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103. von 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Finden, nicht Suchen

Eckehardnyk, 7. Juli, NZ9

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„Suchet, so werdet ihr finden!“ hieß es im Evangelium, also kommt es aufs Finden an. Der Gegensatz dazu lautet: „Bei uns herrscht Ordnung – ein Griff und die Sucherei geht los“ Was hat das mit dem vorigen Thema Segen zu tun? Sehr viel, denn Suchen ist ein Unsegen. Oder was hältst du von: „Fluchet, so werdet ihr segnen“? 1) Gemeinsamer Nenner dieser zwei paradoxen Sätze steckt in der Redensart: „Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.“

2

Jemand war sein Leben lang ein „Sucher“ – und ist deprimiert, daß er wohl nie etwas Gescheites gefunden hat. Das Glück hat ihn nicht gefunden. Es erinnert an den Mythos von Sisyphos. Der sucht auch bis in alle Ewigkeit nach einer Möglichkeit, wie der Steinklotz, den er einen Hang hinaufwälzt, endlich oben bleibt. Suchen ist Fluchen, vergebliches Tun. Picasso soll gesagt haben, er habe nie gesucht; immer nur gefunden. Auch Wolfram von Eschenbach ließ seinen Helden Parzival den Gral, den größten Segensspender, erst dann dauerhaft finden, nachdem er die Sucherei danach hinter sich gelassen hatte.

3

Nun wirst du einwenden: Die Verschollenen nach einem Flugzeug-, Schiffs- oder Lawinenunglück – soll man die etwa nicht suchen? Doch, aber man muß sie finden, wenn nicht alles vergebens sein soll! Natürlich gibt es Aufspürtechniken, die zum Fund hinleiten. Genau genommen enthalten diese den Fund bereits in sich und verlaufen bis zu ihm hin. 2) Suchen und Fluchen sind dagegen unselige Verhaltensweisen, die den Akteur in lebensfeindlicher Weise einengen, wie einen Hund im Zwinger, der vergebens ein Loch zum Entkommen sucht und jeden, der sich ihm nähert, mit seinem Gebell verflucht. Man weiß inzwischen, daß Hunde in Zwingerhaltung neurotisch, also krank werden.

4

Wenn du deinem Kind den Weg ins Glück zeigen willst, dann lass es finden! Auf jedem Spaziergang gibt es unzählige Gelegenheiten etwas zu finden oder zu entdecken. Das können interessante neue Eindrücke sein oder schöne brauchbare Gegenstände aus Natur und Umgebung. Die Erde bietet alles! Wichtig ist hierbei wiederum die Einstellung. Hast du die Erwartung, der Tag bringt alles, was du brauchst, hervor, dann bist du ein Stück weiter. Segne den Tag, der dein Leben heute bereichert, dann wirst du selbst Segnungen erfahren. Segne den Computer, mit dem du täglich Umgang pflegst, den Kopierer, das Faxgerät, das Telefon – all die Gegenstände, die du in deinem Leben findest, und denke von ihnen wie von Personen. Ebenso alles Getier, das du um dich haben solltest. Aber die Menschen, die dir begegnen, behandelst du die dann auch wie Personen? Der Französische Dichter Jean Giraudoux hat schon in den Zwanzigern des letzten Jahrhunderts in einem seiner avantgardistischen Romane vorgeschlagen, Menschen wie Götter zu begreifen. Damit hat er genial Recht gehabt.3) Menschen sind Götter. Das hat kein Geringerer als der Evangelist Lukas den auferstandenen Jesus sagen hören: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, bin ich mitten unter ihnen.“ Warum sollte er das sein? Wären Menschen keine Götter, wie hätte Jesus, als Erster unter Gleichen (primus inter pares) unter ihnen seine Mission als Christus erfüllen können? Er hat es ihnen oft genug gesagt, sie könnten Gleiches und mehr tun wie er, nur sie haben ihm zunächst nicht recht geglaubt. Bis heute, geht das fast jedem so. Langsam aber wendet sich das Blatt, und du gehörst nach rund zweitausend Jahren zu den Ersten, die wissen können, dass du dich wie ein Gott zu benehmen hast: Ein Gott sucht nicht, er findet.

5

Es ist alles auch eine Frage der „emotionalen Intelligenz“. Zum Finden gehört sie dazu, wie die Iris zum Auge. Man sagt dazu auch „Fingerspitzengefühl“ oder ganz einfach „Takt“. Das hat nur bedingt mit Höflichkeit zu tun. Der ganze Tagesablauf wird mit Takt zu dem, was du Erfolg nennen magst. Den ganzen Tag brauchst du eine intelligente Art, mit Taktgefühl deine Chancen wahrzunehmen. Ist dies deine Haltung, dann findet dein Kind darin seinen Segen.

10. Februar 1999 und 7. Juli 2021


1) In der Genesis kommt irgendwo eine Stelle vor, wo der Priester eines Königs das sein Land durchziehende Hebräer-Volk verfluchen sollte, aber die Gottheit ließ ihn „aus Versehen“ eine Segenshaltung einnehmen und erzwang damit eine Segnung

2) Wie eine Lawinenschnur, die an einem Verschütteten hängt! Diese und weitere das Thema noch anders beleuchtende Darstellungen sind in der Szene „Finden, statt suchen“ in der Printausgabe von „Abenteuer Erziehung“, Seite 264ff zu finden, Bestellvorgang über www.eahilf.de

3) Denn das Gegenteil dieser Haltung führte bekanntlich in den Abgrund, aus dem wir heute noch nicht zurück sind

© (eah)

Hilfe bei Konfliktlösung | Gernsbach | Dr. Eckehard A. Hilf

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1 Kommentar

  1. Ostfront sagt:

    ———————————

    Unsere kleinen Kinder

    Von

    Frau Dr. Johanna Haarer [ 1943 ]

    ———————————-

    [ Auszug ]

    Vorwort zur vierten Auflage.

    Bei der Arbeit an dem vorliegenden Buch und bei seinem Erscheinen vor jetzt zwei Jahren erhob sich für den Verlag und die Verfasserin manchmal die Frage: Werden die Frauen und Mütter auch wirklich das Bedürfnis fühlen, sich mit dem in ihm behandelten Lebensabschnitt des Kindes eingehend zu beschäftigen und sich Rat in mancherlei Fragen zu holen ? Weiß man in dieser Zeit nicht alles schon von selbst“ ? Nun erscheint das Buch schon in vierter Auflage. Der Verlag hat sie zum Anlaß genommen, sie viel reicher zu bebildern als die vorhergehenden. Zahlreiche Zuschriften von Leserinnen aus aller Welt haben erwiesen, daß die Aufgaben der Mutter in der Kleinkinderzeit eher größer sind als vorher und daß auch dann ein geeignetes Buch sehr willkommen sein kann. — Der Gedanke, den Müttern bei der Erfüllung ihrer Pflichten zu helfen, ihnen zu zeigen, daß sie mit vielerlei kleinen Nöten und Sorgen um ihre Kinder nicht allein stehen, sondern daß jede Frau ähnliches erlebt, ist für mich immer der schönste Lohn meiner Arbeit gewesen und der Ansporn dafür, sie fortzusetzen.

    München, im Herbst 1938 Die Verfasserin

    ———————————
    Inhaltsverzeichnis. / Seite
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    Einleitung / 5
    Vorwort zur vierten Auflage / 7

    I. Teil. Ernährung und Wachstum
    A. Ernährung / 11 B. Wachstum / 33

    II. Teil. Pflege und Kleidung
    A. Pflege / 39 B. Kleidung / 76

    III. Teil. Entwicklung und Erziehung.
    A. Vorschau / 115 B. Das Kind im Zwischenalter / 123 C. Erziehung im Zwischenalter / 164 D. Das Kind im Spielalter / 198 E. Die Erziehung des Spielkindes / 231

    Schlußwort / 265

    Schlagwort= Verzeichnis / 267

    ———————————
    Schlußwort
    ———————————

    So haben wir denn das große Reich der ersten Kinderzeit an uns vorüberziehen lassen mit seinem ganzen Reichtum und seinem Glück. Wir haben gesehen, daß das Kind schon in diesen Jahren lernen muß, den ersten Pflichten nachzukommen und erste Lebensschwierigkeiten, ja Leiden erlebt. Welch große Kunst ist es doch, in der Erziehung immer die rechten Wege zu finden ! Stetig sollen wir sein, aber auch nachgiebig werden können; Strenge müssen wir mit Güte paaren, müssen der Welt des Kindes ihre Rechte einräumen und doch wieder diese eindämmen, wenn es nötig ist. Ein Herz voller Liebe und einen Sinn frei von jeder Starrheit, das brauchen wir für unsere Kinder jeden Tag von neuem.

    Wie rasch verfliegen die köstlichen Jahre, in denen unser Kind ganz Kind in des Wortes eigentlichster Bedeutung war ! Hat das Kind den fünften Geburtstag hinter sich gelassen, so tritt es abermals in einen neuen Abschnitt seiner Entwicklung ein. Aus unserem kleinen Kind wird allmählich ein Schulkind.

    Schon der Körper des Kindes verändert sich um diese Zeit. Das Kind scheint sich in die Länge zu strecken. Die Glieder wachsen immer mehr, der Rumpf wirkt im Vergleich zu ihnen kürzer als in den Jahren vorher. Das Bäuchlein steht nicht mehr so stark vor, das Kind wird vielfach magerer und gewissermaßen eckiger.

    Auch seelisch verändert sich unser Kind. Wohl lebt es nach wie vor in seiner Welt und muß weiterhin spielen können, wenn es sich richtig entwickeln soll. Aber schon seine wachsenden körperlichen Fähigkeiten und Kräfte befähigen es mehr als während der Kleinkinderzeit, in die Welt der Großen immer weiter vorzustoßen. Es wird allmählich fähig, selbst auf sich acht zu geben und ist bei den verschiedensten Anlässen Gefahren viel weniger ausgesetzt als das Kleinkind. Es schickt sich an, eine ganze Reihe von Unvollkommenheiten, wie sie dem frühen Kindesalter anhaften, wenigstens teilweise abzustreifen.

    Wir wissen: Das kleine Kind sah und erlebte die Welt so, wie es sie haben wollte und prägte ihr selbstherrlich seine eigenen Gesetze auf. Das Kind jenseits des fünften Lebensjahres will die Welt sehen und erleben, wie sie ist. Es wendet sich dem wirklichen Leben, der wirklichen Welt mehr und mehr zu. Sein Urteil beginnt selbstständiger, ja geradezu kritisch zu werden und sich hie und da gegen das der Erwachsenen zu behaupten. Es neigt weit weniger dazu, eigenmächtig in die Dinge, die Menschen und die Zusammenhänge seine Vorstellungen und Gedanken hineinzulegen, sondern es wird sachlicher und wirklichkeitsnaher.

    Es beobachtet viel genauer wie das kleine Kind, es forscht nach neuen Erklärungen und Zusammenhängen. Die alten, willkürlich gesetzten Erklärungen aus der Welt des Spieles genügen ihm nicht mehr. Seine Unstetheit wird immer geringer. Es hält, im Gegensatz zum kleinen Kind, an einer gestellten Aufgabe viel länger fest als dieses und müht sich ernsthaft um ihre Lösung, ja es wird ausgesprochen leistungswillig und will nicht immer nur mehr spielen. Führt es etwas aus, so ist es dabei viel genauer als das kleine Kind. Es drängt aus der nächsten mütterlichen Umgebung hinaus, weiter in die Umwelt vor und sucht mehr und mehr den Umgang mit Gleichaltrigen. Auch im Spiel leistet es immer mehr.

    Durch alle diese körperlichen und seelischen Wandlungen wird unser Kind schulreif. Es will von sich aus anfangen zu lernen und zu arbeiten und strebt, von eigenem, innerem Drang getrieben, den Pforten der Schule zu. . .

    [ … ]

    Unsere kleinen Kinder Von Frau Dr. Johanna Haarer [ PDF ]

    Klicke, um auf Johanna%20Haarer%20-%20Unsere%20kleinen%20Kinder.pdf zuzugreifen

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