bumi bahagia / Glückliche Erde

Startseite » AUFKLÄRUNG » ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – 83. von 144 – Tochter oder Sohn

ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – 83. von 144 – Tochter oder Sohn

Auch Eltern nässen ein

Eckehardnyk

1

Ob Tochter oder Sohn: In vielen Geburtsstätten der Erde hält man es immer noch für angebracht, das frisch Geborene an den Füßen hoch zu halten und mit einem Klaps aufs Hinterteil zum ersten Atemzug zu bringen. Klar, daß daraus gefolgert werden kann: Das Wort am Anfang war ein Schrei. Und immer mehr davon, bis die Welt voll war mit Geschrei. Nur, wer war es, der dem ersten Sohn oder der ersten Tochter den Klaps gegeben hat? Hätte das Urbaby nicht von selbst zu schreien angefangen, und würden seine ungezählten Nachfolger nicht das auch gern von alleine können? Freilich gehört die Atmung rechtzeitig angeregt, damit die frischen Lungenbläschen nicht zusammenkleben. Aber der Klaps auf den Popo, wo gibt‘s den in der Natur?

2

Es ist nämlich sofort ein Unterschied gesetzt zwischen Babys mit Klaps und solche, die ohne dieses Hilfsmittel zum Atmen oder auch zum Schreien kommen. Habt ihr euch in das zuvor (81. und 82. von 144) geschilderte Experiment eingelebt, dann würdet ihr auf Anhieb den Unterschied in dem, was da als erstes gewimmert wird, heraus hören. Natürlich könntet ihr sagen: Hinein hören, weil es so gut in die Theorie paßt. Deshalb wollen wir gar nicht weiter spekulieren, was das geklapste und was das frei zur Atmung gelassene Kind schreiend zu sagen hat, sondern jedem von euch die Entscheidung überlassen, was da zu hören ist.

3

Immerhin ist es ein Segen, daß in vielen Geburtsvorgängen die Väter mit einbezogen sind. So können sich die Eltern gemeinsam in den ersten Singsang ihres Kindes hinein horchen. Noch ohne jeglichen Streß. In der ersten Phase nach der Geburt „erlaubt“ man dem Kind, sich in seinem Stimmchen und etwas darin von sich selbst wahrzunehmen, ohne sofort beängstigt zu irgendwelchen „Maßnahmen“ zu greifen. So nutzt ihr das in der nächsten Niederkunft in eurer Familie, um hinter das zu kommen, was dieses neue Wesen als erstes übermittelt. Sehr bald wird dieses Weinen nämlich in ein Lächeln übergehen, mit geschlossenen Augen, wie auch das erste Weinen, und das, ohne irgendjemanden zu meinen. Das sogenannte „Engelslächeln“ könnten alle Babys zeigen, wenn ihnen zugestanden würde, alles, was sie ausdrücken wollen, hervorzubringen.

4

An diesen Ereignissen sich zu freuen ist unabhängig vom Geschlecht des Kindes. Es gibt wohl nichts Kränkenderes für ein neues Erdenkind, als wenn sich Eltern (oder ein Elternteil) wegen des kleinen Dings da zwischen den großen Zehen in die Hosen machen. Ja, richtig gelesen. Das ist, bildlich, eine Art von seelischem Einnässen, das sich viele Erwachsene wegen des Geschlechts ihrer Kinder erlauben.1 

Als Kind mit vollem Bewußtsein wäre ich erstens empört darüber, daß sie mich nicht nehmen wie ich komme, und zweitens über diesen Schwachsinn der Bevorzugung eines Teilchens aus dem vorerst nur warmes Wasser kommt. Allein über das Gespür einer solchen Schwäche dem Menschen gegenüber würde ich tage- und wochenlang nur schreien. Auch wenn Gründe vorliegen, wie beispielsweise in Indien, daß mehrere Töchter den Ruin über einen Familienvater bringen.2 Diese Gründe gehören abgeschafft und mit ihnen die Bevorzugung von „sie“ oder meistens noch von „er“.

5

Bitte verwechselt das eben Gesagte nicht mit Verurteilung. Wer aus welchem Grund auch immer eine mehr unbewußte Neigung hat, einem Geschlecht  den Vorzug zu geben, hat sich für diese Art zu sein entschieden. Der oder die Betreffende muß sich nur nicht beklagen, wenn aus seinem oder ihrem Kind ein unverständliches Monster3 herausragt. Andrerseits ist Geschlechterspannung zwischen den unterschiedlichen Polen Mann –Tochter, Frau – Sohn ein Phänomen von „Mutter Natur“ und braucht nur hingenommen und taktvoll erforscht zu werden: Was ist weibliches, was ist männliches Benehmen, so wie man bei Katzen felides und bei Hunden canides Verhalten studieren kann.4

© eah 13.-17. Januar 1999 und 6. Dezember 2020

1 Inzwischen geht das weit über die Geschlechtlichkeit hinaus, was dank Früherkennungstechnik an Voreingenommenheit und kriminell bis zur Verwertbarkeit schon produziert wird. Andrerseits werden moderne Austragungsverfahren, die dem Menschenkind gerecht werden, unnötig durch falsch verstandene Ethik kriminalisiert.

