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Sandmännchen / Sucht und Körpersignale

Lieber Leser.

Die Geschichte ist vielleicht nur für mich wichtig. Wenn jedoch auch nur ein Leser angeregt wird, genauer auf seine Körpersignale zu achten, so hat es sich gelohnt, sie hier zu erzählen. 

Ich habe mit der Bloggerei im Juli 2013 begonnen. Mein Engagement war von Anfang an gross. Das Bloggen wurde zu meiner Haupttätikgeit. Ich war in anderen Blogs in Kommentarsträngen aktiv, ich suchte und fand Quellen, ich las täglich Unmengen und ich stellte pro Tag zwei bis sechs Artikel ein, in der grossen Mehrzahl Fremdartikel, welche ich mit meinen Gedanken garnierte. Täglich kamen an die hundert Mails rein, Kommentare, Leseempfehlungen, Videoempfehlungen. 

Du kannst dir meinen Tagesablauf ausmalen. Nach dem ersten Kaffee ran an die Kiste. Essen zwischenhinein, und erst wenn der Körper herrisch nach Bewegung verlangte, mal eine richtige Gefechtspause. Bis Dezember 2014, also 1,5 Jahre, verging kein Tag ohne Bloggerei, ich war drin auch bei Auslandsaufenthalten, einfach täglich. Bis zu 14 Stunden. Es kam vor, dass ich die Kiste nachts um Einse, Zweie zumachte.

So.

Wann war es, ungefähr im Oktober 2014, da bekam ich Ausschläge am Arsch, das Sitzen wurde unmöglich. Ich nahm den Lapi halt ins Bett und bloggte liegenderweise weiter.

Im November wurde ich heftig krank, die Vitalität war weg, der Körper eine gefühlte Ruine, ich nahm von meinem Kampfgewicht (63) ab auf 52 (wahr). Ich hatte alle Symptome von Malaria. Ob das nun Malaria war oder was auch immer, war und ist mir wurscht, jedenfalls kurierte ich erst mal mit MMS fast aus, doch war die Einnahme mit dermassen heftigem  Zahnschmerz verbunden (wegen Karies!), dass ich MMS zu früh absetzte. Danach lag komplett darnieder und frass dann halt, um wieder aufzuerstehen ein Antibiotikum.  Diese ganze Zeit bloggte ich weiter. Wahr. Im Bett halt.

Im Dezember stieg meine rechte Wade aus. Das war wahrscheinlich ein Venenverschluss. Und dies dem ehemaligen Marathonläufer. Ob Vene  oder was Anderes…ich ging fast am Stock. Schmerzhaft war es auch. Meine Vitalität war am Boden, mein Körper ein gefühlter Schlappsack. Und ich bloggte weiter, meist in der Horizontale. 

Kaum genas das Bein, kriegte ich Beulen. Auf dem Kopf, um den Mund, am Rücken, am Arsch, meine rechte Hand sah eine Woche lang aus wie eine Runkelrübe und mein Gesicht hätte man in einem Frankenstein verwenden können. Und was tat ich? Richtig. Ich bloggte weiter. 

Lieber Leser. Wie kann ein Mensch so ignorant sein, und dann noch einer, der von sich meint, nicht nur auf Körpersignale zu hören, sondern sie auch es bitzeli interpretieren zu können?

.

Mein hohes Selbst erkannte, dass die Inkarnation thom ram nix lernen wollte und verband sich mit einem Kleinkriminellen. Der wohnte unterhalb meines Hauses, wusste genau Bescheid über Kommen und gehen. 

Als ich eines Nachts nach Hause kam, war mein Schreibtisch sauber aufgeräumt, nämlich jungfräulich leer. Lapi weg. Bildschirm weg. Kabel weg. Kopfhörer weg. Der Mann natürlich auch.

Zu diesem Zeitpunkt endlich begann der thom ram sein Hirn in Bewegung zu setzen und fing an, sein Innenleben zu befragen, was denn das ganze Theater soll, und es dämmerte mir, dass ich über meine Bloggerei nachdenken sollte.

