bumi bahagia / Glückliche Erde

Startseite » AUTOREN » ADMIN THOM RAM » ss oder ß

ss oder ß

Auch inmitten des Getöses auf Erden machen wir nicht nur das Große, sondern eben erst recht auch das Kleine möglichst gut.

Ja?

***

Sprachen sind mir heilig, die deutsche Sprache besonders, einfach darum, weil es die einzige Sprache ist, welche ich in hoher Perfektion sprechen, schreiben und verstehen kann. Ich will die deutsche Sprache besonders pflegen.

In der Schweiz wird ß nicht angwandt. ß war mir gleichgültig, bis vor einigen Wochen, da ich seinen Sinn verstand. Vielleicht steckt noch mehr dahinter, das wäre mir zur Stunde noch verschlossen.

Ich wende nun ß nach einfacher Regel an. Ich setze „ß“ statt „ss“ nach gedehntem Vokal, nach gedehntem Um- und Doppellaut (Diphtong).

Ich hieß ihn, zuzubeissen.

Es hieß, das Hissen der Flagge mache ihn verdrießlich.

Geflissentlich ließ er den Saft einfließen.

Maßanfertigung, nicht für die Massen gedacht.

Erfasst er den Unterschied zwischen „das“ und „dass“?

Dieser Stößel ist für die Herstellung von Klöße nicht geeignet, du Großer, gib dir da bloß keine Blöße.

Du weisst, dass zuviel Eiweiss Löcher in den Magen reisst.

Aussen fix, innen scheusslich.

Ich ließ sein missliches Verhalten maßstabgetreu zum bekannten Gassenhauer „Wisse, küsse, Klassenkasse“ durchgehen, auf dass er selbst sich ein Gewissen mache.

***

Übersehe ich etwas? Gibt es einen Grund, „ß“ auch nach weiterem Gesichtspunkt einzusetzen?

***

Blödes Beispiel noch:

Wie könnte man „weiss“ – Farbe und „weiss“ – wissen unterscheiden? Da müsste man schon eine willkürliche Regel aufstellen, oder spricht der Deutsche die beiden „weiss“ verschieden aus?

Thom Ram, 29.09.NZ8

.


57 Kommentare

  1. Webmax sagt:

    Heißa, hussa, schöner Beitrag!

    Weiß erklärt sich aus dem Zusammenhang. Ein seltener Fall im Unterschied zu asiatischen Sprachen, wo einsilbige Worte bis zu fünf (?) Bedeutungen haben können, je nach Zusammenhang und Betonung.

    Ist’s Weisheit, uns den Weg zu weisen? Ich kann’s nicht beweisen…

    Gefällt 3 Personen

  2. hugin1212 sagt:

    „weiss“ – Farbe und „weiss“ – wissen
    Ich denke, dass man „weiß“ (wissen) mit ß schreibt.
    Gesprochen wird es mit ai, wogegen die Farbe weiss
    eher mit ei gesprochen wird.

    Gefällt 4 Personen

  3. hugin1212 sagt:

    „weiss“ – Farbe und „weiss“ – wissen
    „weiß“ wie wissen wird mit ß geschrieben und eher mit ai ausgesprochen
    „weiss“, die Farbe, wird mit ei ausgesprochen

    Liken

  4. petravonhaldem sagt:

    hier kommt die Oberlehrerin, die sich vom Geweißel nicht irritieren läßt mit dem Hinweis, daß dort ein „n“ wohl fehle:

    „““Dieser Stößel ist für die Herstellung von Klöße? nicht geeignet,“““

    Ansonsten tolle Zusammenstellung und ein höchst interessante bedenkenswerte Angelegenheit , das mit dem esszett………….

    Liken

  5. petravonhaldem sagt:

    ja, und schon fehlt ein „e“ hinter „ein“ tztztz…………..
    ach, immer das Zeigen mit dem Finger auf Andere…

    außerdem sollte hinter die „Angelegenheit“ oben kein Komma, sondern ein Doppelpunkt erscheinen, damit das „das“ Sinn ergibt………..
    Schluss jetzt, gehe wieder an den Herd 🙂

    Gefällt 2 Personen

  6. Vollidiot sagt:

    Thom

    Tue Buße, nicht nur in Kirchen und Klößtern, sondern auch in Bussen – nicht an Busen – oder ähnlichem – sonst mußt Du büßen oder anders büssen.
    Eiweiß frißt meist nicht massenweise Speißeröhren kaputt sondern kleißtert bloß den Raum zwischen Gabelzinken dicht, dies ist, nicht ißt, denn dieses wäre beim Essen zu bedenken, beim Spülen, also nicht beim Essen zu beachten und ließe dem Spüler weniger Eiweißkoaglanzien und gäbe ihm somit weniger Zorn, der ihn in die Zinken beißen ließe. Hierzu bitte Anweisung lesen lassen, damit das gewußt wird.
    2 Fehler und eine Schwiizerschreibweise sind hier mit drin.

    Gefällt 5 Personen

  7. Leserin sagt:

    Da find ich sogar drei Fehler:
    Klöster, Speiseröhre, kleistern.

    Und die Farbe ist weiß, das weiß ich ziemlich sicher 😉

    Gefällt 1 Person

  8. Kloßbrühe ist nicht nur Merkels Lieblingsspeise sondern auch der Fraß für die unteren Brüder im Kloster. Nach Ludwigs Recherche haben beide Begriffe denselben Wortstamm. Das Wort Klo ist jedoch der ursprüngliche Stammvater beider Wörter. Deswegen schmeckt der Kloß häufig wie aus dem Klo mit Brühe gezogen. häufig / Haufen s. ebd.

    Will sagen: Nach dieser Definition müßte man Kloster mit ß, also Kloßter schreiben. Alles klar.

    Aus meiner ultimativen Entzück klo pädie http://kamelopedia.net/wiki/Kloster ergeben sich weitere Zusammenhänge.

    Ein Kloster ist eine Zusammenrottung, die je nach Kontext entweder 10 lebenden Kamelitern oder 27 flüssige Kamelitern umfasst.

    Das Kloster für 10 Kamelliter

    Klo – ster, das Kl., zusammengesetzt aus Klo und Ster, ist ein Stall von nur einem Ster Rauminhalt,

    der zehn Kameliter-Mönche ausreicht, um sich darin am Wochenende zum Beten zu treffen.

    Nach ein paar Wochenenden gefällt es manchen Kamelitern dort so gut, daß sie für immer bleiben.

    Das Kloster aus 27 Kamelliter

    Kloster ist ein Hohlmaß, das im Sanitärbereich Verwendung findet. 1 Kloster ist dabei das Volumen der Ur-Kloschüssel in Paris.

    Derzeit bestehen Bestrebungen, die Maßeinheit auf eine objektivere Grundlage zu stellen. Derzeit aussichtsreichster Kandidat ist das Urin-Fassungsvermögen einer durchschnittlichen Kamelblase.

    IKMS-Definition : 1 Kloster = 27 Kamelliter (Flüßigkeitsmenge, keine Kamelliter-Mönche) = 216 Schupul

    Gefällt 4 Personen

  9. rechtobler sagt:

    Superbeitrag – gratuliere. Erst am vergangenen Wochenende habe meine Partnerin (pens. Sport- & Volksschullehrerin) und ich über dieses Thema diskutiert und sind zum Schluss gekommen, dass die Schweiz wohl ‚einen Ecken weg‘ (CH: än Eggä ab) habe, dass das ß aus unserem CH-Deutsch wegrationalisiert(?) worden ist. Wie oben beschrieben, wird Vieles doch klarer oder ist eindeutiger.

    Gefällt 3 Personen

  10. Thom Ram sagt:

    Mir war der ß dermassen am Füdli scheissegal (wenn ich künftig Scheißegal schreiben sollte, so habe man sich ei gedehnt zu denken, also statt scheeeissegal viel eleganter scheißegal), dass ich, vor Wochen, als ich mich mit dem Gedanken rumschlug, ß einzuführen, völlig überrascht war, alsder ß auf meiner Tastatur mich nach gründlicher Suche unversehens freundlich anblinzelte. Ich hätte geschworen, dass der auf meiner Tastatur nirgends sei. Issaber.

    Hügin / weiss.

    So hätte ich es vorgeschlagen, weiß wissen / weiss Farbe, dies mit Sicherheit einfach deswegen, weil ich in deutschen Texten weiß und weiss schon eine Million Male gelesen hatte. Das mit dem mehr oder weniger „a“ davor, das sind eben so jaans kleene Details, welche einem Deutschen immer noch verraten können, dass meine Muttersprache Schwiizertüütsch ist, ich spreche weiss und weiß genau gleich.

    Darf sein. Es sind die lieben kleinen Schmunzelchen. Für mich Schweizer war auch immer süß, wenn Deutsche nach 10 Jahre Schweiz zwar grammatikalisch und wortwahlmäßig korrekt, in kleinen Nuancen halt aber immer noch es bitzeli deutsch eingefärbt sprachen.

    Gefällt 1 Person

  11. Thom Ram sagt:

    Ich werde diese Nacht damit verbringen, die aus tiefen Gründen geschöpften Arbeiten unseres vollen Idioten und träumenden Bierbrauers zu einem einzigen fliegenden Teppich umzuweben.

    Petras gut gemeinter Versuch, an meinem Text etwas verbessern zu wollen, schlug auf sie zurück gemäß dem kosmischen Gesetz: Alles fällt auf den Sender zurück, Großes nach langen Zeiträumen, Kleines bis zu unmittelbar, wie eben schön vorgeführt.

    Scheißße (also ein ß in der Vokabel Scheisse bedeutet 2 e, zwei ß bedeuten vier e, daraus lesbar die Schwere des Falles) aber auch, dass mein Latein auf 0,01 ist, solch Ding in Latein zu bringen war früher so sehr fröhlich. Quod erat demonstrandum oder so. Kann aber genau falsch rum bedeuten.

    Zurück zu Petra.
    Liebes Blupikum. Es ist keine Tragödie, wenn sich Petra nun nur noch dem Herd widmen wird. Ich kann aus eigener Erfahrung bezeugen: Was dieses Weib am Herd kreiert, das schmecket paradeisisch gut.

    Gefällt 2 Personen

  12. Stephanus sagt:

    …und noch eins obendrauf von mir:
    Er „erfaßt“ und ich „erfasse“, jedoch „beißen“ wir beide zu 🙂

    Habe mich strikt geweigert, die richtige Schreibweise jemals abzulegen! Spätestens bei drei „sss“ hintereinander muß sich einem doch der Magen umdrehen!

    Schön sowas mal zwischendurch! 🙂

    Liken

  13. Thom Ram sagt:

    Stephanus, bitte hilf mir auf den Sprung.
    er erfaßt, was ich erfasse.
    Regel? Wieder verschieden gefärbte „a“?

    Liken

  14. barbar-a sagt:

    „Ich weiß, daß ich am Schluß nicht weise genug bin zu wissen, ob das weiß ist.“ So schreibe ich das, denn hätte ich es damals in der Schule anders geschrieben, hätte ich eine schlechte Note bekommen. Es lebe die richtige Rechtschreibung! Am Ende eines Wortes steht nie ss. (Sagen die Richtigen)

    Gefällt 1 Person

  15. Stephanus sagt:

    Du fragst mich Sachen, Thom!

    Die beiden „a“ bei „erfaßt“ und „erfasse“ werden identisch ausgesprochen. Das muß mit dem Endkonsonanten bei „er erfaßt“ zusammenhängen.
    Bei den Verben „fassen“, „hassen“, „passen“ ist das identisch in der Konjugation.

    Die Regel könnte lauten: „ß“ steht nach kurzem Vokal, wenn danach ein Konsonant folgt. Steht in einer Person der Konjugation hinten dann ein Vokal, so verdoppelt sich das „ß“ zu „ss“.

    Es ist sehr schwer, in der eigenen Sprache Regeln zu finden, wenn die Schreibweise aus dem Rückenmark kommt…

    Gefällt 2 Personen

  16. HansL sagt:

    ob ich weiß, was Du wissen müßtest, so daß eine Regel ersichtlich?-laß den Bauch sprechen. Wann kommt’s ‚dreierles S‘ war immer die Frage in der Schule__bei der Betonung, ganz scharfes s, oder-Komma daß – bezugnehmend auf’s vorangestellte zur Unterstreichung des Inhalts__ so hab iches mir gemerkt und damit kaum Fehler in der Rächtschraijbung g’macht (meine Aufsätze waren eher von: „Thema verfehlt“ gekennzeichnet)
    handschriftlich ist es ohnehin viel schöner und die ‚anglos‘ haben sowat gar nicht — drum mußet wech, sowie der/die/das = gelebte(?)Armut

    Gefällt 2 Personen

  17. christinasuriya sagt:

    Allein das Lesen der Kommentare ist heute ein kößßßtliches Vergnügen. Hä – gleich 3 ß oder doch nur ein einziges, mickriges, kleines s? Nachdem in den letzten Jahren mit der deutschen Sprache eh so viel Schindluder getrieben wird, die Rechtschreibung auf ein Mindestma-ß-ss heruntergeschraubt wurde und wird, und dies anscheinend den Meis-ß-ten schei-ss-ßß-ss-ß-egal ist, sag ich nix mehr. Schei…….e.

    Gefällt 1 Person

  18. Hilke sagt:

    Klasse, alles hier! Sowas macht mir Freude und auch daß hier unser Blogwart so unendlich kre a tief mit der Spracke umgehen tutet. Köstlich. Det nimmt den Kitt außen Hirnen.
    Was die Regeln betrifft, die kenn ich kaum noch, so schreibe ich das „ß“ supergerne, da es an vielen anderen Texten g’stubben is, aber die neuen Regeln interessieren mich net, hab mich einfach geweigert, die zur Kenntnis zu nehmen (u. brauch sie beruflich nicht).
    Ich liebe ß ❤

    Gefällt 2 Personen

  19. Thom Ram sagt:

    Oh wenn ihr wüßsstet wie mich dürßsstet täglich zu erfeuen mich solch ähnlich Spiel.

    Ich setze künftigklick stets ßss. Teizgemäßss.

    Ich vermaßss den Grundrißss. Traf dabei auf Ekelschißss. Wollte den nicht küßssen, weil ich das nicht müßssen.

    In den Jahren, da MannFrau nicht nur gleich, sondern noch viel gleicher seien, doch paßssend, ja oder ja?

    Liken

  20. Bettina März sagt:

    Weiß die Farbe wird genauso geschrieben, wie ich weiß es oder ich weiß alles besser (was natürlich nicht stimmt). Der Sinn ergibt sich aus dem Satzbau. Habe mich nie an die neue Schreibweise gewöhnt und schreibe es so, wie ich es damals in der Schule lernte. Ziviler Ungehorsam eben.
    Tue keine Buße. Und ich werde auch nicht büßen.

