bumi bahagia / Glückliche Erde

Startseite » AUTOREN » ADMIN THOM RAM » Zum Sonntag / Robert Schumann / Hélène Grimaud / NDR Symphonieorchester / Thomas Hengelbrock

Zum Sonntag / Robert Schumann / Hélène Grimaud / NDR Symphonieorchester / Thomas Hengelbrock

Kein einziger langweiliger Ton! Solistin und Orchestermusiker loten aus und bringen dar auf unnachahmliche Weise. Dank an alle! Sonderblumen für Thomas Hengelbrock, auch für Toningenieur und Kameramann. Hélène? Eine der Göttlichen auf den Tasten.

Mein Gottchen, was ich in solch Momenten der Erfindung Weltweitnetz danke.

Thom Ram, 29.02.NZ8 (Neues Zeitalter, Jahr acht)

.

.

.


8 Kommentare

  1. Kunterbunt sagt:

    Hélènes Biografie ist äusserst interessant: https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%A9l%C3%A8ne_Grimaud
    Ihre Mutter entstammt einer Familie nordafrikanischer sephardischer Juden, die sich als Pieds-noirs auf Korsika niedergelassen hatten. Ihr Vater hatte deutsche und italienische sowie ebenfalls nordafrikanisch-jüdische Vorfahren. Ihre Familie änderte noch vor Hélènes Geburt den Familiennamen Grimaldi [!] in die heutige Schreibweise um.
    Spannend: Als Kind litt Hélène an ADHS, das sich durch die Berührung mit Musik harmonisierte. Sie ist seit ihrer Kindheit Synästhetikerin, sieht beim Hören von Klängen Farben. 🌈

    Gefällt 1 Person

  2. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

    Liken

  3. Kunterbunt sagt:

    Living with Wolves: französischer Charme – eindrückliche Persönlichkeit!

    Luzern: Hélène Grimaud spricht über ihre damalige Zusammenarbeit mit Claudio Abbado
    https://www.youtube.com/watch?v=mJZTLdxb8yg – 5:40
    Dann:
    Infolge einer Meinungsverschiedenheit darüber, welche Solokadenz bei einer Aufnahme des 23. Klavierkonzerts von Mozart erklingen solle, beendete Grimaud 2011 die langjährige Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Claudio Abbado.
    Statt der bereits fertiggestellten gemeinsamen Aufnahme veröffentlichte Grimaud eine Liveaufnahme vom Mai 2011 mit dem Kammerorchester des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Radoslaw Szulc, bei der sie die von ihr bevorzugte Kadenz von Ferruccio Busoni spielte.
    Hélène Grimaud – Mozart: Piano Concerto No. 23: II. Adagio
    https://www.youtube.com/watch?v=j8e0fBlvEMQ – 8:03
    „What a pity, after all of her regard and affection for Abbado, they’ve had a falling out over which cadenza she was to play in a concerto. As if that should be his choice, and not hers.“

    Liken

  4. Hilke sagt:

    Hab ich erst jetzt gesehen. Von der Grimaud habe ich vor einigen Jahren „Wolfssonate“ gelesen, da mich Wölfe sehr faszinieren. Dieses Buch ist sehr empfehlenswert, toll geschrieben!

    Liken

  5. Kunterbunt sagt:

    @ Hilke

    Danke für die Empfehlung!

