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117. von 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Abenteuer Sein

lEckehardnyk, 27. November NZ 9

Präambel

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Wir wissen nun immerhin, dass Bildung ein Akkord, ein Dreiklang sein muss, um sie als die beste Anlage eines vollständigen Menschenlebens brauchen zu können.

1
Im zuvor (115. und 116.) genannten Fortschreiten mischt sich etwas ins Dasein, das dem Kind, anders als einem Tier, etwas von einem Bewußtsein einflößt, von nur irgendwie eingeschränkter Dauer hier sein zu können. Es denkt anfangs wenig daran, wird aber doch früher oder später mit der Frage beschäftigt: Was kommt dann? Ein zu genaues Bild ihres Nichtwissens geben mitunter offizielle Religionsvertreter durch „naive“ Antworten aus „Heiligen Schriften“, die weniger am Bedürfnis des Kindes als an dem orientiert sind, was fürs Überleben der jeweiligen „Kirche“ notwendig ist, wie beispielsweise drastische Darstellungen von Fegefeuer oder Jüngstem Gericht.
2
Es muß aber ein Gutes haben, dieses Hiersein in vorübergehender Form. Die alten Ägypter zeigten noch in ihren Bildern vom Tod eine Reise in ein anderes Land ohne Schreckenssymbole, wie um zu sagen: Leben dauert weiter und hat kein wirkliches Ende, wie es auch bei uns und bei anderen Völkern überliefert ist. Nur der „moderne westliche Mensch“ leistet sich ein Abenteuer Sein mit absolutem Ende, ausschließlich an die Vorhandenheit funktionierender bio-menschlicher Masse gekoppelt. Das Leben darin (und vor allem davor) bleibt ihm jedoch ein Rätsel und ein unverständliches Anhängsel rein chemischer Hirnfunktionen.
3
Doch der Lotse für die Reise in das andere Land, das auch reanimierte Unfallopfer geschildert haben, wurde von den Ägyptern als menschliche Gestalt dargestellt, die einen Ibiskopf trägt. Ob das nicht auch schrecklich sei, ruft da ein Kirchenvater dazwischen. Nein, davor fürchteten die Menschen sich damals nicht, im Unterschied zu den Greueln, der kirchlichen Höllenbilder, die Furcht einflößen sollten. Das Vogelgesicht des Seelenbegleiters sollte die Sicht auf eine andere Welt, als sie der Mensch aus seinem irdischen Dasein kennen gelernt hatte, symbolisieren. Daß es ein Vogel war, sagte dem „Reisenden“: So leicht wie ein Vogel erhebst du dich aus deinen vergangenen Fesseln und läßt wie im Flug die irdisch-materielle Welt hinter dir. Du gelangst zu dem Wesen, das du eigentlich immer warst und sein wirst. Du wirst dann selbst beurteilen, was du während deiner Existenz als Bürger jener Welt von dauerhafter Bedeutung mitbringen kannst und was du wie ein Federkleid abstreifen möchtest.
4
Warum aber erzähle ich dir das alles? Sieh nur, durch eigenes Nachdenken über diese Bereiche bewegst du etwas in deinem Innern, das für dein Kind besonders wichtig ist. Es wird nicht alles, was du denkst, mit Worten gesagt bekommen oder verstehen. Doch wie du sprichst, hängt von dem ab, was sich inwendig in dir abspielt, und auch von dem, was inwendig erst mal verschoben wird. Statt „inwendig“ kannst du auch den korrekten altgriechischen Ausdruck „esoterisch“ gebrauchen. Es klingt weniger „hohl“, wenn du esoterisch, also inwendig, über eine dir eigene Welt verfügst. Diese darf du dir ohne Scheu selbst „einfallen“, und ab und zu, wenn es denn danach fragt, deinem Kind durchsickern lassen. Für den heutigen, wirklich modernen Menschen ist es „cool“, also schon bedeutend, daß er sich bei Inhalten des nur erfahrbaren und nicht beweisbaren Lebens auf das verlassen kann, was von innen, also aus der eigenen Seele kommt. Was du von dort bekommst, bildet Geschichte für deine Familie. Dein Kind erhält aus deinen intimen Überzeugungen eine unverwechselbare „Mythe“, die es nach Bedarf durch sein eigenes Innenleben im Lauf seines Lebens weiter baut.
5
Durch solche „geistlichen Übungen“ vertreibst du insbesondere jene unbewußte Angst vor irgendwelchem „Man weiß nicht, was da kommt“-Getue. Du entreißest dein Kind der Todesangst, indem du ihm den vorübergehenden Aspekt seines Daseins diskret enthüllst. Es braucht dann kein „Prinzip Hoffnung“, sondern es ist seine Hoffnung selbst. Es kann nur hoffen, daß ihm das Dasein insoweit gelingt, als es die enthaltenen Lektionen darin lernt. Schule ist nur ein vergänglicher Aspekt davon. Deshalb ist es zur Bewahrung von „Schulstreß“ für eure Kinder unerläßlich, daß ihr das schon alles vorher wisst.
©
(eah) 3. März 1999 und 27. November 2021


8 Kommentare

  1. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  2. ve sagt:

    Alles Gute zum heutigen Tag, Thom Ram! Grüsse aus der 🇨🇭

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  3. Thom Ram sagt:

    Herzlichen Dank, ve 🙂

    Bitte grüß mir meinen geliebten nordischen Wald. Danke! 🙂

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  4. ve sagt:

    Mach ich. 🌲🌲🌲

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  5. eckehardnyk sagt:

    Das Verfassen auf Worldpress wollte nicht gelingen. So erscheint der Folgebeitrag erst mal hier als Kommentar zum Vorigen.

    118. von 144 – Was soll denn gelingen?

    0 Präambel
    Wir wissen nun, dass Bildung ein Akkord, ein Dreiklang sein muss, um sie als die beste Anlage eines vollständigen Menschenlebens brauchen zu können.
    1
    So viele geglückte Existenzen wie Menschen könnte es geben. Doch wie viele sind am Ende überzeugt, daß sie „gelungen“ ist? Wer aus jeder Gelegenheit versucht, das Beste daraus zu machen, gehört sicher dazu. Wenn wir genau hinschauen, geht bereits ein Neugeborenes „an die Arbeit“, damit es seine Chancen nutzt. Verluste entstehen indessen, wo diese Versuche nicht wahrgenommen oder gar unterbunden werde. Forschung ist immerhin so weit, daß einem Säugling bestätigt werden kann, er nehme alles um sich herum mit wachen Sinnen auf und verarbeite, was mit ihm geschieht.
    2
    Als dieser Text im Frühjahr 1999 entstand, ließ das Fernsehen einen Vater zu Wort kommen, der selbst erfahren hatte, wie seine Tochter, Wochen lang im Koma gelegen, im tiefen Innern auf seine Ansprache reagiert habe. Als sie dann erwacht war, gründete dieser Herr eine Fachklinik für ähnlich schwer zu versorgende Fälle. Wenn also selbst „Bewußtlose“ ein Bewußtsein haben, wie viel mehr dann ein Kind, das mit offenen Sinnen die Welt wahrnimmt und befühlt.
    3
    Es ist weit mehr Sinnlichkeit im Neugeborenen als im größeren Menschen: Nichts lenkt von der Erfahrung durch die Sinne ab und langsam wächst die intellektuelle Persönlichkeit im Innern heran zur begrifflichen Verarbeitung des Erlebten zur Wirklichkeit. Jetzt kommt es also viel stärker, als man früher gedacht hatte, darauf an, die Sinnlichkeit des Kleinen sinnvoll zu erziehen. Seine Eindrücke zielen darauf ab, eine widerspruchsfrei geordnete und doch lebendige Welt aus der Nähe zu erleben. Mutter oder andere wichtige Bezugspersonen sollten für das Kleinkind begreifbar und verläßlich sein, sodaß es mit Vertrauen in „Bindungen“ hineinwachsen kann. In solchem Können liegt der Schlüssel zu allem, was deinem Liebling noch im Leben einst gelingen soll.
    4
    Manche werden bei diesem einen Wort erschrecken: Was ist, wenn dieses Wesen gar nicht als „Liebling“ empfunden wird? Es gibt nicht wenige Mütter mit einem schlechten Gewissen, die verzweifelt darum ringen, ein liebevolles Verhältnis zu ihrem Säugling zu bekommen. Gar nicht zu sprechen von jenen, die gar kein Gewissen haben und dem kleinen Erdenbürger diese Welt hier gleich von Anfang an als Hölle bereiten, aber lassen wir das.
