Anhand von wirtschaftlichen Fakten und völlig im Rahmen des „üblichen“ Kapitalismus-Verständnisses (!) wird gezeigt, wie die parasitäre Finanzwirtschaft ihren „Wirtsorganismus“, das kapitalistische Wirtschaftssystem, getötet hat – auch ohne die Sicht auf die Hintergründe eine sehr anschauliche, nicht nur historische Betrachtung, die gewiß zum Nach-Denken und Vor-Überlegen anregt – findet der (die Original-Formatierungen beibehaltende)
© Übersetzer Luckyhans, 5. Juni 2016
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Wie die FED der VSA den westlichen Kapitalismus ermordet hat – und die „lichte Zukunft“ Kudrins
Autor: Alexander Sapolskis, 2. Juni 2016
Wir leben in einer interessanten Zeit. Wie es so vorkommt: Kudrin schlägt Rußland vor, sich mit allen Kräften in das westliche Wirtschaftsmodell zu integrieren, gleichzeitig ist der Westen in einer unbequemen Haltung erstarrt im Versuch, den nächsten Schritt der FED zu erraten. Davon, welche Strategie deren Chefin Janet Yellen auswählt, hängt heute das Datum des Beginns der Zweiten Großen Depression ab.
Nein, nicht in den VSA, in der ganzen Welt. Amerika wird es wohl eher völlig hinwegschwemmen.
Der Weg in die Sackgasse ist endgültig alternativlos geworden, nachdem die FED aus Angst vor dem Unausweichlichen die Druckerpresse angeworfen hat, um die amerikanische Ökonomie zu „retten“ vor den Folgen der Hypothekenkrise, womit sie endgültig das gesamte sozial-ökonomische Modell des Kapitalismus zerbrochen hat.
Der Kapitalismus gründet sich, zumindest gemäß seinen Klassikern, auf der Heranziehung des Geldes zur Warenproduktion. Nicht zur Spekulation, sondern genau zur Produktion.
Damit das Geld einen Gewinn bringt, ist es erstmal in Waren (und Dienstleistungen) zu verwandeln, d.h. in etwas für die Gesellschaft nützliches. Je größer der Nutzen, desto höher der Preis, den der Verbraucher bereit ist zu zahlen und, dementsprechend desto größer der Gewinn. So wird die Ware wieder zu Geld.
Ungeachtet der schrittweisen Verkomplizierung der Formel durch das Auftauchen von Börsen, Aktien und Futures, blieb das System im Ganzen sich selbst genügend. Werden mehr Waren gebraucht – mit jeder Iteration investieren wir mehr Geld in die Produktion. Ist der Markt mit Waren angefüllt – bleibt der Gewinn einfach im Geld, und das Produktionsvolumen sinkt.
Die angesammelten Steuerungsfehler werden in den periodisch auftauchenden Krisen abgeworfen, diese sind zwar unangenehm, aber im Ganzen nicht kritisch und erfüllen eine Gesundungsfunktion.
Die relativ geringen, im Vergleich zum Ganzen, Mengen an Kapital, die sich in der Verwaltung eines Eigentümers befinden, ließen nicht zu, daß die Überproduktion zu hohe Maßstäbe erreicht. Das allgemeine Wohlstandsniveau ist zwar gesunken, aber am Grund blieb es immernoch weit weg von für das Leben kritischen Größen.
Es lohnt nicht zu denken, daß dieses System ein Paradies gewesen wäre. Das Leben war kompliziert, man mußte viel arbeiten, aber im Ganzen wuchs der Wohlstand der Menschen stabil. Zum Beispiel wuchs von 1860 bis 1905 die Anzahl der Farmen in den VSA auf das Dreifache, von 2 auf 6 Mio., und die Anzahl der Farmer erhöhte sich von 10 Mio. Mann 1860 bis auf 31 Mio. im Jahre 1905, bei einer Gesamtbevölkerung der VSA zum damaligen Zeitpunkt von 80 Mio. D.h. die Farmer stellten 38,7% der Amerikaner.
