bumi bahagia / Glückliche Erde

Startseite » NEUES ZEITALTER NZ » Anders denken » Klar sieht, wer von Ferne sieht ( Laotse )

Klar sieht, wer von Ferne sieht ( Laotse )

von Angela 01.03.2022

Im Jahre 2020 schrieb ich in einem Artikel Folgendes:

„Eine neue Strömung hat sich erhoben im Denken der Menschheit. Noch ist sie nicht sehr stark, aber für viele doch schon wahrnehmbar vorhanden. Es ist eine reinigende Strömung. Sie befreit das menschliche Denken nach und nach von überkommenen Vorstellungen, von Vorurteilen und Urteilen über andere Menschen, von altem Groll und Hass, von Urteilen über andere Völker, Denkweisen und Rassen. Von all dem, was „Leiden“ hervorruft. Die Krise, die gerade zum Ausbruch gekommen ist, spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Anhand dieser Krise hatte die Menschheit die Möglichkeit, die alten Vorstellung von Recht und Unrecht über Bord zu werfen und sich als Einheit zu betrachten. Leider hat sie sich nur zum kleinen Teil entschieden, das zu tun und die Teilentscheidung wird den Verlauf und den Ausgang des „Dramas“ beeinflussen.

Vielleicht war das zu optimistisch gedacht, denn inzwischen steht die Menschheit vor neuen Herausforderungen und das Schwarz/Weiß-Denken hat sich – zumindest nach außen hin- vervielfacht.

Üblicherweise geht menschliches Denken davon aus, dass in einem Konflikt die eine Partei recht hat und die andere unrecht. Diese Art von Denken führt zu einer Spaltung im menschlichen Bewusstsein. Dabei ist das menschliche Bewusstsein im Prinzip unteilbar. Aber durch unser Denken führen wir immer wieder eine Spaltung herbei. Wir teilen unsere Außenwelt in „Gut und Böse“ ein, wir schauen auf alles durch die Brille von Recht und Unrecht. Diese Spaltung ist eine innere Spaltung. Wir erschaffen sie, indem wir sagen „X hat recht“ und Y hat unrecht“. Danach übertragen wir die Spaltung auf unsere Außenwelt und dort können wir erkennen, wohin uns das geführt hat und noch immer führt.

Den Weg aus diesem beschränkten Denken heraus findet man, indem man einen Schritt zurücktritt und das äußere Drama, was sich in der Welt abspielt, in einem größeren Zusammenhang sieht. Ja, es handelt sich um ein Drama mit Schauspielern, die alle ihren Part spielen. Wenn wir uns über den einen empören, ist das genauso, als wenn wir uns in einem Film über die Rolle des Bösewichts empören. Dann erkennen wir nicht, dass jeder seine Rolle in einem Stück spielt, dass alle miteinander in einem größeren Zusammenhang aufführen. Es kann kein Opfer geben, wenn nicht jemand die Rolle des Täters spielt. Umgekehrt ist es ebenso. Es sind einfach zwei Pole derselben Angelegenheit.

Aus einer höheren Perspektive betrachtet, sind sowohl der Täter als auch das Opfer im Unrecht, insofern, als BEIDE nur einen Teilaspekt der Wahrheit sehen.

Wer wirklich die Wahrheit erkennen will, muss sein altes, konditioniertes Denken über Recht und Unrecht, über Gut und Böse über Bord werfen. Wer das noch nicht kann, wer vehement die eine Seite verurteilt, die andere Seite lobt, ist meiner Ansicht nach noch nicht auf einem spirituellen Weg angekommen, auch wenn das oft behauptet wird. Da spielt das Ego noch eine große Rolle und Menschen, die auch nur ein wenig empathisch veranlagt sind, können es sofort fühlen.

Die Wahrheit ist nur mit dem Herzen zu erfassen. Unser Herz ist die verbindende Instanz in uns und kennt keine Spaltung in Recht und Unrecht. Es kennt nur Mitgefühl und Einheit. Und jeder Verstoß gegen die Einheit schmerzt es. Aber auch das Herz wird uns dazu auffordern, sich ggfls. in einem Konflikt auf die eine oder die andere Seite zu stellen.  Doch es gibt einen großen Unterschied: Das Herz wertet nicht. Es wird uns möglicherweise sogar dazu auffordern , zu kämpfen, doch nicht aus einer Verurteilung der Gegenseite heraus, sondern aus einer tiefempfundenen inneren Notwendigkeit.

Es ist etwas völlig anderes, wenn wir denken, wir sind im Recht und die anderen im Unrecht, uns empören, aus Frust und Wut handeln- oder ob wir handeln und uns einsetzen, weil unser tiefstes Inneres  uns dazu drängt.  Weil wir etwas Neues, Freieres schaffen wollen!  Dann sind wir unter Umständen auch imstande, den angeblichen „Feind“ zu lieben, ihn zu achten und Mitgefühl empfinden.

Die Spaltung, unter der die gesamte Menschheit leidet, wurde allein  in unserem Denken erschaffen. Wir haben das übergreifende Gemeinsame aus den Augen verloren. Und wir fühlen auch, dass irgend etwas nicht richtig ist an der Vorstellung, abgetrennt zu sein vom großen Ganzen. Die Vorstellung ein Einzelner zu sein – „Ich und der Rest der Welt“ – ist ein Irrtum .  Jede Tat, die wir als Unrecht empfinden, hat darin ihren Ursprung.

Im Grunde wissen wir um die Einheit allen Lebens und ihren tiefsten Ursprung. Aber bis dieses Wissen an die Oberfläche unseres alltäglichen Denkens gelangt, ist es viele Male gefärbt und verzerrt  worden durch familiäre und historische Überlieferung, durch eigene Erfahrungen, vielleicht aus der Kindheit, durch Schocks, durch Angelerntes, durch Missverständnisse, durch unser verändertes Ego usw.

Deshalb ist es so wichtig, nicht das eigene oberflächliche Urteil zu verwechseln mit einem grundlegenden, tiefen Gefühl für Recht und Unrecht, wie es dem Bewusstsein der Einheit entspringt. Das gelingt aber nur, wenn wir die Wertung aufgeben, denn jegliche Wertung, die Trennung in Gut und Böse entspringt dem Oberflächendenken. Und das ist immer unzulänglich.

Die Welt, in der wir leben, ist chaotisch geworden.  Vom Denken und Handeln jedes einzelnen Menschen hängt es ab, wie sich die Zukunft der Menschheit  weiter entwickelt. Wir sollten uns sowohl mit den Aufgaben der Welt beschäftigen , aber grundlegend auch mit dem Konflikt im eigenen Inneren und in unserem Leben, wenn wir zu einer besseren Welt beitragen wollen.

Die wirkliche  Heilung, die Abkehr von Spaltung und Ausgrenzung  entspringt dem eigenen Bewusstsein  und nur dort kann die Heilung unserer Erde ihren Anfang nehmen.

Angela


10 Kommentare

  1. petravonhaldem sagt:

    Für mich ein gut zu lesender Gedankengang.

    Hätte Lust noch was zum Thema „Werten“ zu tippeln, habe allerdings momentan insgesamt nur 30 Minuten Tageszeit für Komputerkram…….ansonsten:
    Krankenpflege, Haushalt, Garten und ein stringenter Tagesplan…….
    mal sehen……
    Der Beitrag tut grad gut, danke.

    Gefällt 3 Personen

  2. ingo2012 sagt:

    Liebe Angela,

    hervorragender Artikel, wie immer.

    Es geht um die Dualität, in die wir hinein geboren wurden.

    Die Dualität ist aber eine reine Illusion

    Jedes „Teil“ hat sein „Gegenteil“ in sich.

    Das muss man aber zuerst mal erkennen.

    I

    Gefällt 5 Personen

  3. Angela sagt:

    @ Ingo2012

    Zitat: „… Die Dualität ist aber eine reine Illusion
    Jedes „Teil“ hat sein „Gegenteil“ in sich.“ …

    Sehr klar ausgedrückt.
    Danke.

    Was auch immer in unserem Geist vorgeht: Wenn unsere Beweggründe noch nicht gut genug sind, können wir es nicht loslassen. Mit anderen Worten; es gibt zwei Seiten: Diese Seite hier und jene Seite dort. Leute neigen dazu, auf der einen Seite zu gehen oder auf der anderen. Da ist selten jemand, der in der Mitte geht. Es ist ein einsamer Pfad. Wenn da Liebe ist, gehen wir auf dem Pfad der Liebe. Wenn da Hass ist, dann gehen wir auf dem Pfad des Hasses.
    Wenn wir versuchen, Liebe und Hass loszulassen, ist es ein einsamer Pfad. Wir sind nicht gewillt, ihm zu folgen.“ Ajahn Chah (Zen-Meister)

    Angela

    Gefällt 3 Personen

  4. Mujo sagt:

    Schön geschrieben Angela 🙂

    Die Balance zu halten ist die Kunst des Lebens so als Essenz des ganzen.
    Und immer wieder auf Abstand zu gehen von den Ereignissen von aussen um sich einen ganzen Überblick zu verschaffen.
    Machen Leider die wenigsten, auch weil die Kommunikation im aussen uns Massiv beeinflussen möchte sich für eine Seite zu entscheiden.
    Das ist für keine Gesellschaft gut diese Schwarz/Weis Denken. Für jeden einzelnen noch viel weniger.

    Das Wessenliche aber dabei ist es bringt uns von unseren eigenen Bewusstsein weg und die Kontrolle übernehmen die umstände die um ein rum passieren.

    Aus dem Bewusstein zu aggieren ist heute so Wichtig wie noch nie um aus den Strudel der Ereignisse oder besser Illusion heraus zu kommen.

    Gefällt 5 Personen

  5. Stephanus sagt:

    Das Ganze ist vielleicht mit einem Theaterstück zu vergleichen, in dem wir über Phasen hinweg die Position des Schauspielers einnehmen, der sich total in seine Rolle vertieft hat und das Stück bisweilen für die Realität hält.
    Es fällt nicht immer leicht, dann wieder die Position des versierten Zuschauers mit Überblick einzunehmen…

    Gefällt 5 Personen

  6. Ost-West-Divan sagt:

    Im alten China holten sich die Fürsten oft Gelehrte an ihren Hof um unterrichtet zu werden, wie sie am besten regieren und das Volk leiten und als Vorbild wirken. Konfuzius war ja in einer solchen Stellung und Laotse wohl auch. Den Herrschenden war ihre Vorbildwirkung bewusst, und ihr großer Einfluss auf das Volk.
    Wenn das Volk nun nach getaner Arbeit Zeit finden soll zum Philosophen zu werden und am Ende durch gute Gedanken die destruktiven Führer absetzt- wie lange wird das dauern.
    Gerade habe ich andere Sorgen, wo ganze Kübel an Dreck und Jauche über ein gutes Volk und dessen Präsidenten gegossen werden, weil er es sich herausnahm, sein eigenes Volk zu schützen. Nun wird all das noch mehr sichtbar, die Verzweiflung des Bösen, die Übertragung der eigenen Abartigkeit auf den, der das Gute schützt.
    Wer die Wahrheit liebt, muß auch gegen das Böse fest stehen. So wie Ghandi beim Salzmarsch.
    Es ist klar, jeder Mensch hat alles in sich , ist nicht nur gut und nicht nur böse.
    Aber das Böse kann Strukturen bilden, die am Ende ein Eigenleben führen. Da stehen wir im Westen, die Menschen in dieser Struktur gefangen.

    Große Künstler werden gefeuert, wenn sie sich nicht von ihrer Heimat lossagen-Anna Netrebko und viele andere. Man muß sich schämen, wo man lebt.
    So geschieht es ,wenn Menschen wie Pawlowsche Hunde auf Obrigkeit erzogen werden-die Abspaltung ist eine Folge von Erziehung die zum Gehorsam führt. Die großen Zusammenhänge füllen Bücher und so einfach ist die Welt nicht.
    Der Sommer wird nicht ohne Maske stattfinden, sagt der Obermichel und Kleinmichel gehorcht.

    Gefällt 1 Person

  7. Ost-West-Divan sagt:

    Wir sehen es wie diese Struktur funktioniert, ganz von alleine und ohne dass da ein bestimmter Mensch etwas sagen müsste, wird jeder ausgesondert, der nicht auf der Linie liegt. Mathias Platzeck als Verantwortlicher des Deutsch-Russischen Forums gibt seinen Posten auf, und viele andere werden so automatisch ausgesondert, bis am Ende kein Einziger übrig ist, der der anderen Seite eine Stimme geben könnte.
    All das passiert ,ohne dass ein einziger Mensch dafür verantwortlich wäre, nein, die Struktur erledigt das .Es passiert automatisch.

