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Klartext – Lebensniveau

Wie bestimmt man das Lebensniveau, den allgemeinen Wohlstand?
Diverse Betrachtungsweisen von Ökonomen sind dazu meist wenig geeignet, denn sie spiegeln im Ergebnis stets genau das, was an Voraussetzungen und Randbedingungen „gesetzt“ wurde.
Aber mit den „richtigen“ Interpretationen desselben läßt sich wunderbar Propaganda betreiben, oder heute eben „strategische Kommunikation“.
Und nachdem wir uns hier bereits davon überzeugen konnten, daß der „Zusammenbruch“ des „Ostblocks“ eben keine Folge wirtschaftlichen Unvermögens oder Systemversagens der Planwirtschaft gewesen ist, sondern eine politisch gewollte Aktion bestimmter Kreise war, läßt sich auf viele andere Aspekte mit ideologisch ungetrübtem Blick schauen…

© für die Übersetzung aus dem Russischen by Luckyhans, 24. September 2017 – Kommentare und Hervorhebungen von mir.
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Unerwartete Offenheit eines amerikanischen Professors: „In der UdSSR lebte man besser als die Amerikaner“

09. September 2017

Professor Sergej Lopatnikow, heute in den VSA lebend und im Zentrum für Komposit-Materialien der Universität von Delaware tätig, befaßt sich in seiner Freizeit mit der Enthüllung der Propaganda-Mythen über die Sowjetunion.
Zum Beispiel ist er bereit, anhand von Zahlen nachzuweisen, daß das Lebensniveau der Sowjetmenschen in den 1980er Jahren gleich und in einigem sogar höher war als bei 80% der heutigen Amerikaner.

Wenn von der Zurückgebliebenheit oder der Ineffizienz der Sowjet-Ökonomie die Rede ist, dann wird – nach Meinung des Professors – vergessen, einige ungünstige Einflußfaktoren zu berücksichtigen.
Zum einen begann die Sowjetunion mit sehr schwierigen Startbedingungen. Wenn in Britannien schon im 19. Jahrhundert der Anteil der Bauern an der Bevölkerung nur noch 19% betrug, so war er in Rußland in den 1920er Jahren noch über 80%.
Und unter diesen Bedingungen mußte das Land eine Industrialisierung durchführen, da niemand daran zweifelte, daß der Erste Weltkrieg nicht zu Ende geführt worden war, sondern nur gestoppt wurde.

Lopatnikow erinnert daran, daß in 16 Jahren unter den Bedingungen einer unwahrscheinlichen Anstrengung aller Kräfte und Ressourcen die UdSSR eine mächtige Industrie aufgebaut hat, was kein einziges kapitalistisches Land jemals vermochte.
Natürlich brachte die Bevölkerungsexplosion in den Städten, wohin die ehemaligen Bauern strömten, eine schwere Wohnungskrise hervor – ebenjene „verfluchte Wohnungsfrage“.
Aber es ging ja um die Existenz des Landes als solches angesichts einer drohenden Kriegsgefahr.

советские люди

Der Große Vaterländische Krieg (so nennt man in Rußland den sog. Zweiten Weltkrieg traditionell) brachte nie dagewesene menschliche und materielle Verluste ohnegleichen für die Sowjetunion, und gleich danach fast ohne Pause folgte der Kalte Krieg mit dem ganzen Westen.
Unter faktischen Kriegs-Bedingungen hat die UdSSR es geschafft, nicht nur die Kriegszerstörungen zu überwinden, sondern die Industrie neu aufzubauen. (mit tatkräftiger Unterstützung auch deutscher „dienstverpflichteter“ Wissenschaftler und Arbeiter/Kriegsgefangener sowie Reparationen aus der SBZ – das wollen wir doch nicht ganz vergessen)

In den 1980er Jahren überstieg das Lebensniveau im Lande das Vorkriegsniveau deutlich.

бездомный США

Man kann als Beispiel auch andere Ländern heranziehen, die ebenfalls den Sozialismus aufgebaut haben. (hier ist der sog. „real existierende“ Sozialismus gemeint, nicht irgendwelche “theoretischen Strömungen“ oder „moderne westliche Interpretationen“ – selbstverständlich mit allen seinen Problemen und Schwierigkeiten)
Das kleine Nordkorea existiert, ungeachtet seiner fast vollständigen Isolation von der Welt. Die Menschen leben da irgendwie.
Oder nehmen wir Kuba? Die Menschen leben dort nicht üppig, aber die Kubaner können in der Lebenserwartung durchaus mit den VSA wetteifern, und das Gesundheitswesen hat ein solches Niveau, daß auch Reiche aus Amerika sich in Kuba heilen lassen wollen.

Nach Meinung des Professors Lopatnikow hatten die sozialistischen Länder nicht genug Zeit, um das ganze Potential des Sozialismus zu zeigen.
Außerdem hat der Westen sich bewußt bemüht, diese Länder zu vernichten und deren Entwicklung zu begrenzen.
Wenn unter solchen Bedingungen diese Länder ihren Einwohnern ein annehmbares Lebensniveau bieten konnten, dann ist schwer vorzustellen, was daraus geworden wäre, wenn die Umstände günstiger gewesen wären.

( Quelle )
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Soweit der russische Professor aus den VSA.
Jetzt aber bitte nicht wieder in die üblichen ideologischen Korsette verfallen: „klar, der muß ja die UdSSR loben“ – muß er gar nicht, denn Tausende anderer „nach Amerika“ übergesiedelter russischer Professoren tun das ja auch nicht.

Dafür können wir aber ziemlich sicher davon ausgehen, daß jener Professor sich ein klares Bild machen kann, da er nun BEIDES – real existierenden Sozialismus wie auch den heute real existierenden Kapitalismus (der sich freilich von jenem aus den 1960ern bis 80ern unterscheidet) – am eigenen Leibe verspürt hat.

Aber um nicht wieder einer „Experten-Gläubigkeit“ das Wort zu reden, darf ich hier die wesentlichen Kennzeichen (positive und negative Seiten) jenes damals „real existierenden Sozialismus“ (der freilich noch weit von dem theoretisch erdachten Idealzustand entfernt war) aufführen – für alle, die noch zu jung sind, um ihn damals erlebt zu haben, und für all jene, die durch die „Gnade der richtigen Geburt“ an anderer Stelle ihre Jugend verleben durften.

Wichtigste Kennzeichen des reS:

1. Der reS war erklärtermaßen (!) eine Diktatur – die sog. „Diktatur des Proletariats unter Führung der Partei“ – gemeint war selbstverständlich die SED mit ihren 1,7 Mio. Mitgliedern (bei 17 Mio. Einwohnern!) – die anderen „Blockparteien“ waren Sammelbecken und Spielwiesen für Unzufriedene.
Erinnert doch aber verdächtig an die heutige BRvD, wo alle „großen“ Parteien (bitte die Mitgliederzahlen beachten im Vergleich zur Bevölkerungszahl) mehr oder weniger exakt dieselbe Politik durchsetzen, egal welche „Färbungen“ die jeweilige Regierung hat…

Der Einfachheit halber hat man aus der „Diktatur des Proletariats“ propagandistisch gleich die „Diktatur der Partei“ gemacht – was am Wesen der Sache vorbeigeht.
Der Machtbereich der Partei umfaßte in erster Linie die sog. Kaderarbeit, also die Auswahl und Einsetzung des Führungspersonals.
Ohne Zustimmung des Parteisekretärs und der sog.
Kaderkommission wurde ab einem bestimmten (nicht sehr hohen) Niveau kein Mitarbeiter in eine verantwortungsvolle Funktion zugelassen – auch in der staatlich organisierten Wirtschaft (hier ab Abteilungsleiter) und natürlich im „Staatsapparat“ (hier ab Mitarbeiter).
Der (in größeren Betrieben meist direkt von der Partei bezahlte)
Parteisekretär hatte in jedem Betrieb sein eigenes Büro und – je nach Größe – auch Mitarbeiter.

Freilich gab es einen parallelen Machtapparat der Partei, der den staatlichen Machtapparat ergänzte – wie es auch einen Machtapparat der vereinigten Geheimdienste (Propagandabegriff „Stasi“) gab, der neben den anderen beiden funktionierte.
In jedem Unternehmen und in jeder Einrichtung (Hochschule usw.) gab es die sog.
Abteilung Eins – die kleine hauptamtliche Stasi-Einheit für das jeweilige Haus. Hier wurde zusätzlich überwacht, ob nicht Abweichungen von der Planerfüllung durch „imperialistische Umtriebe“, also durch „Feindeinwirkung“ hervorgerufen worden waren.

2. Die „Stasi“ – das „Ministerium für Staatssicherheit“ umfaßte landesweit bis zu 100 Tausend hauptamtliche Mitarbeiter, die sämtliche Funktionen aller (im Westen getrennten) Geheimdienste abdeckten.
Darüberhinaus wurden in der Bevölkerung sog. „
informelle Mitarbeiter“ angeworben, die auf Anforderung mehr oder weniger freiwillig Informationen über ihre Mitmenschen lieferten – meist ging es um Überprüfungen für verantwortliche Funktionen, für die der jeweils „ausspionierte“ Mensch von der Partei auserkoren war.
Natürlich gab es darunter auch Leute, die gern von sich aus ihre Mitmenschen „anschwärzten“…

Wer sich für die Struktur der „Stasi“ interessiert, findet im Weltnetz inzwischen viele interessante Dokumente aus jener Zeit (Suchwort „Hauptverwaltung“) – mit der propagandistischen Verurteilung aller ehemaligen Stasi-Mitarbeiter wird man jedenfalls der Realität nicht gerecht. Keiner würde heute die MAD-Mitarbeiter der ständigen Überwachung der eigenen Bürger verdächtigen (was sie nur im Ausnahmefall, z.B. vor der Aufnahme einer Tätigkeit in einem Rüstungsunternehmen tun) – bei der „Stasi“ tun das nicht wenige…

3. Die Wirtschaft war fast vollständig eine Planwirtschaft. Zwar gab es kleinere und teilweise auch recht erfolgreiche Kleinstunternehmen, aber vor allem als Dienstleister (Friseure, Handwerker, Händler – meist organisierten sich diese dann in Genossenschaften), aber kaum Produktionsbetriebe – höchstens als spezialisierte Zulieferer von Großbetrieben – dort wurden deren Bedarfe dann auch mitbilanzert.

Nun wird ja auch im Westen in den Unternehmen ausgiebig geplant – ich habe selbst an Planungsrunden in verschiedenen Firmen teilnehmen dürfen und kaum Unterschiede festgestellt.
„Der Plan“ in der Planwirtschaft ist aber etwas ganz anderes. Als Grundlage dienen freilich die Pläne der Unternehmen, die ihre eigene Entwicklung planen. Diese Planentwürfe wurden an die Ministerien eingereicht und dort zusammengefaßt.

Dann gingen sie an die Staatliche Plankommission (in der UdSSR unter der Bezeichnung „GOSPLAN“ bekannt), wo detailliert die entsprechenden verfügbaren materiellen Ressourcen aufgeteilt und zugewiesen wurden.
Der RGW („Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe“ – das Koordinierungsorgan der soz. Staaten in der Wirtschaft – oft auch als Oberbegriff für den Wirtschaftsraum benutzt) war ja im Zugriff auf nur international verfügbare Rohstoffe stark eingeschränkt, da diese alle in Valuta, also frei konvertierbarer Währung, bezahlt werden mußten.

Dazu mußten aber in gleicher Wert-Höhe auch Exporte in den Westen erfolgen, was aufgrund der vielfältigen, meist dauerhaften Sanktionen des Westens gegen den Ostblock (dicke Cocom-Listen, Import-Quoten-Beschränkungen für „Ostwaren“ usw.) nicht ganz einfach war.
Teilweise wurden Waren mit horrendem Aufwand nur für den Export in das sog. NSW (das „Nicht-Sozialistische Wirtschaftsgebiet“) produziert, um die benötigten Valuta für die Rohstoffe einzunehmen.
In dem Betrieb, wo ich damals tätig war, wurde für eine Valutamark Einnahmen (Kunden u.a. Quelle, Neckermann und Otto) ein Kosten-Aufwand zwischen 2 und 12 DDR-Mark betrieben – teilweise ein Aderlaß ohnegleichen.
Freilich wurden von den Valuta-Einnahmen auch die Privilegien der „Partei- und Staatsführung“ bezahlt, aber im Gesamtumfang des Landes waren dies die berühmten „Peanuts“.

Die zentrale Planung erfolgte also nicht nur im Wertausdruck, sondern auch im detaillierten „Naturalausdruck“, also in Qualitäten und Stückzahlen.
Das kann sich kaum noch jemand heute vorstellen, wie
feinstrukturiert jene Pläne waren – und wie sicher in Bezug auf die Versorgung mit Rohstoffen, Halbzeugen und Zulieferungen – trotz aller Sanktionen.
Freilich war dann, wenn dieser
ausbilanzierte Jahresplan einmal „stand“, kaum noch Änderungen möglich – diese konnten, z.B. wenn sich die wirtschaftliche Weltlage unvorhergesehen veränderte, nur mit hohem Aufwand noch ausgeglichen werden.

Diese Jahrespläne wurden dann als Planauflagen an die Ministerien und von dort an die Betriebe ausgereicht – meist noch mit Aufgabenstellungen zur Erhöhung der Effizienz, für Rationalisierungseffekte usw. versehen, ebenso waren Investitionen, Erweiterungen und Neubauten enthalten – je nach den zur Zeit gegebenen Möglichkeiten.

Mit den Planauflagen war auch die Bereitstellung der erforderlichen Finanzmittel durch die Staatsbank der DDR gesichert.
Diese Mittel wurden formal als eine Art
zinsfreie Kontokorrent-Kredite bereitgestellt – dafür mußten die Betriebe ihre gesamten Gewinne auch wieder bei der Staatsbank abliefern.
Letzteres führte dazu, daß manche Manager Ausgaben verbuchten, die es nicht gab, und die Mittel dann nach eigenem Gutdünken für die Entwicklung des Unternehmens einsetzten.
Später in den 1980ern wurden dann flexible Plananteile eingeführt, wo die Kombinate (Branchenvereinigungen in Art einer Holding) eine gewisse Eigenständigkeit in der Planung erhielten, was sich positiv auf die Dynamik der Wirtschaft auswirkte.

Der eben genannte Finanzmechanismus war dann auch die Methodik, mit der nach 1990 die Unternehmen in Neufünfland in den Ruin getrieben wurden: aus den zinsfreien planwirtschaftlichen Geldzuweisungen wurden plötzlich „normale Bankkredite“, und da die Unternehmen systembedingt so gut wie keine Eigenmittel hatten, waren die meisten nach wenigen Wochen zahlungsunfähig.
Hinzu kam, daß viele Betriebe (oft auch unfreiwillig) mit einem Großteil ihrer Produkte auf den Export in den ehemaligen RGW ausgerichtet waren – da diese osteuropäischen und sowjetischen Kunden jedoch jetzt plötzlich Valuta für die Waren bezahlen mußten, kauften die dann doch oft lieber gleich im Westen, wo sich die jeweiligen Konkurrenz-Unternehmen eine solche Chance auf eine „
Marktbereinigung“ natürlich nicht entgehen ließen…

Man kann geteilter Meinung sein, was die Effizienz dieser Planwirtschaft betrifft – auf jeden Fall hat sie dafür gesorgt, daß unter schwierigsten außenwirtschaftlichen Bedingungen eine gleichmäßig langsame, aber stetige Entwicklung der Unternehmen möglich war – über die gesamte Wirtschaft hinweg – krisenfrei und kontinuierlich.
Daß dabei nicht immer alles glatt lief, ist klar. Wenn z.B. das Westfernsehen meldete, daß die Zahnbürsten in der DDR knapp würden, dann kauften manche Leute erstmal Zahnbürsten „auf Vorrat“ – was die geplanten Mengen natürlich überstieg und zu tatsächlichen Lücken in der Versorgung führte – die Lösung waren meist zusätzliche Importe.

