bumi bahagia / Glückliche Erde

Was ist Leben?

Es kommt manchmal vor, daß die Gedanken im Kopf um einen bestimmten Fragenblock kreisen, meist tagelang, aber man kriegt sie nicht geordnet.
Und dann bekommt man ein Buch in die Hand, zu einem ganz anderen Thema, und findet darin in einer höchst klaren Formulierung genau jene Fragen dargelegt, um die man so lange gerungen hat, und so folgerichtig hergeleitet und schön ausgedrückt, daß man es besser kaum hätte sagen können.
So ist es mir mit dem nachfolgenden Kapitel aus dem Buch des österreicher Heilers Rudolf Thetter (Ersterscheinen 1937 in Wien) gegangen, das ich euch hiermit ans Herz lege.

Abschrift Luckyhans, März 0006, Hervorhebungen wie im Original.
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Goethes Metamorphosenlehre

Wir wollen sehen, wie Goethe die Polarität im Lebendigen, also zunächst in der Pflanze, auffindet.
Einige Jahre vor seinem Tode, im 79. Lebensjahr, hat Goethe einen Aufsatz zu schreiben begonnen und ihn im Jahre seines Todes, als Zweiundachtzigjähriger, abgeschlossen. Die Arbeit trägt den etwas umständlichen Titel „Über Spiraltendenz der Vegetation. Vorarbeit, aphoristisch“.

Für wen hat Goethe diese Vorarbeit geleistet?
Für ihn selber kam sie nicht mehr in Betracht. Er hat auch nichts mehr in dieser Richtung geschaffen. Hatte er doch seine ganze Naturforscherarbeit bereits geleistet und hinter sich.
Das Wissen von lebendiger Natur ist jedoch hier in einer Weise gefaßt, wie vorher an keiner anderen Stelle seiner doch wahrlich bedeutenden und grundlegenden Schriften.

Es sind in dieser Schrift im wahrsten Sinn umfassende Naturgesetze behandelt. Er hat hier bewußt eine Vorarbeit geleistet. Wer soll sie weiterführen? Warum nennt er das Vorarbeit? Wohin soll sie führen?

Wir glauben, diese höchst bedeutsame Vorarbeit fruchtbar machen zu können. Indem Goethe von Spiralgefäßen in den Pflanzen redet, fühlt er sich gedrängt, darauf hinzuweisen, daß hier im Kleinen etwas offenbar wird, was überhaupt zum Wesen der Pflanze gehört und das darüber hinaus für alles Lebendige Bedeutung hat.

Goethe verweist auf zwei einander gegenüberstehende Prinzipien. Das eine nennt er das Vertikalsystem, das andere das Spiralsystem.
Das Vertikalsystem ist das von der Erde aufgehende, geradlinig gen Himmel strebende, dem eigentlichen Wachstum zugrunde liegende. An und für sich sehen wir diese Vertikaltendenz im Stoffe offenbar geworden vor uns, wenn wir die winterlich kahlen Stämme der Bäume, die Halme des Getreides, die zu Stroh verholzen, in ihrer Starrheit betrachten.
Goethe weist darauf hin, daß ohne die damit gegebene Tendenz der Verfestigung und Verhärtung kein Leben denkbar ist. Alles Leben der Erde würde aber, wäre diese Tendenz allein herrschend, der endlichen Verhärtung und Erstarrung verfallen.

Diesem Vertikalsystem wirkt in allem Leben auf Erden das Spiralsystem als gleichwertige Tendenz entgegen. Es treibt zu Vermehrung, Fülle, Ernährung und Fortbildung. Es bewirkt die ganze Fülle von Blättern, Blüten und Früchten mit ihren Reichtum an nährenden, farbenprächtigen, duftenden Substanzen, alles das, was das Leben reich und lebenswert macht.
Dennoch sind es – verglichen mit dem Holz – vergängliche, „dem Verderben ausgesetzte“ (Goethe) und hinfällige Substanzen. Ohne sie wäre das Pflanzenreich lediglich in der Gestalt vorhanden, wie es uns das kahle Geäst zeigt.

Goethe sagt: „Keines der beiden Systeme kann allein gedacht werden, sie sind immer und ewig beisammen; aber im völligen Gleichgewicht bringen sie das Vollkommenste der Vegetation hervor.“
Um das spirale Prinzip anschaulich zu machen, weist Goethe auf die windenden Pflanzen hin. Ihnen fehlt das vertikale Prinzip. Sie suchen es außer sich, weil sie es in sich nicht haben.
Goethe gibt ein wunderschönes Beispiel:

Man trete zur Sommerzeit vor eine im Gartenboden eingesteckte Stange, an welcher eine Winde von unten an, sich fortschlängelnd, in die Höhe steigt, sich fest anschließend, ihr lebendiges Wachstum verfolgt!
Man denke sich nun Convolvel und Stange, beide gleich lebendig, aus einer Wurzel aufsteigend, sich wechselseitig hervorbringend und so unaufhaltsam fortschreitend!
Wer sich diesen Anblick in sein inneres Anschauen verwandeln kann, der wird sich den Begriff sehr erleichtert haben. Die rankende Pflanze sucht das außer sich, was sie sich selbst geben sollte und nicht vermag.“

Taucht vor unserem Inneren Auge nicht der Versuch Ehrenhafts auf, bei dem die kleinen Blattgrüntröpfchen in Schraubenbahnen dem Lichte zustrebten, sich gleichsam um den Lichtstrahl windend wie die Winde um die Stange?
Damit haben wir aber auch das „innere Anschauen“ erreicht, von dem Goethe spricht und das er unterscheidet vom bloßen Anblicken eines Gegenstandes, das ja nur ein totes Bild gibt.
Durch die „innere“ Schau geraten unsere Anschauungen in Fluß und werden befähigt, dem Wesen des Lebendigen nahezukommen, das wir sonst nur in der Form erstarrt sehen. Man erkennt dann, daß in allem Lebendigen eine gegensätzliche Zweiheit wirksam ist. Goethe spricht an anderer Stelle davon mit dem Wort „Polarität“.
Gemeint ist aber immer eine untrennbare Zweiheit von Gegensätzen, die in ihrem Gegen- und Zusammenwirken erst die Einheit des Lebens ausmachen.
Leben muß immer in dieser Zweiheit erscheinen.

Das dritte Prinzip

In jeder Pflanze tritt diese Zweiheit in der Gestaltbildung von Stamm (Stengel) und Blattwerk vor Augen. In der Blüte sehen wir die höchste Steigerung der Pflanzenbildung. Hier kommt die physische Gestaltung zur Vollendung und zugleich tritt durch sie ein drittes System in die Anschauung.
Man darf vielleicht sagen: die gegeneinander wirkenden Kräfte der beiden Systeme kommen in der Achse des Spiralsystems zu einem endlichen Ausgleich – zur Ruhe. Diese Kräfte verschwinden nicht, sie setzen sich bloß um, bilden gleichsam ein kraftendes Ruhezentrum, das sich im Kreise und im Mittelpunkt als neue Polarität auswirkt, welche in ihrer Weise neue Gestaltung, Bildung hervorbringt – nämlich die Blüte, in deren Mitte neues Leben vorbereitet wird.
Der bis nun spiralige Kreis wird zum ruhenden und bildet zusammen mit seinem Zentrum das dritte neue Prinzip – die Blüte mit Keim, Samen und Frucht.

Wir finden dieses Gegeneinanderwirken zweier Prinzipien und das dadurch entstehende Dritte, das erst das eigentliche Leben ausmacht, über den Bereich des Pflanzenlebens hinaus auf allen Lebensgebieten und in den verschiedenartigsten Erscheinungen metamorphosiert wieder.
Für den schon unterrichteten Leser sei auf die Zweiheit in Assimilation und Dissimilation hingewiesen, die als Drittes alles gesunde Organleben zur Folge hat, auf „Ausdehnung und Zusammenziehung“, auf Systole und Diastole, auf Sympathikus und Parasympathikus, auf die großen Gegensätze der Hormonwirksamkeit usw.

Wenn wir diese Polarität beim Menschen zunächst gestaltlich ins Auge fassen, so sehen wir uns vor dem Gegensatz: untere Rumpfgegend (Bauch) und Kopf gestellt. Hier Verdauungssystem mit den Gedärmschlingen, dort das Gehirn mit seinen Windungen als Zentrale des Nervensystems. Hier Verdauungsleben mit all seiner Unbewußtheit und höchster Ordnung, dort Bewußtseinsbildung und Denken mit seinem Irren. Hier die „Weiche“ (Bauchdecke), dort die harte Knochenkapsel der Hirnschale.

