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Unser Horstl bei Wladi

Ja, da hatte sich nun unser Horstl vom Hof am See aufgemacht nach Moskau ins kalte Reich des „bösen Wladi“ – vorab begleitet von einem breit gefächerten Propaganda-Medienecho – von völliger Ablehnung bis zu totaler Ablehnung, von negativer bis ganz negativer Bewertung, von sehr mahnenden Worten bis zu nachdrücklich mahnenden Worten.
Was überhaupt nicht so recht verständlich war, denn uns Horstl war ja nicht direkt zu Wladi gefahren, sondern er folgte einer Einladung des Moskauer Bürgermeisters – wir erinnern uns: Ede „äh“ der Stäuber hatte seinerzeit einen Freundschaftsvertrag zwischen dem Freistaat Bayern und der Stadt Moskau unterzeichnet – recht gleichgewichtig: beide jeweils etwa 13 Mio Einwohner (gut: Moskau mit Umland knapp 18 Mio)…

Und genauso beredt wie das vorherige intensive Sperrfeuer ist das Tot-Schweigen der Besuchsergebnisse durch die Propaganda-Medien…

Uns Horstl durfte dort – nachdem sich sein Gesprächspartner am Tag davor nochmal knapp 5 Minuten mit seiner „Chefin“ BKM telefonisch abgestimmt hatte – gleich nach dem mit internationalem Haftbefehl gesuchten Verbrecher Kissinger, dem über 1,5 Stunden Audienz zugestanden wurden, für einen nicht genau bekannten abendlichen Zeitraum in der Vorstadt-Residenz mit dem kleinwüchsigen großen Chef des kalten Riesen-Landes unterhalten.

Aber es soll hier nicht gewertet werden – es soll jeder die Möglichkeit haben, sich selbst seine Gedanken zu machen – daher hier die (wie immer möglichst wörtlichen) Übersetzungen der offiziellen Kreml-Mitteilungen zu allen soeben genannten Fakten.
Beginnen wir mit dem Mittwoch, da ist im Kreml-Protokoll zu lesen:

Telefongespräch mit dem Kanzler Deutschlands Angela Merkel

Es fand ein Telefongespräch des Wladimir Putin mit dem BRD-Bundeskanzler Angela Merkel statt.

2. Februar 2016 um 13:15 Uhr

Ausführlich wurde die Problematik der Regelung der Krisensituation in der Ukraine erörtert. Es wurde die gegenseitige Interessiertheit an der Gewährleistung eines stabilen Waffenstillstandes an der Berührungslinie der Seiten ausgedrückt, und im Ganzen die Alternativlosigkeit einer vollständigen Realisierung der Minsker Vereinbarungen vom 12. Februar 2015 unterstrichen.

Konkret wurden Fragen berührt, welche die Durchführung einer Verfassungsreform in der Ukraine und die Organisation örtlicher Wahlen im Donbass nach einer mit den Vertretern von Donezk und Lugansk abgestimmten Gesetzgebung betreffen.
Es wurde vereinbart, die aktive gemeinsame Arbeit im Rahmen des sogenannten „Normandie-Formats“ fortzusetzen, einschließlich der Durchführung eines Treffens der Außenminister in den nächsten Tagen.
Die Führer tauschten ebenfalls Meinungen zu einer Reihe von Aspekten der zweiseitigen Zusammenarbeit aus.
Das Gespräch trug einen sachlichen und konstruktiven Charakter.“

Quelle: http://kremlin.ru/catalog/countries/DE/events/51253

Und das alles in maximal 5 Minuten, denn im Protokoll des Kremls heißt es weiter:

Treffen mit dem Führer der Partei „Gerechtes Rußland“, Sergej Mironow
2. Februar 2016, 13:20 Uhr, Moskau, Kreml“

Quelle: http://kremlin.ru/events/president/news

Kommen wir nun zum Donnerstag mit Horstls Audienz, da lesen wir im Kreml-Protokoll des Tages:

Treffen mit Henry Kissinger

Wladimir Putin empfing in der Vorort-Residenz Nowo-Ogarjowo den ehemaligen Staatssekretär der VSA Henry Kissinger.