In vergleichbaren Preisen war der Gesamtwert der Landwirtschaften im Jahre 1906 genau 3,75mal so hoch wie dieser Wert im Jahre 1860 und betrug 30 Milliarden Dollar.
Alles hat funktioniert bis etwa zu Beginn des XX. Jahrhunderts, als die Kraft und Gier anhäufenden Banker erkannten, daß die Farmer „sehr viel Geld“ angesammelt hatten, und sich entschlossen, diese zu berauben.
In erster Linie, wie das so üblich ist, durch die „Vergrößerung der Wirtschaften“, die mit genau denselben Methoden durchgesetzt wurde, wie es auch in unseren Tagen passiert, d.h. durch künstlichen Bankrott.
Das zweite Instrument wurde das Angebot und nicht selten das direkte Aufdrängen von „neuen Bankprodukten“: „Sir, auf Ihrem Konto in unserer Bank hat sich eine solide Summe Geld angesammelt. Warum soll sie dort ungenutzt liegen? Sie können doch Aktien kaufen und ihr Geld bringt Ihnen sogleich Einkünfte! Das ist ein ausgezeichnetes Angebot, Sir! Unsere Fachleute werden Ihnen mit Vergnügen helfen, die vorteilhafteste Variante für die Investitionen herauszufinden…“
Man muß sagen, daß es noch die Zeiten waren, als der Hauptvorteil der Aktien in den darauf ausgezahlten Dividenden bestand, und die Banken lebten nur von der Bezahlung für das Aufbewahren und Überweisen von Geldern.
Im Ergebnis dessen zerbrach das klassische Schema des Kapitalismus. Das Auftauchen einer riesigen Menge urplötzlich freier Gelder im Umlauf hatte keine adäquaten Varianten für deren Investitionen in Projekte des realen Sektor – und konnte dies auch nicht haben.
Es entstand ein Überschuß an Kapital, der augenblicklich ein Mittel mit höchstem Nährwert für die Börsenspekulanten wurde. Die Kapitalisierung des Aktien-Börsenmarktes in den VSA sprang von 1925 bis 1929 von 27 auf 89 Milliarden Dollar oder das 3,3fache in lächerlichen 4 Jahren!
Wobei, der Sinn dieser Ziffern wird anschaulicher, wenn man erzählt, daß der Beitrag der Börsen im Jahre 1925 bereits 29,8% vom Bruttoinlandsprodukt der VSA in Höhe von 90,5 Mrd. USD betrug, und vier Jahre später die Börsenspekulationen schon 85,9% des BIP in Höhe von 103,6 Mrd. USD betrugen. Geld wurde einfach direkt aus Geld „gemacht“.
Was zum Teufel noch für Waren und Dienstleistungen! Kauf billig Aktien, verkauf sie teuer und du wirst reich! Im Jahre 1914 gab in in ganz Amerika nur 4500 Millionäre. Im Jahre 1926 war ihre Zahl schon über 11.000.
Als die Gelder der Verbraucher zu Ende gingen, boten die Banken die Aufnahme von Krediten an. Im Jahre 1927 wurden auf Kredit verkauft: 85% der Möbel, 80% der Phonographen (ja, Freunde, auch seinerzeit gab es schon solche Ich-Fernsprecher), 75% der Waschmaschinen, 2/3 der Staubsauger, 62% der Klaviere, 81% der Nähmaschinen und Kühlschränke. Ein Auto zu kaufen wurde genauso einfach wie einen Laib Brot, eine Vielzahl von Banken war mit Freuden bereit, einen Kredit zu vergeben.
Das Schwungrad „nimm jetzt, bezahl dann“ erhöhte die Drehzahl. Im Jahre 1928 überstieg das Volumen der Kreditkäufe die Marke 8 Mrd. USD, was um das 12fache den analogen Wert von 1918 übertraf.
Auf Kredit wurden sogar Aktien verkauft, und damit man deren Besitzer wurde, brauchte man nur 10% ihres Wertes anzuzahlen. Obwohl das Folgejahr 1929 überall als das „Goldene Jahr“ des Wirtschaftswachstums bezeichnet wird, hatten 80% der Bevölkerung der VSA bereits keinerlei Sparguthaben mehr, und 60% der Familien hatten ein Jahreseinkommen von weniger als 2000 Dollar, was seinerzeit das Niveau der primären Lebenserfordernisse darstellte.
Dafür wuchs der Dow-Jones-Index von Januar 1928 bis September 1929 von 190 auf 382, und die Politiker sprachen einstimmig vom unvergleichlich hohen Tempo des Wirtschaftswachstums Amerikas.
In Wahrheit hat das schon damals existierende Federal Reserve System, wie es so schön heißt, „mit dem Rückenmark“ die Unrichtigkeit des Vorsichgehenden gefühlt. Dort saßen ja keine Dummköpfe, denn solche hätten nie so ein System erschaffen können.
Sehend, daß die Wirtschaft tatsächlich außer Atem gerät, versuchte die FED sie anzutreiben. Und wissen Sie wie?
Mit einer Erhöhung der Geld- und Kredit-Emission !
Im August 1927 senkte die FED den Leitzins auf 3,5%, und das Geld kam in die Wirtschaft, nur nicht in die Realwirtschaft, sondern zu den Spekulanten. Im Jahre 1929 befaßten sich mit Börsenspekulationen bereits zwischen 15 und 25 Millionen Menschen. Allgegenwärtig wurden die Blasen aufgepumpt und wurden Pyramiden aufgebaut. Die gekauften Aktien wurden in den Banken als Sicherheiten für neue Kredite hinterlegt, mit denen erneut Aktien gekauft wurden, die man wieder als Sicherheit benutzen konnte für neue Spekulationen.
Bemerkend daß man auf dem falschen Weg in der falschen Richtung unterwegs ist, versuchte die FED den Zugang zu Krediten zu beschränken und erhöhte im Juli 1929 den Leitzins auf 5%, aber das wie verrückt rotierende Schwungrad der Börsenspekulationen reagierte schwach und setzte das Aussaugen des Geldes aus der Realwirtschaft fort. Ungeachtet aller Einflüsse betrug die Geldmenge M2, bekannt als Umfang der Geldmenge, im Jahre 1929 nur 46,6 Mrd. USD, was nur 0,38% mehr ist als der Wert aus dem Jahre 1926.
Im Frühjahr 1929 verbot die FED ihren Banken die Ausgabe von Krediten für Aktienkäufe. Das Ergebnis war wie ein heißer Umschlag für eine Leiche.
In der Wirtschaft gab es keine freien Gelder mehr, es begann ein stürmisches Wachstum des Umlaufes von Wechseln und anderen Geldsurrogaten. Aber die FED dachte immernoch, daß sie den Prozeß steuert und erhöhte im August nochmals den Leitzins von 5 auf 6% pro Jahr und warnte offiziell vor dem Anwachsen „unangenehmer wirtschaftlicher Umstände“.
Nutzlos. Der doping-gespritzte „Markt“ blieb bei der Überzeugung, daß „der Goldregen ewig währen wird“ und galoppierte weiter.
Und dann kam der 24. Oktober 1929. Der „Schwarze Freitag“, als diese irrsinnig gewordene Maschine mit großen Knall explodierte. Eine nach der anderen platzen die Blasen und zerfielen die Pyramiden. Am 1. Oktober kosteten die an der Wallstreet notierten Aktien 87 Mrd. USD, nach nur einem Monat, am 1. November, gab man nur noch 55 Mrd. dafür, und zum März 1930 bleiben davon nur 19 Mrd.
