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Immigranten an der verwirrlichen Schweizergrenze / Paolo Bernasconis Brief an Sommaruga und Maurer

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Ich setze den Brief des Paolo Bernasconi bewusst als Kontrapunkt zu der Rede in „unserer“ Szene, wonach 80 oder 90% der Migranten junge Männer seien, welche gescheiter an ihrem angestammten Ort für Wiederaufbau sorgen würden, statt sich nach Norden zu garantiert geschenktem Brot, Mercedes und Haus zu bewegen.

Ich lese den Infosperber oft. Früher habe ich kommentiert, doch wurde ich gesperrt, da ich unerwünschte Rundumschläge tätige, so die Admin. An dieser Stelle möchte ich Infosperber würdigen als Plattform kritischer Geister, welche mit Bedacht und Genauigkeit sagen, was sie sehen. Dies beurteile ich meinerseits als gute Tradition in der Schweiz. Warum Infosperber – Hauptträger den Blick auf das Ganze scheuen, ist mir unbekannt. Schreibe als Kommentator, dass einige wenige Familien 50 oder 80% des Weltgeldes in ihrem Besitze haben, und dass sie über diese Gelder bunte Revolutionen, Maidans, Lybiens, Iraks, Vietnams, 1.WK, 2.WK, Syriens, Ukrainens anzetteln,  dass sie damit die grossen Medien steuern, dass sie….und so weiter….dann fliegsde raus.

Tja. So isdasnunma.

Der Brief des Paolo Bernasconi, der zeugt von Engagement in gutem Sinne, so scheint mir, und ich möchte ihn weiter verbreiten.

Paolo sagt, so wage ich zusammenzufassen, zweierlei: 

Wenn ein notleidender Mensch an deine Türe klopft, so ist es natürliche Pflicht und Freude, ihn erst mal zu nähren und ihm  zu einem neuen Netz zum Fischen zu verhelfen.

Wenn Männer an der Front zu unsinnigem Verhalten angehalten werden, so ist ein Miststall in oberen Etagen auszuräumen.

Danke, Paolo Bernasconi.

thom ram, 28.08.0004 (Für Mangeldenkende 2016)

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Original zu lesen—–> hier.

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Paolo Bernasconi schreibt Maurer und Sommaruga

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Red. / 27. Aug 2016 – Der frühere Tessiner Staatsanwalt hat sich persönlich in Chiasso umgesehen: «Sogar Räuber werden besser behandelt als Flüchtlinge.»

Red. Der offene Brief des ehemaligen Tessiner Staatsanwalts an Bundesrat Ueli Maurer und Bundesrätin Simonetta Sommaruga haben Tages-Anzeiger, Bund und Basler Zeitung lediglich als Blog verbreitet, nicht jedoch in ihren Printausgaben übernommen.

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Sehr geehrte Frau Bundesrätin Sommaruga

Sehr geehrter Herr Bundesrat Maurer

Unsere Schweizer Zollbeamten in Chiasso arbeiten sorgfältig. Und geduldig sind sie auch im Umgang mit den Bootsflüchtlingen aus dem Mittelmeer. Das habe ich persönlich festgestellt. Es liegt vielmehr an den Vorgesetzten des Grenzwachtkorps, dass etwas schiefläuft.

Wer hat das perverse Glücksspiel in Chiasso eingeführt, bei dem ein elfjähriges Kind, dessen Bruder in der Schweiz wohnt, in Chiasso dreimal ausgeschafft wird, um beim vierten Versuch aufgenommen zu werden? Oder bei welchem von zwei gleichzeitig um Asyl ersuchenden Brüdern nur einer aufgenommen wird? Wie kann es sein, dass bei einem Ehepaar die Frau aufgenommen und der Mann zurückgewiesen wird?

Und wieso haben die Zollbehörden in Chiasso eine kleine Busflotte vertraglich vorbestellt, um die Asylsuchenden, darunter unbegleitete Minderjährige und Schwangere, nach einer zweiminütigen Anhörung wieder abtransportieren zu lassen? Welche Schweizer Behörde hat die Weisung verabschiedet, dass eine erste Triage von vereinzelten gestressten Zollbeamten durchgeführt wird? Warum werden im Tessin die Asylsuchenden von den Zollbeamten statt von den Beamten des Migrationsamts geprüft? Welcher Vorgesetzte veranlasste, dass in Chiasso solche Entscheide ausserhalb der gesetzlich vorgesehenen Verfahrensgarantien mündlich mitgeteilt und sofort ausgeführt werden?

Sogar Räuber werden besser behandelt

Schweizer Zollroulette. Ob ein junger asylsuchender Bursche minderjährig ist oder nicht, wird nach dessen Schnurrbart beurteilt. Na ja, man versteht nicht einmal, ob die ungelernten und aus dem Schiff geretteten Flüchtlinge Asyl beantragen wollen. Wo sind die staatlich subventionierten Organisationen mit den ausgebildeten kulturellen Vermittlern geblieben?

Seit einigen Wochen reisen Flüchtlinge nach Chiasso. Sie sind mit einem schriftlichen Antrag und Fotokopien ihrer Identitätsausweise ausgestattet. Gemäss den Grenzbehörden handelt es sich allerdings nur um ein Indiz des Willens, in der Schweiz als Asylant um Schutz zu bitten. Es wird in Chiasso den leidgeprüften und zerlumpten Menschen nicht einmal ein Stücklein der Verfahrensgarantien gewährt, die einer wegen Raub angeklagten Person gewährt werden.

Das Tessin ist ja das Land, wo eine afrikanische Prostituierte mehr rechtliche Chancen auf eine Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung hat als eine Mutter aus Syrien. Soll man den stolzen und ehrwürdigen weiblichen Flüchtlingen womöglich raten, einen Antrag als Prostituierte in der Schweiz einzureichen? Es gibt nicht einmal eine Hotline, um die etwa fünfhundert Mittelmeerflüchtlinge, die seit Wochen in Como campieren, zu informieren, wie ihre Chancen stehen, in der Schweiz Asyl zu kriegen oder nach Nordeuropa weiterzureisen. Keine auf Englisch oder in ihrer Muttersprache verfassten Auskunftsblätter. Gerade deswegen versuchen es die Flüchtlinge mehrmals, in die Schweiz einzureisen. Denn manchmal erweist sich das Schweizer Zollroulette als günstig.

Italiens Polizei erledigt die Drecksarbeit

Dann kam am letzten Samstag das «Chaos am Bahnhof Como», wie die Behörden behaupteten. In Como und Chiasso war ich Zeuge (jeder Schweizer Bürger soll sich doch persönlich über den heutigen Stand der Tradition der Schweiz als Asylland in Como vergewissern). Vier, ich wiederhole: vier, nicht vierzig italienische Polizisten in Krawallmontur waren genug, um etwa zwanzig gespenstisch aussehende Flüchtlinge zu überzeugen, dass es ihnen verboten war, den Zug nach Chiasso zu besteigen – trotz gültiger Fahrkarten, die ihnen anwesende Freiwillige gekauft hatten.

Da war aber keine Spur von Chaoten, wie die Flüchtlinge wenige Stunden später in den Tessiner Medien abgestempelt wurden. Es gibt eine Grundsatzfrage: Welche Schweizer Behörde hat die Strategie erfunden, durch den Einsatz der italienischen Polizei die Einreichung eines Asylantrags an der Grenze zu beeinträchtigen und zu verhindern? Klug genug: kein ungarischer Stacheldraht, keine österreichische Mauer. Den dreckigen Job macht die italienische Polizei. Wer wird wann und wie entscheiden, ob diese medial-smarte Strategie vereinbar ist mit den UNO-Übereinkommen über Flüchtlinge, Kinderschutz und Familienvereinigung? Eine Schweizer Aufsichtsbehörde? Oder soll doch das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge eingeladen werden, um sich ein Bild vor Ort zu machen?

Paolo Bernasconi

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Das Grenzwachtkorps (GWK) und die Tessiner Behörden wollten auf Anfrage keine Replik zum Beitrag von Paolo Bernasconi liefern. Das GWK sagt, es halte sich an das geltende Recht und Gesetz.

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3 Kommentare

  1. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt und kommentierte:
    Paolo sagt, so wage ich zusammenzufassen, zweierlei:

    Wenn ein notleidender Mensch an deine Türe klopft, so ist es natürliche Pflicht und Freude, ihn erst mal zu nähren und ihm zu einem neuen Netz zum Fischen zu verhelfen.

    Wenn Männer an der Front zu unsinnigem Verhalten angehalten werden, so ist ein Miststall in oberen Etagen auszuräumen.

    Danke, Paolo Bernasconi.

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  2. Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

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  3. Hawey sagt:

    Hat dies auf meinfreundhawey.com rebloggt.

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