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101. von 144 – ELTERN KIND UND KINDERSTUBE – Was bedeutet Segnen?

Eckehardnyk, 12. Juni NZ 9

In Abenteuer Erziehung (siehe http://www.eahilf.de) Seiten 258-265 vereinigend die Szenen 101.und 102.von 144

Vorbereitung

1

Habt ihr diese Rede schon einmal vernommen, daß man eine Krankheit beherrsche? Dann seid ihr jemandem begegnet, der sich in medizinischen Sachen gut auskennt und für jedes Symptom ein Gegenmittel hat. Ihr wisst ja genauso gut wie ich, daß es unheilbare Erkrankungen gibt, an deren Beherrschbarkeit geforscht und gewerkelt (soweit damit gut Geld verdient) wird. Die Sicherheit, mit der heute Krankheiten, die früher unweigerlich in den Tod führten, medizinisch besiegt werden, ist auf alle Fälle lobenswert und einer Preisverleihung nicht unwürdig. Ist aber das, was von Seiten „der Medizin“ zum Abklingen einer Krankheit geführt hat, wirklich das, was gesund macht? Nicht ohne Anlaß spricht man auch bei Medizinern von der „Droge Arzt“ oder vom Menschen als Heilmittel.1)

Placebos, also Medikamente ohne Wirkstoff, haben bewiesen, daß allein die Verabreichung (einer Arznei oder was dafür gehalten wird) Heilung hervorrufen kann. Doch niemand (doch siehe Fußnote 1) ist diesem Phänomen bis zu Ende nachgegangen.

2

Wie alles im Leben ist auch die Frage der Heilung „ganz einfach“. Die Schlichtheit selbst, mit der Heilungen bewirkt (oder wie im Neuen Testament erzählt) werden, ist es, was zu komplizierten „Apparaten“ geführt hat.2) Auf das Naheliegende kommt man eben immer zuletzt. Ihr werdet sagen, es sei doch vermessen: Wuchernde („Raum greifende“) Neubildungen, genannt „Krebs“, HIV-Immunschwäche und auch Schnupfen sind unheilbare Krankheiten, und dagegen soll es einfache Mittel geben? Gibt es auch nicht. Beim Schnupfen wissen wir, daß wir ihn überstehen 3) durch Wärme und Abwarten, daß wir ihn lindern mit Inhalieren und Nasentropfen. Aber heilen – daran (dachte 1999) im Ernst niemand. Anders bei der tödlichen Bedrohung durch die genannten Krankheiten Krebs und AIDS: Hier zeigte sich das Leben von seiner stärkeren Seite. Beim Krebs tritt es wie der Jangtsekiang weit über die Ufer, beim AIDS verschwindet es wie die Donau bei Immendingen im Kalk der Schwäbischen Alb. Noch Fragen?

3

Es ist klar: Wären wir berühmte Leute mit dem Nobelpreis für dies und das ausgezeichnet, dann würde dieser „Hinweis“ genügen, eine Industrie aus dem Boden zu stampfen, in deren Laboren dem Hinweis nachgegangen wird. Anthroposophen haben das mit den „Hinweisen Rudolf Steiners“ so gemacht und klassische Homöopathen wandeln noch immer auf den Spuren Hahnemanns. Hat auch alles seine Berechtigung. Nur, wir erörterten bereits, daß Heilungen durch ein Über-sich-Hinauswachsen zu Stande kommen und daß Aufmerksamsein ein wundersames Verhalten ist, das sich zum Größerwerden eignet.

4

Kennt ihr Menschen, die mit einem Krebsleiden erfolgreich umgegangen sind, dann könntet ihr wohl bemerkt haben, daß sich nach Überstehen (der produktiven Phase) der Krankheit, sie ihre Vitalität schützen, stärken oder straffen. Es scheint diesen einst Leidenden irgendwie zu gelingen, dank der „genossenen“ medizinischen Fürsorge ihre Aufmerksamkeit derart zu bündeln, zu steigern, daß sie innerlich wachsen und bis an die Größe des sie einst überwuchernden Lebens heran kommen und seine Macht in sich integrieren.4) Die medizinischen Maßnahmen, ob nun medikamentös, chirurgisch oder radiologisch, waren wohl dazu angetan, ihre – und ihrer Mitmenschen – Aufmerksamkeit auf einen Höchststand zu bringen. Voraussetzung für Heilung jedoch, meine ich, ist die Bereitschaft, den Körper – mit seiner menschlichen Umgebung – weiterhin bewohnen zu wollen, wie auch immer er nach der Behandlung aussehen oder sich bedienen lassen würde. Deshalb überstehen auch viele Frauen eine Brustamputation. Denkt ihr anders? Das Thema ist heikel.

5

Beim AIDS müßte der Weg umgekehrt gedacht werden. Hier wäre nicht an ein überwucherndes Leben hinaufzuwachsen, sondern dem verschwundenen Leben nachzuspüren. Es ist wahrscheinlich kein Zufall, daß gerade Personen, von denen man meint, sie genössen das Leben aus vollen Zügen, von AIDS betroffen wurden und werden. Haben sie das Leben „sich reingezogen“ und runtergespült? Als wäre das, was außen weiter abläuft, ein verfluchter Betrieb. Doch Leben verfluchen führt überall zum Abbau von Lebenskräften, im mikroskopischen Bereich zum Nachlassen von Zellvitalität, zur Immunschwäche. Aber Segnen – was ist das?


© eah, 9. Februar 1999 und 11. Juni 2021

  1. Michael Balint ist dieser Frage in einem mehrjährigen Seminar nachgegangen. Sein Buch „The Doctor, his Patient and the Illness“ (London, 1964) ist der von ihm so genannten „Pharmakologie des Arztes“ ausführlich nachgegangen. In „Balint-Gruppen“ können sich (nicht nur) Ärzte zwar über ihre Probleme mit Klienten und sich selbst klar werden – eine nachhaltige Wirkung auf das Wissen über die „Organisation einer Krankheit“ hat es, trotz prominenter Stellung in der Londoner Tavistock-Klinik, anscheinend nicht hervorgerufen. – (Siebte Auflage in Deutsch:) „Der Arzt, sein Patient und die Krankheit“ (Stuttgart: Cotta, 1988. ISBN 3-608-95280-2) sei nicht nur Ärzten ans Herz gelegt
  2. Das mag schon damit begonnen haben, dass man zur Zeit Hildegards von Bingen, also im 12. Jahrhundert, bereits von der Kirche aus die medizinische Wissenschaft mit der Begründung „Christus medicus“ indizierte und die gelehrte Äbtissin sich bei ihren Therapievorschlägen vor der Inquisition vorsehen musste
  3. Bis dass daraus „Corona“ wurde, konnte man das mit Sicherheit behaupten
  4. Ein inzwischen – nicht an Krebs – verstorbener langjähriger Freund merkte zu dieser Stelle damals an: „Sehr heikel, das so zu machen“. Doch die selbst erlittene Erfahrung mit dieser Krankheit hat mir dieses „Machen“ bestätigt. Heikel ist es wohl, weil Missverständnis oder Ärger aus dieser Formulierung zu berücksichtigen sind


2 Kommentare

  1. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

    Gefällt 1 Person

  2. mario hilgenfeld sagt:

    5 biologische Naturgesetze , schon eines zu kennen , z.B. die Zweiphasigkeit sog. Krankheiten , brächte manches Aha …

    Gefällt 2 Personen

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