bumi bahagia / Glückliche Erde

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Kunst-Zeugen-1

Unsere Betrachtungen zur Geschichte – im bb-Suchfenster einfach „Geschichte“ oder „Raubbau“ eingeben – haben schon so einiges an alternativen Möglichkeiten zu Tage gefördert.
Hier nachfolgend sollen nun Künstler zu Wort kommen, besser gesagt: ihre Werke wollen wir betrachten. Und daß dies alles ihrer blühenden Phantasie entsprungen sein soll, ist insofern fraglich, als daß viele verschiedene Maler zur selben Zeit ähnliche Bilder gemalt haben…
© für die auszugsweise Übersetzung aus dem Russischen by Luckyhans, 30.1.005
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Wovon die Ruinen schweigen, flüstern Pyramiden

12. Dezember 2014 – 13:42 – Autor: kadykchanskiy

Manchmal ist es durchaus nützlich, alles in der Schule und Hochschule erlangte Wissen zu vergessen, damit man einfache, längst bekannte Dinge neu betrachten kann.
Daher wird heute vorgeschlagen, über eine Sammlung von Gemälden aus dem 18. – Anfang 19. Jahrhundert ein wenig nachzusinnen.


Jean-Christoph Meville „Ruinen am Meeresufer“

Für den Anfang eine kurze Vorbemerkung. Damit der Gang meiner Gedanken verständlich wird und diese nicht allzu unwahrscheinlich erscheinen.

Jeder sittlich und physisch gesunde Mensch kommt früher oder später zu der Erkenntnis, daß das ganze Leben ein Kreislauf ist. Oder ein Zebra-Streifen, wie’s beliebt.
Egal, im wesentlichen ist es so: irgendwann wachst du morgens auf und begreifst, daß du eine Menge Lebenskräfte auf völlig sinnlose Vorgänge verschwendet hast.
Du beginnst, alles von vorne anzupacken, unter Berücksichtigung der vorherigen Erfahrungen, aber am Ende kommt wieder so ein Morgen, und man beginnt ein weiteres Mal alles zu überdenken.

Und sehr vielen ist es, wie sich zeigt, nicht möglich anzuerkennen, daß das, was ihnen als unverrückbar erschien, tatsächlich ein Irrtum oder Lüge ist. Hat man uns doch zu Standfestigkeit erzogen?
Wir sind überzeugt davon, daß es irgendwelche Wahrheiten geben muß, welche von allem die Grundlage bilden müssen, ohne deren Existenz ein Chaos eintreten wird.
Deshalb ruft ein Mensch, der sich von seinen Überzeugungen löst, keine besondere Achtung hervor. Geachtet werden die „standhaften Zinnsoldaten“.
Und das ist das Hauptproblem. Es ist sehr schwierig, die feine Kante zu finden zwischen Wahrh(aftigk)eit und Verirrung.

Und dabei fließt die Zeit dahin… Alles rundum verändert sich zielstrebig. Man darf nicht stumpf den veralteten Vorschriften folgen. …

Versuchen wir also, von den Dogmen loszukommen, aber dabei nicht über die Grenze zum Mystizismus zu rutschen.
Hier sind einige leuchtende Gemälde verschiedener Künstler, die weniger bekannt sind als die Werke des Giovanni Batista Piranesi, die jedoch nicht nur derselben Epoche angehören, sondern auch inhaltlich verbunden sind.

01.

Unbekannter Künstler, 2. Hälfte 18. Jahrhundert

02.

Pierre Patelle d.Ä.

03.

Francesco Guardi

04.

Antonio Canaletto

05.

Dresden. Antonio Canaletto

06.

Alessandro Manasco

07.

Jacob Van Ruisdael

08.

Nicolaes Pieterszoon Berchem

Dieser Meister, Nicolaes Pieterszoon Berchem, hat hinreichend viele Landschaften gemalt, die Ruinen zeigen. Ich habe ihn Nikolaj Petrowitsch Medwedjew genannt, und das ist durchaus kein Scherz, wie viele verstehen.

09.

10.

11.

12.

13.

Hier stellt sich die Frage: „Sind bei denen in Europa im 18.-19. Jh. keine unzerstörten Gebäude verblieben?“
Dazu gibt es eine vernünftige Erklärung der Historiker und Kunst-Wissenschaftler. Die Erklärung ist tatsächlich einfach und logisch, und sie in Frage zu stellen, ist wirklich Irrsinn. Auf den ersten Blick ist dies tatsächlich nur eine Kulturströmung, oder wie es die heutigen Patrioten nennen, ein „Trend der Zeit“.

Ja. Mode und Stil bestimmen Geschmäcker und Stimmungen, Gedanken und Gefühle von Millionen. Wir sehen dieses Nachäffen überall rundum. Es braucht nur irgendein berühmter Idiot auf Skiern im Bild aufzutauchen, schon beginnen hunderttausende die Skiausrüstungen von den Ladenregalen zu fegen und sich gegenseitig ihr Geheimnis zu eröffnen, daß sie schon seit ihrer Kindheit nur davon geträumt haben, auf den Skiern zu stehen wie … Na, weiter wißt ihr schon.
Wie? Selbst auf die Epidemie hereingefallen? …

Zurück zu unseren Hammeln. Und zu den Ochsen, Schafen und Ziegen vor den „antiken“ Ruinen. Das ist auch ein „Trend“. Genauso wie Hirten und Wäscherinnen, in den Landschaften jener Zeit.
Hat diese „Strömung“ auch Rußland erfaßt? Kein Zweifel.
Obwohl die Erinnerung an die russischen Ruinen im 19. und 20. Jahrhundert sorgsam zugedeckt wurde, aber einiges ist dennoch übrig geblieben. Hier noch einige bisher nicht gezeigte Werke.

14.

Kiewer Zentralfestung. Unbekannter Künstler

15.

Turmruine im Jekatherinenpark in Zarskoje Selo

Jetzt sieht sie aus wie sie sein muß. Eine gute teure tadzhikische Euro-Renovierung, Glanz und Glamour. Aber noch vor kurzem sah sie entsprechend dem europäischen „Trend“ des 18. Jahrhunderts aus. Bemerkenswert ist das Steinchen mit dem europäischen Datum, aber in russischen Ziffern abgebildet.

16.

„Zum Andenken an den Krieg von den Türken den Rußland erklärt wurde dieser Stein gesetzt“ – angeblich bedeutet die Zahl 1762.
Ehrlich gesagt, die Echtheit dieser Platte erscheint mir sehr zweifelhaft, aus vielen Anzeichen. Schaut selbst.

Aber das ist auch nicht verwunderlich. Die Größenordnung der „Bereinigung“ der wirklichen Geschichte Rußlands sind derart, daß es kaum vorstellbar erscheint, wie das alles geschafft wurde. Denn alles, was wir vom vor-romanowschen Imperium erfahren konnten, stammt aus Quellen, welche sich außerhalb der „Bereinigung“ befanden, und zwar in westlichen Universitäten und Bibliotheken.

Dieser Fakt läßt keinen Zweifel zu, daß eben jemand die Geschichte „bereinigt“ hat. Natürlich der Sieger. Und dieser Sieger ist eindeutig nicht einer unserer Vorfahren, sonst würde wir die Geschichte der Angelsachsen schreiben, und nicht diese die unsrige. Obwohl…
Das ist auch nicht unsere Methode. Wir sind nicht gegen eine großartige vergangene europäische Zivilisation, die natüürlich um viele Tausend Millionen Gulden besser war als die unsrige primitive.

Es versteht sich von selbst, daß ich nicht behaupte, daß Legionen von Deutschen durch die Wälder und Felder gezogen sind und mit Planierraupen alle antiken Bauten auf dem Territorium Tartariens beseitigt haben. Nein. Es war ausreichend, all diesen „Kram“ einfach liegenzulassen und nicht für dessen Erhalt zu sorgen, nicht mehr.
Und die Schriftzeugnisse wurden analog beseitigt. Und nicht nur so, sondern bewußt und zielgerichtet.

Sowohl unter Peter (dem Ersten, der ja angeblich während seines mehrjährigen Europa-Aufenthaltes gegen einen preußischen Grafen ausgetauscht wurde – d.Ü.) als auch unter Katharina (bekanntlich preußischer Abstammung – d.Ü.) wurden Bücher – unter dem Vorwand der Bewahrung – bei den Bauern eingesammelt und in ganzen Wagenladungen nach Moskau und Petersburg gefahren, wonach sich deren Spur im Dunkel verliert.
Klar, daß die „altgläubige (heidnische) Ketzerei“ einfach verbrannt wurde.