    Gefällt 1 Person

  8. Mujo sagt:

    @Ost-West-Divan
    02/03/2022 um 17:08

    Das ist Strategie, man will Ablenken vom Corona Desaster. Und dies geht nur wenn die ganze Bevölkerung ihre Blicke wo anders haben. Damit man im hintergrund weiter ihr Netz ausbauen kann.
    Kollateralschaden inbergriffen steigern die Aufmerksamkeit.

    Beim Angriffkrieg in Irak und Afganistan hat sich kaum einer gestört wo man einfach alles Zerbomt hat. Darum auch die Flucht aus Afganistan im letzten Jahr. Wäre jetzt schlecht für die Moral wenn man auf Russland so losgeht wie jetzt !!

    Gefällt mir

  9. Ost-West-Divan sagt:

    Gefunden auf der Seite „Tanneneck“ von Gerd Ittner

    Die müssen völlig den Verstand verloren haben: Die BRD liefert Waffen an die Ukraine – in ein Kriegsgebiet!

    Diese deutschen Kriegswaffen sind gegen Russland gerichtet, das bei tatsächlich noch immer ausstehendem Friedensvertrag die weiterbestehenden Feindstaatenklauseln gegen Deutschland aufrechterhält. Damit hat die BRD ganz klar den Kriegszustand mit Russland herbeigeführt. Dieses hätte also nunmehr nach Internationalem und Völkerrecht jede Berechtigung, bis in die BRD durchzumarschieren.

    Es ist alles sogar noch viel perverser und vor allem zutiefst verbrecherisch gegenüber dem Deutschen Volk: Die Verbündeten der BRD halten ebenfalls die noch immer nicht gestrichenen Feindstaatenklauseln gegen Deutschland und das Deutsche Volk aufrecht. Mehr noch: Die BRD ist 1973 – bei fortbestehenden Feindstaatenklauseln der Vereinten Nationen – diesem Feindstaatenbündnis gegen Deutschland und das Deutsche Volk beigetreten (und zwar ohne wenigsten die Minimalforderung zu stellen, dass vor diesem Beitritt erst einmal die Feindstaatenklauseln aufzuheben sind)! Woraus folgt, dass die BRD seither de jure selber zum Feindbündnis gegen Deutschland und das Deutsche Volk gehört.

    Das Gerede von wegen die Feindstaatenklauseln seien „obsolet“, ist Augenwischerei für Naive. „Obsolet“ bedeutet lediglich, dass die Feindstaatenklauseln derzeit nicht unmittelbar zur Anwendung kommen (das könnte sich nun aber seitens Russlands ändern), es bedeutet hingegen nicht, dass diese gestrichen wären – und allein darauf kommt es an, nicht auf ein Geschwätz von wegen „obsolet“. Denn da die Feindstaatenklauseln eben NICHT GESTRICHEN sind, werden sie weiterhin aufrechterhalten und können jederzeit – „von jetzt auf gleich“ – zur Anwendung gebracht werden, wann immer es die Betreffenden wollen. Und dann ist es auf einen Schlag vorbei mit „obsolet“.

    Fazit: Die Waffenlieferungen gegen Russland in ein Kriegsgebiet durch die BRD stellen nicht nur de facto, sondern auch de jure ganz klar eine Kriegserklärung gegen Rußland dar. (Damit hat allerdings nicht Deutschland – das Deutsche Reich – Russland den Krieg erklärt, sondern die durch die Waffenlieferungen kriegserklärende BRD ist durch ihren UN-Beitritt 1973 selber Teil des Feindstaatenbündnisses gegen das Deutsche Reich und Volk.)

    Gefällt mir

  10. grün
    jahrelang
    malte er Menschen
    rot orange rosa
    da kam ihm der Gedanke
    anderes zu porträtieren
    jetzt
    malt er die Zeit
    blau grau blau
    den Wind
    violett
    Kindergeschrei
    weiss gelb Türkis
    sich als vierjährigen
    siena rot
    und nimmt sich vor
    die Angst vor grün
    zum eigenen Freund
    zu machen
    (Reto Baer)

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

%d Bloggern gefällt das: