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Heiteres / Die besondere Klavierstunde mit Oliver Weber

…mit Oliver Weber, Komponist. In den Achzigern war es uns zu seinem und meinem Vergnügen gegeben, daß ich sein Lehrer, er mein Schüler sein durfte. Er besuchte bei mir während 4 Jahren an der Bezirksschule Mellingen den Klassen-, wie eben auch den Klavierunterricht. Er war weit ausserordentlich interessiert und engagiert in Sachen klassischer Musik, hatte 1001 Fragen. Beispiel: „Herr Voegeli, Beethoven macht so häufig etwas, was wie Anklopfen ist, er wiederholt ein- und denselben Ton. Das fällt mir auf. Können Sie etwas dazu sagen?“

Natürlich gab ich diesem musikalischen Sondertalent auch Kompositionsaufträge, welche wir dann in der Folgelektion zusammen auf mögliche Verbesserungen durchackerten.

Die Episode

Kam er also strahlend herein und stellte mir sein neuestes Werk vor die Nase. Während ich die (ich erinnere mich der Länge nicht genau) wohl 32 Takte dreimal durchspielte, grummelnd und murmelnd, horchend und denkend, baute sich eine Spannung auf, die ich keineswegs zu deuten wusste. Irgendwas war da im Busch. Na schön, ich widmete mich meiner Aufgabe und sagte:“ Also Oli, ich kann Dir nur gratulieren, was Du da bis Takt 24 hingelegt hast, das ist satztechnisch perfekt, zudem ist es sauhübsch inspiriert. Gratuliere, Oli, gratuliere, toll!!!….. Nuuun, ab Takt 24, da würde ich Dir empfehlen….“ und ich versuchte, das Ende des Stückes auf Qualität der ersten 3/4 anzuheben.

Oli horchte wohl, doch mehr und mehr konnte er einfach nicht mehr ruhig sitzen. „Also, äähm, Herr Voegeli, ich muß Ihnen etwas gestehen. Ich hoffe, Sie werden mir nicht böse sein.“

„Böse? Wie könnte ich Dir böse sein? Ist doch alles in Ordnung, oder nicht?“

„Tja, äähm, es ist eben so. Es gibt von Beethoven Miniaturen, darunter eine Unvollendete. Die habe ich abgeschrieben und zu Ende geführt. Also von genau dort weg, wo Sie zu korrigieren begonnen haben, stammt der Notentext von mir.“

Stille.

Ich war geplättet.

Dann prustete ich los. Und er, erleichtert, mit.

„Du Schlingel Du, hahahahahaha.“

Wir schwelgten in gegenseitig geistigem Schulterkloppen. Beide waren wir von seinem gelungenen Streich so was von erheitert, beide waren wir glücklich darüber, daß der Lehrer eine eigentliche Fachprüfung glorios bestanden hatte.

Hier geht es zu Oliver Webers Seite.

Herzensgruß in die Runde, Thom Ram, 01.09.10

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9 Kommentare

  1. Mujo sagt:

    Tja Beethoven läßt sich auch nach Jahunderten nicht hinters Licht Führen 😉

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  2. palina sagt:

    so eine schöne Geschichte. Danke Thom.

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  3. ANONYM sagt:

    Wird es einen Nachruf auf Helmut Pilhar geben?
    R.I.P.
    Möge er nun in einer besseren Welt sein.
    Bin sehr erschüttert.
    https://bewusst.tv/sinn-von-krankheiten/

    Ich gebe die traurige Nachricht so weiter:

    Helmut Pilhar ist gestern gestorben.

    Ein Eintrag von ihm auf Telegram am 25. August:

    Das Lied der Freiheit

    Es lebe, was auf Erden
    nach Freiheit strebt und wirbt
    von Freiheit singt und saget,
    für Freiheit lebt und stirbt.

    Die Welt mit ihren Freuden
    ist ohne Freiheit nichts
    die Freiheit ist die Quelle
    der Tugend und des Lichts.

    Es kann, was lebt und webet
    in Freiheit nur gedeihn.
    Das Ebenbild des Schöpfers
    kann nur der Freie sein.

    Frei will ich sein und singen,
    so wie der Vogel lebt,
    der auf Palast und Kerker
    sein Frühlingslied erhebt.

    Die Freiheit ist mein Leben
    und bleibt es immerfort,
    mein Sehnen, mein Gedanke,
    mein Traum, mein Lied und Wort.

    Es lebe, was auf Erden
    nach Freiheit strebt und wirbt,
    von Freiheit singt und saget,
    für Freiheit lebt und stirbt.

    Fluch sing ich allen Zwingherrn,
    Fluch aller Dienstbarkeit!
    Die Freiheit ist mein Leben
    und bleibt es alle Zeit!

    -Hoffmann von Fallersleben-
    https://t.me/deutschedichter

    Die Germanische Heilkunde kann man nur in Freiheit praktizieren

    https://t.me/HelmutPilharGHk

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  4. Thom Ram sagt:

    Anonym 16:30

    Eine Nachricht der wahrlich auffälligen Art. Seltsam. War er zu gut?

    Anonym, künftig hänge Kommentare bitte unter entsprechende Themen oder in den Postkasten. Danke.
    Postkasten: Oben rechts, Suchfunktion.

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  5. mkarazzipuzz sagt:

    Lieber Thom,
    diese kleine Attitüde war vielleicht denn doch zu klein, um auf seiner Webseite Erwähnung zu finden?
    Oder habe ich was überflogen? Nichts für ungut…

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  6. Stephanus sagt:

    Kommen wir zum Thema zurück:
    Thom, was du da mit deinem Musikschüler erlebt hast und er mit dir, das kann nicht übertroffen werden!
    Sag‘ mal, du durftest als Lehrer ja echte Erfüllung erleben! Wem ist das schon vergönnt auf dieser Welt?!
    Du hast viel Gutes in diese Welt hinein gebracht und setzt das an deinem jetzigen Ort fort.

    Gefällt 1 Person

  7. Thom Ram sagt:

    Krazzi 03:07

    Ich habe der Tage mit Oli Mailkontakt aufgenommen. Er kann sich der schönen Begebenheit nicht erinnern.
    Ich meine schon, daß ich ihm damals zusätzliches Pulver für seinen Start als Musiker vermittelt habe.
    Bemerkenswert waren die gelegentlichen Begegnungen mit seinen Eltern. Sie bezeugten jedesmal große Dankbarkeit mir gegenüber 🙂
    Es ist in Ordnung. Ich muß nicht in Biographien aufgeführt werden um heute froh zu leben 🙂

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  8. palina sagt:

    es sind die „Sternstunden“ die bei Kindern von Erwachsenen geprägt werden.
    Bleibt auch um Unterbewusstsein.
    Manchmal im Bewusstsein.

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  9. Thom Ram sagt:

    03:02 Palina

    So ist es. Auch ich, Du, wir alle, wir haben in unserem Erlebnisschatz gute, schöne Ereignisse, derer wir uns bewusst nicht erinnern, welche uns aber täglich nähren.

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