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Dejan Beric / Donbass / Der Krieg im Krieg im Krieg

Dieser Bericht ist Männersache; Sache für Männer wie ich es bin, welche (noch?) in Resonanz gehen mit Macht und Wirrspiel. 
Gute Frau und halb- oder dreiviertel sich erleuchtet definierender Mann klicke kuul weiter. 
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thom ram, 07.03.0005 NZ, Neues Zeitalter. Genauer: Beginnendes Neues Zeitalter, da das Alte noch kräftig mitmischt. 
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BERICHT EINES SERBEN AUS DEM DONBASS (2)

Teil zwei eines Interviews mit Dehjan Beric, übersetzt von sloga (Quelle (youtube))

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T: Du bist während des Krieges auf ausländ. Söldner gestoßen. Wie kämpfen sie?

D: Heute kann ich nicht behaupten, dass die Gegenseite Söldner hätte. In den ersten Auseinandersetzungen am Flughafen hatten sie welche. Das waren amis und Polen, die ich sogar mit dem Mobiltelefon aufgenommen habe. Allerdings wurde mir ja mein Telefon mit einigen Aufnahmen bei meiner Verhaftung weggenommen. Leider durfte ich generell Aufnahmen (mit Schwarzen etc.) nicht veröffentlichen. Die kämpften gut. Sie haben jedoch nicht mit gleichwertigen Widerstand gerechnet. Nach unserem ersten ernsthafteren Angriff auf den Flughafen am 26. Mai hatten sie 94 Tote. Auf unserer Seite waren ebenfalls Profis mit viel Kriegserfahrung am Werk. Das hat die Gegenseite nicht erwartet. Die größten Verluste hatten sie in der ersten Stunde des Angriffes. Dannach gruppierten sie sich um und begannen uns einzukreisen. Wir mußten uns zurückziehen. Nach diesen ersten großen Verlusten sind sie einfach weggegangen. Ich bezweifle, dass die Gegenseite heute echte (Geld-)Söldner hat. Viele Ausländer kämpfen auf der anderen Seite nur, weil es gegen die Russen geht (z.B. Finnen). Ich selbst habe zwei Finnen festgenommen. Wie sich später herausstellte, waren sie in Finnland gut situiert. Die hatten kein finanzielles Motiv. Vermutlich haben sie für „die Jagd“ sogar bezahlt. Sie hatten Scharfschützengewehre großen Kalibers.

Dann haben wir da noch fanatische Tschetschenen. Denen müssen sie nichts bezahlen. Die sind glücklich, wenn sie gegen Russen kämpfen können. Dann gab es da noch echte ISIS-Kämpfer; dann noch Leute aus den ehem. Sowejtrepubliken, die Rußland nicht gut gesinnt sind (z.B. sehr viele Georgier). Für sie alle ist es eine Ehre, Russen zu töten. Aber diese ideologischen Fanatiker sind viel gefährlicher als bezahlte Söldner, die logischerweise auf sich aufpassen. Wir trafen öfters auf Georgier. Ich muß dir sagen, dass das sehr „harte Jungs“ sind.

T: In Sirokino hast du eine Flagge erobert. Kannst du uns darüber etwas erzählen?

D: Es war eine Flagge in ukrain. Farben mit aufgedruckten ISIS-Parolen. Es war leicht zu ihr zu kommen, da ich ein Nachtsichtgerät hatte. Ich habe die Wachhabenden weggefegt und mir die Flagge geschnappt. Ich mußte sie einfach haben, da sie so besonders war. Wir hatten sie lange hier in der Kaserne; als Fußabtreter …

Sirokino ist interessant, da sich beide Seiten unmittelbar gegenüberstanden. Mit „Minsk“ hätten sich beide Seiten aus der sog. Pufferzone zurückziehen sollen. Wir haben dies getan, während die andere Seite nur nachrückte, wo wir uns zurückgezogen haben. So haben sie an vielen Stellen der Frontlinie einfach die Pufferzone ohne Kampf übernommen. Wir benutzen heute Sirokino als „Truppenübungsplatz“, da dort ausschließlich die ukrain. Armee vor Ort ist. Unsere Artillerie übt dort, da es ja Pufferzone ist und sich niemand dort aufhalten dürfte (Anmk: also alles „legal“). Die Gegenseite hat große Verluste in den Pufferzonen und drängt ihre Soldaten weiterhin in diese Zonen.

Eines schönen Tages werden die Zahlen der Gefallenen auf ukrain. Seite offengelegt werden. Man wird es kaum glauben, welch enorme Verluste sie hatten. Aber auch unsere verheimlichen die Verluste. Das war mit ein Grund, wieso ich mich mit dem Verteidigungsminister stritt. Es ist verständlich, dass diese Zahlen versteckt werden müssen. Allerdings andererseits; wie fühlt sich ein Soldat, wenn seine gefallenen Kameraden als zivile Opfer beerdigt werden? Dasselbe wir morgen mit ihm passieren. In unserer Einheit gibt es das nicht. Du wirst mit allen Ehren beerdigt und die Familie bekommt alles, was ihr zusteht. Aber bei uns sind das im Gegensatz zu denen nur kleine Zahlen. Sie verheimlichen zehntausende Tote. Sie haben fünf Krematorien die „mit Volldampf“ arbeiten. Wenn sie alle ihre Toten verbrannt haben, dann gehen sie wieder in den Anfgriff über. Ich erwarte in den nächsten Tagen einen größeren Angriff.

T: Was sagen die Ukrainer den Angehörigen eines jungen Rekruten, wenn dieser stirbt?

D: Nach Ilowajsk (2014) haben sie behauptet, dass rd. 10 – 12.000 ihrer Soldaten desertierten und nach Rußland gingen. Das waren eigentlich ihre Verluste bis zu diesem Zeitpunkt. Im Herbst 2016 war von 8.000 Deserteuren die Rede. Aber die Leute dort (Anmk: in der Restukraine) glauben das. Das ist schrecklich. Wenn dann Eltern zu uns kommen und fragen: „Wo ist mein Sohn; dieser Verräter und Terrorist, der die große Ukraine verraten hat?“ Und der Sohn ist irgendwo wie ein Hund verscharrt oder verbrannt … Wenn wir junge ukrain. Soldaten gefangennahmen, haben wir ihnen in der Regel ein Telefon in die Hand gedrückt und aufgefordert, ihre Eltern anzurufen, die sie abholten.

Aber es wird der Tag kommen, wo ukrain. Offiziere und das Regime für genau solcke Taten zur Verwantwortung gezogen werden.

T: Du warst Augenzeuge vieler Kämpfe; u. a. die berühmten Kämpfe in Ilowajsk. Wie kam es dazu, dass so viele Ukrainer dort starben?

D: Ich werde dir von meiner Theorie erzählen, die nicht stimmen muß. Als ich in ukrain. Gefangenschaft war, habe ich von Ukrainern gehört, was vorgefallen sein soll. Die gefangenen Russen kamen mit den Ukrainern relativ schnell und leicht ins Gespräch, da einige gemeinsam in Afghanisten (damals auf einer Seite) kämpften. Deren (ukrain.) „Idee“ war es, in 2 – 3 Monaten den Donbass wegzufegen und dann die Panzer umzudrehen und das Regime in Kiev ebenfalls auszumerzen. Darüber sprachen die Bataillone Ajdar, Azov, Dnjepr und einige mehr. Vielleicht war das nur reiner Zufall. Allerdings waren gerade diese 3 Bataillone in Ilowajsk und wurden von uns total vernichtet. Einem sehr kleinen Prozentsatz gelang die Flucht. Wenn die ukrain. Führung den drei Bataillonen helfen hätte wollen, hätten sie dies tun können. Sie hatten damals noch Flugzeuge. Wenn sie nur zwei Panzerdivisionen geschickt hätten, hätten die uns wie Spielzeug zertreten. Aber sie taten es nicht und wir zerstörten die Bataillone. Im Kessel von Debaljtsevo geschah dasselbe. Es wurden erneut Bataillone, die im Grunde gegen das ukrain. Regime sind, eingekesselt und total vernichtet (Anmk: DAS ist auch jenes, worüber ich öfters schreibe bzw. andeute. Es ist diffus. Da haben wir Krieg im Krieg etc. Wäre es doch nur so einfach, wie es manche betrachten …).

Ich bin überzeugt, dass bald in der Ukraine ein neues Regime kommen wird, welches sich Rußland zuwenden und die DVR anerkennen wird. Wobei „problematische“ Bataillone einfach wie eine Fliege zw. zwei Händen einfach zerklatscht werden … Ich hoffe, dass es dazu kommt. Das ist meine Sicht der Dinge. In og. Kesseln hat auf deren Seite Simotschenko – einer ihrer großen Offiziere – ungefähr das getan, was Strelkov auf der anderen Seite tat (Anmk: Ich muß mich wieder einmischen. Auf beiden Seiten sind solche und solche. Das Ziel: die „normalen“ auf beiden Seiten – so weit wie möglich – zu retten, was bei „totalem Krieg und Rache“ eher schwierig umzusetzen sein würde. Ich kann es nur immer wieder wiederholen, auch wenn ich (leider) bei manchen auf taube Ohren stoße. Wäre es so einfach hätten es die Russen längst getan; zumindest mehr „Inoffizielle“ geschickt … ). MMn haben die Ukrainer uns ihre Kämpfer überlassen, um sich eines Problems zu entledigen.

T: Vielleicht werden sie das auch in Zukunft so handhaben?

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Weiterlesen.

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11 Kommentare

  1. Ich konnte nur kurz reinlesen, dann musste ich aufhören……diese nüchterne Berichterstattung der Zusammenhänge und Aktionen macht betroffen, zumal ich mit einigen Serben zusammenarbeite, die sich sehr, sehr bedeckt halten überhaupt etwas aus ihrem Lande zu berichten….und wenn dann mal was raussickert, sind sie so betroffen, dass ihnen die Tränen in den Augen stehen, die Worte zum Weiterreden fehlen.

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  2. thom ram sagt:

    Marietta

    Ich weiss von Serbien und Serben so gut wie nichts.
    Frage:
    Tut der Interviewte in deinen Augen Unrecht?

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  3. Das will niemand wissen ,,, sagt:

    „Der lachende Mann“

    … hat das Spiel (schon damals) verstanden. Er ist eine authentische Spielfigur.

    Und das Spiel ist immer und überall das gleiche.

    Wenn man vorurteilsfrei genau zuhört, kann man diesen Menschen nicht verurteilen.
    Sämtliche Bewertungsversuche durch die konditionierte Systembrille gehen fehl. Die Propagandaschlacht war zu plump.

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  4. ALTRUIST sagt:

    Ein bemerkenstwerter Artikel . Wo TomRam den wohl ausgebuddelt hat ?

    Eigentlich begann alles mit der Zielsetzung dem russischem Baeren die Schlinge um den Hals zu setzen .
    Zeitlich passt es zusammen nachdem nach Jelzin Putin das Zepter in die Hand genommen hat und russisches Volksvermoegen zurueck gefuehrt hat .

    Der inszenierte voelkerrechtswidrige Jugoslawien Krieg war der Auftakt dazu bis hin ueber Georgien , Armenien , Kigisien und Kasachstan Terrain zu gewinnen , bis man dann mit dem Putsch erneut in der Ukrainie erfolgreich war .

    Doch Nato , VSA und EU haben sich an der Ukrainie die Zaehne ausgebissen . Das Experiment Ukrainie ist gescheitert .

    Neurussland hat aktuell den Rubel eingefuehrt , hat eigene Personaldokumente und hat das Volksvermoegen in die Haende des Souveraens zurueck gefuehrt .

    Handelsbeziehungen mit der Restukrainie und politische Kontakte gibt es nun nicht mehr . Es ist nur noch eine Frage der Zeit bis Neurussland Bestandteil von Russland wird .

    Offen ist , wie der Rest der Ukrainie politsch aufgegliedert wird .

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  5. thom ram sagt:

    Altrui

    Du staunst, wo ich das ausgegraben? Wie Bunzelbunzel. Einfach weitergekluckt habe ich.

    Ich hingegen staune, was du von der Entwicklung in der Ukraine zu rapportieren hast. Ist ja höchst interessant. Und woher hast du das denn?

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  6. @Thom um 23.14h

    Kann ich nicht viel zu sagen, da wenig damit beschäftigt bis dahin.
    Doch gibt es auch bei den Serben unterschiedliche Lager so scheint mir.
    Habe es auf einer anderen Station mal erlebt, dass sie sich spinnefeind waren und sich selbst im Dienst nicht angeschaut, geschweige denn miteinander kommuniziert hätten.

    Aber wie gesagt, ich kenne mich mit der serbischen Geschichte zu wenig aus.

    Was die Georgier angeht, da mag ich auch nicht alle als Teufel sehen, kenne sehr angenehme Menschen, die alles andere als bösartig sind.

    Die Welt ist ein Tollhaus wo eine den Anderen angeht…..und das nicht nur in Krisen und Kriegsgebieten.
    Wir bekommen es ja noch nicht einmal im Kleinen hin, in Freundschaften , in Kommunikationsforen, im Arbeitsleben…..wie soll da es im Grossen funktionieren, in Ländern die schon jahrhundertealte Konflikte mit sich rumschleppen.

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  7. ALTRUIST sagt:

    thom ram
    08/03/2017 um 01:12

    Ich verfolge viele Quellen und so kann ich meine Aussagen belegen .
    In der abschliessenden Wertung bin ich nicht vor Fehlern gefeit .
    In der Wertung greife ich auch auf Quellen zurueck , welche meiner Standardueberzeugung widersprechen und oeffne mich denen . Eine einseitige Quellenrecherche macht einem zum Spinner und unglaubwuerdig .

    Jeder Kommentar zum Thema hat seine Botschaft , die man sich erschliessen sollte . .

    Aber so verfaehrst Du ja auch , wie ich immer wieder aus Deinen Kommentaren ersehe.

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  8. ALTRUIST sagt:

    mariettalucia
    08/03/2017 um 01:50

    Russen und Serben eint die gleichen Stammes Wurzeln und vor allem auch der gemeinsame orthodoxe christliche Glaube .

    Russen und Serben haben mehr Gemeinsames als Trennendes .

    Kannst Du russisch , so kannst Du dich auch mit einem Serben verstaendigen . Das gilt fuer viele Voelker auf dem Balkan bis hin nach Slowenien .

    Ich denke mal , die Zerschlagung Jugoslawiens hatte auch damit zu tun , die russisch orthodoxe Kirche weiter in dem Teil Jugoslawiens zu zerschlgen wie zur Zeit des Zeiten Weltkrieges als die Ustascha einen Holocaust unter den Orthodoxen anrichteten und die Serben abschlachteten wie Vieh .Das geschah mit Wissen und Billigung des Vatikans !
    Bis heute nicht aufbereitet .

    Auch in der Ukraine wird der katholische Glaube im Westen gegen den orthodoxen Glauben im Osten der Ukraine geschuert , und auf den Hass auf gegen die Russen gelenkt .

    Die Methoden sind immer die selben , um strategische Ziele zu erreichen .

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  9. ALTRUIST sagt:

    „Wir ertrinken in BLUT & TRÄNEN!“ – Der vergessene Bürgerkrieg in der Ukraine & das Versagen des Westens!
    https://guidograndt.wordpress.com/2017/03/07/wir-ertrinken-in-blut-traenen-der-vergessene-buergerkrieg-in-der-ukraine-das-versagen-des-westens/

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  10. Danke Altruist für deine Antwort und Zusammenhänge der Serben und ihrer Geschichte.

    Grüssle Mariettalucia

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  11. Michleiden sagt:

    @ ML

    In der Pflege sind die Ausländer nun einmal die Nachzügler für Zeitarbeit, 1-Euro-Jobs, Assistenzarbeit ect…. Da muß es garnix mit einstimmiger Kultur zu tun haben. Ausländer haben sich auch mit eigenen Pflegeangeboten etabliert, wo dann nur Ausländer arbeiten oder gemischt.
    Alles heute nur noch aus deutscher Sicht sehen zu wollen paßt da nicht mehr. Ist nicht mehr mit ich deutsch, die Ausländer. Ich-Kultur und die andere.
    Die Ausländer werden hier genauso in die Arbeitswelt reingeschmissen wie die deutschen.
    Das wollt ich grad mal ergänzend hinzufügen.

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