Dazwischen liegt mit ihren Organen (Lunge und Herz) die Brust, die als tätige Mittlerin zu den Gegensätzen durch ihre Funktionen (Ausatmen, Einatmen, Systole, Diastole) alles Leben bewirkt und erhält.
Goethe bezeichnet die Brustorgane als „Organe des inneren Lebensaustriebs“. Damit wird, über die Zweiheit der Tendenzen hinausgehend, auch bei Tier und Mensch auf ein drittes Prinzip hingewiesen, das hier als rhythmisches Geschehen im Kreislauf des Lebens auftritt: ausgleichend, harmonisierend, vermittelnd.

Wir fassen die früheren Aussagen von den spiralen und vertikalen Tendenzen zusammen und sagen: die Vertikaltendenz drängt auf Verfestigung, Verhärtung, im Übermaß auf Sklerotisierung.
Die Spiraltendenz hingegen drängt auf Umwandlung, im Übermaß auf Auflösung, ja Vernichtung.
Auch darauf weist Goethe hin, nur begnügt er sich nach seiner Art mit Andeutungen. Er verbleibt bei der Betrachtung der beiden erwähnten Prinzipien im Bereich des Pflanzlichen Lebens und deutet bloß auf deren Allgemeingültigkeit hin.

Wenn wir nun weiter diese Prinzipien im Bereich des tierischen und menschlichen Lebens aufsuchen wollen, stehen wir vor der Notwendigkeit, sie anders zu bezeichnen. Denn sie erscheinen hier in anderen Gestalten.

Unser Leben ist im weitesten Umfange von dem Spannungsverhältnis Verfestigung und Verwandlung und deren immer von neuem angestrebten Ausgleich bestimmt.
Gesundheit ist das richtige Spannungsverhältnis zwischen einer Vielheit von Tendenzen, die sich aber immer wieder auf eine zugrundeliegende Polarität reduzieren läßt.
In diesem Sinne ist Gesundheit nicht ein andauernder Zustand, sondern etwas, das immer im Werden begriffen anzusehen ist. Denn wir neigen einmal mehr auf die eine, dann wieder auf die andere Seite.

Bisher haben wir das Prinzip der Polarität in der elementaren Welt (Goethe, Benedikt, Ehrenkraft) bei den Erscheinungen der Farben und elementarer Bewegungsvorgänge in Bezug auf Licht und Finsternis betrachtet. Dann zeigten wir das Gesetz der Polarität im Bereich des Lebendigen auf.
Nun wollen wir, wieder aufbauend auf den Gesetzen der Farbenlehre, sehen, wie es sich weiter im Seelischen gestaltet, denn auch die Seelenvorgänge folgen dem umfassenden Gesetz der Polarität.

Achten wir nur einmal auf die Sprache! Wir reden davon, daß jemand vor Schmerz „versteinert“ sei. Er ist in diesem Leben ganz „erstarrt“. Im andern Fall reden wir von einem „Rausch“ der Begeisterung oder vom „Ganz-aufgelöst-sein“ vor Glück; viele solcher treffenden Ausdrücke gibt es; hier bestimmen sie Pole im Seelischen.

Wie Goethe seine Naturanschauung, z.B. die Farbenlehre, seinen Dichtungen zugrunde legt, sehen wir im „Faust“. Dort sagt er im Anblick des Regenbogens:
„… der spiegelt ab das menschliche Betreben,
Ihm sinne nach, und du begreifst genauer:
Am fernen Abglanz haben wir das Leben.“

In der vielgestaltigen Farbenpracht des Regenbogens, im Kampf zwischen Licht und Finsternis, sieht er ein Gleichnis für unser Leben: „… Ihm sinne nach!“- So wird Naturanschauung – Weltanschauung.

Denn auch das gesamte menschliche Leben ist ein Kampf zwischen Licht und Finsternis, zwischen Dunklem und Hellem. Nicht nur in der Außenwelt findet sich beides.
Wir kennen diese gegenwirkenden Kräfte in unserem Denken und Gemüt.
Etwas, das noch ganz in Dunkel gehüllt ist, wird durch Denken „klar und hell“, es „dämmert“ in unserer Erkenntnis, wenn wir beginnen, klarer zu sehen. „Es geht uns ein Licht auf“, wenn wir etwas verstehen und begreifen. Den Irren nennen wir „umnachtet“.

