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Mein heutiger Bali-Abend / Landbebau

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Eben hatten wir beendet unser all-abendliches Kartenspiel, Jass, wir Männer zwischen 10 und 72, da kam Besuch. Welch hübsch Zufällchen, lach.

Mama, Papa, 15 jährige Tochter und 5 jähriges Söhnchen. Sie kamen, weil nämlich der Fünfjährige es so gewollt hatte, legten zu diesem Zwecke zu Viert auf Moped Honda 108cm3 zu ihrer beabsichtigten Reise zusätzliche 100km hin.

Ja, sowas gibt es hier:

Sie hatten vor drei Jahren kurz hier gewohnt, und der Junge erinnerte sich meiner und unseres Ententeiches, da er vor drei Jahren beim meinerseitigen Putzen desselbigen ausgerutscht war, da ich ihn, am Kragen packend vor dem Ertrinken bewahrt hatte, und weil er Ententeich und Om Thom besuchen wollte.

Ich war schon etwas schlapp und wollte mich gleich verpissen, da bot mir Pak Komang nen Arak an, und da bin ich so schwach als wie die Biene beim Anblick einer Apfelblüte, blieb also.

Erste Phase.

Die berückend lebendig hübsche 15 jährige will Englisch lernen, und eine lange Weile lang machten wir inglisch Lessen, rund um den Tisch, die Frauen des Bodens sitzend, die Männer auf den Stühlen hockend, alles das kein Problem, DACH Freund, dabei mich überraschend Pak Komang, der seine Englischbröckchen mit einwarf, sowie Agus, der 10 Jährige, der immer mal Hilfreiches in die Runde einwarf. Stimmung hoch, sowas von inspiriert.

Zweite Phase, Gespräch, unter vier Männern.

Worum geht es heute. Mensch, ein Jeder, findet sich heute an einer Weggabelung wieder.

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Weg eins: So wie vor Korona weiter.

Weg zwei: Neuer Pfad.

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Das Verständnis dessen, was ich dazu zu sagen habe unter sich mir nahe fühlenden Menschen hier übersteigt das Verständnis so Einiger meiner Altvertrauten in DACH. Nämlich:

Wähle.

Wähle zwischen A und B. Deine Rede sei nein nein, ja ja.

A „nein nein“, nämlich:

Wie bis vor der Krone.

Du rackerst dich ab, lebst zwischen schlecht und etwas Saus und Braus, indes anderen Ortes auf unserer Erde Kinder verhungern, Häuser zerbombt, Menschen gefoltert werden. Lässest dich zusätzlich künftig nasentesten, maskierst dich, schlumpfen gar läßest du dich.

B „ja ja“, nämlich:

Du erinnerst dich deiner. Du bist göttlich. Selbstverständlich ist es, daß du Teil der Familie bist, hilfsbereit. Ich helfe dir, du hilfst mir, ohne auflistende Berechnung. Maß geben dir die Dir und Mir innewohnenden Fähig- und damit Möglichkeiten.

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Kleiner Höhepunkt hier fand statt, heute Abend. Der sprachlichen Hürden sind da. Übersetzung von Dian (Bruder meines Besten, Eka) helfen, Mimik und Körpersprache klären vollends.

Einigkeit. Böse Geschichten tauschten wir aus. Sehr böse auch.

Bah.

Worum geht es.

Gutes tun. Verzeihen. Gutes tun.

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So nebenbei, und doch verd themenverwandt:

Kamen hier Einheimische, welche Land besitzen. Baten mich, ihnen Jungbananenstauden zu geben. Bitte auf der Zunge zergehen lassen, ja? Sie besitzen Land seit Generationen und kommen zum Eingewanderten, der 6 Aren zu einem Garten hochgezogen hat mit dieser Bitte heute. Würd mal sagen: Dank der Krone.

Habe es bitzeli zu tun mit „Gutes tun“ in diesen Fällen. Ich gab die zwei Bananenstaudenkinder. Doch dachte etwas in mir dabei schon: Will ich helfen nun euch einheimischen Ignoranten, die ihr euer Land nicht zu schätzen gewusst, es nicht federleicht gewinnbringend angebaut habt?

Nur so nebenbei. Oder auch nicht.

Thom Ram, 28.06.NZ9, knapp nach Geisterstunde…was auch so’n Thema wäre

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9 Kommentare

  1. petravonhaldem sagt:

    Welch schöne lebendige Stimmung———-
    Bei uns mit Nachbarn gestern ebenso!
    Es bildet sich——————

    Gefällt 1 Person

  2. Texmex sagt:

    Bei mir gerade weit über 100 Leute ( nur Männer und Frauen- keine weiteren Geschlechter 😂😂) vorbei geritten!
    So schön!
    Schade, dass man keine Bilder einfügen kann

    Gefällt mir

  3. Mujo sagt:

    @Thom

    „Habe allerdings es bitzeli zu tun mit „Gutes tun“ in diesen Fällen. Ich gab die zwei Bananenstaudenkinder. Doch dachte etwas in mir dabei schon: Will ich helfen nun euch einheimischen Ignoranten, die ihr euer Land nicht zu schätzen gewusst, es nicht federleicht gewinnbringend angebaut habt?“

    Mach doch daraus eine win win Situation. Gib ihnen die Bananenstauden und lass dir von ihnen ihre Ernte zukommen. Damit schaffst du dir unabhängig vom Markt eine Lebensmittel Versorgungssicherheit. Soviel ich zu Wissen Glaube hast du nicht so viel Anbaufläche das du deine kleine Gemeinde Ernähren kannst ?!

    Ist nur so ne idee, weis nicht wie Realistisch dies ist !!!

    Gefällt 4 Personen

  4. mkarazzipuzz sagt:

    Lieber Thom,
    ich kann das, was schreibst und das was Mujo schreibt überaus gut nachvollziehen. Ich kenne dein Anwesen. Es würde selbst dann nicht zur Ernährung der Anwesenden ausreichen, wenn es voller Mutterboden wäre…
    Erinnere dich meiner spärlichen Versuche mit Tomaten und Ananas und dem winzigen Kompost!!!. Du brauchst Verbündete dort unten auf Bali; mit Land und Willen. Eine Kooperative.

    Lieben Gruß
    krazzi

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  5. Thom Ram sagt:

    Ja, die Idee der Cooperative ist gut.

    Der zweite Stauden-Bitter, er sagte von sich aus, wenn es dann Bananen gebe, werde er mir davon bringen. Kann gut sein, daß er das tun wird.

    Doch Cooperative gründen…ui, sowas ist herzlich schwierig hier. Konkurrenzdenken (Gefühl des Mangels entspringend) und Neid sind stark ausgeprägt. Neue Strukturen des Zusammenlebens abzusprechen schwierig, und daß man sich hier wenig um Abmachungen kümmert, das kennen viele Leser, welche in einschlägigen Ländern wohnen oder gewohnt haben.

    Schaunweama.

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  6. barbar-a sagt:

    Du hast genau das Richtige getan, ihm die Stauden gegeben. Ob er Dir dann Bananen abgibt oder nicht, ist dann seine Geschichte.

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  7. Vollidiot sagt:

    Zuerscht das Söhnchen retten, dann die Erwachsenen.
    Krazzi sagts schon, Kooperative, Gemeinschaft, jeder sein Bestes……………..
    Warum soll das nix werden.
    Die Deutschen ergreifen ihre Aufgabe wohl erst dann, wenn sie über alle Welt zerstreut sind (Goethe).
    Sie machens ohne es zu wissen, das ist das Erstaunliche, die Idee liegt in ihnen und wartet ihrer Erweckung.
    Also. Ran an den Morgenkuß.

    Gefällt 2 Personen

  8. Mujo sagt:

    Wie hat man Früher sichere Kooperative geschaffen, in dem man die Familien Verbandelt hat durch Heirat. War meist besser als jeder geschriebene Vertrag.
    Jetzt muss man nicht jeden Banenpflüger Heiraten. Aber vielleicht läßt sich einer aus deiner Sippschaft dort mit anpacken beim Feld Bestellen. Damit schaffst du dir einen Vertrauten vor Ort, eine Sinnvolle Beschäftigung für denjenigen und Fähigkeiten wie man pflanzt.
    So würde ich vorgehen. Vertrauen schafft man mit Verbindungen und durch Regelmäßige Kontakte. Und davon kann man nie genug haben.

    Gefällt 1 Person

  9. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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