bumi bahagia / Glückliche Erde

Startseite » AUTOREN » ADMIN THOM RAM » Leuchtfeuer / Das Dorf Marinaleda in Spanien

Leuchtfeuer / Das Dorf Marinaleda in Spanien

Marinaleda ist der Beweis.

Es geht mit Schulterschluss, klaren Zielen, findigen Köpfen, mit Fleiss und Ausdauer.

Es geht ohne Armut, ohne Arbeitslosigkeit, ohne Not, ohne Kriminalität.

Es geht inmitten vom Raubneo“liberalismus“.

Ein Hoch auf die stolzen, tüchtigen Spanier von Marinaleda!

.

Von Petra per Mail eingereicht.

Thom Ram, 24.11.06

.

.

Marinaleda – Das sozialistische Dorf der Gleichheit

14. Juli 2016 – 12:30 |  |

.

.

Spanien ist geplagt von einer andauernden Wirtschaftskrise, und die eigene Regierung geht den Weg der Austerität, diktiert durch die EU und ihren großen Ökonomien. Spanien baut Jobs ab, kürzt bei den Ärmsten und lässt die Schwachen bluten. Die Reichsten werden von den Regierenden bisher eher wenig belastet. Somit gleicht die spanische Politik der der anderen europäischen Länder, die von unten nach oben umverteilt und Schulden sozialisiert.

Wir befinden uns im Jahre 2016 n. Chr. Ganz Spanien ist vom Neoliberalismus besetzt … Ganz Spanien? Nein! Ein von unbeugsamen Sozialisten und Sozialistinnen bevölkertes Dorf hört nicht auf dem Eindringling Widerstand zu leisten. Marinaleda gilt Vielen als ein sozialistisches Musterdorf, das von den Bastionen des Neoliberalismus umzingelt ist.

Das Dorf ist mit seinen 2.800 EinwohnerInnen im Süden von Andalusien ein Dorf  unter vielen anderen. So mag man meinen. Die Unterschiede fallen auf, wenn man die Arbeitslosenzahlen des Dorfes mit denen der anderen Städte und Dörfer der Region vergleicht. In Andalusien sind 30 % der Menschen erwerbslos, in Marinaleda hingegen kein einziger. Für den Unterschied sorgte vor allem der Bürgermeister Juan Manuel Sanchez Gordillo, der 1979 in den ersten freien Wahlen zum Bürgermeister gewählt wurde und seitdem bei jeder Wahl mit überwältigendem Ergebnis wiedergewählt wird. Sanchez Gordillo hat mit Hilfe der BürgerIinnen etwas geschaffen, das nicht nur in Spanien einmalig sein dürfte. Sie haben alle zusammen einen Ort aufgebaut, in dem kein Mensch ohne Lohn oder Arbeit ist und jeder ein eigenes Haus erhält.

„Ich bin Antikapitalist, Pazifist, Öko und Utopist“ sagt Gordillo über sich selbst. Der Bürgermeister, der so gut wie nie ohne ein Palästinensertuch herumläuft und in dessen Büro ein großes Bild des Revolutionärs Che Guevara hängt, lebt seinen Antikapitalismus aus. Bei den ersten Wahlen kandidierte er für eine linke Partei, die heute Teil der Vereinigten Linken ist. In dem Dorf ist die Sozialdemokratie die am weitesten rechts stehende Partei, die hier überhaupt Mitglieder hat.

.

Die stolze Geschichte des Widerstands

In dem Ort ist alles in Genossenschaften organisiert, die zusammenarbeiten und den Menschen einen sicheren Arbeitsplatz verschaffen. Die Geschichte der Genossenschaften ist eine Geschichte des Widerstands, eine Geschichte, die in der heutigen Zeit Mut und Hoffnung spenden kann. Im Jahr 1979 begannen die DorfbewohnerInnen sich für Nutzungsflächen einzusetzen, die damals dem ehemaligen Franco-General El Infantado gehörten. Zwölf Jahre lang blockierten EinwohnerInnen von Marinaleda die Villa des Generals, um die Nutzungsrechte für El Humoso, eine 1.200 Hektar Fläche zu erhalten. Sie blockierten Schienen und Landebahnen auch in umliegenden Städten; sie ließen sich auch nicht  von den Schergen des Generals oder Verhaftungen einschüchtern.

Sie kämpften für ihren Traum von einem Leben ohne Armut, einem Leben in dem alle Menschen gleich sind. Nach zwölf Jahren, kurz vor der Expo in Sevilla, war es so weit. Die Politik gab auf, kaufte dem ehemaligen General sein Land ab und stellte es den Bewohnern des Dorfes zur Verfügung. Wenig später gründeten sie die Genossenschaft „El Humoso“, die Oliven, Paprika, Saubohnen und Artischocken anbaut und in der Dosenfabrik des Dorfes abfüllt und verkauft. Die Genossenschaft erwirtschaftet jährlich fünf Millionen Euro und erzielt dabei einen Gewinn von 3% und das, ohne Menschen zu entlassen oder anderen Sozialabbau zu betreiben. Im Dorf verdient jeder das gleiche, genau 1.200 Euro. Gordillo, der als Bürgermeister von der Region bezahlt wird und im andalusischen Regionalparlament sitzt, spendet alles, was er über diese 1.200 Euro einnimmt, ebenfalls. So unterstützt er mit seinen Spenden NGOs oder die Genossenschaft selbst, die von diesem Geld und von ihrem Gewinn ihre Produktion verbessert oder das Geld an das Dorf weiterleitet.

.

Ein Haus für 15 Euro

.

Weiterlesen in „Die Freiheitsliebe“

.

Und noch…..

 

.

.


4 Kommentare

  1. Johann sagt:

    Marinaleda. Was wie eine Perle im Sumpf Europa.
    Und es ist schön auch mal etwas Positives zu hören was in der Realität auch funktioniert.
    Tolle Arbeit von den Bürgermeister und seine Bewohner.

    Gefällt 2 Personen

  2. palina sagt:

    Danke an Petra.
    Ein sehr schönes Projekt.
    Hatte vor einiger Zeit schon mal davon gehört und tatsächlich einen Film über diesen Ort gefunden.

    Der Schriftsteller Ilija Trojanow geht auf Spurensuche nach Oasen der Freiheit in Europa. Er findet sie – in der anarchistischen Geschichte und Gegenwart, in der Literatur und im Internet. Trojanow besucht selbstverwaltete Projekte: Etwa das spanische Dorf Marinaleda, wo die Uhren anders laufen und die Bewohner seit Jahrzehnten dem Kapitalismus trotzen. Oder die Insel Ikaria, wo keine Uhren laufen, die Menschen zeitlos leben und älter werden.

    Selbstverwaltete Projekte | Marinaleda, Spanien | Ikaria, Griechenland | Oasen der Freiheit

    Gefällt mir

  3. palina sagt:

    Hier ein kurzes Interview mit Ilja Trojanow. Er hat viele Länder bereist und auch eine sehr interessante Biographie.

    Pelzig und Ilja Trojanow Freiheit, Sicherheit und Privatshäre

    Gefällt mir

  4. rechtobler sagt:

    Super – es zeigt doch es gehen würde! Danke für’s Einstellen. Bei so eoinem Projekt wäre ich sofort dabei – keine Frage. 😉

    Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: