bumi bahagia / Glückliche Erde

Startseite » AUFKLÄRUNG » ELTERN KIND UND KINDERSTUBE – 84. von 144 – Wie vollständig ist der Mensch? Was ist jungfräuliche Geburt?

ELTERN KIND UND KINDERSTUBE – 84. von 144 – Wie vollständig ist der Mensch? Was ist jungfräuliche Geburt?

Eckehardnyk, 10. Dezember NZ8

1

Was ist jungfräuliche Geburt?Zwei knifflige Themen, jedoch auf unsere Art durchaus zu beantworten: Der Mensch wird im Lauf des Lebens immer vollständiger und er kommt jungfräulich auf die Welt. Doch nicht überall und immer sind die Bedingungen dafür ideal. Nehmen wir hierzu wieder das Beispiel der Sprache. Ein kleines Kind kann jede lernen, weil es „jungfräuliche“ Werkzeuge in seinem Mund dazu hat. Ein schwarzes Baby schwäbelt ausgezeichnet, wenn es dazu in der gehörigen Umgebung aufwächst. Mit den Jahren wird sein Sprachschatz immer größer, und idealerweise würde es im höchsten Alter auch die vollständigste Beherrschung von Sprache(n) besitzen. Doch da gibt es auch Gegenkräfte, die zu Stagnation und Abbau führen.

2

Leben pur ist immer jungfräulich und tendiert zu Vollständigkeit. Jedoch vollkommen ist es nie. Im Menschenleben erfahren wir mit jeder neuen Situation die vorläufige Öffnung auf eine noch nie dagewesene Vollständigkeit. Ob sie jemand jemals erreichen möchte, sei dahin gestellt. Tritt jemand eine neue Stelle an, hat er die Chance, von dem Zustand Null, ab „tabula rasa“, in die umfassendste Beherrschung vorzudringen, wenn ihm das Spaß macht. Es gibt jedoch gleich von Anfang an Kräfte, die dagegen sind, die den Drang, vollständig zu werden, einschränken werden. Und so kommt es zur Stagnation, zur inneren und schließlich äußeren Kündigung.

3

Mit den Babys geht es nicht anders. Schreien sie aus Leibeskräften, so vermissen sie eine entscheidende Zutat zu ihrer Vollständigkeit, die auf Anhieb ihrer Ausstattung nach nicht zu erkennen ist (und meistens mit einem Schnuller verwechselt wird.) Um wenigstens ein Gefühl von sich selbst zu erlangen, gebrauchen sie ihre Stimme und nehmen wahr, daß sie am Leben sind. Bieten dem Schreihals etwas an, und dreht er sich weiter schreiend weg, so wissen wir bereits etwas von Containment und versuchen, das in uns aufzunehmen, was es schreit. Und du wirst dabei etwas fühlen und eine Idee bekommen, was ihn denn so gekränkt haben könnte. Schlimmstenfalls ist es eine Wunde, die der jungen Seele schon bei der Geburt oder kurz danach zugefügt wurde.

4

Es gibt Gründe, warum ein Neugeborenes wie mit einer Hypothek belastet sein kann; nämlich Vorurteil oder tragische Einstellung. Was ist tragisch? Im Unterschied zur allgemeinen Auffassung eine Situation, wo man wie an einer Weggabelung jede Richtung einschlagen kann und jedes Mal falsch liegt. Falsch warum und wem gegenüber?

5

Weil viele Menschen Beschränkungen gegenüber Vorurteile haben. Das müssen nicht einmal handfeste Behinderungen sein. Denk nur an die Freudentaumel oder Verzweiflungsszenen wegen des Geschlechts! Aber auch grundlegender kann die Einstellung der Eltern benachteiligend auf ihr Kind wirken: Weil „kind“ unterwegs und dann auch noch gekommen ist, stellt es eine Bedrohung der elterlichen Welt dar. Es gibt Leute mit einer Auffassung wie: Ein unerwünschtes Kind sollte besser gar nicht geboren werden.

6

Tatsächlich wäre sein erster Atemzug „befleckt“ mit der Luft, in der Gefühle anwesend sind, die seine Geburt ablehnen und die sich nur mit ihr „abgefunden“ haben. Ein solches Kind muß nicht, aber kann sehr leicht zum Schreibaby werden und darüber hinaus Anfälligkeit gegen Krankheiten aller Art (einschließlich Unfälle) entwickeln oder auch beizeiten seinem jungen Leben ein baldiges Ende bereiten. Eine werdende Mutter, die dies ihrem Kind nicht zumuten möchte und die Möglichkeit von Geburtsverhinderung in Anspruch nimmt, hätte dem Kind gegenüber verantwortungsbewußter gehandelt, meinen Manche. Sie selbst sieht sich jedoch in einer schwierigen, eben tragischen Situation, weil sie sich falsch am Platz und schuldig fühlt. Und Schuldangst wird sie begleiten auch bei der nächsten Schwangerschaft und eine „unbefleckte“ Empfängnis jedes Mal verhindern.

7

An dieser Stelle bietet der Text von damals keine Lösung für die Situation einer Frau in Tragik. Im Sinn einer echten Tragödie müsste der Held, in dem Fall die junge Frau, in eine Art „Katharsis“, Reinigung ihrer Seele eintreten und intuitiv in freier Entscheidung dasjenige auf sich nehmen, womit sie ihr weiteres Leben, mit oder ohne Kind, ihren Weg fortsetzen kann, oder sie geht, wie Gretchen, daran zugrunde. In der englischen Version ist möglicherweise mehr dazu gesagt:


Encounter Education 19/40

On the last page I mentioned abortion. You could have the impression, I was obsolete in this terms. But I think the question is absolutely not solvable. Because for me a child does not exclusively seem a product of sperms and conception. A child is also a wondersome kind of a date. The happy end of his birth has pretty much more to do with a recognition than with the pure biological procedure of an animal’s course of labour, what it is anyway too.

Maybe you think this to be an illusory ideal. In view of the big number of divorces and abortions you might have got right. But do scientists know anything about a relation between abortions and divorces? On the base of the thought that birth has to do with a parental choice, with a sort of resolution of the parents, to be prepared for the oncoming soul, call it „birth-date“, it is troublesome to decide in favour of abortion, especially under the motto like „my womb is my castle“. A soul, prepared coming to earth must immediately find a substitute mother – in this case we cannot speak honestly of a date. A couple being chosen as substitute parents must be irritated by a brat not being prepared to be their child. And that could be a reason for divorce. Or the family lateron would suffer, if other „prepared“ children came.

Sign of not being on the long before prepared to time, place, and people of birth, may to be seen in the increasing number of metabolic brain disturbances, especially known as attentiveness deficiency syndrom (ADS). In all: The meaning of a guiltless (immaculate) conception is moving from an clerical corner into a focus of actual interest: The more the preparations of the birth of a child are allowed „to be done“ on earth and in „heaven“, the better the offspring will fit in the surroundings, and the more his or her conceiving family will contain joy. The other side is, the more managing the birth like an external outbreak, the higher will be the risk of a misfit.


(c) 18. Januar 1999, 28. Juli 2005 und 10. Dezember 2020

Meine Rückübersetzung (nicht buchstäblich):

Ich nannte Abtreibung oben „Geburtsverhinderung“. Man könnte den Eindruck haben, ich läge bei dem Thema in der Zeit zurück, aber ich denke, die Frage ist absolut nicht lösbar. Für mich ist ein Kind kein ausschließliches Produkt von Sperma und Empfängnis. Ein Kind ist ebenso die Folge einer wunderbaren Verabredung. Das gute Ende seiner Geburt ähnelt eher einer Wiedererkennungs-Willkommensfeier als einer bloß biologischen Prozedur wie man sie bei Tiergeburten beobachten kann, was sie natürlich auch ist.

Mag sein ich verfolge ein illusorisches Ideal. Im Hinblick auf die beträchtliche Zahl von Scheidungen und Abtreibungen mag das sogar richtig sein. Aber können Naturwissenschaftler etwas über die Relation zwischen Abtreibungen und Scheidungen herausfinden? (Sie können es nicht, weil der Zusammenhang geistiger Natur ist; von mir, wie alles Folgende in Klammern, hinzugefügt.) Auf der Grundlage des Gedankens, dass eine Geburt auf eine elterliche Entscheidung zurückführt (sie entscheiden sich zwar für EIN Kind, in Wirklichkeit jedoch für DAS Kind), auf eine Entscheidung mit dem Charakter eines Beschlusses, als Eltern für die Ankunft der ankommenden Seele vorbereitet zu sein, also auf ein erstes Geburts(tags)-Date, ist es unerträglich sich auf die Seite von Abtreibungsbefürwortern zu stellen, besonders unter dem Motto „Mein Bauch gehört mir“ oder so. Eine zum Erdenlauf vorbereitete Seele müsste (wenn die vorbestimmte Mutter durch Abtreibung ausfällt) instantan substituiert werden, wobei man hier ehrlich kaum noch von einem Date sprechen kann. Ein als Substitut gefundenes Elternpaar muss irritiert sein durch ein Balg, pardon, das nicht ihr Kind sein sollte. Und das kann schließlich zur Scheidung führen oder zu ständigem Krach, wenn die eigentlich „vorgesehenen“ Kinder dann doch noch kommen (und total anders sind).

Hinweis auf solches nicht Vorbereitet sein auf Zeitpunkt, Ort und Familie der („richtigen“) Geburt mögen in der wachsenden Zahl von Stoffwechselstörungen im Hirn, dem sogenannten Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) gesehen werden. Die Bedeutung einer schuldlosen („unbefleckten“) Empfängnis bewegt sich derzeit von der klerikal-religiösen Ecke in den Brennpunkt von allgemein (menschlich)em Interesse. Je mehr Vorbereitungen zur Geburt eines Kindes erlaubt sind „gemacht zu werden“, wie auf Erden, so im Himmel, desto besser passt der Nachwuchs in die Umgebung und die ihn mit Freude aufnehmende Familie. Auf der Kehrseite gibt es geschäftliche Umtriebe die einer Geburt wie einer Naturkatastrophe vorangehen, nicht zuletzt um einer Missgeburt vorzubeugen.

(c) 11. Dezember 2020


1 Kommentar

  1. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: