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Indonesien / Bali / Suharto / Verd freiwilliger Landverkauf

Sukarno, 1949 bis 1966 Präsident Indonesiens, zeichnete sich dadurch aus, dass er Indonesien aus den Fängen westlicher Haie befreien wollte.

Das war nicht so gut. Es gab einen Regimechange, und Suharto wurde Präsident. Die Ausbeutung von Land und Leuten konnte wieder aufleben.

Ein Schlaglicht daraus will ich heute erzählen.

Heute ist Jokovi Präsident. Er und die Seinen tun, so lasse ich mir sagen, alles, um Indonesien zu dienen. Er habe, wen wundert es, starke Kräfte gegen sich, Chefbeamte, wichtige Leute in Politik und Wirtschaft, welche lieber des altgewohnten, der Korruption entfliessenden Hohnigs sich erlaben wollen.

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Das Schlaglicht.

Ich richte es auf das Dorf, da ich wohne: Sawangan in Südbali. Als ich 2003 das erste Mal hier war, da gab es bei Sawangan ein Hotel, ein Strandhotel,  harmonisch in und an die steilen Felsen, welche den herrlichen Sandstrand gegen das Landesinnere begrenzen, gebaut. Viele Familien von Sawangan verdienten ihr Brot mit Meeresgemüse. Sie züchteten es, ernteten es und konnten es verkaufen. Es diente als Grundlage für Kosmetika.

Heute ist strandauf – strandab kirre Bautätigkeit. Strandzugänge werden geschlossen, Hotels und Bungalows schiessen aus dem Boden.

Heute ist kein Mensch mehr zu sehen, der da Meeresgemüse züchten würde.

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Und das ging so:

1990, also noch unter dem besonders lieben Suharto und seinen lieben Getreuen, da kamen liebe Regierungsbeamte, begleitet von lieben Polizisten daher, hierher, nach Sawangan. Familien, welche das Küstenland besassen, wurden von diesen Herren aufgesucht und damit konfrontiert, dass sie ihr Land verkaufen sollen.

Genauer: Verkaufen müssen.

Noch genauer: Wenn sie nicht verkaufen wollen, dann ab, auf den Posten. Dort wurden sie (auch) mittels unmissverständlicher körperlicher Züchtigung davon überzeugt, dass Verkaufen gut sei. Wer nicht parierte, riskierte, verschwunden zu werden. Natürlich verkauften alle.

Feiglinge?

Würdest du dich verschwinden lassen, so du Eltern und Kinder hast, für die du verantwortlich bist? Ich nicht. Ich hätte auch verkauft. Das Elend besteht darin, dass normale, gute Menschen nicht organisiert sind. Die, welche von oben her die Menschen als auszupressende und allenfalls wegzuschmeissende Zitrone betrachten, die sind es, sie sind organisiert. Sie sind immer noch sehr gut organisiert. 

Doch bröckelt es heute. Das war 1990 noch nicht der Fall. Schon gar nicht in Indonesien. 

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Die Rechnung, in Rupiah mal ausgedrückt, sieht so aus:

Die Einheimischen bekamen pro Are IDR 2,500’000.-.

Wenn eine dreissigköpfige Familie 5 Hektaren besessen hatte, hatten sie also nächsten Tages kein Land. Zudem wussten sie wussten auch, dass sie nur noch beschränkte Zeit Meeresgemüse werden züchten und verkaufen können. Sie bekamen für ihre 5 Hektaren 1,25 Milliarden Rupiah.

Klingt gewaltig, daher mal schön in Iuroo.

Umgerechnet nach heutigem Kurs: Die Are wurde „beglichen“ mit €180.-  Die an Land mit 5 Hektaren vormals reiche Familie, sie bekam somit € 90’000.-

Teile ich diese Summe auf, auf die einzelnen Familienmitglieder, so bekam der Einzelne € 3000.-

Land weg. Einkommensquelle Meeresgemüse  in absehbarer Zeit weg. 3000€ in der Hand.

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Das Land sei von reichen Indonesiern gekauft worden. Diese Angabe ist ohne Gewähr. Würde mich Teufel wundern, wenn hinter den reichen Indonesiern nicht in vielen Fällen reiche Fremde gestanden hätten.

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Und heute?

Ja, meine Herrschaften, das ist so. Wollte einer der Landbesitzer dieses Küstenland wieder verkaufen, dann würde er pro Are 2’000’000’000.- einstreichen, das sind € 143’000.-, das sind pro m2 € 1430.-

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Unser Beispiel

Das Land mit 5 Hektaren, das wurde also 1990 vom Reichen gekauft für €90’000.-

Heute kann er es verkaufen für 1 Billion Rupiah. Das sind flauschige 71 Millionen Euro.

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Das liest sich schwer.

Die Rechnung in der Uebersicht:

Preise damals:

1m2                        25’000                          1,8€

1a                      2’500’000                      180€

1ha               250’000’000                18’000€

5ha            1’250’000’000               90’000€

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Preise heute:

1m2                  20’000’000                  1’420€

1a                2’000’000’000             142’000€

1ha        200’000’000’000       14’200’000€

5ha      1’000’000’000’000     71’000’000€

Wertsteigerung innert 27 Jahren: Faktor 800

Wertsteigerung in einem Jahr: Etwa Faktor 30

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Die Zahlen von heute scheinen unglaubwürdig hoch. Ich werde sie nocheimal nachfragen, doch dürften sie stimmen.  Es ist die Rede von Küstenland, also Land, welches ans Meer reicht. 

Mehr oder weniger unmittelbar dahinterliegende Grundstücke werden zwischen 20’000 und 100’000 Euro / Are gehandelt, je nach Lage. Das weiss ich definitiv. 

Zum Vergleich: Teuerste Lage Schweiz: Rennweg Zürich: Die Are bei 10 Mio. Franken.

https://www.stadt-zuerich.ch/prd/de/index/statistik/publikationen-angebote/datenbanken-anwendungen/bodenpreise.html

Die Küstenstreifen sind preislich explodiert, weil finanziell Grosspotente auftreten – so meine Erklärung. Ob ein paar Millionen mehr oder weniger kratzt die hinten rechts nicht. 

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Seit ich hier wohne, wunderte mich, wie die Einheimischen so blöd sein konnten, ihr Land verkauft zu haben. Jetzt weiss ich es, und du auch. Sie wurden gezwungen. Die Regierung war korrupt. Höhere Beamte waren korrupt. Kleine Beamte waren korrupt. Kleinsten Beamten machte es nichts aus, zu vollstrecken.

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Von dem ich die Zahlen und Daten habe,

ist ein junger Vater von vier putzlimunteren Kindern mit klaren Augen. Sein Vater war von der Generation, welche zum Verkaufe gezwungen wurde. Diese Familie hatte Glück im Unglück. Sie hatte unten am Strand einen Tempel. Dank dieses Tempels durften sie am Strand, wirklich unten am Strand, an bester Lage, 20 Aren Land, da der Tempel draufsteht,  behalten.

Korruption hin oder her, dank der Angst vor Rache der Geister langten die Korrupten, die vor Ort vollzogen, nicht in den Tempel.  Zu gross ist die Angst vor Geistern und Karma. Meine Interpretation.

Die Familie führt auf diesem Restchen von ehemals 5 Hektaren neu einen minikleinen Warung (Einheimischen – Essladen) und sind herrlich kreativ. Sitze aus Holzstämmen gemacht, Hängematte aus Bambusrohren, Werkzeug zum Aufspiessen von Blättern und Plastic von Hand gemacht, ein Bambusrohr, am unteren Ende längs 8 fach aufgeschnitten, die Enden gespreizt und gespitzt, ein Glögglispiel im Baum, alte Surfbretter aufgestellt und bemalt, und, die Hauptsache: Eine Ausstrahlung, welche den Besucher sich zuhause fühlen lässt.

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Dumm von mir, dass ich keine Fotos gemacht habe. Werde ich nachholen und hier reinhängen. Zwei Fotos aber habe ich, welche den Zauber dieser Küste zeigen:

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thom ram, 16.03.0005 NZ, Neues Zeitalter, da Menschen wissen, dass ihr Körper und alles hier auf Erden gütige Leihgabe von Mutter Erde ist.

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11 Kommentare

  1. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  2. Mir Genie ist doch wirklich unterlaufen, gestern in Titel und auch an einer Stelle im Artikel Sukarno und Suharto verkehrt rum eingesetzt zu haben.
    Ich habe es korrigiert.

    Richtig ist: Sukarno, der Indonesien selbständig machen wollte, bis 1966. Suharto, der liebe Freund lieber Finanzhaie, ab 1966.

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  3. rechtobler sagt:

    Ist doch toll, wenn man so einfach derartig gute Geschäfte machen kann. Was soll das schon mit den bünzligen Einheimischen, sowieso nur Fliegensch…! (Satire aus)
    Einfach unglaublich, was weltweit abgelaufen ist und teilweise immer noch abläuft – zum kotzen! Zum Glück nähert sich das Ende dieser Zeiten, Kali Yuga ist vorbei. Leider haben’s noch nicht alle bemerkt, sonst ginge es schneller 😉

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  4. Faktischer Aufklärer sagt:

    Was für Desinfo wird hier noch kolportiert?
    Anfang 90er 18000 für die Hektare?
    Dann war der Suharto ja ein richtiger Wohltäter!

    Es gibt Länder da bekam man sehr fruchtbare und wunderschöne HA damals für ein Butterbrot, oder vielleicht nen Hunderter!

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  5. Fakt Aufkl

    Schön, dass du in Suharto einen Wohltäter siehst. Das nenne ich doch wahrhaft positiv denken. Und ganz offenbar kennst du die Lebensverherhältnisse balinesischer Familien. Toll, dass es ihnen so gut ergangen ist, gell. Ich werd doch den Artikel gleich umschreiben.

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  6. Faktischer Aufklärer sagt:

    Zufälligerweise kenne ich die, ja. Die leben definitiv nicht wie die weissen Herrenmenschen auf diser Insel.
    Sollten sie aber eigentlich, wenn sie Anfang der 90er-Jahre so viel Geld für einen Hektar Grund und Boden bekommen hatten. Ich bin sicher, in den extrem fruchtbaren, terrassierten Hügelregionen des Nordens und Südens, oder auch im Osten der Insel hätten sie für das HA-Geld damals bestimmt mehrere Dutzend HA bekommen! Auf Lombok oder Sumbawa gar Hunderte!

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  7. Faktischer Aufklärer sagt:

    Was mich auch noch interessierte:

    „Das Land mit 5 Hektaren, das wurde also 1990 vom Reichen gekauft für €90’000.-

    Heute kann er es verkaufen für eine Billione Rupiah. Das sind flauschige 714 Millionen Euro.“

    714 Mio? Also knapp 143 Mio die Hektare??? 14300 Euro pro QM???????
    Soviel kostet Grund und Boden ja nicht mal mitten im Zentrum europäischer Grosstädte!!!

    Fake News vom Feinsten.

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  8. Faktischer Aufklärer sagt:

    Nehme vorgehende Aussage gerne zurück, wenn Du Scans von originalen, notariell beglaubigten Kaufverträgen als Beleg vorweist.

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  9. Faktischer Aufklärer

    Ich habe diesen meinen Kommentar gelöscht. War zuviel hin und her.

    Das Meiste oben Gerechnete hat gestimmt und stimmt, bei dem Teuerungsfaktor hatte ich mich vertan, das habe ich korrigiert.
    Topfehler war: 1Billion Rupiah seien 714Mio.Euro. Es sind 71,4 Millionen.

    Die angegebenen Landpreise stimmen. Bitte lies oben nochmal nach, ich habe Falsches korrigiert und noch was erläutert.

    Danke, dass du kritisch dranbleibst!

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  10. Gelöscht. Erübrigt sich.

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  11. ALTRUIST sagt:

    Islamisierung: Indonesische Verhältnisse bald auch in Europa?

    Auffassungen von

    http://www.journalistenwatch.com/2017/03/21/islamisierung-indonesische-verhaeltnisse-bald-auch-in-europa/

    …Mit der Demokratisierung nach Suhartos Sturz 1998 begann die Islamisierung. Sie engt die Freiräume noch mehr ein als die Diktatur; auch die der liberalen Muslime.

    Die Fanatiker waren gut vorbereitet. In den ersten sechs Monaten nach dem Ende der Diktatur entstanden 42 radikalislamische Organisationen, darunter die FPI (Islamische Verteidigungsfront), Wortführer der Bewegung…

    …Die Radikalen denken langfristig und investieren viel in die Erziehung. Allein auf der Insel Java gibt es über 14.000 Pesantren, islamische Internate, die immer mehr unter arabischen Einfluss geraten.

    Auch schreibt sich eine wachsende Zahl indonesischer Studenten an arabischen Universitäten ein. Die Rückkehrer werfen ihren Müttern vor, schlechte Musliminnen zu sein, wenn sie kein Kopftuch tragen oder nicht jeden Tag beten…

    …In der halbautonomen Provinz Banda Aceh auf Sumatra gilt die Scharia bereits seit 2009; andere Regionen sind dem Beispiel gefolgt.

    weiter im Link

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