Ein Gleichnis, sagten wir, finden wir im Gemüt und Charakter. Finster nennen wir ungute, böse Gedanken. Wir suchen sie zu verbergen, schämen uns ihrer.
Das umdüsterte Gemüt als Gegensatz zu der frohen Stimmung der lichten Kindheitstage ist uns bekannt. Finsternis lastet auf den Zügen des Bösewichts.
Hingegen sprechen wir von „strahlendem Licht“ in den Augen des liebenden Menschen. Kurz: Ein Mensch kann in seinem Wesen licht oder dunkel sein.

Man prüfe diese Aussagen auf ihre Erlebnisinhalt und nehme sie nicht als bloße Übertragung von Erscheinungen der Außenwelt auf die Welt des Innern!
Als junger Mann stand ich an der Bahre eines geliebten Menschen. Echte Trauer erfüllte mich – wie ich meinte. Plötzlich sagte ich mir: „Was spielst du hier Komödie? Du hast diesen Menschen doch gar nicht geliebt!“
Aufs tiefste bestürzt fragte ich mich:“Was soll das? Wer bist du nun selbst? Der Trauernde oder der Höhnende?“ – Mit erschütternden Erstaunen stand die Frage vor mir: „Wer bin nun Ich?“
Jene Menschheitsfrage, von deren Lösung alles abhängt.

Von da ab war mein Leben von dieser Frage zerquält.
Hilfe brachte mir erst Aristoteles durch seine Frage nach der Tugend. Er beantwortete sie in einer bisher unübertroffenen Weise:“Die Tugend in bezug auf den Menschen ist die von vernünftiger Einsicht geleitete Fertigkeit, die Mitte zu finden zwischen einem Zuviel und einem Zuwenig.“

Die Tugend Tapferkeit z.B. wird durch ein Zuviel zur Tollkühnheit, durch ein Zuwenig zur Feigheit. Tapferkeit hat die Mitte zu halten zwischen Tollkühnheit und Feigheit. Daraus ergibt sich also, daß sich die Tapferkeit ihre Stoßkraft von der Tollkühnheit holt und ihre Vorsicht von der Seite der Feigheit.
Somit ist also auch eine Tugend nicht ein dauernder Besitz, sondern die jeweilig anzustrebende Gleichgewichtslage zwischen gegensätzlichen und in ihrer Einseitigkeit verderblichen Trieben.

So wurde mir klar, daß das Übermaß meines Schmerzes um den Verlust des geliebten Menschen selbstischer Natur sei, daß ich selbst in meinem Menschentum das ordnende dritte Prinzip darstellen müsse, das die Mitte zu halten habe.
Ich war belehrt, daß mein Seelenleben zwischen entgegengesetzten Polen verlaufe, wie bei jedem Menschen – nicht anders, als die Natur zwischen Licht und Finsternis die Farbenwelt, zwischen Sonne und Erde die Pflanzenwelt erscheinen lasse.

Als mir diese Einsicht zuteil wurde, war ich nur lodernde jugendliche Anklage gegen alles, was bis dahin an Erziehung, an Wissen und Weisheit an mich herangekommen war.
Wußte es die Welt nicht oder hatte sie es mir verheimlicht, daß ich mit dem gleichen Rechte zu meinem Schmerz wie auch zu meinem Hohn „Ich“ sagen konnte?

(Quelle: Rudolf Thetter „Magnetismus – das Urheilmittel“, 9. Auflage , Wien 1986, Verlag Gerlach und Wiedling, S. 111ff.)

(Fortsetzung folgt)


6 Kommentare

  1. thom ram sagt:

    Worte eines klugen Mannes, der sich von klugem Manne inspirieren liess.
    Danke für die Abschrift dieses wertreichen Textes, Lücki.

