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Eltern, Kind und Kinderstube – 69. von 144 – Als was genießen wir unser Tun?

Genießen wir es konsequent?1

Eckehardnyk

1

„Lieben Sie, was Sie tun!?“ – Diesen Satz bekam ich einmal als mehr seelische Antwort auf ständiges inneres Drängen in Jugendsturmzeiten, was man denn eigentlich tun dürfe, ob denn erlaubt sei, was gefällt, oder was? Und ich sah darin einen wichtigen Schlüssel zu allem (was man so) Handeln (nennt)2.

Unter der Voraussetzung von Ehrlichkeit zu sich selbst darfst du alles tun, was zu tun du liebst. Nun stellt sich gleich die Frage: Alles? Ja, nur bedenke, wie lange die Liebe zu diesem Tun anhält. Die Liebe sollte nicht nach der Tat ins Gegenteil, in Zorn, Ekel oder Reue umschlagen müssen. In dem Fall hättest du nämlich etwas begangen, das „im inneren Ring“ nicht „für dich“ war.3 Du wärst fremdbestimmt4 gewesen und hättest gegen dich selbst gehandelt. Nicht nur Kriminelle landen in einer solchen Sackgasse.

2

Schauen wir auf unsere Kinder! Von Beginn ihrer Lebensbahn an kannst du ihr Tun beobachten. In jeder Handdrehung des Neugeborenen, in jedem Lallen des Säuglings und in den immer gewagteren Experimenten der heranwachsenden Kinder, die sie zu den Fähigkeiten und Fertigkeiten im Schulalter und darüber hinaus geleiten, findest du „Liebe“ zum Tun, das alles ergreift, auch dich selbstverständlich mit, der du all die Dinge zur Verfügung gestellt hast, womit dein Kind umgeht. Indem du diesen Umgang gewährst, bist du bereits „im äußeren Ring“, wo du geschehen lässt, was nicht „gegen“ dich ist.

3

Der äußere Ring ist eigentlich alles, was du nicht selbst bist: Der nächste Mensch samt seiner Seele oder seinem Bewußtsein, die Natur, die Materie, die Kultur, das All. Deswegen wirst du dich schützen gegen Angriffe von dort, ob sie nun als Unwetter oder als „geistige Brandstiftung“ auf dich zukommen. Die meiste Zeit jedoch, die du als Mensch in der Welt lebst, wirst du dem Treiben um dich herum die bessere, für dich günstigste Seite abgewinnen (wollen) und mit der Welt zufrieden sein müssen, wenn du nicht von einer Panik zur nächsten stürzen willst; denn „in der Welt habt ihr Angst“. Zur Beruhigung indessen: „Was nicht gegen uns ist, ist für uns“!

4

Nehmen wir zu Schluß des Kapitels, in dem es ganz intim um die Frage ging: Was hältst du von Erpressung? Ein Beispiel, das besonders die Abschnitte ab 66. von 144 beleuchtet: Du bist Vater eines (getrennt bei seiner Mutter lebenden) Sohnes von 19 Jahren. Er vertraut dir (telefonisch) an, daß er mit zwei Freunden im Monte Rosa-Gebiet mit Snowboards abfahren will; eine Tour, zu der außer Mut und Begeisterung eine gute Ausrüstung, erfahrene Führung und Kondition gehören. Seine Vorbereitung klingt glaubhaft und du hast das Gefühl, er wird es schaffen. Seiner Mutter sagt er jedoch nichts davon. Er wohnt bei ihr, und möchte nicht, daß sie sich für ihn fürchtet. Kurz vor der Abreise, bekommt sie jedoch Wind von der Sache und versteckt dem Sohn Schneeschuhe und Snowboard, sodaß er nicht reisen kann. Er überläßt den Freunden das von ihm gecharterte Auto und zieht zu seiner Freundin.

5

Wie stehst du als Vater da? Du sagst deinem Sohn beim nächsten Telefonat, daß er in der Sphäre seiner Mutter damit rechnen mußte, daß sie Angst bekäme, diese aber auch zu ihrem eigenen Wohlergehen auslegen würde.

„Wozu habe ich mich 19 Jahre krumm gelegt? Daß er mir in einer Gletscherspalte endet? Nur über meine Leiche!“. Sie erlebt sein Tun als „gegen sich“ gerichtet: Im äußeren Ring fühlt sie sich bedroht, weil sie den Verlust „ihres Kindes“ fürchtet. Im inneren Ring empfindet sie schon im Voraus Selbstvorwürfe und Entwertung auf ihr Ich zukommen.