    LESEPROBE zu „Wolfssonate “ von Hélène Grimaud

    Ich denke nicht mit Wehmut an meine Kindheit zurück. In all den Jahren, die vergangen sind, habe ich niemals das Gefühl gehabt, das Paradies verloren zu haben, sondern ein Paradies finden zu müssen, anderswo, das auf mich wartet. Ein Paradies, begraben in meinem Innern.
    »Sie ist niemals zufrieden!« Tausendmal habe ich als Kind diese Worte aus dem Mund derer gehört, die mich betrachteten, auf mich aufpassten, Bemerkungen über mich machten, und lange bevor ich verstand, was sie bedeuteten, hatte ich mir aus ihnen eine Familie gebildet, wie mit meinen Stofftieren. Mit dem Familiennamen »Un«. Sie waren die Familieder »Un« und verfügten alle über die gleiche Macht: Verwunderung oder Besorgnis auf das Gesicht meiner Mutter zu zaubern. Allein in meinem Zimmer, sagte ich sie mir immer wieder vor, dabei betonte ich deutlich, was ich von ihren Silbe nbehalten hatte. Ich erstellte einen Stammbaum für sie. Der Urgrossvater der Wörter (ich hatte selbst einen Urgrossvater, den ich abgöttisch liebte) war Un-gehorsam. Keine Urgrossmutter, dafür gab es keinen Grund, ich hatte ebenfalls keine. Übrigens hielt ich mich für ziemlich einzigartig: Meine seltenen Umfragen in der Schule hatten mich hinsichtlich dieses Schatzes beruhigt; keine, keiner von denen, die meine Eltern oder die Lehrerin meine »Kameraden« nannten, besassen einen Urahn in ihrer Familie. Auf Un-gehorsam folgte sehr häufig Un-zufrieden. Dann Un-bezähmbar. Oder Un-möglich. Un-diszipliniert. Un-er sättlich. Un-gezogen. Un-erziehbar. Un-berechenbar. »Lassen Sie sie Sporttreiben.
    « Irgend jemand musste ein Zuviel an Energie, einen Überschuss an Vitalität diagnostiziert haben, wofür die Kampfsportarten oder Tennis das richtige Ventil sein könnten. Ich machte beides, und ausserdem noch Ballett, aber ich wurde für völlig »un-geeignet« für diese Kunst befunden. Meine Aversion ging über die schlichte körperliche Disziplin hinaus: Die ganze Ausstaffierung war mir zutiefst zuwider. Bodysuit oder Ballettröckchen, Ballettschuhe oder rosa Satin, nein, wirklich, nichts von all dem gefiel mir. Ich ähnelte erschreckend den Puppen, die man mir in ein paar unglücklichen Versuchen zu Weihnachten schenkte. Ich habe sie alle wütend an die Wand geknallt. Schon die Vorstellung, dass man darauf kommen konnte, mir so etwas zu schenken, entsetzte mich. Und jetzt sollte ich auch noch aussehen wie sie! Der Kampfsport bereitete mir dagegen ein gewisses Vergnügen, und Tennis spielte ich regelmässig mit meinem Vater, wunderbare Augenblicke der Komplizenschaft mit ihm, der mit seinem kartesianischen Temperament, seiner Ordnungsliebe und Strenge und seinem Hang, alles durchzuplanen, von meiner hektischen Betriebsamkeit, meiner Sprunghaftigkeit und meinen plötzlichen Leidenschaften ganz schön genervt wurde. Nichts vermochte die Vitalität einzudämmen, die ich gegen mich zu richten verstand. Ich hatte keine Spielkameraden. Nicht in der Schule, die für mich eine Prüfung war, und nicht in den ausserschulischen Aktivitäten, die man mir vorschlug.
    »Sehen Sie sich diese Zeichnung an. « Die Lehrerin hatte meiner Mutter ein grosses Blatt Papier gezeigt, auf dem sie nur ein Gitter aus Quadraten hatte erkennen können. Obwohl sie von Berufs wegen auf alle verrückten Einfälle vorbereitet war, da sie selbst Lehrerin war, erkannte sie die Falle nicht: »Ich verstehe nicht, was das sein soll.« »Dabei ist es ganz einfach«, hatte meine Lehrerin geseufzt, »ich habe Hélène wie alle Kinder gebeten, Hühner in einem Hühnerhof zu zeichnen. Ihre Tochter hat ein Drahtgitter gekritzelt. Das ist sehr beunruhigend. « Anschliessend hatten sie miteinander getuschelt; die Familie der »Un« hatte sich auf ihren Lippen versammelt. Ratschläge. Unvermeidliches Stirnrunzeln. »Stimmt es, dass du dich weigerst, in der Pause mit den anderen zu spielen? Erzähl mir nicht, dass es in der ganzen Schule nicht einen Jungen, nicht ein Mädchen gibt, das Gnade vor deinen Augen findet.«
    Sie machte sich ständig Sorgen, meine Mutter. Ich rieb meine Wange an ihrer Hand. Sie hatte einen ganz besonderen Duft, eine Mischung aus Lavendel und Kreide, häufig übertönt von einem Hauch Knoblauch, den die Seife nicht vertreiben konnte. Der Knoblauch der Provence, wo ich geboren wurde, mit dem sie die Gerichte wie mit winzigen Kieseln in einem Wald von Gewürzen bestreute, während sie alte italienische Weisen für mich summte. Ich hasste es, wenn sie sich Sorgen machte. Das Stirnrunzeln, das den Ansatz ihrer Nase zerfurchte, gab mir einen Stich ins Herz. Ich hatte schreckliche Schuldgefühle. Ich hielt mich für böse. Dabei war diese Bosheit gar nicht ich. Nicht mein Wesen. Ich schleuderte die Puppen an die Wand, und mit ihnen zerschmetterte ich die liebevollen Gefühle derer, die sie mir schenkten, aber das war nicht ich, das war nur etwas in mir, das herauswollte, das sich ausdrücken, ausbrechen wollte. »Was ist das, eine Grenze, Mama?« »Etwas, das ein Ende markiert .« »Dann ist mein Körper also meine Grenze?« Meine verhasste Grenze, die etwas in mir zu überwinden suchte. Böse?
    Die Kinder waren manchmal böse. Ich konnte die Augen schliessen und die Bosheit in ihrem Lachen verkörpern und in den Schlägen, die sie ihrem Sündenbock in der Pause heimlich versetzten. Ihren Fusstritten in die Seite eines kranken Hundes. Und wie sollte ich ihr diese Aversion begreiflich machen, die ich gegen die anderen hatte, gegen ihre Art, sich zusammen zu rotten und den Schwächsten zu schlagen oder anzugreifen. Ich fand sie erbärmlich. Ich fühlte mich vollkommen anders als sie. Und ich war es, nicht wahr? »Nanou, du darfst nicht lauthals fragen, warum der Hausmeister humpelt. Er hinkt, weil er behindert ist, und er hat dich gehört. Das hat ihm wehgetan, und man darf die Leute nicht verletzen. Das ist grausam.« Ich war drei. Am nächsten Tag sagte ich, als wir an derselben Stelle unserem Hausmeister begegneten, mit lauter Stimme: »Siehst du, Mama, ich habe nicht gesagt, dass der Monsieur humpelt.« Ich hatte diese Worte laut und vernehmlich ausgesprochen. Ich erinnere mich nicht an die Reaktion meiner Mutter. Ich erinnere mich nur an das, was ich selbst in diesem Augenblick empfand: Der Schmerz des Hausmeisters traf mich ins Herz, ich spürte ihn physisch, und er war durchdrungen von Traurigkeit, weil dieses kleine Mädchen, das er seit seiner Geburt kannte, der Grausamkeit der Taktlosigkeit, der Macht weh zu tun nachgegeben hatte. Ich erinnere mich an das unmittelbare Entsetzen über meine Worte und meine Gewissensbisse, mein Leid. Es hatte den gleichen metallischen Geschmack, es löste die gleiche Explosion rötlich violetter Farbe aus, wenn ich den Kindern aus meiner Klasse zusah, wie sie einen anderen verspotteten, wenn ich ihre Gewalttätigkeit feststellte, die der Jungen vor allem, die immer in Gruppen waren, sich ständig anrempelten und brutal aufeinander losgingen. Und doch, wenn ich mit jemandem hätte spielen müssen, hätte ich sie gewählt. Besser als jeder andere erkannte ich auf den ersten Blick die besten Äste, um auf die Bäume zu klettern. Ich hätte sie alle im Klettern, im Laufen, im Ausweichen übertrumpft.

    Liken

  6. Thom Ram sagt:

    Saagenhaft, die Kindheit der Hélène Grimaud, und wie sie es in Worte fassen kann, mannmannmann.
    Ich habe mir das Vergnügen geleistet, sie in Interviews zu beobachten. Und immer wieder tief fasziniert war ich von…..ihren Augen. Uiii, da leuchten 1001 Phacetten.

    Liken

  7. Richtig Tom, faszinierend. Eine Power-Frau. Wie sie in die TAsten haut mit unglaublicher Präzision. Das Äquivalent zur Sängerin Aida Garrifulina!

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: