bumi bahagia / Glückliche Erde

Kleine Feuer / Sardinien / Aufschwung

Ist das etwa ein kleines Feuer oder nicht? Sehr gute Nachricht.
Nein, richtige Menschen sind nicht ausgestorben. Viele richtige Menschen entzünden sie, die kleinen Feuer. Sie wachsen, werden sich zusammenschliessen schrittweise, und sie werden alle damit Verbundenen wärmen.
Sardex.
Sorgfältig, mit kleinsten Schritten haben sie im Jahre 2000 begonnen. Heute herrscht bereits Ansturm, und auch heute führen die Initiatoren das Wachstum mit Umsicht. Lieber langsam sicher als schnell und töricht. Sehr überzeugend.
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Nebenbei bemerkt, fällt mir ausserthematisch grad ein:
Ich habe schon läuten gehört, dass es Bestrebungen gebe in Sardinien, die Insel der Schweiz anzugliedern. Das wäre nun wirklich originell. Ein zweiteiliger Staat, getrennt durch andere Staaten und ein bisschen Meer dazu.
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Eingereicht von Freund Josef im Tirol.
Zu finden in legitim.ch
Original in DW.
Autor: Nils Zimmermann
Thom Ram, 20.12.05 (was mal 2017 war)

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Sardinien: Aufschwung ohne Bankzinsen

December 19, 2017

by DW

Sardex ist ein regionaler Kreditklub für kleine und mittlere Unternehmen auf Sardinien. Die Mitglieder helfen sich gegenseitig aus der Krise – mit Erfolg. Jetzt soll das System in ganz Italien die Wirtschaft ankurbeln.

Das Gesicht von Giuseppe Littera (2. v. r.) leuchtet strahlend, wenn er von der Geschichte seines Start-ups spricht: „Es war unsere Vision, hier zu Hause wieder wirtschaftliche Perspektiven zu ermöglichen“, sagt der Gründer und Geschäftsführer von Sardex.

Lange lag die Wirtschaft der Insel Sardinien brach, vor allem die gut ausgebildeten Menschen wanderten ab. Sardex sollte der Wirtschaft wieder Leben einhauchen. Als Klub für kleinere und mittlere Unternehmen (KMUs), bietet Sardex den Mitgliedern die Möglichkeit, zinsfreie Geschäfte miteinander zu machen – ganz ohne Bargeld. Die Inspiration für das Geschäftsmodell hätten sie sich beim schweizerischen Wirtschaftsring-Genossenschaft Wir geholt, erklärt Littera.

So funktioniert das Modell

Mitglieder von Sardex erhalten Zugang zu einer Onlineplattform. Dort können sie Angebote und Gesuche zu Produkten und Dienstleistungen anderer Mitgliedern finden. Die Mitglieder zahlen einander auf Kreditbasis, in sogenannten „Sardex-Krediten“ und nicht in Bargeld. Die Kredite funktionieren also eigentlich wie eine Regionalwährung.

Zum Beispiel: Ein Zahnarzt, ein Lebensmittelhändler und ein Zimmermann sind allesamt Mitglieder von Sardex. Der Zahnarzt behandelt die Zähne des Zimmermanns. Dafür bekommt er Sardex-Kredite gutgeschrieben. Beim Lebensmittelhändler kann er damit einkaufen gehen. Und der Lebensmittelhändler bezahlt dann in Sardex-Krediten wieder beim Zimmermann für die neuen Regale im Laden. Damit ist der Kreditkreis geschlossen. Mehrere Transaktionen wurden getätigt, ohne dass jemand harte Euros verwenden musste, oder das Girokonto belastet wurde.

„Im Laufe eines Jahres soll jedes Sardex-Mitglied sein Kreditkonto ausgewogen für Einkäufe und Verkäufe nutzen, damit es langfristig um den Nullstand schwankt,“ erklärt Littera. „Das ist notwendig, damit das System funktioniert.“

Jedes Mitglied handelt mit Sardex einen Höchststand und ein Tiefstand an Kreditvolumen aus; innerhalb dieser Bandbreite darf sich dann sein Sardex-Konto bewegen. Zudem stehen der Kreditstand und die getätigten Geschäfte eines jeden Mitglieds auf dessen Konto. Das wiederum ist jederzeit für alle Mitglieder auf der Onlineplattform einzusehen. „Das schafft Transparenz,“ sagt Littera, „und deshalb Vertrauen. Das ist wichtig.“

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Weiterlesen bei der Quelle DW!