Du als Vater bist nicht in der Position, der Mutter eine andere Sicht zu vermitteln; was im Vorfeld Sache des (beinah erwachsenen ) Sohnes gewesen wäre; worauf du ihn hättest hinweisen können, wenn du rechtzeitig von ihm informiert worden wärst. So kannst du nur die Fakten zulassen. Das Ende der Geschichte: Auszug des Sohnes bei der Mutter. Dazu wirst du der Mutter sagen, daß ihr Eingriff zwar verständlich war, sie aber mit der Folge hätte rechnen müssen, ihren Sohn aus ihrer Nähe damit zu vertreiben5 Die beiden Eltern gegeneinander auszuspielen, war hier nicht möglich. Die Mutter konnte sogar ihre „Erpressung“ (oder Nötigung des Sohnes, von der Tour Abstand zu nehmen) anbringen. Sie hat aber dafür auch die (die vom Sohn gezogene) Konsequenz zu tragen.

© (eah) 26. Dezember 1998 und 1. September 2020


1 In der Printausgabe „Abenteuer Erziehung“ Seiten 172-175 , siehe http://www.eahilf.de

2 Mit der Klammer schwäche ich den damaligen Satz ab. „Handeln“ wird gern als Abschwächung des Wollens, des Willens verwendet in der Reihenfolge „Denken, Fühlen und Handeln“. Als ob die überkommene Reihung „Denken, Fühlen und Wollen“ abgetan sei. Im Unterschied zum Willen oder zum Wollen ist Handeln das Ergebnis eines Willensimpulses und damit auch sichtbar, wogegen der Wille selbst, genau wie das Fühlen und das Denken unsichtbar, also übersinnlich bleiben. Das scheint den Psychologen und Philosophen von heute nicht mehr geheuer, da mit dem menschlichen Willen ja immer die Freiheit miteinhergeht. Denken und besonders Fühlen sind keineswegs frei. Das Denken in dem Maße, wie es von einem freien Willen aus, von einem menschlichen Ich aus gewollt ist. Die Gedanken selbst sind in ihrer Fertigkeit naturgemäß nicht frei.

Ein Freund, der diese Urschrift als Erster zu lesen bekam merkte bei Handeln hier „Scheinbegriff“ an.

3 Siehe vorigen Abschnitt, 68. von 144.

4 Durch eigene körperbedingte Triebe oder ideologisch von außen geleitet.

5 Was ja mit diesem Alter auch in Ordnung geht.


Englische Zusammenfassung: Encounter Education 5/40

Love to my doing ist he answer tot he question of ethics: What should we do? Is allowed what makes pleasure or what ist o do right? But what is pleasure and what is right?! The answer is turnung inside out: Have pleasure with your deed, feel right with your feat, love what (better: the way of) you are doing, love what you do (and not: do what you love). The honesty to myself requires great care<. What I am doing, will it be loved after I did it? Or will my deedafterwards come out against me? In that las case my acting would turn out as foreignly determined. I would have acted ageinst my own self. Not only criminals come to such a dead end.

We may look at our children: From their beginning we are aware of their doing (if we are interested in it). In every newborn’s rotation of hands, in every baby*s babble, and in every child’s experiment would we experience the love of doing. For our letting be aims at getting out the best side of our surrou.nding. Andi f surroundings are not against us, they are for us. A child’s playing ist role as a growing up human being could never be against parents. But it could be against the child himself. Therefore we have to watch the children’s rooms to clean them off from objects (and nowadyas to say personages) of danger.

In every age of ist growing up the child would discover new doings. The parents may have towards the juveniles different attitudes of going into action, and this difference may increase with the rise of years of their upspring.

One day, a single mother won’t allow her nineteen years old so nto ski down by snowboard from the summit of the Monte Rosa in the Swiss Alps. The fellow still lives in the household of his mother. Before the intended start with his peers he told his father about the journey, and for him the seemed carefully enough prepared. One oft he group may have not carefully enough guarded his tongue. So the mother got wind of it, and hid the snowboard and boots from the son. Though the father was initiated into his son’s secret, he couldn’t help him against the anxious measure of his former wife, all the more he won’t argue with her in favour of their son’s expedition. If he proved it not to be useless, the son himself could have afforded to influence his mother to change her mind. As she held the doing of her son directed against her, she couldn’t love to tolerate it.

The son however couldn’t play his father off against his mother, because the father respected the obedience which the son owed his householding mother. The mother could even coerce the son into abandon his trip. But after all she had to endure the son’s decision to leave her in favour of his future independent life.