Unter den Börsentrümmern verblieben alle anderen Sektoren der Wirtschaft, in denen „plötzlich“ eine totale Überproduktion entstand. In der Industrie, in der Landwirtschaft, bei den Dienstleistungen, im Bankensektor. Überall. Allein im Jahre 1932 blieben im wörtlichen Sinne ohne Dach über dem Kopf 273.000 Familien.
In den ersten drei Jahren gingen zwei von fünf Banken und ein Drittel aller kommerziellen Unternehmen über die Wupper. Der Stahlerzeugung sank um das 8fache, die Automobilproduktion um das 5fache. In den Jahren 1929 bis 1933 verdampften 85% des gesamten Kapitals der VSA. Mehr als 17 Millionen Menschen verloren ihre Arbeit.
Wenn man berücksichtigt, daß zu jener Zeit in den meisten Familien nur die Männer gearbeitet hatten und eine mittlere Familie einschließlich Kindern aus 5 – 6 Personen bestand, kann man mit Überzeugung sagen, daß mehr als 70 Millionen Menschen ohne Existenzmittel blieben.
Als zu Beginn der 30er Jahre der sowjetische „Armtorg“ eine Information zu Stellenanzeigen für Fachleute zur Arbeit in der UdSSR veröffentlichte, sogar für geringe Bezahlung, wurden von Amerikanern im Verlaufe eines Monats über 100 Tausend Anträge auf Beschäftigung gestellt, die bereit waren, egal wohin zu fahren, nur um Arbeit zu haben. Deshalb gab es in vielen Regionen der VSA einen tatsächlichen Hunger.
Um Amerika zu retten und als Staat zu erhalten, mußte deren Elite den Zweiten Weltkrieg auslösen.
Obwohl es ihnen derart nicht nur sehr erfolgreich gelang, sich herauszuwinden und sehr ordentlich daran zu verdienen, darunter am Zerfall des britischen Kolonialsystems, sowie die Führung in der gesamten Westlichen Welt zu übernehmen, verblieb im Unterbewußtsein der VSA-Elite ein riesiges psychologisches Trauma. Das ist wie die Heidenangst vor dem Wasser bei einem Menschen, der praktisch schon einmal ertrunken war.
Aber wie sich gezeigt hat, ist das historische Gedächtnis der amerikanischen Eliten zu kurz und deren Gier und messianische Selbstüberhebung zu groß, um nicht erneut in dieselbe Falle zu gehen.
Nachdem sie sich vollständig von den Folgen der Großen Depression erholt hatten, folgten die VSA etwa ein Vierteljahrhundert dem klassischen Modell des Kapitalismus. Und es ist zu sagen, daß ihnen der Erfolg hold war.
Die amerikanische Wirtschaft wuchs nicht nur schnell, sie entwickelte sich vor allem durch die Realwirtschaft. Bestimmte Probleme entstanden natürlich, aber im Wesentlichen waren das die gesetzmäßigen periodischen Erschütterungen, die zum Abschütteln der Verhärtungen dienten und mit neuer Energie die Entwicklung fortsetzen ließen.
Dieses Konzept der ewigen Entwicklung zerstörte sie dann auch.
Zum Ende der 70er – Beginn der 80er Jahre verspürten die amerikanischen Banken erneut Hunger, da eine allmähliche Verlangsamung der Wirtschaft begann. Der Bedarf des Binnenmarktes war gedeckt. Mit Europa lief der Handel schon auf vollen Touren, aber die dortigen Marktnischen waren schon weitgehend besetzt. In der restlichen Welt waren auch alle, die Geld hatten, schon angehäufelt. Und das Abkommen mit den Saudis über die Dollarisierung des Erdölhandels der OPEK begann schon einen anschwellenden Strom von durch nichts gedeckter Liquidität zu generieren und die Inflation anzutreiben.
Nur die Inflation ist schlecht, wenn in den Läden die Preise steigen, aber wenn die Preise der Aktien an den Börsen steigen, dann ist das aus der Sicht des westlichen Bankers sogar sehr gut. Das ist BIP-Wachstum, das ist eine schicke Verlockung für den Zustrom von Investitionen, das sind schließlich und endlich Boni für das Wachstum der Kapitalisierung schneller als der Markt!
Nur war zuwenig Geld dafür da. Die Erdöl-Dollars befanden sich hauptsächlich in den Händen der Araber, und die Banker wollten ihre eigenen haben. Und in diesem Moment kam einer den Bankenanalysten auf „die Idee“, daß die erforderliche Summen ja „buchstäblich vor der Nase liegen“…
Zum Ende der 70er Jahre zählten sich 48% der Amerikaner überzeugt zur Mittelklasse, deren Jahres-Einkommen zwischen 40 und 75 Tausend Dollar lag, wobei 15% sogar über 100 Tausend hatten. Na, wie konnte man sich da zurückhalten, statt den „begüterten Kunden ein neues Bankenprodukt anzubieten“! – „Sir, auf Ihrem Konto in unserer Bank hat sich eine solide Summe Geld angesammelt. Warum soll sie dort ungenutzt liegen? “
Wenn sie von der Großen Depression nicht aus den Comics gewußt hätten, dann hätten sie eine Chance gehabt zu erkennen, womit das Ganze enden wird, und hätten rechtzeitig die Hände davon gelassen. Nun, die Führung der FED hätte den gierigsten von ihnen einen Tritt in den Hintern geben können. Aber leider.
Alle wollten zu sehr das Geld. Sowohl die prinzipienlosen und gierigen Investmentbanker, als auch die zu sehr ambitionierten und engstirnigen amerikanischen Staatspolitiker. Das Niveau der Wirtschaftsmacht der VSA in den 80ern sah auf den Werbepostern gut aus, aber es begann, schon nicht mehr die wachsenden Bedürfnissen des Welthegemons zu befriedigen, der zuviele Rechnungen zu begleichen hatte.
Und auch das erstarkte Europa mit seiner Montanunion lief auf eine direkte Auseinandersetzung mit den VSA hinaus. Amerika brauchte dringend neue Wachstumstreiber, und der Börsenboom versprach nicht nur Wachstum, sondern einen Raketenstart zu den Sternen.
Mit einem Wort, der Käse war zu lecker, als daß man über die Mausefalle nachdenken wollte.
Und als im Jahre 2007 die Blase mit lautem Knall zersprang, da wurde die amerikanische Elite vom Schrecken erfaßt. Aber sie reagierte ganz amerikanisch. Die Politiker waren in erster Linie nur am momentanen Ergebnis interessiert, und die Analytiker der FED hatten gut verstanden, welche Höhe der Zunami hat, welcher die Wirtschaft überflutet und wie schemenhaft die Chancen der VSA sind durchzuhalten. Vor allem erschreckte die Unvorbereitetheit des staatlichen Systems zur Verteilung der Folgen der sozial-ökonomischen Kataklysmen solchen Ausmaßes.
Anfang des vorigen Jahrhunderts war es einfacher gewesen. Mehr als 3 Millionen Menschen verhungern zu lassen war natürlich schrecklich, aber damals keine allzu katastrophale Abgeltung – und ein völlig unmöglicher Schritt heute. Die Amerikaner haben sich zu sehr daran gewöhnt, gut und sicher zu leben. Ein augenblickliches Wachstum der Arbeitslosigkeit auf 50% der Bevölkerung, totaler Hunger, jeder dritte Bürger obdachlos – solche Erschütterungen konnte Amerika gewiß schon nicht mehr aushalten.
Im Schrecken setzte die FED die Druckerpresse in Bewegung und begann, den Motor des Kapitalismus ganz amerikanisch mit 90 Milliarden Dollar pro Jahr zu begießen.