2 Was durch Hygieneverordnungen, wie man heute sieht, ebenso geschehen kann, da braucht man nicht mehr nach Indien reisen, um das zu sehen

3 Das ständig unbewusst auf die ebenso unbewusste Teilablehnung reagiert.

4 Also klare Absage an die von Simone de Beauvoir und anderen feministisch Engagierten propagierte Behauptung, ein Menschenkind werde „zur Frau erzogen“, was sich als sekundär erweist samt allen Übertreibungen wie das frühere Füße Einbinden chinesischer Mädchen, damit sie nur trippeln konnten. Wenn ein Mädchen lieber zur Puppe anstatt zum Hammer greift, ist dies einem angeborenen Naturtalent vergleichbar. Dem Mädchen allerdings den Griff nach dem Hammer zu verbieten, dem Jungen aber vorzuschreiben, ist dann mit Recht verpönte „Erziehung“, genauer gesagt unnützer Drill und Schikane.


ENCOUNTER EDUCATION 18 / 40

When you want to find out your genuine attitude with regard to your little son or little daughter it may help you an experiment in your mind: At first you shall consider: Is it a natural result fathering a child and at random, as an accident, wether a birth becomes a boy or a girl or a twin birth? Secondly you try to find out wether the result of this birth could be prepared to come to you, and may be in the best way equipped as a member or members of your familiy? Are they coming wilfully to you? – In our days the complaint of kids is often heard: Nobody asked me.

Within this experiment you will have as a result two different sorts of feelings.

At the first part of the experiment you could develop wishes like: be a boy, be a girl, be a genious, be my successor, or: I hope not he will be a handicapped person. Besides you’ll have ideas for abortion, especially to protect your child to be born as a disformed one. You’ll also like to see the fetus by sonography also in order to experience his gender.

At the second part you’ll have a quite different impression. Your thinking might see forms like: just my kid, wanting, adopting me, willing being my fate, my future, and my chance, what ever will be. If you are listening inside yourself, you’ll understand even the name the child would like to have for this upcoming life. Why should I disturb the unborn by ultrasound machine waves for getting a foto?

(c) eah July 20, 2005 and December 6, 2020

Meine Rückübersetzung:

Wenn du deine ursprüngliche Haltung gegenüber dem Empfang einer Tochter oder eines Sohnes ergründen willst, mag dir folgendes Gedankenexperiment helfen: Du überlegst bei dir, ob die Zeugung eines Kindes rein naturhaft, zufällig, als eine Art Unfall zur Geburt eines Jungen, eines Mädchens oder von Zwillingen geführt hat. Zweitens versuche heraus zu finden, ob das Resultat dieser Geburt nicht einer Vorbereitung entsprungen sein könnte, dank deren die Ankommenschaft bestens genetisch ausgerüstet ist, um Mitglied oder Mitglieder deiner Familie zu sein. Und: Kommen sie willentlich zu euch? – In heutiger Zeit hören wir vermehrt die Beschwerde: Man hat mich oder uns nicht gefragt.

Innerhalb dieses Experiments tauchen zwei unterschiedliche Gefühlswelten auf:

Erstens solche im Umkreis von: Es soll ein Junge, ein Mädchen, ein Genie, mein Nachfolger sein, oder: Ich hoffe nicht, dass es mit einer Behinderung zur Welt kommt. Dazu kommen Gedanken von Abtreibung, natürlich um das Kind davor zu bewahren, als Missgebildetes zu leben. Dazu passt der Wunsch, den Fötus im Sonogramm schon mal anzuschauen, weil auch das Geschlecht interessiert.

Zweitens kannst du eine ganz andere Empfindung aufbauen. Dein Denken sieht Formen wie „Das ist mein Kind! Es will, es adoptiert mich, es will mein Schicksal sein, meine Zukunft, meine Gelegenheit, für alles da zu sein, was immer auch geschehe. – (Wenn du da hineinhörst, wirst du sogar den Namen erkennen, den das zukünftige Kind sein Leben lang zu tragen wünscht.) Warum sollte ich es als Ungeborenes mit einer Ultraschallmaschine stören, um ein Foto zu haben?“


2 Kommentare

  1. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

    Gefällt mir

  2. […] nicht um Kinderschutz, sondern darum, Frauen von Schwangerschaftsabbrüchen abzuhalten.“haluise:: https://bumibahagia.com/2020/12/05/eltern-kind-und-kinderstube-83-von-144-tochter-oder-sohn/Kurz: Kinder im Mutterleib sind für die Abtreibungsaktivisten keine Kinder. Also kann man sie […]

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

<span>%d</span> Bloggern gefällt das: