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Demokratie-Zukunft Rußland?

Nein, hier geht es erstmal nicht um die direkte Wahl des Präsidenten eines Landes, wie sie in Rußland schon seit langem üblich ist (und in keiner westlichen „Vorbild“-Demokratie praktiziert wird). Es geht auch nicht um die Rechenschaftslegung der gewählten Staats-Funktionäre vor Ort (Gouverneure), wie sie in Rußland zum Ende der Wahlperiode gesetzlich vorgeschrieben ist.

Nein, es geht zunächst mal um die weitestgehend leeren Bänke in den westlichen „Parlamenten“, wie wir sie selbst bei für das Wohlergehen des Volkes höchst wichtigen Gesetzesvorlagen und Abstimmungen dazu leider allzu gewohnt sind: im Bundestag wie in Landesparlamenten – und um die weitverbreitete Unsitte, für die abwesenden Herrschaften die Abstimmungseinrichtungen mit zu betätigen…

Daher nun bitte aufgemerkt und die nachfolgende Meldung gelesen.
© für die Übersetzung aus dem Russischen by Luckyhans, 28. November 004
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Die Staatsduma hat Strafen für die Abgeordneten für das Fernbleiben von den Plenarsitzungen eingeführt

16. November 2016

Die Staatsduma (das Unterhaus des russischen Zentral-Parlaments – d.Ü.) hat eine Änderung ihres Reglements beschlossen, welche Strafen für das Fernbleiben der Abgeordneten von den Plenarsitzungen vorsieht, wenn keine ernsthaften Gründe dafür vorliegen.

Insgesamt finden in jedem Monat sechs Plenarsitzungen der Staatsduma statt, dementsprechend wird für jede von einem Abgeordneten versäumte von dem Gehalt ein Sechstel abgezogen.

Nach Medienangaben erhalten die Duma-Abgeordneten im Durchschnitt etwa 380 Tausend Rubel im Monat (das sind nach aktuellem Kurs etwa 5400 Euro – d.Ü.).

Als auf einer Sitzung fehlend wird ein Abgeordneter dann angesehen, wenn er im Verlaufe des Tages sich nicht einmal im Saal registriert hat. Während der Plenarsitzungen gibt es drei Registrierungen: um 10, um 12.30 und um 16 Uhr.

Zu den ernsthaften Gründen, wegen derer die Abgeordneten bei den Sitzungen fehlen dürfen, gehören zeitweilige Arbeitsunfähigkeit, Abwesenheit durch Mitarbeit in einer offiziellen Delegation und Dienstreisen in die Regionen oder zu anderen Zielen. Ebenso wird die Wahrnehmung der Vollmachten der Mitglieder des Rates der Duma anerkannt.

Den Änderungsvorschlag zu den Strafen haben der Vize-Sprecher von „Jedinaja Rossija“ Sergej Newerow (das ist die Machtpartei „Einiges Rußland“ – d.Ü.), der Vize-Sprecher der KPRF Iwan Melnikow (Kommunisten – d.Ü.), der Vize-Sprecher der LDPR Igor Lebedjew (Liberale – d.Ü.), der Fraktionschef von „Sprawedliwaja Rossija“ Sergej Mironow (Partei „Gerechtes Rußland“ – d.Ü.) und der Fraktionschef der „JedRo“ Wladimir Wassiljew eingebracht.

Davor hatte die Staatsduma Änderungen zum Reglement angenommen, welche die Abstimmung der Abgeordneten nach Vereinbarung aufhebt. (damit sind auch sämtliche Fraktions- und Gruppenzwänge nicht mehr zulässig – d.Ü.)

Quelle: https://ria.ru/politics/20161116/1481470836.html
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Na, wie gefällt euch das neue Regelwerk des russischen Parlaments?

Wäre das nicht ein gutes Vorbild für unsere Schwatzbuden in Berlin und anderswo?

Natürlich wird keiner der Duma-Abgeordneten in materielle Schwierigkeiten kommen – selbst wenn er sein Gehalt vollständig „liegenlassen“ würde – wie bekannt, sind die meisten russischen „Volksvertreter“ (Dollar-)Millionäre…

Aber warum liegt der Staatsduma soviel daran, als „fortschrittlicher“ und „volksnäher“ zu erscheinen als die westlichen „Vorbilder“?
Einen Hinweis darauf finden wir im nachfolgenden Beitrag, der leicht gekürzt wurde.
ÜBRIGENS:
Falls jemand beim Lesen so manches Mal scheint, daß er ein Gleiches hier im Lande selbst schon erlebt hat: das muß keine Täuschung sein…
© für die Übersetzung aus dem Russischen by Luckyhans, 30. November 004
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Ein Netzparlament anstelle der Staatsduma

Veröffentlicht am 5. September 2016 – 13:40 von Jaroslaw Jarygin


Das Thema soll gleich klar umrissen werden. Während die Zweckmäßgkeit der Existenz der Staatsduma in ihrer heutigen Form in Frage gestellt wird, verneint der Autor in keiner Weise die Notwendigkeit von Organen der Volksmacht als solche.
Dabei wird vorausgesetzt, daß dies ein wahrhaftiges Volksmacht-Organ sein muß und nicht ein Attrappen-Schirm, der die Staatsmacht vom Volk trennt.

Die Staatsduma ist von Anfang an eine totgeborene Struktur, die zur formalen Tarnung der oligarchischen Macht (Oligarchie = Herrschaft weniger – d.Ü.) geschaffen wurde, und daher ist auch der Versuch, sie behelfs Wahlen mit lebendigen Leuten zu füllen, absolut sinnlos.

Heute ist das wichtigste nicht die Kritik an einem offensichtlich unbrauchbaren Machtorgan – der Staatsduma -, sondern die schnelle Schaffung sie ersetzender alternativer Strukturen.

Es sollen nicht die Personalien, sondern die Prinzipien des Aufbaus und die Struktur ds Parlaments verändert werden – eine Umwandlung in eine Volks-Wehtsche (Вече = altslawische Volksversammlung, gesprochen „Wehtsche“ – d.Ü.), wo jeder Bürger ein Stimmrecht hat.

Wozu braucht Rußland eine Staatsduma?

Einige Auszüge aus Veröffentlichungen im Internet zu dieser Frage.

Das womit sich die Staatsduma befaßt, ist nichtig vom Standpunkt der Bedeutsamkeit der getroffenen Entscheidungen; unzulässig teuer vom wirtschaftlichen Standpunkt aus; sinnlos und dem gesunden Menschenverstand widersprechend vom Standpunkt der Bewertung der Tätigkeit der Abgeordneten; schädlich und gefährlich vom Standpunkt des Verbrauchers aus. In der Gesamtheit führt all das zur Vernichtung des Landes und der darin lebenden Völker.“   …

Die Zahl der Russen, nach deren Meinung das Leben des Landes ohne die Staatsduma ebenso gut zu organisieren wäre, ist auf 43% im Jahre 2013 gewachsen – von 32% im Jahre 2011.“

Im postsowjetischen Rußland sind die Abgeordneten in ihrer überwiegenden Mehrzahl keine Werktätigen, sondern in der Staatsduma abhängende Nichtstuer.
Das ist keine verleumderische Anschuldigung, sondern eine Bewertung der Ergebnisse der „Arbeit“ der Abgeordneten der sechs Wahlperioden der Staatsduma, welche daraus resultiert, was diese da für eine gesetzgeberische Grundlage geschaffen haben, die
– dem Bürger Rußlands weder heute noch in der Zukunft einen Wohlstand garantiert,
– keine soziale Absicherung weder für die Erwachsenen, noch die Kinder, noch die Alten gewährleistet,
– sondern das Land im Verlaufe von mehr als 20 Jahren vom Zeitpunkt der Annahme der Verfassung im Jahre 1993 an in eine langanhaltenden allgemeine Kultur-Krise gestürzt hat, vor deren Hintergrund die Gesellschaft mit einem Schwall von Demagogie der Politiker über die Probleme und Schwierigkeiten der gegenwärtigen Zeit, über den Einfluß des Erdöl-Weltmarktpreises auf den Staatshaushalt, über die wer weiß woher entstehende Inflation, mit der die Zentralbank und das Wirtschaftsministerium heldenhaft kämpfen, über die Notwendigkeit der Überführung der Wirtschaft in eine Innovations-Entwicklung, über die Verbesserung der Lebensqualität der Bevölkerung usw. überschwemmt wird.
Dieser Strom von Demagogie ist endlos, aber die von den Politikern verkündeten Ziele werden ständig nicht erreicht.“
Quelle: http://kobstavinfo.ru/life/info/484-navstrechu-vyboram-deputatov-gosdumy.html

An gleicher Stelle zu den Wahlen: „In Massen-Elitär-Kulturen sind beliebige Wahlen nur ein Wettkampf von Polittechnologen-Mannschaften, welche die ihnen gezahlten Gelder abarbeiten, und nicht ein Wettstreit von Politikern und von ihnen getragenen Ideen und Meinungen darüber, wie die Gesellschaft im weiteren leben wird.“  …

Der russische Volksmund nennt das Haus schon nur noch Staatsdura (= Staatsdeppin – d.Ü.):
„Gestern hat ein Unbekannter in der Staatsduma angerufen und mitgeteilt, daß darin ein Sinn verborgen sein soll. Zum Glück sind sofort Fachleute hinzugezogen worden, die ganz schnell aufklären konnten, daß in der Staatsduma kein Sinn verborgen ist.“
Quelle:
https://otvet.mail.ru/question/94152690

Aus der Sicht der Feinde Rußlands gibt es jedoch solch einen Sinn – das ist die Falsifikation einer echten Demokratie.

Die Staatsduma – eine Dekoration der Demokratie

Die Zweckbestimmung der Staatsduma ist, eine Papp-Dekoration der Demokratie zu sein, einer angeblich existierenden Volksmacht, obwohl die Bürger der RF real keinerlei Einfluß haben, weder auf die Macht, noch auf die Situation im Lande.
(das ist nun wieder stark vereinfacht, denn selbstverständlich kann jeder Mensch einen Einfluß ausüben, so er das will – d.Ü.)

Es sollte jedoch niemand denken, daß das Problem der Imitation der Demokratie ein ausschließlich russisches sei. Es existiert in allen Ländern, einschließlich der „entwickelten“ Länder des Westens.

Diejenigen, welche formal (den Staat VSA) lenken, erhalten ihre Kommandos nicht vom Elektorat, sondern von einer kleinen Gruppe…, die sich „Establishment“ (Machthabende) nennt. Diese existiert, obwohl deren Existenz strikt geleugnet wird.
Das zweite Geheimnis ist der Fakt, daß über die Existenz des Establishments – der lenkenden Klasse – keine Erörterung zulässig ist.“
А. Мiller, Professor an der George-Washington.Universität, VSA, in „The Architecture of Modern Political Power.“ 2008. http://www.mega.nu/ampp/intro1.5.html


Womit befaßt sich die Staatsduma real?
Kann jemand auch nur eines der von der Staatsduma angenommenen Gesetze nennen, das dem Lande und dem Volke zum Nutzen gereicht? Kaum.
Aber die Liste der volksfeindlichen Gesetze ist riesig.
Gesetzesgemäß laufen ständig Privatisierungswellen, d.h. die faktische Verschiebung der Staatlichen Aktiva in die Taschen der unersättlichen Oligarchen. Gesetzesgemäß werden Betriebe geschlossen, Staatsgüter und Forschungs-Institute aufgelöst.
Gesetzesgemäß werden russische Kinder ins Ausland verkauft, wird in den Schulen das EGE
(das verblödende sog. „Einheitliche Staatliche Examen“ zum Schulabschluß – d.Ü.) eingeführt, das die Kinder zu Idioten macht, gesetzesgemäß wird die russische Armee und Wehrtechnik-Industrie zerstört.
In voller Übereinstimmung mit dem von der Duma angenommenen Waldkodex wurde der
(staatliche – d.Ü.) Waldschutzdienst aufgelöst und die Wälder den „effektiven Eigentümern“ übergeben, welche die russischen Wälder verbrennen und abholzen.
Nach diesen Gesetzen darf Alkohol immer und überall verkauft werden, bald auch in Schulen und Krankenhäusern. Ein Gesetz verbietet die allzu strenge Bestrafung von Drogenhändlern, und ein anderes verbietet den Russen, die in den ehemaligen Sowjetrepubliken verblieben sind, die Staatsbürgerschaft Rußlands zu erhalten.
Alle diese Kunstwerke der Duma aufzuzählen ist langweilig – sie sind allgemein bekannt.

Bemerkenswert erdacht ist, daß die Abgeordneten für die Folgen ihrer Tätigkeit keinerlei Verantwortung tragen. Keinem der Wald-Kodex-Annehmer wird vom Abgeordneten-Gehalt etwas abgezogen für die verbrannten Wälder.
Die Arbeit der Duma-Komitees ist von Anfang an auf Ergebnislosigkeit ausgerichtet, abgerechnet wird ausschließlich nach formalen Protokollen.

Eine Analyse der Personalien des Abgeordneten-Korps ist langweilig. Keine Beziehung zur Gesetzeserarbeitung haben die bunten Massen juristischer Analphabeten, der Kämpfer, Sänger, Playmates und einfach grauen Nichtnutze, die unbekannt wie auch immer in die Abgeordnetensessel gelangt sind.
Und sogar der offene Feind Rußlands Ilja Ponomarjow, der in die VSA geflohen war, hat noch lange Zeit sein Abgeordnetengehalt bekommen – alles streng nach Gesetz.
Man könnte noch andere Volksvertreter nennen, die durch Bestechungsgeldannahmen, Verbindungen mit kriminellen Strukturen und Geldwäscheaktivitäten für die verbrecherisch ergaunerten Gelder aufgefallen sind – ihre Namen sind wohlbekannt aus Medienberichten und der Gerichts-Chronik.

Vielen ist nicht verständlich, was im Parlament die Parteien-Fraktionen machen, wenn die Rolle der Parteien in der Gesellschaft fast auf Null gefallen ist?
Parteien sind eine veraltete, archaische Organisationsform des gesellschaftlichen Lebens, und sie werden nur von den naphthalin-stinkenden Parteibonzen benötigt, damit sie ihr Zarenleben führen können, wo doch die einzige Beschäftigung dieser Bonzen ist, als Clowns in Talk-Shows aufzutreten.

Und völlig unverständlich ist, warum die Bürger zu Wahlen gehen sollen und diesem trüben Publikum ihre Stimme geben sollen für die Annahme wichtiger Gesetze?
Ein Abgeordneter der Staatsduma, der ein
(Monats-)Gehalt von einer halben Million Rubel bekommt, setzt einen Mindestlohn fest, der auf Hungerniveau liegt. Und ein Satter kann, wie bekannt, einen Hungrigen nicht verstehen.
Wie können jene, die das 50 – 100fache bekommen, die Interessen eines Bürgers vertreten, der 5 – 10 Tausend erhält? …

Die ganze Geschichte mit den Wahlen und den Parteien ist ein Schauspiel für die Deppen“, das sind nicht die Worte eines Mannes von der Straße, sondern von Jewgenj Fjodorow, der verzüglich weiß, was die Staatsduma ist – war er doch viermal dort Abgeordneter.
Hören wir ihm noch etwas zu: …

Das ist der angelsächsische Demokratie-Typ – eine „Show“, vorgesehen zur Ablenkung der Aufmerksamkeit der Leute von den realen Ereignissen…“

Wir spielen nach den Regeln der Besatzer. Parteien, die nicht bereit sind, nach dem Kollaborations-Szenario zu arbeiten, werden einfach nicht zur Wahl zugelassen… So gibt es keine Parteien, die nicht mit der amerikanischen Verwaltung einverstanden sind.“

Das ist tatsächlich so. Sogar der offizielle Kreml-Ideologe Nikolaj Starikow hat sich nicht entblödet, mit dem amerikanischen Generalkonsul zusammenzutreffen.   …

Obwohl die Personalien des Abgeordneten-Korps sich bei den Wahlen leicht verändern, schöpfen die Schatten-Organisatoren des Prozesses die neuen Mitglieder der Staatsduma auf demselben Reservoir, denn die Hauptaufgabe der Duma ist es, den oligarchischen Aufbau zu erhalten, die Zerstörung der Wirtschaft fortzusetzen, (Finanz-)Mittel aus ihr herauszuziehen und an die ausländischen Finanzinstitute zu transferieren.

Interessant ist, daß der Terminus „Krypto-Kolonie“ entstanden ist, der vom Politologen Dmitrij Galkowski eingeführt wurde.

Die Umwandlung eines Staates in eine Krypto-Kolonie ist die faktische verdeckte Kolonisierung eines unabhängigen Staates, bei Erhalt all seiner formalen Kennzeichen der Souveränität. Die Kolonisierung wird von der Mehrheit des Volkes und sogar der Mehrheit der herrschenden Elite nicht erkannt.
Politik und Wirtschaft des kryptokolonialen Staates sind – trotz Vorhandenseins der formalen Attribute der Souveränität – in der Tat knallhart den Interessen ausländischer Staaten oder der Eigentümer und den Direktoraten der Transnationalen Konzerne genau so unterworfen, wie wenn das Land juristisch eine Kolonie wäre, und seine Staatlichkeit administrativ diesen oder jenen außenpolitischen Kräften unterstehen würde.
Das moderne Rußland entspricht genau diesem Terminus der „Krypto-Kolonie“.

Unsere teuren Abgeordneten

Wieviel kostet die Staatsduma? Sehr viel. Wobei die Kosten ständig und schnell wachsen. Im Jahre 2003 betrug das Jahresbudget der Staatsduma etwa 3 Milliarden Rubel (90 – 100 Millionen USD).
Quelle:
https://www.gazeta.ru/2003/01/30/kontekstskol.shtml

Im Jahre 2014 wurden aus der Staatskasse schon 8 Milliarden Rubel für deren Unterhalt ausgegeben – eine halbe Milliarde mehr als im Jahr zuvor. Der größte Teil dieses Geldes – 5,8 Mrd. Rbl. – wurde für die Gehälter der Abgeordneten und deren Apparat verwendet.
In Rußland ist eines der höchsten Verhältnisse des Gehalts eines Abgeordneten des Bundesparlaments zum Durchschnittslohn im Land zu verzeichnen – 1 zu 8,5.

Das Gehalt eines Staatsduma-Abgeordneten ist höher als das eines Abgeordneten in Frankreich und in Deutschland.
Quelle: http://rusplt.ru/fact/Gosduma-zarplati-7726.html

Aber die Machthaber halten es für erforderlich, diese überhöhten Gehälter ständig weiter zu erhöhen. Im Jahre 2013 wuchsen sie durch Präsidentenukas auf 250 Tausend Rbl. im Monat.
Quelle:
https://lenta.ru/news/2013/11/06/zarplata/

Im Jahre 2015 betrug das Abgeordnetengehalt schon 350.000 — 400.000 Rubel monatlich, in Abhängigkeit von den Funktionen in den Komitees.
Quelle:
http://www.gazeta.ru/politics/2015/02/24_a_6425053.shtml

Aber auch das ist den Abgeordneten noch zuwenig. Gemäß Ukas des Präsidenten der RF vom 16. März 2015 erhalten die Abgeordneten der Staatsduma und deren Familienmitglieder Arzneimittel entweder kostenlos oder mit einem 50%igen Abschlag. Nach der Pensionierung bleibten diese Vorteile bei den Arzneimitteln erhalten.
Quelle:
http://izvestia.ru/news/584303

Die Pension eines Staatsduma-Abgeordneten beträgt im Mittel 21.000 Rubel, während im Jahre 2015 in Rußland die Mindestrente bei 6.354 Rbl. und die Durchschnittsrente bei 12.400 Rbl. lagen. (alles monatlich – d.Ü.)
Quelle: http://finansiko.ru/minimalnaya_srednyaya_pensiya_2015/

Die Wahlen kosten den Staatshaushalt in den Jahren 2013 – 2015 jährlich 7 Milliarden Rubel.
Quelle:
https://ria.ru/economy/20120918/753370096.html

Hier muß man jeweils noch die sozialen Privilegien der Abgeordneten hinzurechnen, die lebenslangen Privilegien in Form von persönlichen Vorteilen, einmaligen Subventionen…
Ergänzen wir dazu noch die Schmiergelder, welche die Abgeordneten für die Lobbyierung jener Gesetze erhalten, die für die Reichen bequem sind, und die von diesen bezahlt werden.
Ergänzen wir hierzu die Millionen von Dollars, welche die Oligarchen für die Sitze im Parlament bezahlen, die ihnen
(strafrechtliche – d.Ü.) Immunität sichern. Alle diese Gelder sind vom Volk in Form von Steuern eingenommen oder ihm mit Hilfe von Betrugsmanipulationen abgenommen worden.

Solch kolossale Gehälter, die absolut inadäquat zu den Ergebnissen der Arbeit der Abgeordneten sind, kann man im Wesen nur als verdecktes Schmiergeld bezeichnen.
Die Staatsduma wird bestochen, damit sie die Hauptaufgabe erfüllt: den Erhalt des existierenden Systems, das die Macht der Oligarchen festhält, und den Erhalt der Mechanismen von deren Bereicherung. …

Real hängen die Abgeordneten nicht von Volk ab, sie schotten sich mit aller Kraft davon ab – das Gesetz über das allgemeine Referendum ist mit solch hohen administrativen Vorbehalten belastet, daß ein Referendum sogar theoretisch unmöglich ist.
Dies ist eine gröbliche Verletzung von Art. 3 Abs. 3 der Verfassung der RF:
„Der höchste unmittelbare Ausdruck der Macht des Volkes sind das Referendum und freie Wahlen.“
Die Bürger Rußlands sind vollständig vom Gesetzgebungsprozeß ausgeschlossen, sie sind es schon gewohnt, daß jede Iniatiative der Staatsduma für sie eine neue unangenehme Überraschung wird.

Proamerikanische Politiker, die sich in der Duma zusammengefunden haben, bedienen das Oligarchat und die Transnationalen Konzerne, sie wandeln das Volk in eine Biomasse um, unterstützten dessen Entartung durch die Propaganda der Homosexualität, des Alkohols und der Drogen, um die riesigen Territorien Rußlands von den „unnötigen“ Menschen zu befreien und für die „Goldene Milliarde“ (damit ist „der Westen“ gemeint – d.Ü.) einen Leckerbissen an Naturressourcen freizumachen. …

Die extrem geringe Wahlbeteiligung und die hohe Anzahl der ungültigen Stimmen zeugen davon, daß unser Volk in der Lage ist, seinen Staat selbst zu lenken – es will diese Arbeit durchaus nicht irgendwelchen Abgeordneten anvertrauen, welche stur von Wahlperiode zu Wahlperiode das Land weiter in den Abgrund führen.

Die slawische Selbstverwaltung hat tiefe Wurzeln

Überhaupt ist unverständlich, warum man seine Stimme unbedingt irgendwem anvertrauen soll und diese nicht selbst benutzen kann.

Gemäß der Verfassung der RF, Abschnitt 1, Art. 3, Abs. 1 ist die einzige Quelle der Macht in Rußland dessen einiges multinationales Volk.
Das Volk, d.h. jeder Bürger, und nicht ein Häufchen irgendwelcher Abgeordneter, hat das Recht, sein Land zu lenken.

Die Selbstverwaltung ist eine uralte slawische Tradition, die tiefe Wurzeln hat. Die Historiker stellen fest: für die Slawen waren stets charakteristisch – Freiheitsliebe, Streben nach Gerechtigkeit und kollektive Entscheidungsfindung.

Die Russen verbeugen sich vor den Vorgesetzten uneilig und wichtig. Sie zeigen keine Unterwürfigkeit vor den Herrschenden, die charakteristisch ist für mein heimatliches Deutschland.“ – Adam der Bremer, Kaufmann (im Jahre 1081).

Die Stämme der Sklaven und Anten (Slawen) sind gleichartig in Lebensart und Ansichten; sie sind frei, zeigen keinerlei Neigung Sklaven zu werden oder sich zu unterwerfen, besonders im eigenen Land.“ Mauritius, Imperator von Byzanz (6. Jahrh.)

Das slawische Volk hatte keine Selbstherrschaft, aber seit uralten Zeiten nutzte es allgemeine Freiheit.“ Mauro Orbini, italienischer Historiker (im Jahre 1601)

Diese Völker, Slawen und Anten, gehören nicht zur einheitlichen Macht, sondern leben seit Urzeiten unter allgemeiner Volksherrschaft. Nutzen und Schaden werden allgemein angenommen.“ Prokop der Kaiserliche, Byzantinischer Historiker

Es gab traditionelle slawische Verwaltungstechnologien: die Sippen-Zusammenkunft (родовое вече = wörtl. Gattungs-Versammlung – d.Ü.) und das Land-/Heimat-Recht (Копное право – vom russischen Wort копнá = die Heumiete – d.Ü.) – Beispiele einer echten Volksdemokratie.

Die Wehtsche ist die Volksversammlung in der antiken und mittelalterlichen Ruß, wo die Teilnehmer die „Männer“ waren („Muzhi“) – die Häupter aller Gemeinden, die Ältesten und Vorsteher der Gemeinschaften (Stämme, Geschlechter, Siedlungen, Grafschaften). Die Geschlechter-Gemeinschaften oder Stämme hatten ihren Rat der Ältesten, welcher die Fragen der wirtschaftlichen und anderen gemeinsamen Tätigkeiten prüfte.

Ja, die historische Selbstverwaltung des Volkes verlor gegen die Parlamente. In der Ruß verloren die Weisenräte gegen die Monarchien, und die Räte der Wolchwen gegen die hierarchischen religiösen Strukturen.
Im Alten Griechenland wurden die Ältestenräte nach der Entstehung der Staatlichkeit in die Areopags umgewandelt, im Alten Israel in das Sinedrion, im Alten Rom – in den Senat.

Aber was ist da herausgekommen? Es wurde ein politisches System etabliert, das ideal bequem war für die kleinen Gruppen von Parasiten, und für das Volk entstanden daraus ununterbrochene Kriege, Blut, Genozide, Rechtlosigkeit, Armut.
Das schlimmste ist, daß dieses Verwaltungssystem das Ökosystem der Erde abgetötet hat.

Um die Slawen umzuformatieren, um ihnen solche Eigenschaften wie Freiheitsliebe, das Gefühl der eigenen Würde und die Fähigkeit, ihre Probleme selbst zu lösen, abzugewöhnen, wurden Jahrhunderte der Christianisierung benötigt, der Selbstherrschaft und des bolschewistischen Regimes.
Den Stolz brechen, auf die Knie zwingen und das Volk zu Sklaven machen – das sind die Methoden, einen Staat zu einem solch schäbigen Zustand zu führen, wie dem, in welchem Rußland derzeit verharrt, unfähig sich sogar mit einer derart verlogenen Anti-Doping-Behörde auseinanderzusetzen und unfähig, sogar seine Paralympics-Sportler gegen Diskriminierung zu schützen.

Aber Rußland ist bis heute nicht endgültig gebrochen. Am Beispiel des Wachstums der gesellschaftlichen nichtkommerziellen Organisationen und der Volontär-Sozial-Projekte können wir sehen, daß die Leute es vorziehen, ihre scharfen sozialen Probleme selbst zu lösen.

Die Bürger beginnen selbst mit der Propaganda für Alkohol und Tabal zu kämpfen, mit der Drogensucht, mit den pädophilen Verderbern und mit der juvenalen Justiz.
Junge Ökologen stimmen für die Mülltrennung, für das Begrünen der Städte und für die Verbesserung der ökologischen Situation im Ganzen.

In den letzten 20 Jahren ist in Rußland ein Netz von Ökosiedlungen entstanden, bilden sich Agrodörfer neuen Typs mit der Entwicklung von Produktion und Tourismus, werden Projekte zur Wiederbelebung verlassener Dörfer realisiert.
Quelle:
http://poselenia.ru/newslist

Und all das wird nicht dank, sondern entgegen dem Verwaltungsapparat getan, ohne Teilnahme der Bürokraten und Abgeordneten, die sich an veralteten, unzulänglichen Verwaltungsmethoden festklammern.

Als Schlußfolgerung drängt sich hier auf: das Volk Rußlands ist fähig zur Selbstregelung und Selbstorganisation. Es ist eine Schicht von aktiven passionierten jungen Leuten entstanden, die bereit sind, neue Ideen und Orientierungspunkte anzubieten.   …

Heutzutage verstärkt sich in der Gesellschaft das Interesse für die vorchristliche Kultur. Immer öfter werden die Prinzipien der Arbeit der für die Slawen traditionellen Volksversammlungen (Wehtsche) und des -Rechts erörtert.
Unter den modernen Bedingungen muß die Rolle der Volksversammlung das Netzparlament übernehmen.

Die magistrale Tendenz unserer Tage ist das Wachstum des Einflusses von Netzorganisationen. Moderne Vereinigungen von Menschen sind Netzgesellschaften, welche die veralteten Organisationsformen des gesellschaftlichen Lebens – die Parteien – ablösen.
Eine Partei ist eine vertikale formale Struktur mit einer festen Hierarchie, einem Stellenplan, stabilen Funktionen, standardisierten Prozeduren und völlig verschlossenen vertikalen Liften.
Die Grundlage der Partei bilden verknöcherte Dogmen, welche strengstens verboten ist zu revidieren. Solche Organisationen sind nicht Motor der sozialen Entwicklung, sondern Bremse. Aber genau aus solchen veralteten Blöcken ist die funktionierende Staatsduma aufgebaut.

Im Unterschied zu den Parteien sind die Netzgesellschaften flexible, lebendige, sich ständig erneuernde Gruppen, die operativ auf die Herausforderungen der Zeit reagieren. Dem Potential und der Effektivität nach stehen diese sozialen Organisationen höher als die gewohnten hierarchischen Formen – die Parteien.

Stellen wir die Grundqualitäten der Netzgesellschaften heraus.
Die Netzgesellschaften gründen sich auf

  • konzeptuelle Einheit, wobei die Ausgangskonzeption ständig präzisiert wird;
  • informelle Führung – es gibt da keine hierarchische Spitze, die irgendetwas eigenes ausdenken oder durchdrücken kann, hier kann jeder analysieren, was die anderen vorschlagen;
  • die Möglichkeit der Realisierung schöpferischer Persönlichkeiten;
  • die Autonomie und Wechselwirkung der Teile – einzelne Persönlichkeiten und soziale Gruppen, auf die Abstimmung ihrer Interessen;
  • die Zusammenführung von individuellen und Gruppen-Projekten;
  • die effektive Rückkopplung mit der realen Welt;
  • die maximale Aufteilung des persönlichen Risikos einer fehlerhaften Entscheidung.

Noch ein Vorzug der Netzgesellschaften ist, daß sie in der Lage sind, auf einer sehr breiten Datenbasis tätig zu sein, was ihnen ermöglicht, komplizierte Systeme korrekt zu beschreiben und ein mehrdimensionales Bild der Wirklichkeit zu sehen.

Netzdemokratie

Quelle: http://www.za-nauku.ru/index.php?option=com_content&task=view&id=5225&Itemid=35

Eine Netzstruktur gewährleistet

  • eine schnelle Entscheidungsfindung;
  • eine hohe Qualität der Entscheidungen im Ergebnis einer objektiven und mehrdimensionalen Bewertung der Situation, unter Berücksichtigung der Meinungen und Vorschläge aller Prozeßteilnehmer;
  • eine anschauliche (in Echtzeit) und zuverlässige Planung der Umsetzung der getroffenen Entscheidung;
  • einne operative Kontrolle der Folgen der Umsetzung der getroffenen Entscheidung;
  • eine schnelle Einbringung von Korrekturen in die existierenden Pläne.

Netztechnologien sind besser angepaßt an die Steuerung der sich dynamisch verändernden modernen Welt, besonders in Augenblicken heftiger sozialer und politischer Veränderungen, wenn anstelle der folgerichtigen Umsetzung langfristiger Projekte eine sich ständig verändernde Folge von diskreten Projekten zu realisieren ist.
Dies minimiert den Einfluß der Trägheit und läßt die Beseitigung der im Ausgangsmodell eingearbeiteten Fehler zu.

Eine Netzorganisation orientiert sich nicht so sehr an der formalen Aufgabenstellung, als an deren Lösung, da sie in der Lage ist, flexibel das Wissen des Gesamtproblems mit konkretem Projektdenken zu verbinden.

Gerade Netztechnologien wurden von den VSA in den 80er-90er Jahren erfolgreich gegen die UdSSR eingesetzt, später gegen die Länder Afrikas und des Nahen Ostens. Wobei der übertölpelte Unterlegene bis heute dem Sieger Lobeshymnen singt. (wer??? – d.Ü.)

Rußland muß die Netztechnologien zur Steuerung des Soziums aufgreifen.

Prizipien der Formierung eines Netzparlaments

Prizipiell wichtig ist, daß das Netz nicht Persönlichkeiten wählt, sondern deren Ideen, nicht charismatische Schauspieler, die eine Menge mit zündenden Reden von der Tribüne in ihren Bann ziehen, sondern konkrete Vorschläge kluger Leute zur Umsetzung in der Praxis.
Darin besteht das neue Verständnis der
Volksmacht.

Das Funktionsprinzip des Netzparlaments kann folgendermaßen aussehen.

  1. Gesetzesinitiativen sind für jeden Bürger einreichbar – so wird das Prinzip der persönlichen, offenen und freiwilligen Teilhabe aller aktiven Mitglieder der Gesellschaft zur Findung beliebiger bedeutender Entscheidungen im Lande umgesetzt.
  2. Deren Ideen analysiert die Netzgesellschaft – Expertenräte der Branchen, die aus nicht von ihrer Haupttätigkeit entbundenen qualifizierten Profis bestehen.
    Sie verallgemeinern die Meinungen einer Vielzahl von Leuten durch Verkürzung der annehmbaren Zahl mit der Methode der schrittweisen Verringerung von deren statistischem Gewicht.
    Die wichtigsten Meinungen werden aus dem allgemeinen Strom durch statistische Analysemethoden herausgeschält. So wird der populärste Standpunkt geformt.
    Dabei werden diejenigen Meinungen, die sich stark von dem allgemeinen Trend unterscheiden, nicht ignoriert, sondern in eine besondere Gruppe herausgestellt, denn sie können sowohl absurd, aber auch schrankendurchbrechend (zukunftsweisend) sein.
    Berücksichtigt wird auch die Trägheit des sterbenden Systems – ein großes Gewicht können dessen Adepten erlangen, die falsche, aber den Massen gewohnte „Wahrheiten“ darlegen.
    Dies ist eine effektive Methode zur objektiven Erstellung eines Meinungsspektrums zu unterscheidlichen Fragen des gesellschaftlichen Lebens.
  3. Eine kleine Gruppe gebildeter und unabhängiger Juristen ist fähig, die wichtigsten Initiativen in Gesetzesentwürfe umzusetzen.
    Das endgültige Verdikt zum Gesetz wird durch die kollektive Abstimmung im Netz ausgebracht. Dabei ist wichtig, daß die Gesetze sowohl von professionellen Gemeinschaften als auch von den Nutzern von deren Diensten bewertet werden.

Das Ziel des Netzparlaments ist es, die höchste Macht im Lande dem geringen Prozentanteil der Bürger zu übergeben, die fähig sind zu denken. (tatsächlich??? – d.Ü.)
Das Netz ist in der Lage, diese von den nichtdenkenden zu separieren, denn es gibt deren Meinung das größte Gewicht.
(wie??? Nachweis??? – d.Ü.)

Das Denkende Netz ist – analog der Volks-Wehtsche – ein Mechanismus zur schnellen Herausfindung einer verallgemeinerten Meinung und Entscheidungsfindung durch Analyse der Meinungen und Standpunkte einer Vielzahl von Leuten.
Die Entscheidungsfindung nach dieserTechnologie gründet sich auf den Vergleich einer Vielzahl unterschiedlicher Meinungen innerhalb des Netzes, unter Berücksichtigung von deren Wichtungskoeffizienten und mit deren Gegenüberstellung den Meinungen unabhängiger Experten.
Die Netz-Volks-Wehtsche kann im Wesen ein automatisches Steuerungssystem (ASS) des Landes werden, da es die Notwendigkeit einer Einbeziehung einer Rückkopplung/ Rückverbindung mit den Ergebnissen der praktischen Anwendung der Entscheidungen beinhaltet, was eine Korrektur der Entscheidung im Prozeß von deren Ausführung zuläßt.
(hier muß nun doch mal eingehakt werden – so kann es wohl kaum gehen, denn eine Entscheidung ist stets eine Auswahl unter mehreren Alternativen; ist die Entscheidung einmal getroffen und wird umgesetzt, bewegt man sich automatisch von den bisherigen Alternativen weg.
Bemerkt man dann, weil die Umsetzung der Entscheidung dies zeigt, daß sie nicht mehr „richtig“/optimal ist, stehen dann aber andere Alternativen zur Auswahl – es wird also nie die „alte“ Entscheidung „korrigiert“, sondern es ist
stets neu zu entscheiden – d.Ü.)

Der Vorteil des Netzparlaments besteht in der schnellen Anpassung an sich verändernde Situationen, das ASS des Landes kann operativ wirken, nicht nur Entscheidungen treffen, sondern zu jedem Zeitpunkt die vorher getroffene Entscheidung widerrufen.
Eine der Methoden zur Lösung dieses Problems ist die Schaffung einer elektronischen Datenbank, in der Vorschläge zur Veränderung der getroffenen Entscheidungen gesammelt werden. Wenn die Zahl der Vorschläge einen vereinbarten Schwellwert erreicht (wenn die Mehrheit der Mitglieder der Gesellschaft ??? sich für die Aufhebung ausspricht), wird die Entscheidung verändert oder aufgehoben (ersatzlos??? – d.Ü.).

Hauptvorzug der Netztechnologie ist die Schaffung eines Mediums für kollektive intellektuelle Prozesse. Heute ist das intellektuelle Potential des Volkes von der Verwaltung des Landes abgeschottet.

Es versteht sich, daß das Gesagte nur eine ganz annähernde Formulierung der Prinzipen eines Netzparlamentes ist, ein Ideenvorschlag zur breiten Erörterung in der Gesellschaft.
Die genauen Algorithmen der Formierung des Netzparlaments müssen von gebildeten IT-Fachleuten sorgfältig ausgearbeitet werden. Kein Zweifel, daß sich solche im Lande finden.

Das Netzparlament wird bei richtiger Funktion schnell gesellschaftliche Autorität erlangen, bis zur dem Punkt, wo die die Weltanschauung formende Information vom horizontalen Netz für die Massen wichtiger wird als die offizielle Information von der Machtvertikalen.
Dieser Zeitpunkt wird den Austausch der Steuerungssysteme des Landes bedeuten, der evolutionär, durch Entwicklung des Steuerungssystems erfolgt.

Das existierende Steuerungssystem muß unausweichlich verändert werden, denn es ist nicht kompatibel zum Überleben des Landes. Die einzige Überlebens-Chance für das Volk ist, zum realen Träger der Macht zu werden – und dazu muß man sich daran erinnern, daß es der Hausherr auf seinem Land ist.

N. Bjelosjorowa, Ju. Lisowskij, L. Fionowa, M. Schubin

Quelle: http://www.kramola.info/blogs/vlast/setevoy-parlament-vmesto-gosudarstvennoy-dumy

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Soweit der Vorschlag der Autoren.

Bei aller Anfälligkeit des dargelegten Konzeptes ist erstmal festzustellen, daß der grundsätzliche Weg, zu ausgewogenen Entscheidungen zu gesellschaftlichen Problemen zu gelangen, sicher in der Verbreitung der Teilhabe durch möglichst viele Menschen liegt, und daß diese wahrscheinlich am besten durch eine „Netzdemokratie“ umzusetzen ist.

Dabei sind jedoch vorab (!) ganz wichtige grundsätzliche Festlegungen zu treffen:

a) soll eine wie auch immer geartete Mehrheit entscheiden, oder soll ein Konsens hergestellt werden?
und
b) soll jeder „gleichberechtigt“ an der Enscheidungsfindung beteiligt werden, oder sollen die „Stimmen“ gewichtet werden?
und
c) wie wird gesichert, daß auch die Entscheidungsfindung absolut
transparent, d.h. öffentlich und nachvollziehbar, bleibt?
und
d) wie wird verhindert, daß am Ende wieder nur die sog. „
Experten“ entscheiden und nicht das Volk?

Ob die oben von den Autoren vorgeschlagene Vorgehensweise schon optimal ist oder noch an vielen Stellen vom bisherigen Denken in den Schranken der fehlgeleiteten (weil naturwidrigen) technologisch orientierten Gesellschaft bestimmt wird, sei erstmal dahingestellt.
Auf jeden Fall ist es ein Ansatz, wie das überlebte Parteiensystem durch lebendige Strukturen einer dem Gemeinwohl verpflichteten zukunftsfähigen Neuorganisation ersetzt werden könnte.
Falls dies überhaupt erforderlich sein sollte.
Und falls das Netz den bevorstehenden Crash „überlebt“.

Damit sei die Diskussion eröffnet, wobei zwecks Übersichtlichkeit darum gebeten wird, bei jeder Wortmeldung eingangs durch Angabe der Zahl die Zugehörigkeit des Kommentars oder -abschnittes zu den nachfolgenden Themenkreisen anzuzeigen:

1. besteht die Notwendigkeit von „Gesetzen“ für eine neue Gemeinschaft?
welche anderen Problemlösungen können per Netz bearbeitet werden?
2. wenn 1. ja: ist die Nutzung von Netzstrukturen zur Gesetzesfindung sinnvoll?
i
st das heutige Netz per se „neutral“?
wie soll ein „neutrales“ Netz finanziert werden, wenn Werbung „überflüssig“ wird?
3. wie soll eine künftige Entscheidungsfindung aussehen?
oder was sollte dabei auf jeden Fall vermieden werden?
4. wie kann dem Mißbrauch der jeweiligen Umsetzungsvorschläge begegnet werden?

Weitere Fragestellungen bitte ergänzen…
——————————————-
LH, 1. Dezember 004


15 Kommentare

  1. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  2. Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

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  3. Texmex sagt:

    Nach dem 1.Lesen sagt mein Bauchgefuehl „bullshit“
    Mit den Gockelalgorithmen, die finanziell motiviert sind, kann ich Transparenz im Netz sofort aushebeln!
    Fuer grosse Einheiten – Russland,, Doitschland, Mexico, etc. k9mmt bestenfalls ewiges Geschwafel heraus, praktikabel evtl. fuer kleine Einheiten wie Liechtenstein.
    Das bestehende Modell Demokratie ist eh erst mal auf den Schutt zu entsorgen, da reiner Lobbyverein. Die Leute sind nicht zu bloed, nicht mal hier in Mexico, sie sind nur muede, sich ueber den ganzen Beschiss aufzuregen. Klar gibt es Analphabeten in grosser Zahl und die Leute werden bewusst belogen, verarscht und bloed gehalten, aber das kann man aendern.
    Dauert halt.

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  4. Nachdem ich einige Erfahrungswerte sammeln durfte in einem Mini Projekt, wo es niemanden gab, der klare Linienstruktur vorgegeben hatte, es damit ein ewiges Rumgelaber wurde und die Möglichkeiten real die Dinge umzusetzen sich ins endlose Irgendwann hin verschoben, muss ich sagen: Nein, wir sind nicht soweit, dass wir dazu in der Lage wären.

    Zur kurzen Info:
    Es war ein Mehrgenerationen Wohnprojekt, (45 -50 Wohneinheiten ) bei dem ich über zwei Jahre mitgewirkt habe.
    Eigentlich sollte schon längst der Grundstein gelegt sein, ich nächstes Jahr einziehen können….aber, es dauerte aus oben benannten Gründen. Es ist noch nicht mal der Bauantrag raus.
    Man kann sich auch dumm und dusselig diskutieren, und manche Leute kamen immer, und einige halt nur wenn sie Lust hatten…..da macht dann doch sowas wie eine Grundstruktur des Erscheinens Sinn.

    Deshalb bin ich Anfang diesen Jahres wieder ausgestiegen, es dauerte mir zu lange und die viele Diskutiererei war mir zu viel, da ich eh der Meinung bin, dass das reale Gemeinschaftsmiteinander sich zeigt, wenn die Menschen tatsächlich miteinander leben und gestalten.

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  5. luckyhans sagt:

    Es geht im Kern doch darum, daß wir anstelle der sogenannten Volksherrschaft eine echte Volksmacht setzen wollen, oder?
    Denn „Demokratie“ weder in der ursprünglichen noch in der heutigen Bedeutung will doch keiner mehr.
    Siehe auch https://bumibahagia.com/2014/05/20/volksherrschaft/
    Ein aktuellere Darstellung zur heutigen Situation hier: https://bumibahagia.com/2015/03/11/geh-duld-ich/

    Nun stellt sich die Frage nach den Alternativen – den heutigen.
    Denn daß eine künftige Gemeinschaft freier verantwortungsbewußter Menschen weder „Gesetze“ noch „Staat“ benötigt, scheint mir unstrittig.
    Also, was können wir HEUTE unternehmen, damit künftig wirksame Strukturen wachsen können, auf daß wir im Falle des Zusammenbruchs der jetzuigen Machtstrukturen nicht gänzlich „nackt“ dastehen?

    Und da ist eben der Vorschlag, sich an die Traditionen der Volksmacht VOR der Machtübernahme durch die Religionen (die übrigens längst keine 2000 Jahre zurückliegt, sondern deutlich weniger) zu erinnern.

    Bei den Slawen war das die Volksversammlung der Ältesten und Familienväter, bei den Germanen das Ting der Sippenältesten und Familienväter – da wird schon eine Gemeinsamkeit deutlich.

    Auch daß auf diesen Versammlungen stets solange miteinander gesprochen wurde, bis sich alle einige waren – nicht bis man den oder die letzten einfach überstimmt hatte, sondern man hörte sich geduldig deren Argumente an und versuchte, sie ich die Lösung mit einzubeziehen.

    Eine weitere Gemeinsamkeit war die Heimat-Gesetzgebung, das heißt das Gemeinschaftseingentum an Boden und Natur, mit Bearbeitung zum Nutzen aller.
    So als Eckpunkte.

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  6. Texmex sagt:

    @Lh

    Das serzt Anwesenheit voraus, kein anonymisiertes Netz, und!!! eine ueberschaubare Anzahl Teilnehmer.
    Ein solches Beispiel waere / ist die Landsgemeinde in den Kantonen, natuerlich nicht im grossen Kanton!

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  7. Natürlich ist das ein schöner Focus und eine gute Idee.
    Doch könnte ich mir vorstellen, dass wir Menschen es erst wieder lernen müssten, was es heisst tatsächlich dem Gemeinschaftsgedanken dienlich zu sein…..wenn ich mich so umschaue, sehe ich da wenig Verständnis dafür.