    Gefällt 1 Person

  21. Vollidiot sagt:

    Betti M

    Inne Schwiiiiz hoasts: Tue keine Busse. Und ich werde auch nicht büssen.
    Schaugt net nur schräg aus- isses au.
    Hauptsach ischt aber des Differenzieren, Eichenständische.

    Liken

  22. Gernotina sagt:

    @ Thom

    Ihr Schweizer habt die Liebhaber der deutschen Sprache in Verwirrung gestürzt mit eurer Abschaffung des „Buckel-s“, sz oder scharfen s.
    Wer möchte schon auf der Strasse anstatt auf der Straße gehen – phonetisch ein Unding!

    All diese „Bereinigungen“ und angeblichen Vereinfachungen dienen nämlich letztlich der Schleifung/Erodierung der deutschen Sprache, wurden in voller Absicht installiert. Es ist ein heimtückischer Angriff auf unsere Kultur, der sich unmerklich vollziehen soll über das Abmurksen unserer Sprache. Nun kommt die Schippe des „Sprach-Genderismus“ noch obendrauf.
    Es muss sich nun erweisen, ob das im Volk Gewachsene, Natürliche letztlich stärker ist als das Künstliche, der Zwang in Sachen Sprache.

    Auch in der Grammatik hat sich Unglaubliches vollzogen im Zuge der Rechtschreibreformen – teilweise unlogisch und grotesk (Groß-Klein- und Zusammen- Getrenntschreibung … die Begründungen!).

    Zitat Thom: Ich wende nun ß nach einfacher Regel an. Ich setze „ß“ statt „ss“ nach gedehntem Vokal, nach gedehntem Um- und Doppellaut (Diphtong).

    Das ist eine gute Richtschnur, es richtig zu treffen. Es ist ja nicht das stimmhafte, weiche s (Rose), das Probleme macht, sondern der stimmlose, scharfe S-Laut.

    Hierbei sind für die Anwendung von s oder ß die vorausgehenden Vokale maßgeblich, das ist auch nach der Reform so geblieben. Erwischt hat es das ß im Auslaut nach kurzem Vokal: Kuß -> Kuss, Faß -> Fass, Nuss, muss- und das ß nach kurzem Vokal VOR Konsonanten (meist Verbformen): faßt, haßt, küßt -> fasst, hasst, küsst …

    Geblieben ist das ß nach langen Vokalen (auch ie) und nach Doppellauten (Diphtongen: ei, au, eu), wird oft falsch gemacht:

    Straße, Muße, Soße, Fraß, Gruß, sprießen, gießen (hier ß auch im Auslaut) … nach Diphtongen: heißen, weiß (Farbe), außen, Strauß, scheußlich

    Wir können das und wir schaffen das 🙂 ! Das nächste Mal dann eine Grammatiklektion – aus Liebe zu unserer Sprache …

    Liken

  23. Thom Ram sagt:

    Innert der wenigen Wochen kann ich schon nicht mehr ohne leises Schaudern mir ansehen
    „Tue keine Busse, keinesweges wage es, nicht zu büssen.“

    Interessant. Ehrlich. Nach wenigen Wochen. Ich kann diese ignorante Schreibweise schwer ertragen.

    Warum? Issdochnüschwichtich, ob ich busse oder buße schreibe. Issesaber. Mein Jefühl sachd es mir. Bereits nach diesen wenigen Wochen deute ich die obigen Busse als Kraftfahrzeuge, welche Mönschs transportieren, und büssen als etwas zwischen vielen solcher Kraftfahrzeuge und weiss der Geier, pissen, oder, kriech mich nich inn.

    Tue keine Buße. Und ich werde auch nicht büßen.
    So muss es heissen, vermutlicht besser: heißen….da ist noch eine höhere Kunst, die mir noch verschlossen verschloßen ist.

    Zur Minute kommt mir ss, unbedacht angewandt, scharf gefährlich vor. Hat nichts mit dem Staatssicherheitsdienst damal zu tun. Hieß (huch, schon angewandt ß, meiner Regel nicht entsprechend, was geht da vor sich?) eben so, SS. Staatssicherheitsdienst, welcher auch nicht der Sicherheit der Allgemeinheit, sondern der Sicherheit einer Gruppierung diente. Wie ein jeder sogenannte Dienst, jeder ach so sehr mein dein unser Wohl behüten wollende, und darum geheime, Dienst. Vanity of vanities. Das Spiel läuft noch. Ich will raus. Viel mehr will ich rinn. Da hinein, da ich bewusst kreieren kann.

    Liken

  24. Thom Ram sagt:

    Weiss oder weiß die Kröte, weiss oder weiß Geier und weissoder weiß nicht was da in mir angerührt wird. Da geht es um sehr viel mehr als wie nur um quasi-intellektuelles Geplänkel.

    Wie kann ich es sagen.

    ß oder ss rührt in meine inneren Tiefen. Warum? ß haftet Erinnerung an, welche ss nicht bietet. Ausrottung von ß bedeutet mehr als Weglassung eines buchenen Stabes.

    Liken

  25. Bettina März sagt:

    Vollidiot 21.51
    Busse ist bei uns die Mehrzahl von Bus. Omnibus. Omnibusse. Klugscheißer Modus an: Omni heißt für alle, habe gerade geguggelt.
    Ich kenne die Schweizer Schreibweise von meinem beruflichen Werdegang aus. Hab mich immer ein bissel amüsiert, wenn Sie für Geschwindigkeitsüberschreitungen mit dem Pkw oder anderen Fahrzeugen, in ihrem neutralen Ländle, Busse und Punkte, in vielen Schweizer Bussen Fränklis erteilten.

    Liken

  26. Thom Ram sagt:

    Bettina

    kicher, kann nachvollziehen.

    Nebenbei themenfremd:
    Bin hier auf neuer WP Kommentarausgabe. Kann nicht einsehen Zeit, da du geschrieben hast. WP sagt mir, vor 8 Minuten. Muss ich also erst rückrechenen, künftig, Minuten und Stunden, um anzugeben die Erscheinungszeit eines Kommentars, auf den ich Bezug nehme.
    WP verschlimmbessert aus meiner Sicht, dass es kracht, und es scheisst mich Scheisse an. Befragen die dort bezahlende Frontleute? Mein Eindruck: nein.

    Liken

  27. Das hat noch keiner geschafft. Einen Artikel mit einem / über einzigen Buchstaben zu schreiben, den es nur im deutschsprachigen Raum gibt. Thom,

    All meine wohlgesonnenen Weingeister würden nie auf die Idee kommen mir einzuflößen so einen genialen Artikel zu schreiben. Das hat mehr Brandsatz drin um endlich aufzuwachen als man denken kann. Einfach nur danke.

    Das paßt sicher zur „neuen Normalität“ – der Verkrüppelung der Sprache:

    „Die Sprache gehört zum Eigentum, zur Eigenart, zum Erbteil, zum Vaterland
    des Menschen, das ihm anheimfällt, ohne daß er dessen Fülle und Reichtum kennt.
    Wird sie nicht an ihrem Ursprung gepflegt, verwahrlost der Mensch. .

    Taten folgen den Worten – und nicht umgekehrt.

    https://bumibahagia.com/2017/09/07/30175/

    Trump geht aufs Ganze. https://www.whitehouse.gov/presidential-actions/executive-order-combating-race-sex-stereotyping/

    Bin gerade am übersetzen ins deutsche. Er dreht den Geldhahn zu für die Sprachverkrüppelung, aller LGBTs, blach live matters und der Genderideologie, die bisher vom Staat gepampert wurden. Er verbietet auch mit dieser order allen staatlichen Institutionen, Schulen und Unis die heimatschädliche Ideologie zu verbreiten. Ein Hoffnungsschimmer? Da ist Sprengstoff drin. Ich bleibe dran.

    Gefällt 2 Personen

  28. eckehardnyk sagt:

    Du bringst mich drauf, lieber Ludwigsträumer, das ß ist gar nicht ein Buchstabe sondern zwei. Der deutsche Amtsschreiber war mitunter auch intelligent und hat sich beim Schreiben Arbeitszeit verkürzt. Die am Schluss vom Wort zu setzenden zween S hatten zwo Gestalten, eine hohe Laterne, die setzte man ins Wortinnere (Sütterlinschreibende wissen das noch) und einen Fleischer Haken, der gehörte ans Ende. Die hat der Schreiberling am Wortende verheiratet, kalligraphisch heißt das Ehepaar dann Ligatur. Und wohl weil das praktisch war, setzte sich dies auch im Wortinneren fort und wurde später das nur als deutsche Einheit gelesene ß. WARUM die Deutschen als Schweizer das Doppel S immer auch als doppelten Fleischerhaken geschrieben haben, hätte man den Keller Gopfried fragen müssen, der war Stadtschreiber in Zürich.

    Gefällt 2 Personen

  29. Stephanus sagt:

    Guten Morgen eckehardnyk,
    waren die beiden zusammengesetzten Buchstaben nicht das ganz alte „s“ (–> Spazierstock) und das ganz alte „z“ (–> 3 mit kleiner Schleife am Fußende)?
    Bei uns in der Grundschule sagte der Lehrer noch „sz“ dazu – bei uns fortgeschrittenen ABC-Schützen hieß der Buchstabe (auf Schwäbisch) „Dreierles-s“. Euch allen einen schönen Tag ! 🙂

    Gefällt 1 Person

  30. Vollidiot sagt:

    Der Gebrauch von Doppel-S kann für Deutsche tiefenpsychologisch nur bedeuten, dass eine Projektion abläuft.
    Verinnerlicht habend den josefschen (subberarrogantes Dickerchen und Jugoslawienkriegstreiber) Leitsatz von der jungfräulichen BRD-Geburt in Ausschwitz, wird dieses nun, durch die Rechtschreibreform, in SS gebündelte Trauma so verarbeitet, daß die Teilvernichtung des ß und Ersetzung desselben durch eben dieses SS nicht nur straffrei bleibt, sondern sogar zur Richtschnur wurde. Auch eine dieser vielen Verklemmungen und Lügen in diesem Land.
    Die Schweizer haben sich schon vorher klar zu distanzieren versucht, wohlwissend, dass, das heutige Narrativ antizipiert habend von der Nichtteinahme an einer Demo, wenn auch nur ein (vermuteter) Nazi teilnimmt, denn 3000 ihrer Landsleute haben auf Seiten der Wehrmacht geschossen und sind damit dem Reemtsmaschen Verdikt von den „Verbrechen der Wehrmacht“ anheimgefallen.
    Dumm gelaufen – es sei denn man denke selbert.

    Liken

  31. Thom Ram sagt:

    Stephanus

    Wenn wir in der Schweinz denn mal vom ß sprachen, dann nannten wir ihn ess zett, ja, sz.

    Liken

  32. Thom Ram sagt:

    Ich bedaure, die in alter deutscher Schrift gedruckten Winnetou und Old Shurehand nicht nur nicht hier, vielmehr überhaupt nicht mehr zu haben. Es würde mich reizen, die Regeln herauszulesen.
    Hm. Haben ja Internet. Ich such ma, hab heute verd keine Lust auf Krone und geh fünf.

    Liken

  33. Thom Ram sagt:

    Erster Fund: muß, nicht muss.
    Regel: Weil am Schuß stehend? Also Scheissen aber Schiß?

    Liken

  34. Vollidiot sagt:

    Ruß und rußen (Diesel!!), aber nicht russen.
    Ein langes U……………….

    Liken

  35. Gunvald Larsson sagt:

    Im Deutschen gibt es zwei s-Laute, die sprachgeschichtlich unterschiedliche Herkunft haben. Es gibt das s, das schon immer ein s gewesen ist im Deutschen. Dies wurde schon immer als „s“ geschrieben. Und dann gibt es das s, das ursprünglich ein t war und im Zuge von Lautwandel (2. Lautverschiebung, auch genannt „hochdeutsche Lautverschiebung“, weil z.B. das Niederdeutsche diese Lautverschiebung nicht mitgemacht hat; zw. 500 und 800 n.Chr.) zu einem s wurde. Dies wurde zeitweilig wie in der deutschen Schreibschrift (das Sütterlin ist nur eine Form der deutschen Schreibschrift) als Strich mit Haken oben nach rechts (Spazierstock) realisiert. Das aus dem t entwickelte s ist übrigens immer stimmlos. Für das stimmlose s wurde dann das ß erfunden.

    Es ist auffallend, dass bei all den „Rechtschreibreformen“ zwanghaft versucht wird, die Sprachgeschichte aus der Schriftsprache zu eliminieren. Die Vernichtung von historischen Zeugnissen im Alltagsleben ist aber nciht nur auf die Sprache beschränkt. Ich denke da u.a. an die so genannte „Flurbereinigung“, der nicht nur über jahrhundete gewachsene Kulturlandschaften zum Opfer fielen, sondern hier bei uns in Deutschlands Norden z.B. der größte Teil der Großsteingräber aus dem Neolithikum sowie viele Relikte der nordischen Bronzezeit. (Nicht weit von mir liegen mehrere bronzezeitliche Grabhügel im Wald, und in Spaziergangentfernung befinden sich drei Großsteingräber, die zum Teil 8000 Jahre alt sind. Glücklicherweise haben diese sich erhalten.)

    Thom:
    Alte Rechtschreibung – muß, müssen (am Ende mit ß, im Innern nach Kurzvokal ss)
    Neue Rechtsreibung – muss, müssen, da jeweils nach Kurzvokal

    Alte Rechtschreibung – scheißen, Schiß (nach Diphthong; am Wortende)
    Neue Rechtschreibung – scheißen, Schiss (nach Diphthong; nach Kurzvokal)

    Liken

  36. Vollidiot sagt:

    Thom

    Bin gespannt ob Du Regeln findest und Ausnahmen.
    Überhaupt – Regel – will jetzt kein Sexist sein, wozu Regeln.
    Ich frage mein Gefühl, weniger den Verstand (Ausnahmen beschtätichen die Rechel) bei ß-Belangen.
    Die häsch Du halt idde weild Schwiizer bisch.
    Ich schlage vor Du machsches genau so und wir sind die Lehrer des Lehrers………………….

    Liken

  37. Stephanus sagt:

    @Thom (erster Fund)
    … nein: „Scheißen“ und „Schiß“ !

    Versuch einer Regelaufstellung:
    – ß nach langem Vokal –>immer (dabei gilt auch „ei“, „eu“ und „äu“ als langer Vokal)
    – ß nach kurzem Vokal –>am Ende oder wenn Konsonant folgt

    In den restlichen Fällen müßte wohl „ss“ verwendet werden – sicherlich keine Regel ohne Ausnahme…!

    Ich sehe schon: Hier kommt mir zugute, daß mein Vater Schwabe war und meine Mutter aus dem nördlichsten Niedersachsen stammt 🙂

    Such dir Texte aus Deutschland bis 1980! Da müßtest du allemal was finden, woraus sich Regeln ableiten lassen.

    Liken

  38. Thom Ram sagt:

    Danke, guter Gunvald!

    Meinem Wesen entsprechend, kann ich Altes schnell und leicht über Bord werfen, wenn mir das Neue besser scheint. Jesus nicht am Kreuz gestorben. Die Sex Mielionen. Dagegen ist ß ein Mäuschen.

    Deine und der Mitkommentatoren Hinweise haben bei mir einen Hebel nun von halbe auf volle Kraft umgelegt.

    Früher: ss war mein Ding, was ß überhaupt soll, fragte ich mich nie ernstlich, empfand ß als alten Zopf, überflüssig.

    Bis fast bis zur Stunde hatte ich bereits eine persönlich klare Vorstellung, wann wo ich ß plaziere. Nach langem Vokal. Und Punkt.

    Ganz neu nun erhebe ich ß auf den Sockel dessen, der nicht nur längere Tradition hat, mehr, der logischerweise häufiger vorkommt als ss, welches seine Daseinsberechtigung durchaus hat, denn

    dein Schreiben hat mich nochmal nachdenken lassen über Diphtong. Diphtonge sind nun mal auch länger als die e in einem Kessel. Also hat ihnen ß zu folgen.

    Dann am Schluss nun Schluß zu schreiben, werde ich tun, um die Tradition zu ehren.

    Also, lieber ss, du hast mir treu gedient, wirst mir weiter treu dienen, doch du selber weißt am besten, dass ich ein Leben Lang einer schwächlichsinnigen Vereinfachung aufgesessen bin.

    Sie macht mir ausgesprochen Spaß, die Wachheit, die in mir geweckt ist und Lämpchen aufleuchten lässt…..oh, wie ich es mit Umlauten halten werde, darüber bin ich noch im Unklaren, tendiere denn doch zu ss, denn „lässt“ hat nun mal scharf kurzen Vokal. Weißß LoL noch nicht.

    Liken

  39. Frida sagt:

    Hallo!
    vielen Dank für diesen Artikel!!! Ich trage diesen wunderschönen Buchstaben in meinem Nachnamen und musste und muss leider immer wieder feststellen, dass dieser Buchstabe, ohne mich zu fragen in zwei Buchstaben getauscht wird (Bank, Versicherung u.ä.). Mein Aufbegehren ob dieser Namensverstümmelung, denn ich heiße Gläßer und nicht Glässer, brachte noch nie (!) irgendeinen Erfolg. Ach falsch, einmal doch, bei meiner Hausärztin. Ansonsten die Begründung: Technische Voraussetzungen…. Es ist ja zu beobachten, dass der Mensch scheinbar mit gewachsenen/natürlichen Strukturen nicht zurecht kommt, fühlt er sich dieser gewachsenen Struktur gegenüber fremd (?). Was bringt die Leute nur ständig dazu überall und ich meine wirklich überall, herum zu pfuschen – dies, freundlich unterstellt, in bester Absicht, jedoch das Ergebnis oder besser die Früchte dessen, vollkommen ignorierend? Es ist fast egal was man sich näher anschaut, die Natur, die Sprache, die Schreibweise, das Volk… an allem muss dermaßen herumgeschnibbelt werden, dass man den Ursprung nicht mehr zu erkennen vermag. Ich bleibe bei der mir logisch erscheinenden Schreibweise, auch wenn ich keine Regel außerhalb des langen Vokals formulieren könnte. Ist halt ein Gefühl… 🙂

    Liken

  40. Vollidiot sagt:

    Die deutsche Sprache ist in manchen Kreisen nicht wohlgelitten.
    Was Wunder, wenn versucht wird mittels Salamimethode sie zu verkleinern.

    Liken

  41. Stephanus sagt:

    @Thom 20:27
    …aber es folgt ein Konsonant am Ende! Deshalb: „läßt“ 🙂

    Die Regeln von @Stephanus 15:53 könnten stimmig sein.

    Liken

  42. Wolf sagt:

    Das Eszett als von der Aussprache abhängiger Einfachkonsonant (Heysesche s‑Schreibung) wurde bereits 1879 in Österreich‑Ungarn eingeführt. Diese Reform wurde jedoch im Jahre 1901 zugunsten der Rechtschreibung des Deutschen Reiches wieder aufgehoben. Im Deutschen Reich verwendete man die Ligatur Eszett sowohl als Einfachkonsonant als auch als Doppelkonsonant (Kombination von langem s und rundem s). Als im ersten Jahr des Krieges gegen die Sowjetunion (1941) im Zuge der Europäisierung die deutsche Frakturschrift und die deutsche Handschrift zugunsten der Lateinschrift abgeschafft wurden und somit die Unterscheidung zwischen langem s und rundem s verschwand, wäre als logische Konsequenz auch eine Rechtschreibreform zur lateinischen Schreibung des Eszett angebracht gewesen. (Nach einem siegreichen Verlauf des Krieges hätte man dies sicher schnellstmöglich nachgeholt.) Damals fehlte allerdings die Zeit dazu, denn es galt, die Unabhängigkeit Europas gegenüber Asien und Amerika zu verteidigen (was bekannterweise gescheitert ist). Erst nach der Zusammenlegung der BRD und der DDR konnte das Eszett als Einfachkonsonant endlich in die deutsche Rechtschreibung eingeführt werden. Ich betrachte diese Schreibweise als die einzig sinnvolle und längst überfällige Reform der deutschen Rechtschreibung der letzten hundert Jahre. Aus Gründen der Tradition und Rückwärtskompatibilität (Frakturschrift) halte ich dennoch an der „alten“ (bis 1996 in Deutschland gültigen) Rechtschreibung fest.
    Die Schweizer Schreibweise (ss) ist im Grunde genommen nichts anderes als eine simple Umsetzung der alten deutschen Rechtschreibung in die Lateinschrift.