4. Soziales

Es gab im reS keine Arbeitslosen und keine Obdachlosen, zumindest mußte niemand auf der Straße leben, wie heute in den reichen VSA.
Jeder hatte Arbeit – auch wenn nicht jeder wirklich arbeitete. Die Arbeitslosen schwätzten in den Betrieben herum und drückten dort die Arbeitsproduktivität – auch ein Grund, warum die AP im Osten stets geringer war als im Westen.
Und für jeden war eine erschwingliche Wohnung vorhanden – auch wenn diese manchmal qualitativ weit weg war von den persönlichen Bedürfnissen.
Und so mancher bezahlte einfach für seine Wohnung nichts und fuhr dafür ein „dickeres“ Auto –
ohne daß er auf die Straße gesetzt wurde oder ihm das Auto weggenommen wurde.

Es gab eine umfassende öffentliche Sicherheit – wir haben damals unsere Kinder jederzeit mehrere Stunden draußen spielen lassen können, ohne daß wir Angst haben mußten, daß diese geschädigt, entführt, vergewaltigt oder anderweitig gefährdet würden.
Das ist für heutige Verhältnisse unvorstellbar, aber es war so.

Es gab für die Förderung junger Familien spezielle Kreditprogramme, ähnlich denen in den „dunklen 12 Jahren“. Junge Familien bekamen zinsfrei Kredite für den Erwerb ihrer Wohnungseinrichtung: 5000 Mark, rückzahlbar innerhalb von 5 Jahren in moderaten monatlichen Raten.
Mit jedem in der Ehe geborenen Kind wurde ein Teil des Kredites erlassen: 1500 Mark fürs 1. und 2. Kind und 2000 Mark fürs dritte, d.h. wer im Verlaufe des Kreditzeitraumes von 5 Jahren drei Kinder gebar, bekam sein ganzes zurückgezahltes Geld wieder heraus.
Darüberhinaus gab es zu jeder Geburt vom Staat 1000 Mark Zuschuß in bar, als Geburtsbeihilfe und Stillgeld.

Es gab für alle Frauen, die arbeiten wollten, Krippen- oder Kindergartenplätze für die Kinder.
Es gab für jede Frau allmonatlich einen bezahlten Hausarbeitstag, der berühmte „Haushaltstag“.
Es gab spezielle Förderprogramme, wenn eine Frau sich für eine „bessere“ Arbeit qualifizieren wollte – sie bekam weiterhin ihre bisherigen Bezüge und lernte entweder im Abendstudium oder direkt statt ihrer Arbeit.
Die Frauen aus der DDR sind wohl die größten Verlierer des Anschlusses an die BRvD gewesen.

Freilich war durch den „eisernen Vorhang“ es nur einigen Hunderttausend vergönnt, als „NSW-Reisekader“ nach entsprechender Überprüfung der Zuverlässigkeit auch mal in den Westen reisen zu können – Paris, London, Amsterdam oder New York blieben für die meisten nur ein Traum – vor allem wegen der dafür erforderlichen Valuta-Ausstattung der Reisenden, die zusätzliche Waren-Exporte in den Westen erfordert hätten.
Aber die Schwarzmeerküste in Bulgarien, der Balaton in Ungarn, die mittelasiatischen altertümlichen Städte (Samarkand, Buchara, Chiwa usw.) oder der Baikalsee waren doch ebenfalls sehr lohnende Urlaubsziele – je nach inhaltlichem „Bedarf“.

Was die damals oft kritisierte mangelnde Redefreiheit betrifft, so brauchen wir wohl heute darüber nicht mehr diskutieren – die Geschichte der BRvD strotzt nur so vor Denk- und Redeverboten (KPD-Verbot, Lehr- und Berufsverbote, §130 u.v.a.m.) – von der massiven Hirnverkleisterung durch die Massenmedien bezüglich der eigenen Geschichte (Umerziehung) und von der umfassenden Transformation wahrer Informationen in Propaganda (später Piar = PR und heute „strategische Kommunikation“ – auf deutsch: vorwiegend Lügen) ganz zu schweigen.
Die politischen Witze in der DDR waren an Zahl und Tiefe Legende – ich habe oft und gern welche erzählt, ohne daß ich Angst hatte, dann „abgeholt“ zu werden.

Wer saß dann in Bautzen ein?“ mag mancher fragen. Es waren im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung nur sehr wenige. Und sonderbarerweise waren das – bis auf ganz wenige Ausnahmen, wie mancher mißglückte „Republik-Flüchtling“ – vor allem Menschen, die nicht nur politisch „andere“ Ansichten hatten, sondern die diese auch durch Betrug, Diebstahl oder andere Handlungen gegen die Gemeinschaft in Taten umsetzten. Dagegen muß nun jeder Staat die Bevölkerung schützen.
Daß die Stasi-Überwachung auch mal für private Racheakte benutzt wurde, ist hier schon gesagt worden – das kommt in den besten Familien vor – auch in der BRvD, wo so mancher „Andersdenkende“ trotz fleißiger Arbeit plötzlich mit einem Karriereknick oder einer Entlassung konfrontiert ist.

Von der gerichtlichen Verfolgung und mehrjährigen Einknastung der sog. „Leugner“, der Beschießung von nicht definierten „Reichsbürgern“ oder sonderbaren „NSU“-Leichen, und der Drangsalierung der gesamten Urbevölkerung in der BRvD durch weiterhin laufende Migranten-Einströmung ganz abgesehen…
Was unterscheidet die
BRvD-Verwaltungsorganisation – außer dem Feigenblatt der längst manipulierten und völlig sinnlosen „Wahlen“ – noch von einer Diktatur? Was haben wir denn hier sonst noch „schon gesehen“:
Wasserwerfer gegen Protestierende (Stuttgart-21), Gummiknüppel und Tränengas gegen Demonstranten (Frankfurt 2016, Wendland), fortgesetzte offene Gesinnungsschnüffelei durch in- und ausländische (!) Geheimdienste, Verblödung der Volksmassen durch „Bildung“, Überwachung aller Bürger durch unsoziale Netzwerke, Ich-Fernsprecher und „Autobahn-Maut-Einrichtungen“ …
(weiter darf jeder gern selbst ergänzen)

Resümee:
Es möge nun jeder gern selbst bewerten, was ihm für
seine Lebensqualität wichtiger wäre: Reisefreiheit (da man sich die Reisen bei längerer Arbeitslosigkeit gar nicht mehr leisten kann) oder umfassende soziale Sicherheit – bei sonst sehr ähnlichen Gegebenheiten.


5 Kommentare

  1. Hawey sagt:

    @Luckyhans

    hi wie heißt es doch so schön die Kirschen im Nachbars Garten
    Immer ist es wo anders besser als daheim. Für mich stimmt das nicht daheim ist doch daheim.
    Ich kenne nun ganz Europa es war überall sehr schön die Menschen waren freundlich aber leben will ich nur daheim. Das Glück ist doch in einem und nicht in einem anderen Land. Man nimmt doch alles mit sein Glück, sein gutes Leben und und und. Wenn wie der Ami sagt es in Russland besser ist als zuhause dann kann es höchstens daran hängen das er an seinem Leben gehindert wird es so zu leben wie er es möchte. Ist es niicht immer dr Grund weil mit einem Mal nicht mehr klappt weil ein Teil so gierig geworden ist und alle Werte einsaugt das es nicht mehr möglich ist so zu leben wie man das möchte.

    Aber eine Frage habe ich mal an Dich Luckyhans weil mir das Auffällt, bist Du Kontra Russland weil Deine Artikel kommen immer recht negativ daher?
    Hat das einen besonderen Grund. Hattest Du persönlich schlechte Erfahrung mit Russland? Ich weiß persönlich Frage und wenn Du nicht möchtest dann musst Du auf die Frage nicht Antworten. Ist mir nur aufgefallen überall wo Du schreibst kommt Russland immer schlecht weg. Jedenfalls die Berichte die ich bisher so gelesen habe.

