bumi bahagia / Glückliche Erde

Wladis Magie

So mancher ist erstaunt, wie gewandt sich ein gewisser Herr im internationalen Polit-Geschäft bewegt – liegt es an der langjährigen Erfahrung, die er inzwischen jedem seiner ‚Partner‘ – auch dem Dauer-Murkel – weit voraus hat? Oder ist es doch Magie?
Nun haben sich sogar die Finanz-Schreiberlinge der FT auf den Weg gemacht, dies aufzuklären – was mag dabei herausgekommen sein?
Schaun mer mal…

© für die Übersetzung aus dem Russischen by Luckyhans, 15. Juli 2017 – Hervorhebungen und Kommentare wie üblich von uns.
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Das ist sowas wie Magie“: die Financial Times hat versucht, das Geheimnis des Charmes Putins zu erraten

Autor: Ilja Nowitzkij

Die „Financial Times“ kann nicht verstehen, wieso denn alle so begeistert sind vom russischen Präsidenten. So etwa: ‚wir verteufeln ihn ununterbrochen, aber die Leser sind von unserer „Kritik“ nicht sehr beeindruckt‘.
Um das Geheimnis des Liebreizes Putins zu erforschen, wurde ein Sonder-Korrespondent losgeschickt, die Filme von Oliver Stone über den russischen Führer anzusehen. Auf der Grundlage der Stone-Filme und der Eindrücke von Trump beim Hamburger Treffen mit Putin hat der westliche Journalist versucht, das magische Geheimnis des Präsidenten Putin zu erforschen.

Aber zuerst brauchte der Autor natürlich recht lange, um wieder zu sich zu kommen, denn die Magie ist ja sooo stark. Danach hat er das Offensichtliche bestätigt: sogar im Lager der eingeschworenen Feinde Putins finden sich Leute, die ihn für außerordentlich halten und denen der Machoismus (vom Wort „Macho“ abgeleitet) des russischen Führers imponiert.

Unter den Einfluß Putins stehen nicht nur der Filmregisseur Stone und der amerikanische Präsident, sondern gemäß soziologischen Befragungen auch eine riesige Menge westlicher Bürger.
In den Popularitäts-Ratings überholt Putin viele „Autoritäten“ der westlichen Welt: politische, religiöse und sogar kulturelle. Höher stehen gewöhnlich nur die momentan aktuell gehypten Hollywood-Stars.

Der Autor holt tief Luft und gibt dann seine Resolution von sich: das Geheimnis des Charmes Putins liegt am blassen Hintergrund der jetzigen anderen Weltführer, sowie am heutzutage gerade populären Antiliberalismus.
So etwa: ‚verstehen Sie doch, nicht Putin ist so gut, sondern die um ihn herum sind so mies.‘
Vielleicht schreibt ja die „Financial Times“ eine Prämie aus für solch eine erschütternde Schlußfolgerung.

Mich hat diese Schlußfolgerung an die Fußball-Experten-Analyse-Show erinnert, wo nach jedem Spiel im TV „heiße“ Diskussionen eintreten. Dort werden gewöhnlich „erfahrene Experten“ versammelt, die dann streiten: „war der Sieger so gut oder der Verlierer so schlecht“…

So sehe ich das: da treffen sich Kissinger, der Geist von Brzezinski und irgendwelche Vertreter der starken Familienclans (im Sinne von Rothschild und Rockefeller) und erörtern: worin liegt das Geheimnis Putins?

Aber dieses Geheimnis ist für Leute mit einem menschlichen Aufbau der Psyche durchaus kein Rätsel.


Der russische Präsident ist einfach der wohl momentan einzige charismatische Führer in dieser Welt, dessen Tätigkeit auf das Erschaffen gerichtet ist.

Die westlichen Politiker sind alle damit befaßt zu zerstören – und zu träumen, daß sie dann auf den Ruinen-Resten ihre seltsame neue Weltordnung errichten können. Aber das wird nicht klappen…
Denn den Menschen sind die Krisen über, daher auch die wachsende Popularität des Antiliberalismus.

Die Prämie steht mir zu, werte „Financial Times“.

Quelle
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Und damit wir nun endgültig dem Liebreiz des „Großen Pu“ verfallen, hier noch einige aktuelle Meldungen aus Rußland, die zeigen, daß man sich dort entschlossen auf einen eigenen Wirtschaftskurs begeben will.

1. Wem gehören die großen privaten Unternehmen Rußlands?

Der Duma-Abgeordnete Jewgenij Fjodorow äußerte unlängst im Interview, daß die großen privaten Unternehmen – weil alle unter ausländischer Jurisdiktion registriert – alle de jure unter Kontrolle der VSA stehen würden.
Die russischen „Oligarchen“ seien alle nur „Verwalter ausländischen Eigentums in der Russischen Föderation“ – trotz ihres möglicherweise auch vorhandenen russischen Passes.

Кому принадлежат крупнейшие частные предприятия в России?
Zwar wisse jeder, daß Offshore ein populäres Geschäftsmodell in Rußland ist, aber daß es praktisch kein großes eigenes russisches Privat-Unternehmen gibt, wisse kaum jemand, so der ehemalige Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses der Duma.

Zum Beweis sind eine Karte verfügbar, welche die ausländischen Besitzungen russischer Privatunternehmen zeigt, oder auch eine Liste der 50 größten Unternehmen Rußlands, die alle über Off-shore-Firmen gesteuert werden (samt Quellenangaben).

Кому принадлежат крупнейшие частные предприятия в России?

Daß keine Besserung in Sicht sei, zeige die Aufteilung der der ausländischen Investitionen in Rußland bis September des Jahres 2012: Zypern, Niederlande, Luxemburg China, UK (die Off-Shore-Inseln), Deutschland und die Jungferninseln sind die Herkunftsländer gemäß der offiziellen Rosstat-Statistik.

Иностранный капитал захватил розничную торговлю России

2. Nicht viel besser sieht es mit dem Großhandel aus – dort wurde 2015 ein Drittel des Endkundenmarktes von den Top 100 der Handelsunternehmen kontrolliert, wovon über 50% sich in den Händen der Top 10 des Internationalen Handels befinden – mit stark steigender Tendenz.
Die Top 5 der Retailer hätten im selben Jahr ihre Flächenanteile bedeutend erweitern können, auf sie entfällt mehr als die Hälfte des Flächenzuwachses.

Иностранный капитал захватил розничную торговлю России
Das ausländische Kapital würde zwar nur 1,3% der Handelsunternehmen stellen (etwa 5000 von 400 Tausend), aber im hochprofitablen Endkundensegment etwa 60 – 70% des Umsatzes beherrschen.
Damit sei ein Oligopol entstanden, der praktisch die Verbraucherpreise diktieren kann.
Иностранный капитал захватил розничную торговлю России
Der Preisanstieg des Verbraucher-Warenkorbes hätte sich 2015 auf 19% fast verdoppelt.

3. Etwas sonderbar sieht es auch im russischen Hochschulwesen aus. Da gibt es Studienplätze, die von Staatshaushalt finanziert werden (in der Grafik unten im unteren Teil), und privat bezahlte Studienplätze, die der Student selbst finanzieren muß (in der Grafil im oberen Teil). Und nach der angeblich „ausgleichenden Gerechtigkeit“ müssen die Hochschulen von den „privaten“ genausoviel verlangen, wie für die „staatlichen“ bezahlt wird.

Das führt zu dem heutigen unsinnigen Zustand, daß der Staat seine Finanzierung der Studienplätze verbessert, aber damit die Preise für die privaten Studenten derart hoch werden, daß sie teilweise so hoch sind wie im Westen – und höher.
Динамика приема в вузы Фото: Дмитрий ПОЛУХИН
Mit der Folge, daß viele junge Leute nach dem Baccalaureat ihren Magister im Westen machen – mit entsprechenden Folgen für den Abfluß fähiger Gehirne.

Andere privatisierte Hochschulen nutzen ihren „Gestaltungsspielraum“ (aufgrund ihres meist noch aus Sowjetzeiten stammenden „guten Namens“) aus und setzen ihre Preise für „gefragte“ Studiengänge (Ökonomie, Management usw.) willkürlich hoch fest.

Самые дорогостоящие направления подготовки в 2017 году Фото: Дмитрий ПОЛУХИН
Auch gibt es an derselben Hochschule „benachbarte“ Studiengänge, die sich großteils überschneiden (fast selbes Programm, selbe Dozenten usw.), aber deutlich unterschiedlich viel kosten – weil angeblich die Nachfrage nach einigen nicht hoch genug ist.
Da ist also noch einiges zu regeln.

Nun klingt das nicht unbedingt nach nationaler Wirtschafts-Politik, aber eine klare Bestandsaufnahme hat noch niemandem geschadet – und gemach, es geht gleich weiter.

4. Am 13. Juli wurde ein russischer Regierungsbeschluß bekannt, daß man von den westlichen Rating-Agenturen nun auf russische Rating-Agenturen zur Bewertung der nationalen Kredit-Ratings umsteigen wird.
Damit verlieren die bisherigen uneingeschränkten Markt
führer Fitch Ratings, Standard & Poor‘s, Moody‘s Investors Service ihre Monopolstellung.
Россия отказывается от иностранных и переходит на национальные кредитные рейтинги
„Diese Entscheidung ermöglicht es, die Stabilität der Investitionen der Mittel der Pensionsfonds, der von den Pensionsfonds in staatliche Treuhand-Verwaltung übertragenen Mittel wie auch der Wohnungsbau-Mittel zu gewährleisten“, heißt es
in der Begründung zum Beschluß.

5. In die Staatsduma wurde laut der Agentur „Rosbalt“ eine Gesetzesvorlage eingebracht, welche den Austritt Rußlands aus der Welt-Handels-Organisation vorsieht.

Die Kommunistische Fraktion, welche Autor dieser Vorlage ist, hat festgestellt, daß die Mitgliedschaft in der „World Trade Organisation“ jedes Land, also auch Rußland, zwingt, die Dienstleistungstarife der natürlichen Monopole im Vergleich mit den anderen Mitgliedsländern durch Zahlungen auszugleichen, obwohl Rußland seine eigenen Energieressourcen nutzt und die europäischen Länder diese zu Marktpreisen plus Transportkosten erhalten. Allein dafür wurden aus dem Staatshaushalt Rußlands in den bisherigen 5 Jahren WTO-Mitgliedschaft insgesamt 871,3 Milliarden Rubel gezahlt.
Die Verluste des RF-Budgets durch die Öffnung der nationalen Märkte und die Verringerung der Importzölle würden darüberhinaus ca. 3 Billionen Rubel betragen oder 2,3% des russischen BIP.
Bei weiterer WTO-Mitgliedschaft würden bis 2020 weitere 1,9 Millionen russischer Arbeitsplätze verlorengehen.

6. Die Folgen der westlichen Sanktionen sind natürlich in Rußland zu verspüren – keine Frage, auch wenn sie deutlich geringer ausfallen als von den Organisatoren erwartet.
Allein der Wehrtechnik-Sektor braucht noch bis Ende 2018, um die seit 2014 abgeschnittenen Kooperationsbindungen mit der Ukraine wirklich vollwertig durch eigene Produktionen und internationale Kooperationen mit asiatischen Partnern zu ersetzen. (Europa und vor allem die BRvD hätte durch gezieltes Ignorieren einiger VSA-Sanktionen den eigenen Unternehmen hier in Rußland eine tolle Marktposition verschaffen können, von man jetzt nur träumen kann)

Хроники изолированной России. Как санкции душат экономику России
Als DER große Profiteur der westlichen Beschlüsse hat sich die russische Landwirtschaft erwiesen. Was kein noch so gestrenger Fünfjahrplan mit Rieseninvestitionen je vermochte, ist jetzt nahe seiner Vollendung: die nahezu vollständige Eigenversorgung Rußlands mit allen Grundlebensmitteln – laut Landwirtschaftsminister Tkatschow sei man in 5 – 7 Jahren soweit.

Der Nahrungsmittelexport sei von 7 Mrd. USD in 2007 auf erwartete 17 Mrd. in 2017 hochgeschnellt.
Хроники изолированной России. Как санкции душат экономику России
Ebenso sei dadurch der Landmaschinenbau wieder auf die Füße gekommen, mit einer Zuwachsrate im ersten Halbjahr 2017 von 38%.
(auch hier wurden den deutschen Unternehmen, wie Claas u. a., gezwungenermaßen Marktchancen in Größenordnungen genommen – da hätten die ferngesteuerten „deutschen“ Doppelpaß-Politiker-Darsteller mal zeigen können, wie sie sich für unser Land und seine Arbeitsplätze einsetzen)

7. Aber auch die russische Industrie ist wieder auf einem guten Wege – in 69 (Vorjahr 54) Regionen stieg der Median der Industrieproduktion im ersten Halbjahr an, mit durchschnittlich 3,3% (Vorjahr 1,4%).
Nur die Realeinkommen sanken nochmals um geringe 0,4%.
– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –

Der russische Riese erwacht, würde ich sagen – langsam aber sicher kommt er von den Knien auf die Füße.
Noch schwankt er ein wenig und wird von außen immer wieder gestoßen und aus dem Gleichgewicht gebracht.
Aber wohl nicht mehr lange, dann wird sich eine nationale Wirtschafts-Politik im Lande etablieren – ob auf Basis privaten Eigentums, wenn dieses seine angeblichen Vorzüge endlich mal nachweisen kann, oder auf der Grundlage einer staatlich gelenkten Planwirtschaft wie im Deutschland der 1930er Jahre, oder aber ob man (nach der Betrugs-Privatisierung Anfang der 1990er Jahre) zumindest in der Großindustrie stärker zum Staatlichen Eigentum zurückkehren wird, das wird sich recht bald zeigen.

LH


6 Kommentare

  1. Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

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  2. Besucherin sagt:

    Russland ist riesig, reich an Rohstoffen, und wenn ich der Vladi wäre, würde ich jungen Leuten aus Europa attraktive Angebote machen. Platz genug ist ja. So eine Mischung aus der Anastasia – Hippie – Bewegung & Computer – Nerds, wo die Anpacker und brains sich entfalten können.
    Mich tät auch eine Pilz – Such – Lizenz locken. 🙂

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  3. luckyhans sagt:

    zu Besucherin um 5:14 & an ALLE:

    Konnte der Artikel keinen Eindruck vermitteln, was momentan die „Sorgen“ des WWP sein könnten?
    😉
    Leider sind die meisten sog. Patrioten Rußlands vor allem verkappte Nationalisten – man merkt es an ihrem gestörten Verhältnis zu den Ukrainern und Balten.
    Schau dir mal eine russische Blog-„Humor“-Seite dort an, zum Beispiel hier: https://cont.ws/@nyka/664112 oder hier: https://cont.ws/@nyka/663945, was da manchmal an verstecktem Völker-Haß und Selbst-Überhebung gegenüber anderen deutlich wird.

    Zu differenzieren und zu unterscheiden zwischen den Menschen eines Landes und deren bestellten, eingesetzten Machthabern ist den meisten davon – auch WWP selbst – leider nur in Ausnahmefällen möglich; der tägliche Propaganda-Wahnsinn trötet leider „Rußland den Russen“ – ob sich das mal bessern wird, ist fraglich.

    Das ist jetzt nur eine Konstatation des Faktes, keinesfalls eine Bewertung oder so – letztlich sind wir ja selbst verantwortlich dafür, daß unser vom „offiziellen hiesigen“ abweichender Standpunkt nicht bei den Menschen in anderen Ländern ausreichend intensiv ankommt.

    So meinen die Russen eben – genau wie hierzulande viele „Aufgewachte“ -, daß sich der Angriff der Angelsächsischen globalistischen Parasiten nur gegen IHR Volk richtet – was natürlich Blödsinn ist, er richtet sich gegen die ganze Menschheit.
    Aber das ist ja nicht mal hier auf bb einigen der Kommentatoren beizubringen…

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  4. chaukeedaar sagt:

    War für ein toll-erhebender Artikel, herzlichen Dank lieber Lück! So wie es mir scheint, spricht die ganze Welt bereits über die NWO-Verschwörung, am Ende bleiben nur ein paar westliche Journalisten übrig, die sich wie die drei Affen dumm stellen 😉 Gerade im Osten und Süden kennt man die Verlegenheit nicht, wenn mir klaren Worten über Rockefeller, Rothschild, Kissinger, Brezinski und das restliche okkulte Dreckspack gesprochen wird. Ich muss mir Mühe geben, mich nicht fremd zu schämen 😉
    Drücki, vom Chaukee

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  5. fini09 sagt:

    @ LuckyHans

    DANKE !! !!

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  6. Besucherin sagt:

    „1. Wem gehören die großen privaten Unternehmen Rußlands?

    Der Duma-Abgeordnete Jewgenij Fjodorow äußerte unlängst im Interview, daß die großen privaten Unternehmen – weil alle unter ausländischer Jurisdiktion registriert – alle de jure unter Kontrolle der VSA stehen würden.“

    Der „economic sharing act“ soll 2004 ausser Kraft gesetzt worden sein. Das vid „der unbekannte Putin“ hab ich schon mal eingestellt und da wird das ja ausführlich dargestellt. Wie das wirklich ist wissen wir nicht, aber ich denke schon, der Vladi ist da mit dem Drahtbesen drüber gegangen.

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