    „Bei den Slawen war das die Volksversammlung der Ältesten und Familienväter, bei den Germanen das Ting der Sippenältesten und Familienväter – da wird schon eine Gemeinsamkeit deutlich.“

    Ja, auf der einen Seite gut, hat aber auch wie bei den Sippen wie Roma und so weiter, deutliche unschöne Kehrseiten aufzuweisen……

    „Auch daß auf diesen Versammlungen stets solange miteinander gesprochen wurde, bis sich alle einige waren – nicht bis man den oder die letzten einfach überstimmt hatte, sondern man hörte sich geduldig deren Argumente an und versuchte, sie ich die Lösung mit einzubeziehen.“

    Wenn es im Vorfeld klar ist, dass bei der jeweiligen Sitzung eine Entscheidung getroffen wird, dann macht es Sinn….ansonsten sehe ich wie oben schon beschrieben, nur endloses Reden……

    „Eine weitere Gemeinsamkeit war die Heimat-Gesetzgebung, das heißt das Gemeinschaftseingentum an Boden und Natur, mit Bearbeitung zum Nutzen aller.“

    Das finde ich superschön und mein Gedanke wäre, dass sich alle Menschen der Gemeinschaft verpflichten, seinen ganz persönlichen Teil dazu beizutragen, selbst Kinder können es schon…..das bedeutet nicht dass Kinderarbeit angesagt ist, sondern nur, dass Kindern vermittelt wird, wie wichtig auch ihr Teil der Unterstützung dabei ist.

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  8. […] wir unlängst den Begriff „Kryptokolonie“ kennen gelernt haben, geht das, was da hier im Lande passiert, wohl deutlich darüber hinaus. Denn allein die seit […]

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  9. luckyhans sagt:

    zu Texmex um 01:02
    Logisch.

    Es gibt leider Grund zu der Annahme, daß es eine Art Cyber-Weltkrieg geben wird, der wahrscheinlich durch irgendwelche geistig verarmten Hacker ausgelöst wird, von denen sich eine der „Großmächte“ angegriffen fühlen wird, die dann mit entsprechenden Gegenmaßnahmen beginnt – alles im Computerbereich.
    Das Ganze wird sich dann in mehreren sehr schnellen Schritten unkontrolliert „aufschaukeln“ – bis hin zu gegenseitigen organisierten Eingriffen in Netze und Steuerungen in der ganzen Welt.

    Und wer weiß, was alles heutzutage durch Computer gesteuert wird, der weiß, daß damit die gesamte Infrastruktur in Mitleidenschaft gezogen werden wird. Und vor allem: auch die des Internets, denn man kann mit Software auch die Hardware „killen“ – formatierte Bootbereiche, verhinderte Daten-Sicherungen, gecrashte Festplatten, überlastete Stromversorgungen, nicht mehr funktionsfähige Programme u.v.a.m. geben einen kleinen Eindruck, was alles möglich ist, wenn Profis ans Werk gehen- Stuxnet läßt grüßen.
    Und viele „böse“ Schritte sind nicht mehr rückgängig zu machen oder hängen von einzelnen wenigen Profis ab – und wehe denen passiert mal was…

    So wird, weit bevor auch nur jemand an Atomwaffeneinsatz oder ähnliches denken wird, die Infrastruktur des Westens einschließlich Internet einen leisen Tod sterben. Und mit ihr der gesamte Globalisierungswahn… zurück zur Regionalität.

    Daher denke ich nur noch in konkreten überschaubaren Maßstäben: Gemeinde, Dorf, Sippe, maximal Kleinstadt – alles andere wird nicht mehr „funktionieren“, bis man wieder zu mechanischen Steuerungen zurückgefunden hat – falls dafür noch Leute da sind, die davon etwas verstehen, ohne auf einem kleinen Viereck herumzuwischen… 😉

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  10. luckyhans sagt:

    zu ML um 04:45
    Selbstverständlich wird die gegenwärtige zu 90% egozentrierte Menschheit eine Weile brauchen, bis die Natur dafür sorgen wird, daß alle begreifen, daß das Zeitalter der ungebremsten Ich-Sucht vorbei ist, und wieder lernen, das Gemeinsame höher zu stellen als das Selbst. Aber wenn es an das Überleben geht, dann lernen Menschen schnell und nachhaltig… 😉

    Sippenältester bedeutete nicht Sippenbeherrscher.
    Überhaupt waren die Ältesten nur noch als Berater zugelassen, wie auch alle „Experten“, die alle nur dazu da waren, die Vor- und Nachteile der jeweiligen Vorschläge darzulegen – und zwar ALLE Vor- und Nachteile.
    (was der heutigen Zeit völlig fehlt – eine ganzheitliche Betrachtungsweise)

    Und die Entscheidungen wurden nur gemeinsam von den Familienvätern getroffen, nachdem jeder gehört und beachtet worden ist, bis die Entscheidung von allen getragen wurde.

    Da auch ohne die Versammlungen keiner der Familienväter sich über zuwenig Arbeit beklagen konnte, war jeder von sich aus daran interessiert, IMMER zu Entscheidungen zu kommen und die Rederei nicht ausarten zu lassen.
    Aussitzen wie bei der Birne gab es da nicht – jeder mußte ja wieder nach Hause und seine Familienwirtschaft in Schwung halten. Siehe auch den heutigen Rundbrief… 😉

    Kindererziehung gab es nicht – die Kinder (wie auch die Alten) wurden einfach in das tägliche Leben integriert und lernten aus der Praxis. In den Wintermonaten, wo draußen nur wenig Arbeit war, wurden sie von den Großeltern mit Geschichten und Erzählungen „geschult“. Außerdem wurde daheim geschnitzt, gewebt, gesponnen usw.
    Für die Jugendlichen zogen wandernde Weise (Druiden, Wolchws) herum, welche die „Weiterbildung“ für einige Wochen übernahmen – nicht länger, da sie von der Familie ja mit ernährt werden mußten. 😉

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  11. Ja luckyhans, so fühlt es sich besser an…. 🙂
    Würde gerne weiter ausführen, aber werde ein bissl dienen gehen der Sozialgemeinschaft.

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  12. Luckyhans sagt:

    Es hat in Rußland ja auch „Tausend Jahre Christianisierung“ gebraucht, bevor „man“ diese Traditionen mit Hilfe von Religion, Kirche, Zaren, Bojaren, später Kapitalisten, Zionisten, Betrügern, dann sog. Anarchisten, Kommunisten, Bolschewiken, Stalinisten und zuletzt der Nomenklatura glaubte beseitigt zu haben… 😉

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  13. Texmex sagt:

    @LH

    Ja, das von Dir gezeichnete Szenario kann sich verwirklichen.
    ich bin grad dran, unsere Energieversorgung komplett vom Netz abzukoppeln, selbstverständlich mit Metallkapselung aller Steuereinheiten, Mal sehn, wie gut mir das gelingt.
    Kann natürlich sein, dass das alles für die Katz ist, wer weiss, was den Pappnasen noch so alles einfällt.

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  14. luckyhans sagt:

    zu Texmex um 02:00
    Wie ich sehe, beziehst Du den EMP gedanklich gleich mit ein? 😉

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  15. […] Allerdings haben wohl die Abgeordneten der Staatsduma an manchen Stellen ein etwas „besonderes“ Verhältnis zum Privateigentum. So wurde unlängst […]

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