© (eah) April 2005 und 1. September 2020


7 Kommentare

  1. palina sagt:

    „Die meiste Zeit jedoch, die du als Mensch in der Welt lebst, wirst du dem Treiben um dich herum die bessere, für dich günstigste Seite abgewinnen (wollen) und mit der Welt zufrieden sein müssen, wenn du nicht von einer Panik zur nächsten stürzen willst; denn „in der Welt habt ihr Angst“. Zur Beruhigung indessen: „Was nicht gegen uns ist, ist für uns“!

    Kommt drauf an was das Kind in der Inkarnation mitgebracht hat. Und welche Einwirkungen das Elternhaus auf das Kind hat.

    „„Wozu habe ich mich 19 Jahre krumm gelegt? Daß er mir in einer Gletscherspalte endet? Nur über meine Leiche!“. Sie erlebt sein Tun als „gegen sich“ gerichtet: Im äußeren Ring fühlt sie sich bedroht, weil sie den Verlust „ihres Kindes“ fürchtet. Im inneren Ring empfindet sie schon im Voraus Selbstvorwürfe und Entwertung auf ihr Ich zukommen.“

    Würde das so sehen, da sind Verletzungen auf beiden Seiten der Eltern, die jetzt über das „Kind“ ausgetragen werden.

    Kann in diesem Zusammenhang immer wieder nur auf Winterhoff hinweisen.

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  2. Mujo sagt:

    @palina

    In meinen Augen eine sehr gute Analyse, würde es ähnlich sehen.

    @Eckehardnyk

    Dieses beispiel bewegt mich. Weil ich es ähnlich erlebe in meiner Familie.
    Ich traue meinen Kindern viel mehr zu als meine Frau es geben kann. Sind natürlich ihre ängste die da übertragen werden und sicher spielen da Mütterliche Instinkte auch noch eine Rolle mit.
    Aber es kommt immer öfter vor das wenn etwas Mutiges gemacht werden soll oder in Planung ist beide Kinder eher zu mir kommen um nach Rat zu fragen. Weil sie Spüren die Mutter würde es von vornherein verbieten.
    Das klügste was ich machen kann nachdem ich es mir angehört habe, ist das ganze Thema um das es geht so zu Verpacken das sie es wagt über ihren eigenen Schatten zu Springen um ihr ok dazu zu geben. Das geht aber nur dann wenn ich das Absolute Gefühl in mir habe das ich es schaffe.
    Dann Gewinnen alle dabei.

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  3. palina sagt:

    den meisten Menschen fehlt das „Gott-Vertrauen.
    Für mich ist das das Ur-Vertrauen auf die uns anvertrauten Kinder.

    Deren Weg ist bestimmt.
    Und wir sind die Begleiter. Und nicht Erzieher.

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  4. eckehardnyk sagt:

    Danke euch Beiden, Mitdenkenden! Die Like-Funktion ist mal wieder obsolet, denkt und fühlt, ich hätte sie betätigt. Rein „zufällig“ fand ich den Vortrag des Herrn Doktor dazu aus GA107 über das Schaffen aus dem Nichts, siehe https://youtu.be/Ng-KI06t31o (oder mit kleinem L statt großem I) https://youtu.be/Ng-Kl06t31o) so etwa ab Minute 38.
    Er benutzt hier das Wort „ERziehung“ sehr bewusst. Es geht nicht um Dressur, sondern um die Fähigkeit, aus Freiheit etwas Neues zu erschaffen, doch bis dahin vergehen 21 Jahre, bis der Mensch auf die Stadien seiner durch andere von außen besorgte „Erziehung“ verzichten und durch eigene, freie Einsichten, Ansichten, Relationen ersetzen und aufbauen kann.
    Wir könnten uns mal bei Ludwig in der träumerischen Mühle treffen und weiter sprechen. hilf_at_eahilf.de

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  5. eckehardnyk sagt:

    https://youtu.be/Ng-Kl06t31o – diese stimmt mit dem kleinen L.

    Liken

  6. Mujo sagt:

    ….eckehardnyk steht bei mir ohnehin bald an beim Ludwig aufzutauchen. Wenn wir uns alle zum selben Zeitpunkt begegnen wäre das Toll.

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  7. Thom Ram sagt:

    Oh ja, macht das! So viel jut Energschi an einem Haufen…also mindestens es Föteli brauch ich dann schon.

    Gefällt 1 Person

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