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9 Kommentare

  1. jpr65 sagt:

    Geniales Konzept. Das wäre etwas für die neuen/alten deutschen Gemeinden. Und die Währung gilt nur lokal. Wenn der Chinese etwas damit anfangen will, dann muss er dort einziehen, auf Sardinien. Und auch dort alles wieder ausgeben Das führt zu lokaler Stärke vor Ort.

    Wer von denen will noch internationalen, weltweiten Handel? Aber die Ideen, die kann man international verbreiten, die wiegen nicht viel beim Transport. Die entfalten ihr Gewicht erst, wenn sie eingetroffen sind.

    Gefällt 1 Person

  2. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  3. Gunvald Larsson sagt:

    Ähnliche „Experimente“ wurden bereits vor 200 Jahren durchgeführt. Forscht einmal nach dem „Mirakel von Guernsey“ (z.B. hier: http://www.sffo.de/sffo/Guernsey_freigeld.pdf).

    Der Gouverneur der Kanalinsel Guernsey, Daniel des Lisle Brock, gab im Jahr 1815 eigenes Geld aus für Infrastrukturprojekte auf der Insel (parallel zum britischen Pfund). Das Geld wurde akzeptiert, weil man damit seine lokalen Steuern bezahlen konnte. Das Geld wurde für konkrete Projekte in Umlauf gesetzt und nach und nach durch die Steuereinnahmen wieder aus dem Verkehr gezogen. In der Zwischenzeit wurden mit der umlaufenden Währung diverse andere Transaktionen durchgeführt. Für weitere Infrastrukturprojekte wurden dann neue Summen ausgegeben und auf die gleiche Weise wieder aus dem Wirtschaftskreislauf entfernt. Inflation spielte dadurch keinerlei Rolle.

    Das Projekt war so erfolgreich, dass es die Bank of England durch massive Propaganda unternahm, die Bürger der Insel von der „Schädlichkeit“ des selbst herausgegebenen Inselgeldes zu überzeugen, um Heim in den Schoß des „wahren“ Geldes zu kommen. Das war 1835 dann vollzogen. Die BoE verringerte sofort die umlaufende Geldmenge, so dass Projekte nur noch per Kredit gegen Zins durchgeführt werden konnten.

    Honi soit qui mal y pense.

    Ganz ähnlich das so genannte „Wunder von Wörgl“.

    Gefällt 2 Personen

  4. thom ram sagt:

    Gunvald 18:38

    Die Menge macht es aus. Wenn statt einem Guernsey, einem Wörgl, einem WIR, einem Sardex weltweit täglich derer Hundert kreiert werden, so sind das innert nur einem Jahr schon 300’000, also pro Staat 1500. Für mich steht ausser Zweifel, dass das stattfinden wird. Es ist eine exponentielle Kurve. Wir befinden uns am Anfang des Endes des Anfanges, gesetzt möglicherweise von den klugen guten Geistern von Guernsey.

    Viele Hunde sind des Hasen Tod. Das eine Promille der Weltmacher und Weltsauger weiss das. Darum schlagen sie heute um sich wie verrückt, haben in abnehmendem Masse die Möglichkeit, ihr Tun zu tarnen, setzen Greis und Greisin in den Knast, wenn sie zwischen Gebiss rein – und rausnehmen etwas gesagt haben sollen, was volksverhetzend sei, in der Tat systemzersetzend ist. Und machen platt einfach alles, was sie nur plattmachen können.

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  5. ALTRUIST sagt:

    Warum tun diese Menschen das ?

    Wahrscheinlich ist die Grundlage die Bindung an die Heimat , ihre Identitaet welche sie nicht preis geben wollen fuer keinen Preis .
    Dabei besinnen sie sich auf ihre legitimen Rechte und setzen sie um .
    So erkennen sie auch die Kraft und Staerke einer soziialen Gemeinschafft , die Sinnlosigkeit von konstruierten politischen Parteien/Vereinen , die keiner braucht und die Ueberfluessigkeit einer zentralen Macht , die alles regeln und bevormunden will .
    Und diese Macht sitzt nun noch im weit entferntem Bruessel als Taueschung , denn die reale Macht sitzt im Vatikan , in der CoL und im Washington DC .
    Wer nicht dazu gehoert , kann an ihrer Arbeit , ihrem Fleiss auch nicht mit verdienen , wer nicht arbeitet , soll auch nicht essen .

    Ein gutes Beispiel , was freie Menschen zu Wege bringen koennen .

    Selbst wenn die Schweizer und Sardinier fuer sich entscheiden , dass sie zusammen wollen , was spricht dagegen ?
    Ihre Geschlossenheit kann kein Psychopath der Welt aufhalten .