    Gefällt mir

  2. Besucherin sagt:

    Passt vielleicht hierher, worüber ich vor ein paar Tagen gestolpert bin: das Mäuseparadies – Experiment

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-43257738.html

    Insgesamt wurden 25 solcher Experimente über viele Jahre durchgeführt, wo Ratten und Mäuse unter Idealbedingungen gehalten wurden, und alle endeten mit dem völligen Aussterben der gesamten Population. Man konnte mit diesen Tieren auch keine Neuansiedlung starten, sie behielten ihr abnormes Sozialverhalten bei, wurden uralt, aber vermehrten sich nicht mehr.
    Ich habe nun die Alterspyramiden der Vollkasko – Gesellschaften durchforstet, die meisten sind auf direktem Weg in die Geriatrie. Die ganzen Gender – Verwirrungen sind demnach auch kein Zufall, all das trat auch bei den Mäusen so auf.

    Dazu passt auch eine Doku von Steve Bannon, „Generation zero“, wo er eine verhätschelte Nachkriegsgeneration als egoistische Selbstverwirklicher nachzeichnet, die verantwortungslos und beliebig geworden sei – der Film bezieht sich nicht auf das Experiment, die Phasen der Entwicklung sind aber verblüffend ähnlich.
    Gibt eh reichlich im Netz – wenns jemand interessiert.

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  3. Wolf sagt:

    zu Besucherin um 19:49

    Danke für den Hinweis zu den den egoistischen „Selbstverwirklichern“.
    Egoismus ist verantwortungslos. Er führt letztlich zum Tod, denn isoliertes Leben ist überhaupt nicht möglich.

    Der menschliche Körper ist ein Biotop, das eine riesige Menge an lebensspendenden Mikroben beherbergt. Ohne das Zusammenleben der Bakterien in seinem Darm, auf seiner Haut usw. (das Mikrobiom), könnten wir als Mensch gar nicht existieren. Die Bakterien, die unseren Körper besiedeln, wirken wie ein körpereigenes Organ. Die Mutter gibt die Mikroben bei der Geburt über die Scheide an das Baby weiter. Geburt durch Kaiserschnitt liefert ein schwächeres Immunsystem. Auch die Muttermilch enthält Mikroben. Die Immunabwehr benötigt Mikroben.

    Es wurden bereits 19.000 Aufgaben entdeckt, die durch die Darmflora erledigt werden.
    Die meisten Zellen, die im menschlichen Organismus vorkommen, sind keine Zellen eines Vielzellers, also menschliche Zellen, sondern mikrobielle Zellen von Einzellern. Sie stehen in einem geschätzten Verhältnis von mikrobiellen Zellen zu Vielzeller Zellen von circa 10 : 1. In absoluten Zahlen wird ein erwachsener Mensch von etwa 100 Billionen Bakterien besiedelt.

    Lebewesen sollten daher nicht als Individuen betrachtet werden, sondern als Ökosysteme. Wir sind keine Einzelwesen!

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  4. Besucherin sagt:

    Wolf
    04/03/2018 um 21:28

    „Egoismus ist verantwortungslos. Er führt letztlich zum Tod, denn isoliertes Leben ist überhaupt nicht möglich.“

    Dieser Egoismus entwickelt sich offenbar unter bestimmten Rahmenbedingungen, bei den war es Mäusen genauso, und ich würde es auch bei den Bienen so sehen, was unter „colony collapse disorder“ bekannt ist. Insofern würde ich diese Egoisten sogar als natürliches Regulativ einbeziehen, sozusagen als erste Warnlampe, dass in einer Gesellschaft grundsätzlich was nicht stimmt.

    Hier habe ich kürzlich einen schönen Artikel gefunden, über ein Buch von Lynn Margulis

    http://www.nachdenkseiten.de/?p=42463

    Über Lynn Margulis und ihr Buch „Leben“ habe ich schon hier mal geschrieben, wenn ich mich recht erinnere.

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  5. David Ulf John sagt:

    Danke für die klare Nachzeichnung der 2 polaren Prinzipien in allen Bereichen, und das daraus erwachsende und erblühende dritte Prinzip. Das gibt mir wohlige Denkanstoßwellen

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  6. luckyhans sagt:

    zu David Ulf John 06/03/2018 um 23:05
    Ich würde deinen Dank gern an den Autor weiterleiten, aber er weilt schon in angenehmeren Sphären, siehe hier:
    http://biographien.kulturimpuls.org/detail.php?&id=1267
    😉

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