Erinnert an nichts? 1927 von vorn und von der Seite. Nur hat diesmal die FED sich selbst davon überzeugt, daß sie sogar den Teufel betrügen kann. Zum Teufel mit ihm, dem klassischen Kapitalismus, das wichtigste ist, dieses aufgeblasene Geld nicht in den Realsektor kommen zu lassen. Und sie haben sich was ausgedacht.
Mit einer Hand gibt die FED über ihre QE-Programme großzügig Hunderte Milliarden aus und kauft „schlechte Schulden“ von den Investoren, mit der anderen zwingt sie selbige diese Gelder sofort wieder in FED-Papiere („Staatsanleihen“) anzulegen, sie nennt diesen Prozeß „Sterilisierung“.
Allerdings rät der Volksmund nicht umsonst, daß man nie mit den Teufel spielen soll.
Um die Investoren an der „Sterilisierung“ zu interessieren, mußte die FED ihnen etwas wertvolleres geben als „unternehmerische Freiheit“. Zum Beispiel eine maximale Zins-Schere. Der Marktzins für Staatsanleihen beträgt 0,28% im Jahr, aber die FED-Papiere bringen 0,5%. Und das wichtigste, daß die FED auch noch schlechte, sogar Verlust-Aktiva aufkauft.
Einfach eine Goldgrube. Die Investoren waren einverstanden, die FED hat vor Freude Champagnerflaschen aufgemacht, der Prozeß kam ins Rollen…
Und alles wäre auch gut, wenn nicht die Mathematik wäre – und die Erfahrung der 30er Jahre. Neue Dollars kann man zu Trillionen drucken, den Leitzins kann man ohne jemanden zu verärgern bis auf Null drücken, aber bevor sie in die „Sterilisierung“ kommen, schaffen es die Gelder, wenigstens einmal an der Börse „umzulaufen“ – und dabei die Finanz-Blase weiter aufzupumpen.
Bei den gegenwärtigen Leit-Zinsen erfordert die Bedienung der Lagerung der sterilisierten Gelder auf den Konten der FED etwa 12 Mrd. USD im Jahr. Von den etwa 90 Mrd. „aufgeblasenes Geld“, welche die amerikanische Wirtschaft im Jahr verdauen kann, bleiben 78 Mrd. in der Verfügung des VSA-Schatzamtes und gehen in die Finanzierung von Budgetzwecken ein. Mit wachsendem Defizit natürlich, aber einen Defolt kann man noch verhindern.
Allerdings ist in einem solchen Regime das Sozialsystem, und vor allem das Rentensystem, länger als 2 – 3 Jahre keinesfalls zu halten. Dieser Wirtschaftskollaps und die Sozialexplosion haben die Größenordnung des Ausbruchs des Yellowstone-Supervulkans. Für die Rettung der Renten- und Medizin-Fonds muß der Leitzins mindestens auf 3% angehoben werden, aber dann steigen die Kosten für die Bedienung der „sterilisierten“ Gelder auf 72 Mrd. USD, und es bleibt nichts mehr für das Schatzamt übrig.
Das Defizit des Staatshaushalts erreicht schon in wenigen Jahren die kritische Marke eines bedingungslosen souveränen Defolts. Aber das ist der Zusammenbruch der gesamten Dollar-Ökonomie und wahrscheinlich der Zusammenbruch der VSA als Staat in seiner gegenwärtigen Form und den jetzigen Grenzen.
Mit einem Wort, wie herum man es auch wendet – kein Überleben möglich.
Und alles das nur deshalb, weil die FED eigenhändig das kapitalistische Wirtschaftsmodell vernichtet hat. Aus Gier. Aus dumpfer Überheblichkeit. Aus engstirnigem Denken. Aus Populismus. Jetzt ist es schon egal, wieviele „aus“ im Verzeichnis der Gründe noch erscheinen. Das wichtigste ist das Ergebnis.
Jener Kapitalismus, welcher in den Arbeiten der Klassiker dargelegt ist und der Trägheit folgend noch an den Wirtschaftsschulen gelehrt wird, hat schon vor fast einem Jahrzehnt endgültig aufgehört zu existieren. Ihn haben die Banken ermordet, die aus gewöhnlichen Geldbörsen für die Aufbewahrung von Geldern sich aufgeschwungen haben zu den Hauptsteuerungsmechanismen der Wirtschaft, die Ware aus der Grundformel herausgestrichen haben und dem Geld seine Hauptfunktion – die Ansammlung – genommen haben.
Also bitte nehmen Sie den Hut ab, wir sind auf der Beerdigung des amerikanischen Systems des Kapitalismus.
Quelle: http://webnovosti.info/news_content_print.php?id=4508
Hat dies auf haluise rebloggt.
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Eine aktuelle Illustration zum obigen Artikel: http://www.antikrieg.com/aktuell/2016_06_04_krieg.htm
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Hat dies auf meinfreundhawey.com rebloggt.
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“Regierungen sind surrogate Entitäten!
Ihre Macht wurde von den Individuen delegiert, die sie erschufen. Eine Regierung, die diese überpositive
vom Volk verliehene indigene Macht respektiert und zur Grundlage ihrer Legitimität innehat, die sich diese also nicht widerrechtlich angeeignet hat, kann gedeihlich sein für den von ihr im Auftrag des Volkes geführten Staat. Aber sobald Regierungen (oder sonstige Surrogate) das Recht der indigenen Macht usurpieren, indem sie den Rechtsschein mittels weiterer Surrogate errichten, versinken diese – zusammen mit dem von ihnen angeführten Staatswesen – in Korruption und Tyrannei.
Eine solche Korruption wird stets von Gewalt, Einschüchterung, Unwahrheiten und allen Arten von Nötigung begleitet, indem Angstgefühle und schizophrene Wahrnehmungen genährt werden.
Der (anonyme) „Staat“ war von der Hochfinanz eingerichtet worden, um sich darin unauffällig zulasten des jeweiligen Wirtsvolks einnisten („Staat im Staate“) und um dem Staat via (privater) Zentralbank und (privaten) Geschäftsbanken aus dem Nichts geschaffene, zinspflichtige Geldanleihen schenken zu können, deren Rückzahlung damit prinzipiell nicht erwünscht ist. Auf diese Weise muß der Staat bei den Unternehmungen und
Privathaushalten Steuern („más“, zuvor „Frondienst“) erheben, um einerseits die ständig wachsenden Schuldzinsen (der „Zehnte“) bezahlen zu können und um nebenbei einen immer kostspieligeren Popanz („Strohmann“) unter der Maske von Demokratie und Rechtsstaat errichten zu können, in dem sich die privilegierte „Classe politique“ saupudelwohl fühlt – und dadurch willfährig wird.“
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Machte reine Vor-Schadenfreude, diese Übersetzung eines trefflichen Artikels Wort für Wort zu genießen
Ich war Studierender an der Bezirksparteischule in Berlin. Dort hatten wir einen sehr souveränen Dozenten, einen Philosophen. Der empfahl uns driglich, ihn nicht auswendig lernen, sondern vielmehr Karl Marx b e g r e i f e n zu wollen. Dabei käme viele fraglich ideologisches Gestrüpp zu verblüffend einfacher Ein- und Zuordnung. Er widerlegte den Satz von der Genialität, Kompliziertes einfach erklären zu koennen. Man koenne Kompliziertes nicht schadlos/schadfrei versimplifizieren. Es sei und bliebe kompliziert, weil es nur so funktionierte. Aber einzig wahrhaft genial wäre, etwas v e r s t ä n d l i c h erklären zu koennen. Wir fänden ein gutes Beispiel dafür in der Rede von Friedrich Engels am Grabe von Karl Marx.
Marx fand, dass Kapitalismus zu selbstzerstoererisch und antagonistisch widersprüchlich in sich selbst sei, als wirklich zum Endglied in der Kette gesellschaftlicher Menschheitsfortentwicklung zu taugen. Kommt mir Alles so bekannt vor. Zu allem Überfluss las ich vorgestern die allerletzte Honeckerrede, sein Gerichtsschlusswort in Moabit. Und dann fiel mir etwas fast zu Unrecht Vergessenes wieder ein: Lesen sei angeblich bildsam! Q. e. d.
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.Dr Juri Nokolajew aus Moskau erzielte außergewöhnliche Heilerfolge
bei Schizophrenie durch Fasten und vegetarische Ernährung.
.Eine englische Studie berichtet,das verhaltensgestörte,
extrem aggressive Kinder durch eine Ernährungsumstellung
innerhalb von zwei Wochen völlig normal wurden.
,Amerikanische Studien zeigen auf,
daß Gewalt im Fernsehen eine deutliche Zunahme von Epilepsie
bei Kindern bewirkt.
Humor kann auch ein Medikament sein.
Nach dem Fall der ..Gier-Bollwerke,
könnte die neue Weltordnung lauten:
Alles gehört Allen!
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@ ara-4:
Klingt erneut nach einem Zitat – in solchen Fällen bitte die Quelle angeben – danke.
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Lieber Luckyhans,
all die Ziffern => das ist doch nur Theater an das Menschen GLAUBEN (sollen???)
ALLES dies GILT nur im von Menschen GEMACHTEN künstlichem “SYSTEM“!!! … in einer Wüste oder einem Dschungel in der NATUR ergibt sich etwas VOLLKOMMEN anderes!!! … da denkt niemand darüber nach, ob die Pyramiden CHINAS, INDIENS, AMERIKAS, SUDANS, Europas oder Ägypten “’aufrechterhalten“ oder erklärt werden müssen …
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Noch nicht alle Schätze der Welt gehören Talmudisten.
Die wollen sie aber haben.
Und so schaffen sie auch die Bedingungen dies zu erreichen.
Sie möchten aber auch sich dann daran erGÖTZEN.
Widersprüche inclusive.
Eine atomar verseuchte Erde bietet ihnen nur wenig und auf dem Mars sind die Temperaturschwankungen recht hoch.
Wer auf dem Klavier der menschlichen Seele zu spielen weiß, wohl unterstützt von willfährigen Naturwissenschaftlern und Politikern, wird alles, was ihm zur Verfügung steht, zwecks Zielerreichung, auch anwenden.
Hier ist die Schnittstelle zum Vieh.
Bleibt das Vieh Vieh, dann werden sie gewinnen – wird aus dem Vieh Mensch, dann nicht.
Darum das Trauerspiel um Mitteleuropa.
Dort sollte eigentlich ein Vulkan ausbrechen und mit seiner fruchtbaren Asche der Welt die Freiheit bringen.
Gegenwärtig haben sie den Vulkan verstopft und sein Fluten begonnen.
Mal sehen ob sich Sekundärkrater bilden.
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[…] Fortsetzung unserer Serie über die „unbemerkten“ (?) tödlichen Ereignisse unserer Tage (siehe Teil 1 hier) wollen wir heute die militärpolitischen Selbstmordambitionen einiger EUropäischer Länder […]
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Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.
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[…] Dagegen der Kapitalismus (und die postsowjetische Realität in der RF, Tschechien, Bulgarien usw.) – um so mehr als nach der Zerstörung des Sozialismus man niemanden mehr zu fürchten hat oder sich vor niemandem mehr schämen muß – sagt ganz offen: ja, wir haben eine Ausbeutungsgesellschaft, einen Markt, Konkurrenz, es überlebt der Stärkste – und das ist die Freiheit. […]
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