3. Februar 2016 – 16:55 Uhr – Moskauer Gebiet, Nowo-Ogarjowo

Henry Kissinger – ehemaliger Berater des Präsidenten der VSA zur nationalen Sicherheit und Ex-Chef der amerikanischen Diplomatie, war einer der Autoren der „Entspannungs“-Politik in den Beziehungen der VSA und der UdSSR.
Im Jahre 1973 wurde er mit dem Friedensnobelpreis geehrt.

Quelle: http://kremlin.ru/events/president/news/51264

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Aber nun ist endlich unser Horstl dran:

Treffen mit dem Premierminister Bayerns Horst Seehofer

Wladimir Putin traf sich mit dem Premierminister des Bundeslandes Bayern (BRD) Horst Seehofer. Der Premierminister Bayerns besucht Moskau mit einem Arbeitsbesuch auf Einladung des Moskauer Bürgermeisters Sergej Sobjanin.

3. Februar 2016 – 18:45 Uhr – Moskauer Gebiet, Nowo-Ogarjowo

W. Putin: Geehrter Herr Premierminister! Verehrte Kollegen! Erlauben Sie mir, sie herzlich in Moskau zu begrüßen.
Es ist mir sehr angenehm, daß unsere Geschäftskontakte mit den Regionen der Bundesrepublik Deutschland fortgesetzt werden und die Regionen der BRD intensive Kontakte mit den Regionen Rußlands unterhalten.
Ich möchte dem Bürgermeister Moskaus danken dafür, daß er Sie eingeladen hat. Mit Bayern haben wir besondere Beziehungen: der Umfang der Handels- und Wirtschaftsbeziehungen ist sehr groß – aus dem gesamten Volumen der russisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen kommen 20 Prozent auf Bayern.
Hier wirken 1600 Unternehmen mit bayerischer Beteiligung – das ist sowohl Elektronik, als auch Maschinenbau, als auch Baugeschäfte, da ist alles da; 50 Prozent der Investprojekte der Bundesrepublik Deutschland in Rußland sind bayerischer Herkunft. Deshalb sind Sie bei uns ein besonderer Gast. Wir sind sehr froh, Sie zu sehen.

H. Seehofer (wie übersetzt): Vielen Dank, Herr Präsident, für die Einladung, für Ihren warmen Empfang, für Ihre freundlichen Worte.
Bayern und Rußland, Bayern und Moskau unterhalten in der Tat besondere Beziehungen. Und zu diesen Beziehungen gehören auch solche legendären Treffen wie zum Beispiel jenes, das im Gästehaus Aying stattfand.

W. Putin (auf deutsch): Ja, ich erinnere mich.

H. Seehofer: Unvergeßliche Eindrücke. Wenn ich mich richtig erinnere, wollten Sie nur ein Stündchen dort bleiben, und blieben dann bis Mitternacht.

W. Putin: Ich hatte keine Möglichkeit wegzugehen.

H. Seehofer: Wir kommen hier im Namen des Freistaates Bayern, welcher schon traditionell sehr intensive Beziehungen mit Rußland unterhält, die wir auch weiterhin fortsetzen wollen.
Wir Bayern sind ebenso Bestandteil der Bundesregierung, wir gehören zur Regierungskoalition, und wir halten es für eine Verpflichtung unserer Seele, unseres Herzens, daß wir erneut ein wenig mehr vertrauliche Beziehungen in die existierenden Verhältnisse einbringen: wir sind der Meinung, daß dies unter den Bedingungen all dessen, was in der Welt vor sich geht, notwendig ist.
Ich bin sehr erfreut, daß Sie heute gesagt haben, daß wir nicht als Verschwörer kommen. Im Vorfeld keines meiner vorherigen Besuche in anderen Ländern habe ich soviel verlogene, unwahre Informationen gehört wie dieses Mal.
Für uns ist das wichtigste, daß wir unsere Beziehungen vertiefen, in erster Linie natürlich die Wirtschaftsbeziehungen, aber nicht nur. Ich meine, daß wir dies auch auf die Kultur und auf die Wissenschaft erweitern sollten – darüber werden wir auch sprechen.
Aber in dieser globalen Welt fühlen wir als Bayern mit seinen 13 Millionen Einwohnern natürlich jeden Tag all das, was in der Welt vor sich geht: ob es Syrien oder die Ukraine oder die Anzahl der Flüchtlinge oder die Kriminalität ist. Und wir sind überzeugt, daß all dies nur lösbar ist, wenn wir gemeinsam handeln und nicht im Konflikt.
Und all dies wollen wir nicht gegen unsere Bundesregierung machen, sondern zusammen mit ihr, nicht gegen Rußland, sondern nach Möglichkeit gemeinsam mit Rußland.

W. Putin: Wir haben gestern per Telefon mit Frau Bundeskanzler gesprochen.

H. Seehofer: Ich weiß das.

W. Putin: Ich habe das so verstanden, daß sie die Beziehungen zwischen den Regionen Rußlands und der Bundesrepublik unterstützt.
Was alle möglichen Gerüchte betrifft, so ist dies wohl kaum zu umgehen, aber wir haben beide eine enorme Verantwortung für den Erhalt der Arbeitsplätze und für die Fortsetzung der kulturellen Verbindungen, deshalb kennen wir Ihr Verhältnis und Ihren Wunsch, alles für die Normalisierung der russisch-europäischen, der russisch-deutschen Beziehungen zu tun, und wir sind Ihnen dafür unbedingt dankbar.
Und uns alle berühren die Probleme des heutigen Tages, und daß es sehr viele gibt, die nach Bayern als ständigen Wohnsitz kommen wollen, ist mir verständlich, besonders nach dem Besuch Bayerns und dem Besuch jenes Ortes, wo man mich so warm und freundschaftlich empfangen hat.

<…>

Quelle: http://kremlin.ru/events/president/news/51266

© für die Übersetzung aus dem Russischen: Luckyhans

So, das war’s schon – da darf jetzt jeder drauf herumdenken – viel Spaß dabei wünscht Luckyhans.
6. Februar 2016

Es folgt noch jeweils der russische Originaltext.
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Телефонный разговор с канцлером Германии Ангелой Меркель

Состоялся телефонный разговор Владимира Путина с Федеральным канцлером ФРГ Ангелой Меркель.

2 февраля 2016 года – 13:15

Обстоятельно обсуждена проблематика урегулирования кризисной ситуации на Украине. Выражена взаимная заинтересованность в обеспечении устойчивого перемирия на линии соприкосновения сторон, и в целом подчёркнута безальтернативность полномасштабной реализации минских договорённостей от 12 февраля 2015 года.

Конкретно затрагивались вопросы, касающиеся проведения на Украине конституционной реформы и организации в Донбассе местных выборов по согласованному с представителями Донецка и Луганска законодательству. Условлено продолжить активную совместную работу в рамках так называемого «нормандского формата», включая проведение в ближайшие дни встречи министров иностранных дел.

Лидеры также обменялись мнениями по ряду аспектов двустороннего сотрудничества.

Беседа носила деловой и конструктивный характер.

http://kremlin.ru/catalog/countries/DE/events/51253

Встреча с лидером партии «Справедливая Россия» Сергеем Мироновым
2 февраля 2016 года, 13:20 Москва, Кремль

http://kremlin.ru/events/president/news

Встреча с Генри Киссинджером

Владимир Путин принял в загородной резиденции Ново-Огарёво бывшего госсекретаря США Генри Киссинджера.

3 февраля 2016 года – 16:55 – Московская область, Ново-Огарёво

Генри Киссинджер – бывший советник президента США по национальной безопасности и экс-глава американской дипломатии, был одним из авторов политики «разрядки» в отношениях США и СССР.

В 1973 году удостоен Нобелевской премии мира.

http://kremlin.ru/events/president/news/51264

Встреча с премьер-министром Баварии Хорстом Зеехофером

Владимир Путин встретился с премьер-министром федеральной земли Бавария (ФРГ) Хорстом Зеехофером. Премьер-министр Баварии посещает Москву с рабочей поездкой по приглашению мэра Москвы Сергея Собянина.

3 февраля 2016 года – 18:45- Московская область, Ново-Огарёво

В.Путин: Уважаемый господин премьер-министр! Уважаемые коллеги! Позвольте мне вас сердечно поприветствовать в Москве.

Мне очень приятно, что у нас продолжаются деловые контакты с регионами Федеративной Республики Германия, и регионы ФРГ поддерживают интенсивные контакты с регионами России.

Хочу поблагодарить мэра Москвы за то, что он Вас пригласил. С Баварией у нас особые отношения: объём торгово-экономических связей очень большой – из всего объёма российско-германских экономических связей 20 процентов приходится на Баварию.

Здесь работают 1600 предприятий с баварским участием – это и электроника, и машиностроение, и строительный бизнес, чего только нет; 50 процентов инвестпроектов Федеративной Республики Германия в России – баварского происхождения. Поэтому для нас Вы особый гость. Мы очень рады Вас видеть.

Х.Зеехофер (как переведено): Большое спасибо, господин Президент, за приглашение, за Ваш тёплый приём, за Ваши любезные слова.

Бавария и Россия, Бавария и Москва на самом деле поддерживают особые отношения. И к этим отношениям относятся также такие легендарным встречи, как та, например, которая состоялась в гостином дворе Aying.

В.Путин (по-немецки): Да, я помню.

Х.Зеехофер: Незабываемые впечатления. Если я правильно помню, Вы хотели только часик там остаться, а остались до полуночи.

В.Путин: Я не имел возможности уйти.

Х.Зеехофер: Мы сюда приезжаем от имени вольного государства Бавария, которое уже по традиции поддерживает очень интенсивные отношения с Россией, которые мы хотим продолжать и впредь.

Мы, Бавария, являемся также составной частью федерального правительства, мы входим в коалицию правительства, и мы считаем долгом своей души, своего сердца, чтобы опять-таки внести чуть более доверительные отношения в те отношения, которые существуют: мы считаем, что это необходимо в условиях всего того, что происходит в мире.

Я очень рад, что сегодня Вы заявили, что мы приезжаем не в качестве заговорщиков. Накануне ни одного из моих предыдущих визитов в другие страны я не слышал столько ложной, неверной информации, как на этот раз.

Для нас самое важное, чтобы мы углубляли наши отношения, в первую очередь, естественно, экономические отношения, но не только. Я считаю, что это нам необходимо распространить также и на культуру, и на науку – об этом мы тоже будем говорить.

Но в этом глобальном мире мы как Бавария, насчитывающая 13 миллионов населения, естественно, всегда, каждый день чувствуем всё то, что в мире происходит: будь то Сирия, будь то Украина, будь то количество беженцев, будь то преступность. И мы уверены, что всё это можно разрешить, только действуя сообща, а не в конфликте.

И всё это мы хотим делать не против нашего федерального правительства, а вместе с ним, не против России, а по возможности вместе с Россией.

В.Путин: Мы вчера по телефону разговаривали с госпожой Федеральным канцлером.

Х.Зеехофер: Я в курсе.

В.Путин: Я так понял, что она поддерживает отношения между регионами России и Федеративной Республики.

Что касается всяких слухов, то это неизбежно, но на нас с вами огромная ответственность за поддержание рабочих мест, за продолжение культурных связей, поэтому мы знаем Ваше отношение и желание сделать всё для нормализации российско-европейских, российско-германских отношений, и, безусловно, Вам за это благодарны.

И нас всех затрагивают проблемы сегодняшнего дня, а то, что в Баварию очень много желающих приехать на постоянное жительство, мне понятно, особенно после посещения Баварии и посещения того места, где меня так тепло и по-дружески принимали.

<…>

http://kremlin.ru/events/president/news/51266


2 Kommentare

  1. Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

    Gefällt mir

  2. Petra von Haldem sagt:

    Das ist schon besonders auf bumi bahagia:
    die promte Übersetzung ausm Kreml!

    Danke, lieber luckyhans, dass Du uns teilhaben läßt an Dokumentationen, die uns die Kwallitätsmedjen
    aus Ermangelung der russischen Sprachkenntnisse leider vorenthalten müssen… 😉 🙂

    Eine feine sache, diese seinerzeit geschlossenen „Partnerschaften“, da kann eben mal ein Bürgermeister einladen, auch wenn sich hier die Schreibwölfe kaum das Heulen verbeißen können…….
    Gut, dass der Horst das richtig ausspricht!!

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