Genauso gingen die Bolschewiki in den zwanziger Jahren mit den Archiven der Romanows selbst um.
Nicht umsonst sagt man: „Spuck nicht in einen fremden Brunnen…“
Nun, Gott möge sie richten.

Sehen wir uns die Gemälde von noch einem lichten Vertreter der „ruinistischen“ Strömung in der europäischen Malerei an – Giovanni Paolo Pannini, oder wie ich ihn nenne, Iwan Pawlowitsch Panow.
18.

Wie ihr selbst seht, ist die Hauptpersonage der Werke – antike Ruinen. Nichts Neues, nur daß die Ruinen nicht vom Plebs mit Vieh, sondern von „normalen Europäern“ bevölkert sind. Mittelklasse und Adel. Aber das ändert nichts am Wesen.
Einige Ruinen existieren bis heute als restaurierte Anlagen oder als offensichtliche Neubauten. Aber der größte Teil davon, was die Menschen noch vor gar nicht langer Zeit umgab, ist unwiederbringlich zerstört, zerlegt, gestohlen für dringende Wirtschaftszwecke.

Noch was: diese Sujets vereint jener Fakt, daß der Künstler die Wirklichkeit fotografisch abgebildet hat, ohne darüber nachzudenken, wie die nachfolgenden Nachkommen diese Werke auslegen werden. Und jene Nachkommen erwiesen sich als undankbar, sie haben ihre Ur-Ur-Urgroßväter einfach für dumme, primitive, ungebildete Phantasten erklärt, die dazu neigen zu beschönigen, zu übertreiben und überhaupt aus den Fingern zu saugen.

So schreiben die modernen Lexika und Handbücher über die „ruinistische“ Malerei:
„…
(hier bitte den Namen eines beliebigen der oben genannten Maler einfügen)… ist bekannt durch seine malerische Phantasie, deren Hauptmotiv Parks und reale, aber öfter ausgedachte „großartige Ruinen“ (nach Diderot) sind, von denen eine Vielzahl von Skizzen während seines Aufenthaltes in Italien entstand“.

19.

Und das sollen wir glauben? Nur weil eine Autorität das gesagt hat?

Aber ich mag nicht aufs Wort glauben, wenn ich diese Großartigkeit sehe, ich kann nicht glauben, daß diejenigen Gebäude, die bis heute erhalten geblieben sind, der Künstler mit fotografischer Genauigkeit abgebildet hat, und jene, die jetzt schon nicht mehr da sind, er sich einfach ausgedacht hat!
Wie denn das plötzlich!?

(Fortsetzung folgt)


11 Kommentare

  1. SecurityScout sagt:

    Das letzte Bild von smallbay.ru ist besonders interessant.
    Hinter den Woken ist eine Pyramide, allerdings nicht im typischen Stil sondern mehr wie eine Stupa in Asien.

    Paßt nicht zu den Säulen im römischen Stil.

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  2. Peter Christian Vogl sagt:

    Zu viel Unnützes. Was will bumibahagia (klingt indisch) eigentlich ??

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  3. Vollidiot sagt:

    Zu einem bestimmtem Zeitpunkt wurde in der europ. Malerei die Perspektive umsetzbar. Vorher gab es die nicht, die Möglichkeit – vom Kopf her.
    Hier sind die Trümmer zu einem die Seelen erfassenden Motiv geworden – Romantik, Tod, Vergänglichkeit, Schwindsucht, Todessehnsucht.
    Allegorien.
    Wir sollten mit den damals vorhandenen seelisch-geistigen Konfigurationen die Sache betrachten.
    Nicht von unserem jetzigen Kopf- Stand aus.

    Das ist im Geistigen vorhanden.
    Wie bei Folterern, die eine neue Foltermethode in verschiedensten Ländern nahezu gleichzeitig anwenden, ohne von einander zu wissen.
    Die brauchen keine gemeinsame Schule in Italien oder sonstwo.
    Sie sind mit ihrer Seele so mit dieser übersinnlichen Sfäre verbunden, daß sie unabhängig darauf zugreifen können.

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  4. thom ram sagt:

    PCV 16:25

    Oben im Menu „Absicht“ anklicken.

    ****

    bumi bahagia ist indonesisch.

    ****

    Speziell für dich:
    Ich rege an, dass du es hältst wie ich. Wenn es mir an einem Ort nicht gefällt, bessere ich ihn aus, oder ich verlasse ihn.
    Duftmarke zu hinterlassen ist wenig freundlich.

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  5. luckyhans sagt:

    zu SecSco um 15:23
    Sehr gute Beobachtung! Vor allem was die Pro-portionen angeht! Zu den Pyramiden kommen wir noch… 😉

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  6. vintage sagt:

    ich schlage vor, wir sammeln alle artikel- raubbau,geschichten,geschichtskorrektur,eishöhlen,megalithen usw…
    drucken sie, binde sie, sichern sie
    und!
    machen ein schönes buch daraus und geben es den kindern mit in die schule für den geschichtsuntericht.

    zum artikel,
    ich sehe das ganze getriebe förmlich entstehen, jeder artikel stellt ein zahnrad dar.
    einzeln ergibts es noch nicht sehr viel (….nicht flasch verstehen)
    aber mit jedem zahnrad überträgt sich die eingeleitete kraft bis zur gewünschten übersetzung (der gag war für luckyhans….der uns ja massgeblich mit den übersetzungen erst die möglichkeit gibt…)

    Gefällt 1 Person

  7. viktor sagt:

    Danke für die verschiedenen Artikel die immer wieder zu neuem Denken anregen – wie sangen wir als Kinder? Stein auf Stein Stein auf Stein das Häuschen wird bald fertig sein………………………

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  8. Guido sagt:

    Danke LH! Sehe es wie viktor.

    Zu: Peter Christian Vogl 01/02/2017 um 16:25

    Hat auch sein Gutes. Solche Bemerkungen inspirieren mich manchmal zu unützen Gedichten. 😉

    Unnützlichkeiten

    Im weiten Raum,
    man hört es kaum:
    „Hat da jemand „zu viel Unnützes“ gesagt?
    Und nach einem Sinn gefragt?
    Oder ist alles nur ein schlechter Traum?!“

    „Was will ich hier eigentlich?“
    Das frage ich mich unaufhörlich.
    Schwanke wie ein Vogel im Wind
    Fühl mich wie ein schreiendes Kind,
    doch die Antwort ist mir peinlich.

    Was der Peter sagt, ist dem Christian nicht recht.
    Nicht weit von hier klopft wohl ein Specht.
    Es ist an der Zeit,
    nun bin ich bereit,
    auf in ein neues Gefecht!

    Gefällt 1 Person

  9. rechtobler sagt:

    Ich finde es super, dass solche Dinge überhaupt vorgestellt werden, dass sich irgend jemand, in diesem Fall Luckyhans – dem dafür Dank gebührt – die Mühe macht solche Artikel zu übersetzen und uns zur Verfügung zu stellen. Ich habe solche Bilder schon oft gesehen, muss aber gestehen, dass ich ’nur‘ die Kunst des so detailliert Malen können bewundert habe, aber dem Inhalt keine hinterfragende Aufmerksamkeit gewidmet habe 😦
    Obwohl mir seit Jahren bewusst finde ich es nach wie vor erschreckend, wie dumm und unwissend die Menschheit gehalten wird durch eine Gruppierung von Wesen welche ganz andere Pläne mit diesem Planeten hat und schon sehr lange pflegt. Noch erschreckender ist allerdings der Fakt der Masse von Schlafschafen, die solche Infos rundweg als Hirngespinste ablehnen und nicht einmal die Möglichkeit in Betracht ziehen wollen!
    Es gibt Einiges von LH das ich – um es mit Thom Ram’s Worten zu schreiben – zuerst absacken lassen muss, weil es mit meinem Bild (immer noch) nicht korrespondiert. Aber es ist wertvoll sich damit auseinanderzusetzen und schauen, was es mit mir macht. Zusammen mit Infos aus anderen Quellen, z. B. Iveta Blömer, ergibt es sich immer öfter, dass wieder ein Puzzleteil seinen Platz findet und das Ganze zu einem immer klarer werdenden Bild wird. Vintage hat absolu recht, diese Infos müssten in einem Band (würde das überhaupt reichen? Oder wie dick würde der? 😉 ) zusammengefasst und vorab den Lehrern und dann den Schülern in die Hand gedrückt werden 🙂

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  10. Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

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  11. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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