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  2. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  3. Luckyhans sagt:

    zu Hawey 25/09/2017 um 05:16
    „das es nicht mehr möglich ist so zu leben wie man das möchte“ –
    vielleicht verstehe ich deine Replik ja falsch, aber es gibt immer mehrere Einflußfaktoren: was man möchte, was zur Zeit möglich ist, was gegenwärtig verfolgt wird, was andere möchten, was jeder an Möglichkeiten hat usw. – insofern: das auf die innere Gier zu reduzieren, scheint mir sehr fraglich.

    „Jedenfalls die Berichte die ich bisher so gelesen habe“ –
    da hast du offenbar zuwenig Berichte von mir über Rußland gelesen – es sind hier auf bb inzwischen über 200 nur zu diesem einen Thema… mit sehr vielen persönlichen Erlebnissen noch dazu… zum Beispiel hier: https://bumibahagia.com/2016/03/09/perestrojka-umbau-1/ … und das ist wohl mit „Haß“ kaum zu erklären, oder?
    Vielleicht wäre es angebracht, zuerst sich ein umfassendes Bild zu machen – und dann zu urteilen? 😉

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  4. Vollidiot sagt:

    Luck

    Also kontra Rußland bist Du gewiß nicht.
    Eher würde ich vermuten – aufgeschlossen oder etwas mehr.
    Du als DDR Bürger (Ex) hast andere Erfahrungen als der VS-verblödete Gutmenschwessi.
    Alleine die Zinsfrage und Eigentum an Grund und Boden hat den Wessi ja schon bis ins Mark deformiert.
    Dazu §130 und die Justiz, die der Regierung unterstellt ist.
    Au weia, fast hätt ichs vergessen, hier hatte und hats noch den Aufsichtsrat, für politische Korrektheit – mit angeschlossener Medienabteilung.
    Die schafft jeden – zwar etwas eleganter als in der DDR, aber sie schaffen ihn.

    Pfui, wer wird so garstig reden über die freieste Lebensform auf deutschem Boden.
    Jesuiten und Logenbüttel herrschen über das von ihnen geschaffene System.
    Der Mehltau der Lüge und Manipulation bringt die Blätter des Lebens zum Kräuseln.
    Die Raffer und Geldbüttel, die Genderisten und alle weiteren Kulturminimierer haben freies Geleit und freie Entfaltung.

    Ich habe sehr wohl gemerkt wie ich als Deutscher in Skandinavien, England, Frankreich oder Italien (nicht bei den Schotten) als ganz speziell, eben Deutscher angesehen wurde.
    Das ging bis zur nur schlecht kaschierten offenen Abneigung. Sie stellten fest – Deutscher – das reichte.
    Dabei war ich nie am ballermaniern.
    Man hat die Deutschen halt Sinn stiften lassen – und das wirkt.
    Und der Deutsche merkts nicht.

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  5. luckyhans sagt:

    zu Volli um 17:43
    Was ich mir gern vorwerfen lasse, ist das absolute Fehlen von jeglichen Illusionen, was die reale Lage in und um Rußland – heute wie in den vergangenen ca. 20 Jahren – betrifft. Und in der Rückschau auch noch weiter…
    Daraus ergeben sich für beide Seiten – für die Konsumenten der Hauptströmungsmedien-Dauer-PR-Lügen wie auch für die meist bedingungslosen Putin-Verehrer – ziemliche Probleme mit dem, was ich schreibe.
    Und vieles sind halt Übersetzungen, d.h. Blicke von innenheraus – aber auch da versuche ich, nicht der Propaganda der einen wie der anderen Seite anheim zu fallen.

    Wahrheit ist fast immer unbequem.
    Und was bei vielen auf Ablehnung stößt, hat oft den intensiven Beigeschmack von Tatsächlichkeit…

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