäquater Kandidat mehr zu finden ist – nun haben sie einen „Paradiesvogel“ aus den eigenen Kreisen auf die Bühne gezaubert, weil alle „Alternativen“ direkt in den Bürgerkrieg zu führen drohten.
Denn die „bald getrennten Staaten“ sind innerlich sozial und rassisch so zerrissen, daß längst alles zu spät ist…

Auch daß Aniela „nochmal antreten“ wird, vor allem mangels eines brauchbaren „Alternativ-Kandidaten“, läßt doch tief blicken: SIE SIND AM ENDE!
Sie haben kein Personal mehr, was einigermaßen respektabel wäre. Ihre systematische Negativ-Auswahl durch das Parteiensystem bringt nur noch unfähige Trottel hervor, die nichtmal eine Gruppe Reinmachfrauen führen könnten, und wo auch die ganze Propagandamacht nicht mehr hilft, deren tumbe Blödheit zu verstecken…

LH, 25. April 2017


7 Kommentare

  1. Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

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  2. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  3. Vollidiot sagt:

    Das Problem der Armen ist nicht ihre Armut, sondern ihre Anzahl.
    Gäbe es weniger hätten die Übriggebliebenen mehr.
    Es ist ein rein mathematisch zu erklrendes Phänomen.
    Das verfügbare Einkommen der Armen geteilt durch die Anzahl derselben.
    An dieser Problemlösung wird gearbeitet.
    Durch die Digitalisierung wird uns das noch sehr deutlich vor Augen geführt.
    Die oberen 5% beanspruchen, durchaus bescheiden, fast anständig zu nennen, 50% der Ressourcen.
    Um nun den Standard der sog. Armen zu heben bleibt schlüssig nur der Weg, um langes Sichtum zu vermeiden, namlich Anpassung.
    Es wird ein Anpassungsvorgang erforderlich sein.
    Unsere Weltführer werden das mithilfe von UNO, weltbank, FAO, WHO richten.

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  4. thom ram sagt:

    Volli 18:24

    Richten sie heute, werden sie nicht mehr lange richten.

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  5. ANGEL sagt:

    ein Wunschtraum von mir,wenn alle Menschen für 1 Woche die Arbeit niederlegen würden…
    dieses system wäre am ENDE
    Außnahme natürlich die Unfallnotaufnahme,in Pflegeheimen können ja mal die Angehörigen ihre Verwandten versorgen,da sie ja nicht arbeiten:-)
    WIR SIND DIE 99% UND DIE SIND N I C H T S
    genau thom,sie werden G E R I CH T E T

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  6. thom ram sagt:

    Angel 19:26

    Sie sind nicht nichts. Sie sind genau so wie du göttliche Kreatur. Und richten, sich richten, sich neu ausrichten, eine neue Richtung ihrer Absichten vornehmen, das müssen sie selber tun, liebe Angel. Kein Mensch kann wahre, nachhaltige Neuausrichtung in einen andern Menschen einprügeln.
    Den Raum für Neuausrichtung bieten, darum geht es. Ein Schartin Multz zum Beispiel, für mich Inbegriff von Nichtmann, von Qualle, von komplett fehlgeleitet indoktriniert, würde der, „gerichtet“, im Kerker oder so danach, lernen, wer er ist?
    Der Mensch braucht Tätigkeit, und zwar im Verbund mit Erde, mit Natur. Dem Ingenieur und Architekten ist das Basis. Der Ingenieur, der zwischen Bruchfestigkeit von Aluminium und Beton nicht zu unterscheiden weiss, dem wird nicht geholfen. Der Architekt, der meint, eine Ausladung ohne Eisen im Betonng werde tragen, auch nicht. Sie sind konfrontiert mit der Natur hier.
    Umfassender hat es der Bauer und der Förster.

    Einen Herrn Schartin Multz würde ich als Förstergehülfen einweisen. Eine einem Nichtstaat vorstehende Frau Kermel als zuständig, Wasser zu kochen für eine fähige Heb Amme. Plus überwachtes Kochen guten Kinderschoppens. Für den Anfang.

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  7. Luckyhans sagt:

    Das Problem der Armen ist nicht ihre Anzahl, sondern die Gier.
    Die Gier der ganz wenigen.
    Nichts anderes.
    Denn auch der Kapitalismus setzt immernoch genügend Produktivkräfte frei, damit es allen Menschen wirklich gut gehen könnte – UND die Reichsten sich einen (ihrer Meinung nach) „angemessenen“ Reichtum leisten könnten – obwohl sie dafür NICHTS wirklich tun müssen – wie wir hier vor kurzem über 25 Generationen nachgewiesen haben.
    Geiz, Gier und sinnlose Bereicherung sind die Geißeln dieses Systems, das auf dem ungebremsten Egoismus beruht und DAHER scheitern muß…

    Und wir alle können das bewirken, indem wir uns von diesem Egoismus lossagen und „plötzlich“ anfangen, in Gemeinsamkeiten zu denken und zu handeln… es ist soooo einfach.

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