Die Pointe kommt aber noch!

Ich kaufte mir in der Schweiz ein schönes neues Lapi. Auf dem Weg zum Flughafen aber liess ich meinen Rucksack (Handgepäck) im Zug stehen. Genial, wa? Lapi weg. Nochmal weg! Diesmal so gut wie eigenhändig weggeschmissen.

Nun, eine gute Seele brachte den Rucksack zum Fundibüro und meine Freundin schickte mir Lapi und Rucksack nach Fernost nach. Teuer, 250 Kröten. 

So weit so schon verrückt genug, aber jetzt darfst du noch über la pointe de la pointe lachen. Als ich das Paket auslösen wollte, hielt mir die fromme Frau am Tresen (dicht eingepackte Muslimin) freundlich eine Rechnung unter die Nase.  Pajak (Steuer) 14 Millionen. Das sind exakt 1000 (tausend) Kröten. Weil es Elektronik sei. Wahr.

Das ist natürlich freundliche, bis hoch oben abgesegnete Korruption. Man hat die Wahl. 1000 Kröten Pajak oder 1400 Kröten – Lapi plus Kamera und Schlüsselbund und so. 

Ich bezahlte….

Was wollte mir denn das nun auch noch mitteilen?

Ich nehme das so: Lieber thom ram. Ich, dein Hohes Selbst, ich teile dir mit, dass es ok ist, wenn du bloggen tust. Doch mahne ich dich eindringlichstens: Halte nun Mass. Hole dir die Informationen, welche dich interessieren. Schreibe das, was du mitteilen willst. Das ist in Ordnung. Aber hänge dich nicht aus Langeweile hinein. Erinnere dich der Nichtvirtuellen Welt, gehe täglich in die Welt, welche sich Erde nennt. Sprich mit Menschen, welche in Fleisch und Blut deine Begleiter sind. Rieche an der Blume und erfreue dich der gefiederten Freunde und lass dich täglich vom Rauschen des Indischen beglücken.

.

Ja. Es geht mir gut.

Oh, mein Hohes Selbst meldet sich. Mal nachfragen. 

„Ja, was iss denne los? Ach ja, ganz vergessen, bitte verzeih, ja, gleich.“  Ich soll was Richtiges machen, sagt es, mein Hohes Selbst 😉

Lieber Leser, ich wünsche dir einen herrlichen Tag.

thom ram, 23.06.2015 .

Zuklapp.

LoL


10 Kommentare

  1. Angela sagt:

    Ja, lieber ThomRam, so kann´s leicht gehen….
    Ich sitze auch viel zu viel am Computer, wenn auch nicht vergleichbar. Ist wie ein SOG!

    Aber schön, Deine Erkenntnisse… 1.Schritt….

    Bei mir hilft anstelle von „Energie sparen“ ganz ausmachen, runterfahren und mich anderweitig möglichst kreativ
    beschäftigen. Oder feste PC- Zeiten einrichten… Ach ja, auch nicht immer… 😦

    Viel Erfolg und LG von A n g e l a

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  2. Petra von Haldem sagt:

    …und dass wir hier alle noch so fröhlich uns rumtummeln hat schon auch damit zu tun,
    dass in der Krankheitszwischenzeit ein gewisser Luckyhans uns aufs Intensivste zum Nachdenken (gezwungen) ähhh….sehr angeregt hat 😉 🙂
    und wir somit schön in der bb-Familie geblieben sind und uns nur mal kurz bei den Nachbarn rumgetrieben haben 🙂 🙂 oder eben auch pausiert haben……

    Werte Blockwarte….im europäischen Sommer darfs auch gemächlicher zugehen…
    danke für Erzählen und arbeiten HIER 🙂

    @ Angela,
    jaja, Diszipliiiiin am Kompjuta…und das, wenn sich zwei so liebenswerte Herzchen mit ganzem Herzblut um die Gewalt bemühen… 😉 ach, falsch…um die FriedeFertigung meine ich………….