    5
    Du als mitfühlender (und mitdenkender) Mensch wirst nicht den Stab über Eltern brechen, die zwar besten Willens, aber nicht in der Lage sind, einen guten Draht zu ihrem Baby zu entwickeln. Du weißt, daß es jedem passieren könnte. Denn in der Art, mit den Kleinsten herkömmlich umzugehen, ist leider Gefühllosigkeit enthalten, weil nicht mit dem „Sinneswesen Kleinkind“ gerechnet wird. Es gibt zur äußeren Entwicklung in den kinderärztlichen Praxen, im Internet oder in den sozialpädiatrischen Zentren genügend Tabellenmaterial, um sich über den äußerlichen Entwicklungsstand eines Kindes zu unterrichten. Entscheidend aber ist, dass der innere, begrifflich gewonnene Status deines Kindes jeden Tag Fortschritte macht und entsprechende Begleitung durch die Eltern hervor rufe.
    6
    Durch diese Aufmerksamkeit, die du deinem Kind schenkst, wird es nicht nur, wie wir schon früher sagten, schneller gesund, wenn es mal krank ist, sondern es wächst und gedeiht prächtig. Bist du gut? Wenn du dein Gutsein gelingen lässt, wirst du vortrefflich. Von einem großen Kenner der frühen Kindheit (Donald W. Winnicott) stammt jedoch der entschärfende Hinweis: Du brauchst nur „hinreichend“ (good enough) gut zu sein, damit dein Kind gedeiht. Mit Feinfühligkeit für Bedürfnisse deines Kindes – etwa für ein passendes „Übergangsobjekt“, das ihm zeitweilig seine Mutter ersetzt – kannst du alles andere, was dich auf der Erziehungsbahn durcheinander bringen könnte, getrost vergessen. Auch dieses Buch wirst du beiseite legen, wenn dir ein eigenes Erkenntnisorgan im Innern zu Hilfe kommt. Die einzige Autorität für das Leben deines Kindes ist es selbst. Doch dir wird es vertrauen, und du übergibst ihm Schritt für Schritt die Verantwortung für sein eigenes Wohlergehen.

    ©
    (eah) 9. März 1999 und 11. Dezember 2021

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  6. Thom Ram sagt:

    Ecki 20:07

    „““Das Verfassen auf Worldpress wollte nicht gelingen.“““

    Gefällt mir nicht. Lückihans, frisch wieder auf bb was einstellen wollend, hatte auch so seine Probleme.

    Kann dazu nur sagen: Keine Ahnung, was da in der Technik schief läuft.

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  7. eckehardnyk sagt:

    Inzwischen mit t-online per wozzepp konferiert. Sie haben das Problem allerweltsmäßig lösen helfen können. Stecker vom Ruuuter ziehn. Hahaha! Also, das hier erscheint noch mals als 118. richtig auf der Leine Gebetsfahne im Wind hängend zur gefälligen Komplementierung.

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  8. Bettina März sagt:

    eckehardnyk
    wo gibt es Dein Buch zu erwerben?

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