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Pittbull, Spinne, Kroko, Schlange, Zecke / Meine inneren Freunde

Angeregt durch den Artikel über erlesenste Foltermethoden zwecks Abrichtung von Kindern zu bedingungslos ergebenen Sklaven haben Leser wertvolle Erlebnisse und Einsichten in den Kommentarstrang eingeflochten.

Es geht jeden an. Jeder von uns hat in sich scheinbar schlafende Hunde, Spinnen, Krokos, Schlangen, Zecken. Normalerweise nenne ich diese lieben Tiere innere Programme. So lange die nicht erkannt und in unsere Persönlichkeit bewusst integriert sind, sind wir deren Spielball, agieren wir mindestens teilweise unbewusst, schaffen damit Unfrieden in uns drin und um uns her. 

Es funktioniert absolut zuverlässig. Völlig unbewusst aber äusserst kraftvoll schaffen wir uns noch und noch Situationen, welche diese Programme antriggern. Der Eine findet immer wieder seine Traumfrau, welche sich dann als unerreichbar entpuppt, der Andere kann noch so oft die Stelle wechseln, seine Chefs sind immer unmöglich, der Dritte liegt ein Leben lang im Streit mit Nachbarn, egal wo er wohnt, der vierte ist geizig, weil er unter Existenzangst leidet und der Fünfte wirkt arrogant, weil er sich selber klein fühlt.

Ich löse Solcherlei auf, indem ich meine scheinbar schlafenden Hunde, Spinnen, Krokos, Schlangen und Zecken  rufe, ihr Verhalten kennenlerne und mit ihnen Freundschaft schliesse. Es fruchtet nichts, sie totprügeln zu wollen. Versuche ich das, dann wächst der beisslustige kleine Köter zum scharf gemachten Pittbull, aus der Kreuzspinne wird eine Tarantel und so weiter. Erkannt und integriert werden sie zu Freunden, die vormals Unerkannten, nicht Beachteten.

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Ja, so dachte ich, ich wolle von den Kommentarperlen einige rausfischen und hier raushängen, auf dass du, guter Leser, davon profitieren kannst.

Mein Dank geht an alle Kommentatoren, auch an die hier nicht Aufgeführten.

thom ram, 08.10.0004NZ Neues Zeitalter (2016 für weiter unbewusst funzen Wollende)

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Yoku

Ich vermute, dass viele Menschen ungeahnte, klaffende Wunden mit einer ungeheuren energetischen Ladung, aus der Kindheit stammend, in ihrem Unterbewusstsein tragen. Diese haben das Potential, sich auf sämtliche Lebensbereiche massiv auszuwirken.

Die Menschen haben oft gigantische Schutzprogramme entwickelt, um diese Wunden nie mehr spüren zu müssen.

Meine Erfahrung ist, dass die Intelligenz der Natur es so einrichtet, dass diese ungesehenen, unbeweinten, unintegrierten Wunden, die in unserem „Keller“ eingesperrt sind, ans Tageslicht kommen und heilen wollen.

So fühlt man sich zum Bsp. magisch zu jemandem hingezogen, der genau diese Wunden antriggert. Man glaubt z. Bsp. den Traumpartner/in gefunden zu haben.

So wie Thom es 21.32 beschreibt***, kann ich es 100% aus eigener Erfahrung bestätigen. Brechen die Verlassenheits-/Vereinnahmungs-/ Missbrauchs-/ Beschämungs-/ Beschuldigungs-/ Demütigungs- etc. Wunden einmal auf, ist es erst mal die reine Hölle. Unkontrollierbare Flashbacks, schwerste posttraumatische Reaktionen, Panikattacken diktierten das Leben, ohne dass man weiss, was mit einem passiert.

Den Begriff „inneres Kind“ habe ich dadurch kennen gelernt. Es folgten intensive Auseinandersetzungen zuerst via Bücher:

– Dr. Thomas Trobe : – Liebe ist (K)ein Kinderspiel
– Liebeskummer lohnt sich doch
– Erika j. Chopsch: – Arbeitsbuch zur Aussöhnung mit dem inneren Kind
– Mike Hellwig: – befreie dein inneres Kind
– Alice Miller

Dr. Thomas Trobe bietet weltweit Seminare zur inneren Kind-Arbeit an. Auch in der Nähe wo ich lebe. Ich habe viele davon besucht und später dort assistiert.

Es folgten auch intensive Trauma-Arbeit nach Peter Levine.

All dies hat mir für das Selbstverständnis enorm geholfen. Nichtsdestotrotz sind mir nicht nur Beziehungen immer noch ein Minenfeld, wo ich höchst achtsam mit meinem inneren Kind umgehen muss.

Das Durchschauen dieser inneren Strukturen wirkt heilsam. Unabdingbar ist, die totale Verantwortung für dieses innere Kind zu übernehmen.
Wenn dann auch noch gesehen werden darf, dass ich nicht meine Konditionierungen bin, ist das weiter heilsam.

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***thom ram

Ich selber war eines der Millionen Kinder, welche – vergleichsweise Pipifax – aber doch auch durch Panik geprägt wurden. Das Kind ist im Bettchen, erwacht und schreit, braucht Mama, Liebe, Körper, Zuwendung. Meine Eltern wollten es gut machen und sie machten, was sie gelernt hatten:
Wenn man das schreiende Kind aufnimmt, dann wird es immer mehr TROTZEN, es wird immer mehr schreien, darum muss das schreiende Kind allein gelassen werden. So lernt es, alleine zu sein, so lernt es, dass man nicht immer alles bekommt. Zudem stärkt es seine Lungen. 

Wenn solch schreiendes Kind aufhört zu schreien, so nicht, weil es gelernt hat, dass niemand kommt, sondern es hört auf, weil es erschöpft ist. 

Ich habe mich dann nach und nach an die damalige Situation 1:1 erinnert. Es fehlt das Vokabular um solch Panik zu beschreiben. 

Wieviele derer, welche Dasselbe wie ich erlitten haben, es in diesem Leben auflösen, ist mir nicht bekannt.
Wenn die Auflösung fällig ist, schafft man sich eine Situation, welche an die damalige Situation erinnert und die damalige Befindlichkeit 1:1 wiedererweckt.
Bei mir war es eine Partnerbeziehung, welche den Knopf drückte. Ich war 52. Ich hatte meine Traumfrau gefunden – bloss…… die war häufig nicht erreichbar. Das war der Auslöser. 

Ich wünsche niemandem, das durchzumachen, was ich ein Jahr lang intensiv, später in kürzeren Phasen und abgeschwächt, noch durchmachte. Es ist nicht nachvollziehbar für einen, der solch ANGST nie erlitten hat. 

Das Auflösen ging Schritt für Schritt.  Eine der Helferinnen war (die verstorbene) geniale Psychologin und Buchautorin Alice Miller. „Am Anfang war Erziehung.“

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Mariettalucia

Wie ich oben schon angedeutet habe, wirken diese multiplen Persönlichkeiten total abgeklärt, reden darüber als ob es sie gar nicht betrifft, denn das muss ihre Seele, damit sie nicht komplett zusammenbrechen und überschnappen.

Es ist eine ungeheuer grosse Aufgabe für einen Traumatherapeuten mit diesen Menschen zu arbeiten, sie zu begleiten, ein Prozess der über viele Jahre geht, um irgendwann denjenigen wieder alleine gehen zu lassen.

Er ist von spärlichen Erfolgserlebnissen gekrönt.
Eine Regressionstherapie wohl dosiert könnte etwas in Lösung bringen, aber auch da brauch es einen ganz besonders sensiblen Therapeuten.

Ich glaube solch Erleben  lässt sich nicht mit unseren Traumata nur annähernd vergleichen, wobei die für uns auch heftig sein können, auch ich könnte da Ähnliches berichten.
Und oft können die Eltern gar nischt dafür, denn sie sind auch in dem gefangen gewesen was ihre Welt ausmachte.

Renate zustimme, dass wir uns unsere Familien aussuchen, wo wir die besten Lösungsoptionen unserer Traumata haben. Sagen auch die anthrosposophischen und buddhistischen Lehren….

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Renate Schoenig

ML:“Und oft können die Eltern gar nischt dafür, denn sie sind auch in dem gefangen gewesen was ihre Welt ausmachte.“

Genau SO isses.🙂

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Yoku

Seitdem ich angefangen habe, mich mit dem inneren Kind, disfunktionalen Familienmustern, und als Kind eines krankhaften Narzissten, mich auch intensiv mit narzisstischen Charakterstrukturen auseinanderzusetzen, verstehe ich nebenbei auch viel besser, was heute in der Gesellschaft, in der Politik, in der Finanzwelt Sache ist.

Die „Designer“ dieser Gesellschaft verfügen über grösste psychologische Fachkenntnis. Jeder (!) Lebensbereich ist verseucht von dieser perversen Einflussnahme.

Für mich habe ich erkannt, dass die verheerenden Wirkungen oft (nicht immer) auch ein Zusammenspiel von verschiedenen subtilen Verhaltensweisen sind, die im Zusammenspiel katastrophal wirken. In kranken Familien und in der Gesellschaft.

Die Trickkiste der Möglichkeiten, Gewalt anzuwenden und Schaden anzurichten ist riesig!
Für mich hat es sich gelohnt, in diese Trickkiste hineinzuschauen, und das Instrumentarium der Perversion ansatzweise kennenzulernen.
Es hilft mir, einiges zu durchschauen, was ohne Kenntnisse für mich viel schwieriger wäre.

Diese toxischen Umgangsformen sind tief in unseren Alltag eingedrungen.
Die meisten von uns sind es mittlerweile schon sehr gewohnt, dass wir z. Bsp. Grenzüberschreitungen für selbstverständlich halten, uns täglich belügen lassen (etc.) gehört zur Selbstverständlichkeit und wird als normal empfunden.

Diese Tage konnte man in den Schweizer Medien einen Gerichtsfall eines jungen Mannes verfolgen, der seinen Vater getötet hat. Der Vater besetzte eine Spitzenposition bei der NZZ (Neue Zürcher Zeitung). Die Mutter starb vor einigen Jahren an Alkohol-Sucht. Der Sohn kam zum Vater. Der Vater behandelte den Sohn voller Niedertracht. Irgendwann erschoss der Sohn den Vater. Ich kann so gut nachvollziehen, was in diesem Sohn wohl abgegangen ist.

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Bettina

Am liebsten würde man es zudeckeln, oder so tun als wäre alles nur erfunden. Leider ist es die Wirklichkeit, eine grausame Wirklichkeit, wozu nur der „Mensch“ fähig ist.

Ein Kind überlebt so etwas auch nur, weil das menschliche Gehirn fähig ist, diese Situationen abzuspalten.
Wenn die Bedrohung (Todesangst) so stark wird, dass sie nicht mehr auszuhalten ist, kann man auch daran sterben.
Hier eine recht gute zusammenfassung, was bei einem Trauma geschieht:
Auszug:
Wie verändern sich die Gehirnfunktionen bei einem Trauma?

Eine gefährliche Situation wird zunächst in der Amygdala festgestellt; dies geschieht ganz automatisch und ohne Zutun des Großhirns. Daraufhin werden Hormone wie Glukokortikoide und Serotonin ausgeschüttet, die den Körper in Alarmbereitschaft versetzen und Energie-Reserven mobilisieren. Innerhalb des Gehirns kommt es nun zu einer folgenschweren Umschaltung des normalen Datenflusses und zu einer Umverdrahtung, die die gesamte Funktionsweise des Systems grundlegend ändert:

Die Entscheidungsfindung durch das Großhirn wird unterbunden, indem die Verdrahtungen zwischen Amygdala und Hippokampus regelrecht unterbrochen (gekappt) werden. Große Teile der Nachrichten werden dadurch erst gar nicht an das explizite Gedächtnis weitergeleitet. Die Reaktionen auf die Gefahr werden fast ausschließlich von den impliziten Gedächtnissen gesteuert.

Diese Unterbrechung zwischen verschiedenen Gehirnteilen wird von einigen Gehirnforschern auch Dissoziation genannt. Dissoziation bedeutet wörtlich „Scheidung“ oder „Trennung“; die verschiedenen Gehirnteile stehen nun nicht mehr miteinander in vollem Kontakt und können teilweise unabhängig voneinander verschiedene Dinge tun.

Durch diese Trennung wird vor allem die Reaktionszeit stark beschleunigt. Während das Großhirn zu einer angemessenen Bewertung einige Sekunden benötigen würde, kann eine Flucht oder Verteidigung durch die impliziten Schaltkreise sehr viel schneller organisiert werden. Die Entscheidungswege werden durch die Umverdrahtung drastisch verkürzt!

Während dies vor Urzeiten ein deutlicher Überlebensvorteil war, kann dies bei „künstlichen“ und „menschengemachten“ Traumata wie sexuellem Missbrauch fatale Folgen haben, allein schon wegen der relativ langen Dauer solcher Traumata.

Wie man u.a. durch Tierversuche nachgewiesen hat, führen schwere und häufig wiederholte Traumata zu einer dauerhaften Umverdrahtung von Nervenverbindungen (insbesondere zwischen Amygdala und Hippokampus) und zu einer physiologisch nachgewiesenen Schrumpfung des Hippokampus. Der Hippokampus ist bei schwer Traumatisierten nachweisbar kleiner als bei Gesunden, und einige seiner Verbindungen zu den anderen Gehirnteilen sind teilweise unumkehrbar unterbrochen.

Eine dauerhafte Störung des Gleichgewichts von Botenstoffen im Gehirn ist ebenfalls nachgewiesen, und zwar als kausale Folge von wiederholten Traumatisierungen!
http://www.aufrecht.net/utu/trauma.html

Bei Traumatisierung im Baby/Kleinkindalter kann die Erinnerung daran auch nur die Gefühle abspeichern, weil das Gehirn Bilder dazu erst ab ca. dem dritten Lebensjahr abrufbar macht.
Lebensbedrohliche Erinnerungen die abgespalten werden, können durch trigger (Situationen, Geräusche, Gerüche etct.) jederzeit wieder als Flashbacks auftauchen, danach jedoch wieder in der Versenkung verschwinden. Wahrgenommen werden diese Rückerinnerungen währendessen in Jetztzeit.

Viel kann ich dazu gerade leider nicht schreiben (zu belastend), aber es gibt genug Lektüre über die Zusammenhänge von Traumatisierung, MK-Ultra und dem Projekt Monarch.
http://www.wahrheitssuche.org/monarch.html
Wenn ich mir dann überlege, dass sämtliche Attentäter Amokläufer der letzten Jahre in psychiatrischer Behandlung waren?
Aber dazu braucht man nun nach der neuen Erfindung des IS gar nicht mehr groß nach Verbindungen suchen.

Sehr empfehlenswert finde ich für Überlebende und Helfer, Bücher von Luise Reddemann, Michaela Huber oder Alice Miller.

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Bettina

nimmt Bezug auf: „Auch wenn das Gesprochene der Traumatisierten recht einstudiert, kühl und emotionslos klingt, es ist das Abgespaltensein, welches dieses hervorruft.“

Genau, dieses emotionslose erzählen von den Ereignissen kenne ich nur zu gut und mich hat es auch sehr nachdenklich gemacht.
Es ist so kühl und betrifft einen in dem Moment überhaupt nicht.

Wenn man dann diese Abspaltungen einbezieht, lässt es sich erklären.

Ich gehe nun einfach mal von einem Mädchen aus, das missbraucht wurde.
Dieser Missbrauch ist so schlimm und schmerzhaft, dass sich dieser Seelenanteil abspaltet, sie wird sich vielleicht nie wieder in ihrem Leben daran erinnern. Am schlimmsten ist es, wenn der Täter eine geliebte vertraute Person ist.

So wie ganz gut in dem obigen Artikel erwähnt, für verschiedene Alters auch verschiedene Personen zuständig/Vertraute als Aufseher/Coaches zuständig sind, diese Traumatisierungen/Programierungen zu tätigen.

Dieses Kind wird den Täter immer noch lieben, weil sie sich nicht daran erinnert. Aber unsere Seele hat noch jemand auf Lager und das ist ein Seelenanteil, der nur Beobachter genannt wird. Dieser Seelenanteil verfügt über wenig bis gar keine Emotionen, er beobachtet nur. Dieser Beobachter wird dann vielleicht auch von dem Missbraucht erzählen, aber weil dieser keine Emotionen besitzt (sonst wäre er auch gestorben), wird er das geschehene voll kühl erzählen, als ob es irgendjemand anders geschehen wäre.

Wenn du öfters mit multiplen Personen zu tun hast, könntest du darauf achten, wie derjenige spricht. Wenn man aufmerksam ist, dann sieht man die Veränderung beim Switschen.
Wenn derjenige Seelenanteil vertrauen hat, dann wird er vielleicht auch aus dem Nähkästchen plaudern. Gefährlich werden kann solches aber auch, wenn die Täterintrojekte auf den Plan gerufen werden.
Diese sind dann zuständig für Selbsverletzendes Verhalten oder Suizid, einfach um diese Plaudertasche ruhig zu stellen und zu bestrafen.
Es sind diese Programierungen der Täter, die der Seele beigebracht haben, dass sie endgültig stirbt, wenn sie es irgendjemand erzählt.

Manchmal kommt das kindliche zum Vorschein, dann kann man fragen wie alt dasjenige gerade ist, man muss dazu dieses Kind ernstnehmen und es direkt ansprechen. Was da aber oft passiert, ist, dass dann sofort ein älterer Seelenanteil dazwischenswitcht und das Gespräch stört.
Ich denke, wenn man aufmerksam ist (viele Psychologen sind es nicht und versäumen den Switch), dann kann man es deutlich sehen/zumindest spüren/wahrnehmen.

Ja, es nicht einfach, es ist nie einfach in so ein System einzudringen, ohne evtl. Schaden zu verursachen.

Ich habe es selbst erlebt, beim ersten Kontakt mit meinem 4jährigen Seelenanteil, dass mich als es Familiengeheimnisse ausgeplaudert hatte, eine Therapeutin angeschnautzt hat und gemeint hat: „Und… wie alt sind sie jetzt Frau XXX! Und das mit so einem schneidenden Befehlston.
Ich stand da und hab nur wirr gestammelt: „Ich….42 Jahre!“
In mir drin hat eine kleine Stimme gerufen: „Nein, ich bin doch erst 4!“
Es war mein erster Kontakt zu den Seelenanteilen, die in mir drin wohnen.
Heute würde ich mir den ersten Seelenkontakt anders wünschen, liebevoller, vorbereiteter,gerade weil sie es wirklich verdiehnt haben nach all dem Schmerz auch liebevoll erkannt zu werden.

Es ist jetzt acht Jahre her, seit dem Erstkontakt, aber ich glaube, dass ich heute meine Murmeln einiger Maßen beisammen habe.
Manchmal bricht ein junger Seelenanteil aus und möchte sich mitteilen, plaudert irgendwo irgendwelche Familiengeheimnisse aus, die manchmal sehr peinlich werden können, aber es dann nach einigem Überlegen doch nicht sind.

Oder wenn diese 7jährige mit ihrer wahnsinnigen Klugheit und ihrem übersteigerten Gerechtigkeitsbedürfnis ihren Senf in irgendwelchen ihr vertrauenserweckenden Foren kundtun will, obwohl sie noch nicht rechnen kann!
Dann bin ich ihr aber nachher nicht böse, wenn ich es am nächsten Tag lesen muss.
Ein wenig schäme ich mich dann schon, aber ich wäre keine gute Mutter für meine Seelenanteile, die sich mit ihrer furchtbaren Angst so lange verstecken mussten, wenn ich ihnen nicht die Freiheit zugestehen würde einfach zu reden was sie denken.

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Mariettalucia

Manche Therapeuten sind dermassen unsensibel, dass das kleine Kind sofort wieder in ihre Höhle zurückkriecht.
Ich hatte das Glück einen Therapeuten zu haben, der den Switchmoment gut wahrnehmen konnte. Bei mir spielten mehrere Konditionierungen, unter anderen die Flucht aus den Ostgebieten.
Bei mir hatte sich das Kind extrem versteckt, nach aussen hin hatte es die grosse Klappe, tief innen ein kleines verhuschtes und verängstigtes Mäuschen……
Wat hab ich nicht alles getan um an mein Thema zu kommen.
Habe dann alles forciert im Aussen, damit ich dran kam……dann war Chaos da, Zusammenbruch der Schutzschicht um mich herum.
Dank dieses sensiblen Therapeuten kam ich ran an dieses kleine Wesen, welches schon vorgeburtlich frühzeitig gedrängt wurde sich zu beweisen.

Jetzt ist es viel ruhiger geworden, im Innen als auch im Aussen.
Was sehr erholsam ist.

Manchmal frage ich mich warum nicht schon früher….
Tja, da war halt nicht der rechte Zeitpunkt dafür da.
Es brauchte den Zusammenbruch.

Bei diesem Thema fällt mir die Geschichte der Natascha Kampusch ein.
Mei was haben die Medien sich den Mund verrissen, haben alles in Frage gestellt, bezichtigten sie sogar der Lügen und , und, und…..
Sie ist das beste Beispiel für Abgespaltensein.
Ernnere mich noch gut an das erste Interview, wo sie mit totaler Emotionslosigkeit berichtete.
Dabei schaute sie niemanden in die Augen, also auch der Kamera nicht.
Die unsichtbare Schutzhülle hatte sie fest ummantelt.

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Bettina

Traumata wirken generationsübergreifend.

Ich möchte den Vortrag von Luise Reddemann mit einbringen.
Für mich selbst ist es ein großes Projekt, diese Dinge nicht nochmal weiterzugeben an meine Kinder und eventuelle Kindeskinder.

Auszug:
Dennoch wird nach meiner nun jahrzehntelangen Erfahrung auch von denen, die
traumatisierte PatientInnen behandeln, so manches eher weniger in den Blick
genommen oder gar ausgeblendet. Aus diesem Grund möchte ich hier auf einiges zu
sprechen kommen, das mir in der Traumaforschung nicht genügend wahrgenommen
erscheint, nämlich die Folgen des letzten Weltkrieges in Europa. Hier hätten wir
massenweise dissoziative Phänomene über Generationen zu studieren…

http://luise-reddemann.de

„Wie wirken sich dissoziierende Eltern auf ihre Kinder aus.“

Das Beispiel von Natascha Kampusch passt gut zur Kinderdressur. Bei ihr sieht man sehr gut das Hin und Her-Swichen.
Ganz furchtbar fand ich, dass sie danach so dermaßen ausgeschlachtet und immer, immer wieder missbraucht wurde und noch wird.

 

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Mariettalucia

Danke für die guten Ergänzungen zu dem Thema, grad auch was die Traumata der Kriegsgenerationen angeht. Da ist alles mit drin.
Angst, Schuld, Schmerz, Depression, Hunger, Grausamkeiten, Selbsthass, Hass auf Andere….usw. usw……

All diese festsitzenden Seelenanteile kommen in unser soziales Miteinander hinein, schwingen als Ausstrahlung mit, wirken auf unser Zellsystem ein, wenn wir sie nicht in Lösung bringen können, aber auch wenn wir sie in Lösung bringen.
Erkrankungen können die Folge sein, auch schwerwiegende oder Gesundung im positiven Effekt.
Bringen wir sie in Auflösung, löst sich auch das alte Urproblem auf….im besten Falle.
Oft geht das aber nicht ruckzuck, sondern benötigt Wochen oder Monate, mancmal auch Jahre.
Aber es ist egal, Hauptsache man hat den Mut es sich anschauen zu wollen.
Das alleine zählt.
Für den Rest ist die Natur des Lebens zuständig.

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Yoku

Ich danke euch sehr für die differenzierten und wichtigen Beschreibungen.

Kleines Detail(?):
Bettina schreibt um6/11/2016 um 01:24 dass in einer Gefahrensituation Serotonin ausgeschüttet wird.
Ich will dies nicht glauben, weil Serotonin für mich als Glückshormon registriert ist .. ich plädiere auf Adrenalin.

Nebst den Beschreibungen, was bei einem Trauma so abgeht, bin ich Dir Bettina sehr dankbar, dass Du die Generationen übergreifenden Traumafolgen des Weltkrieges ansprichst (obwohl ich den luise-Reddemann Link noch nicht geschaut habe).

Es ist inzwischen bestätigt, dass heutige(!) Nachkriegs-Generationen, schweren Traumas ausgesetzt sein können, welche ihren Ursprung im Krieg haben.

Meine Eltern sind beide im Krieg Kind gewesen und beide schwerst traumatisiert.
Ihre Verhaltensweisen später als Erwachsene und als Eltern und Partner führe ich direkt auf ihre Kriegs-Traumas zurück. Sebstverständlich wurden wir als Kinder wiederum schwerst traumatisiert, wenn wir Kinder, den Eltern die Wunden triggerten. Denn dann agierte das Trauma im Überlebenkampf – Modus …. und das ist dann jenseits von gut und lustig!

Bettina schreibt 5/11/2016 um01:07

„Oder wenn diese 7jährige mit ihrer wahnsinnigen Klugheit und ihrem übersteigerten Gerechtigkeitsbedürfnis ihren Senf in irgendwelchen ihr vertrauenserweckenden Foren kundtun will, obwohl sie noch nicht rechnen kann!
Dann bin ich ihr aber nachher nicht böse, wenn ich es am nächsten Tag lesen muss.“

Dass Du der 7jährigen nicht böse bist, wenn sie wieder mal irgendwo ihren Senf dazu gibt, ist für mich ein Zeichen der Heilung. Das sage ich, weil bei mir auch noch eine Richterinstanz installiert ist, welche lange, der Kleinen in mir, Vorwürfe gemacht hat, dass sie sich wie eine Kleine verhält. Mittlerweile konnte ich bei mir auch feststellen, dass ich die Kleine so behandeln kann, wie Du beschreibst.

Denn wie Du sagst, wärst Du keine gute Mutter (ich nenne es für mich Gastgeber), für all die Seelenanteile die sich eben halt altersgemäss benehmen. Als Erwachsener schämt man sich eine Weile, doch irgendwann heilt auch diese Scham.

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Bettina

@Yoku,
ich finde es schön, wenn du hiermit Input erhälst, aber sei achtsam mit dir und pass auf, wenn etwas zuviel wird.

Meiner Erfahrung nach ist Adrenalin ein Hormon, das durch permanentem Stress aktiviert wird.
Also ich kenne diesen Adrenalinkick, ausgelöst durch höchsten Stress im Bürojob. Ich fand das sowas von Geil, wenn drei Telefone gleichzeitig klingeln, wenn ich am Rechner getippt habe und nebenher einem Monteur was erklärte, dazu noch Termine koordiniert habe, so als ob ich drei Gehirne hätte.

Es löst auch Glücksgefühle aus, aber leider führt diese ständige Ausschüttung von Adrenalin irgendwann unweigerlich zum Bornout.
Die Nebenniere kann die überhöhte Ausschüttung von Adrenalin und Nonadrenalin nicht verkraften und stellt irgendwann urplötzlich seine Funktion ein. Dann Zusammenbruch und Depression als Folge dieser kaputten Nebenniere.
Unter Adrenalin kann man supergut denken, ist ständig Multitaskinfähig, das Gehirn feuert ununterbrochen auf höchster Leistungskraft.

Im Gegensatz dazu ist Serotonin ein reines Glückshormon, es feuert andere Bereiche im Gehirn an. Nicht die Leistungsfähigkeit wie Adrenalin, sondern eher so wie bei einem (entschuldige Bitte) Orgasmus, oder Verliebtheit. Es fokusiert nicht Multitaskin, sondern nur ein einziges Geschehen.
Serotonin wird immens ausgeschüttet kurz vor der Todesangst, z.B. bei Bungeejumping, Fallschirmabsprung etc..

Ich glaube auch, dass bei Nahtoderlebnissen viel Serotonin ausgeschüttet wird und dadurch diese schönen Bilder entstehen.

Ach ja, dieses dass du dich selbst noch Gastgeber nennst. Das kenne ich auch. Dadurch wollte ich mich distanzieren von diesen Erfahrungen meiner jungen Seelenanteile. Sie sind einfach so schambesetzt und ekelig.
Wie habe ich sie gehasst, ich wollte nichts zu tun haben mit diesen Wesen in mir drin.

Als ich erkannt habe, dass es nur Täterintrojekte sind, die da agieren und ich diese vernachlässigten Kinder annehmen, sogar lieben kann und fähig bin ihnen die Sicherheit zu geben, da wurde es besser.

Luise Reddemann hat so die Therapieansätze von Imaginationen.
In erster Linie geht es in der Therapie darum die jungen Seelenanteile in Sicherheit zu bringen.
Man imaginiert dazu einen Sicheren Ort.

Ich erzähle dir kurz von meinem Sicheren Ort:
Dieser Ort muss sicher sein, er muss so sicher sein, dass kein Täter je Zugang dazu hat.
In dem Ort dürfen nur Tiere oder Fabelwesen anwesend sein, aber keine Menschen!

Mein Sicherer Ort ist ein Indianerzelt, es wird gehalten von Hundertmeterlangen Eisenstangen fest verankert in der Erde. Ringsherum ist Steppe, übersichtlich, so das man Angreifer sofort ausmachen kann.
In dem Zelt sind die kindlichen Anteile sicher weich und Behütet, es ist ausgelegt mit weichen Fellen, Decken, Kissen und es sind nur meine Katze Peples und unser damaliger Hund anwesend.
Rings um das Zelt kreisen ständig Drachen, rote gefährliche Drachen mit langen Reisszähnen, sie beschützen den sicheren Ort und würden jederzeit ihr Leben geben um diese Kinder zu beschützen.
In der Nähe vom Zelt lebt eine weise Indianierin, diese berät und tröstet die Kinder, wenn sie Angst haben und sie ist mir eine gute Gefährtin.

Diese Imaginationsübungen sind ausschlaggebend in der Traumatherapie.
Ich denke sie helfen auch anderen Menschen, die irgendwann mit einem inneren Kindanteil konfrontiert werden. Dadurch kann man diesem Kind auch heute noch Sicherheit geben und Heilung.

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Mariettalucia

Bettina, deine persönlichen Berichte berühren mich zutiefst…..
Und ja, es muss diesen einen geschützten Seelenort geben, in den man sich zurückziehen kann und sicher ist.

Auch deine Erklärungen zu Serotonin und Adrenalin Ausschüttungen während Gefahrenmomenten, kann ich so unterschreiben.

Es gibt die sogenannte „dunkle Seite der Liebe“, auch BDSM genannt, die in den letzten 15 Jahren heftigen Zulauf hatte, was man an den explodierenden Buchveröffentlichungen sehen konnte. Amazon ist voll davon……

Shades of Grey wurde dann ganz nach oben plaziert mit einer riesigen Werbekampagne, weil man merkte, dass damit auch Geld zu machen ist.
Eine ganze Spielzeugindustrie enstand, erst in Flensburg und dann vermehrt im Netz.
Lust und Angst liegen dicht beieinander, welches zusätzlich Verständnis zu den freiwilligen Handlungen der Opfer zulassen kann…
Auch damit kann man gefügig machen und kontrollieren.

Imaginationsübungen waren auch für mich ein hilfreiches Werkzeug um an meine Themen zu kommen.

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Hannes für Frieden

Für alle, die den Weg suchen, sich nicht „negativ“ davon beeinflussen zu lassen und trotzdem bereits den Mut und die Kraft haben, sich die Abgründe anzuschauen, kann ich die wunderbare Teal Swan empfehlen. Keine besserer Lehrerin die an ihrem Beispiel zeigt, wie man den Kreislauf aus der Opferrolle stoppen kann und zum Leuchtturm für andere werden kann. Hier ein guter Link mit einem Interview mit ihr aus 2015 in deutsch, samt kleinem Auszug zum Verständniss:

„(…) Sie wurde mit einer Reihe von übersinnlichen Fähigkeiten einschließlich Hellsichtigkeit, Hellfühligkeit und Hellhörigkeit geboren – leider bis zu einem Grad, der ihr Leben als Kind komplett dysfunktional werden lies. (…) denn bald hörte ein satanischer Ableger der Mormonen-Sekte von ihren Fähigkeiten und begann – unbemerkt von Teals Eltern – sie für Rituale zu missbrauchen. Teal überlebte 13 Jahre körperlichen, geistigen und sexuellen Missbrauchs. Sie wurde körperlich und sexuell in Kulthandlungen missbraucht, unzählige Male vergewaltigt, unter Drogen gesetzt, gefoltert, an Männer für Sex verkauft und gezwungen, sich drei Abtreibungen zu unterziehen, bevor ihr schließlich im Alter von 19 die Flucht gelang und ihr Prozess der Wiederherstellung und der Transformation begann.“
https://www.sein.de/die-mythen-der-spiritualitaet-interview-mit-teal-swan/

Hier ein Trailer zu ihrer aktuellen Doku, leider nur in engl lieber Thom und nen Stream-Link haben ich auch nicht parat:

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Als Schlusswort passt

Mariettalucia’s

Danke Hannes, das zeigt dass es moglich ist die Traumata anzugehen und irgendwann ein authentisches Leben zu führen Es ist ist ein langer, manchmal sogar lebenslanger Prozess.

Ich wünsche all diesen Seelen ein gutes Durchkommen und ankommen in ihrem heilen Selbst.

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2 Kommentare

  1. Pieter sagt:

    Das ist absolut schwere Kost Thom
    Allein, dass ich mich immer wieder zwingen musste weiterzulesen, geschweige denn, dass ich es auf Anhieb verstanden hätte, zeigt mir dass irgend etwas in mir ist an das ich anscheinend nicht ran will.
    Und ich hatte mich soo ausgeglichen und unkompliziert gehalten

    Gefällt 1 Person

  2. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

    Gefällt mir

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