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  6. Gunvald Larsson sagt:

    Thom 20:19

    Die Zeit war damals wohl noch nicht reif, wenngleich diese Versuche als leuchtendes Bild aus der Vergangenheit heute erst so richtig wichtig werden.

    Wir befinden uns tatsächlich an einem Scheideweg, und die Veränderungen werden sich in nächster Zeit noch einmal beschleunigen. Ganz abseits von Politik oder Finanzwirtschaft entwickeln sich Dinge, die erst ein festes Fundament für den Wandel auch des Geldwesens errichten.

    Empfehlenswert finde ich z.B das Buch „Reinventing Organizations“ des Belgiers Frederic Laloux. Man erkennt an der darin geschilderten Entwicklung von Organisationsformen, dass nicht immer unbedingt böser Wille der schädlichen Tat vorausgeht, sondern häufig aus dem Spannungsfeld zwischen Individuum und umgebender Organisation herrührt. Verändert sich der Mensch, verändert sich die Organisation, die er schafft, die aber auch ihn erschafft – und umgekehrt. Ganz ähnlich definierte Wilhelm von Humboldt das für die Sprache, die für ihn gleichzeitig Ergon und Energeia war, d.h. etwas Geschaffenes und etwas Erschaffendes. Hier spielt wiederum das dialektische Prinzip hinein, dass nicht so verstanden werden darf, wie es pervertierter Weise immer benutzt wird: nämlich als künstlicher Aufbau eines Gegensatzes zwischen zwei Parteien, die einer dritten zum Nutzen gedeiht. Dialektik, so wie Hegel sie verstanden hatte, ist eine Methode zur Fortenwicklung und liegt dem Leben zugrunde. Dass nun auch die Dialektik in Verdrehung zu einer gegen das Leben gerichteten Kraft pervertiert wurde, zeigt sehr schön die Herkunft der Strippenzieher, Puppenspieler oder wie immer man sie nennen will.

    An anderer Stelle wurde ich auf „The Work“ von Byron Katie aufmerksam gemacht, einer „Methode“ (?) vor allem innere Konflikte aufzulösen, die zu äußeren Konflikten führen – um es einmal ganz platt auszudrücken. In meinen Augen ist diese Vorgehensweise im Kern nichts anderes als die Hegel’sche Dialektik in reinster Form, das Erlangen von Erkenntnis und Wachstum durch Auflösen der Widersprüche in sich selbst. Leben entsteht aus der Spannung zwischen den Polen, was nicht mit einem Dualismus zu verwechseln ist, wo sich beide Seiten bekämpfen. Mal verlagert sich die Ladung mehr hin zu einem der Pole, mal hin zu dem anderen, mal wird die Spannung so groß, dass sie sich in einem Blitz entlädt. Und in diesem Moment passiert etwas Unerwartetes.

    In meinem persönlichen Umfeld sehe ich allerorten Entwicklung, ohne dass es den jeweiligen Menschen selbst auffällt. Es geschieht gerade etwas, und dieses Geschehen ist nicht unter Kontrolle der Puppenspieler. Ich bin sicher, dass wir in recht kurzer Zeit, etwas erleben werden, was sich heute noch niemand vorstellen kann.

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  7. jpr65 sagt:

    Gunvald Larsson
    21/12/2017 um 17:10

    Ich sehe die Entwicklung auch.

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  8. thom ram sagt:

    Gunvald

    Ich sehe die Entwicklung nicht. Ich lebe in Bali. Da ticken Uhren anders. Doch sagt mir eine weise Stimme: Vertraue und sei gefasst.
    Das heisst: Es wird Ueberraschung geben.

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  9. ALTRUIST sagt:

    jpr65
    21/12/2017 um 18:20

    Ich spuere es , dass Veraenderungen anstehen und sehe auch Anzeichen dafuer .

    Eins ist aktuell in der EU zu sehen , dass die Sanktionen gegen Polen den Zerfall der EU beschleunigen koennten .
    Die polnische Regierung hat das Volk hinter sich und die EU ist wirklich machtlos und kann gegen Polen nichts ausrichen als Drohgebaerden .
    Ein Bestrafen Polens ist nicht moeglich .

    Eine Unsicherheit besteht immer , ob es so geplant ist oder nicht durch die Lenker ganz weit oben .
    1989 ist das beste Beispiel dafuer .
    Es gab keine friedliche Revolution , es war eine verratene Revolution in der DDR , wie 1918 in Deuschland auch .

    Moege die kleine Revolution auf Sardinien weitere kleine friedliche Revolutionen entfachen .

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