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  3. diwini sagt:

    Hat dies auf diwini's blog rebloggt.

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  4. Senatssekretär FREISTAAT DANZIG sagt:

    Hat dies auf Aussiedlerbetreuung und Behinderten – Fragen rebloggt.

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  5. Peter Romaker sagt:

    Da können sich wohl viele wiederfinden, und manche sind wohl auf der Strecke geblieben. Es gab da einen der hat es oft nicht mal aufs Klo geschafft. Nun hat es mein Schicksal mir früh beigebracht auf meinen Körper zu hören, und trotz reichlicher Stunden vor den Kisten, Spielsucht usw. immer rechtzeitig die Kurve bekommen, Ex Sportler Dito – niemand ist allein und ich hoffe aber glaube kaum das sich andere ein Beispiel nehmen, denn sie werden es besser wissen und alles geht so weiter…
    Guter Bloq, beste Grüsse

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  6. thomram sagt:

    Lieber Peter, sei willkommen hier.

    Klar leite ich auch immer wieder mal die Frage rauf ins Hirn, ob es denn Sinn und Zweck habe, hier meinen Senf ins Netz zu streichen, schei33öffentlich laut zu denken.
    Meine Intuition sagt: Ja.
    Meine oben beschriebene Erfahrung sagt: Du bist abgesumpft in die Sucht.

    Lieber Peter.
    Ganz so, wie du es ankickst, scheint es mir nicht zu sein.
    Gerade eben heute sind mir ein paar Begebenheiten in meinem Leben eingefallen, da Erfahrenere was von sich gegeben haben, was ich aufgenommen und als Richtschnur mir gesetzt habe.
    So grössenwahnsinnig bin ich nicht, dass ich meine, nur mir geschehe Solches.

    Und wenn nur ein einziger Mensch der bisher etwa 300’000 Besucher hier etwas für ihn und seine Nachbarn Konstruktives hat rausgepflückt, so ist etwas gewonnen.
    Wenn nicht, dann hatte ich das Vergnügen der Schreiberei. Auch gut.
    LoL.

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  7. […] weil ich mein Laptop per DHL nach Indonesien nachschicken liess. Das Geschichtchen steht hier. Das war nicht ein Angestellter, welcher mir den Lappen abpresste, das war mit an Sicherheit […]

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  8. Renate sagt:

    Hallo Thomram,

    Bei dieser Geschichte musste ich ganz schön schmunzeln.
    So herrlich geschrieben, und ich denke es geht vielen ähnlich, mich nicht ausgeschlossen.
    Ablenkung vom eigentlich Wahren kann auf verschiedene Arten zum Ausdruck kommen.

    Gerne möchte ich dir ein Buch ans Herz legen von Roman Christian Hafner, Die Reise als Schöpfer auf unserer Erde.
    Für mich das absolut genialste was ich je gelesen habe, und das war nicht wenig.
    Es stellt vieles angeeignete Wissen nochmals auf den Kopf, einfach nur sehr empfehlenswert für angehende Schöpfer, sofern man den einen sein möchte.

    Was mich aber auch noch interessieren würde, durch deine Erkenntnis und dementsprechenden Handeln, konnten sich so die „Nebenwirkungen“ auflösen?

    Liebe Grüsse
    Renate

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  9. thomram sagt:

    @ Renate

    Hallooli!
    Danke für deine Buchempfehlung. Werde ich mir besorgen…

    In der Tat bin ich seither (abgesehen von ein paar Tagen der körperlichen Schwäche) gesundheitlich wohlauf.
    Wie ich es geschafft habe, weiss ich selber nicht so recht, doch ist die Sucht sehr klein geworden. Noch gibt es Tage, da bin ich viele Stunden im Netz, aber es ist nicht mehr ein taumelndes mich angezogen fühlen von all dem, was da zu erfahren ist, und mein Mitteilungsbedürftnis hat auch nachgelassen.

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  10. thomram sagt:

    @ Renate

    Das Buch ist unterwegs, Besuch wird es mir bringen. Bin ja neuegierig.

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