    „Wachs‑tube“ (Tube Wachs) mit rundem s (Schluß‑s)
    „Wach‑stube“ (Stube der Wache) mit langem s


    Heysesche s‑Schreibung im „Buch der Schrift“ aus dem Jahr 1880

    Liken

  43. Wolf sagt:

    Die Schweizer Schreibweise (ss) ist im Grunde genommen nichts anderes als eine simple Umsetzung der alten deutschen Schrift (Fraktur- und Handschrift) in die Lateinschrift.

    Liken

  44. Wolf sagt:

    Gunvald Larsson 30/09/2020 um 15:39

    Dein Hinweis auf die germanische Lautverschiebung von t zu s (7. und 8. Jahrhundert) ist zwar richtig.
    Die beiden grafischen Varianten des Buchstabens s (langes s als Anlaut und Inlaut und rundes s als Auslaut), die im deutschen Buchdruck (ab 16. Jahrhundert) und in der deutschen Handschrift der letzten Jahrhunderte verwendet wurden, haben damit jedoch nichts zu tun. Dort dienten diese beiden Buchstabenvarianten zur korrekten Silbentrennung (was bei aneinander geschriebenen deutschen Wörtern durchaus sinnvoll ist). In der Lateinschrift ist eine solche Silbentrennung leider nicht möglich. Folglich kann der Leser z.B. in der Lateinschrift nicht erkennen, ob es sich bei einer „Wachstube“ um eine Tube Wachs oder um einen Aufenthaltsraum für Wachpersonal handelt.

    Gefällt 1 Person

  45. Gunvald Larsson sagt:

    Wolf 01/10/2020 um 00:21

    Ja, jetzt wo du das sagst, dämmert es mir wieder. Die s-Schreibungsarten haben wohl weniger mit der Lautverschiebung zu tun, als ich annahm. Mir ist auch aufgefallen, dass ältere Buchdrucke je nach verwendeter Type, Druckort, Jahr etc. teilweise sehr unterschiedliche Orthografien verwenden.

    Das Beispiel von dir mit der Wachs-tube oder der Wach-stube finde ich großartig. Ein Graus für den Leseanfänger ohne orthografische Unterscheidung.

    Erinnert mich an ein Sprachspiel, das wir als Kind spielten: diekuhliefumdenteich. Geschrieben kann man’s ja noch ganz gut erkennen, aber legato geprochen und ohne korrekte Betonungen war mir das als kleiner Bub ein rechtes Rätsel.

    Liken

  46. Wolf sagt:

    Gunvald Larsson 01/10/2020 um 00:53 – diekuhliefumdenteich

    Im Niederländischen kenne ich auch ein lustiges Wortspiel:

    Hu lang is een chinees? [„Hoe lang is een chinees?“]
    (Wie groß ist ein Chinese?)

    Hu Lang is een chinees. [„Hoe Lang is een chinees.“]
    (Hu Lang ist ein Chinese.)

    Liken

  47. viktoria sagt:

    Liebe Freunde ich bin nun völlig geknickt: ich schreibe auf einer franz. Tastatur und nun? danke für dieses interessante Thema.

    Gefällt 1 Person

  48. Thom Ram sagt:

    viktoria

    …könntest statt ß ein s mit accent circonflex schreiben? LoL.

    Liken

  49. Wolf sagt:

    Thom Ram 30/09/2020 UM 14:59

    SZ versus SS

    Nicht jedes ß ist ein sz (Eszett)! So manches ß ist nämlich ein verkapptes ss.
    Faule Schriftsetzer und Schreiberlinge sind an der Verwirrung schuld.

    Wieso? Eigentlich ist die Sache ganz einfach:

    Früher wurde der Buchstabe s im Prinzip als langer, geschwungener Strich (ſ) geschrieben. Das nannte man das »lange s« bzw. den Spazierstock.

    Nur im Ausklang einer Silbe wurde der Buchstabe s als Ringel (s) geschrieben. Das nannte man das »runde s« bzw. das »Schluss‑s« oder »Ausklang‑s«. Der Leser konnte daran das Silbenende leicht erkennen.

    Das Wörtchen »dass« schrieb man folglich mit einem »langen s«, gefolgt durch ein »rundes s«:
    daſs

    Nach einem betonten gedehnten Vokal oder nach einem Doppelvokal (Diphtong) bzw. Umlaut wurde das Doppel‑s (ſſ bzw. ſs) zu einem einzigen Buchstaben »ß« (sz) zusammengefasst. Hieran konnte der Leser erkennen, wie der Vokal ausgesprochen wird. (Dies entspricht der heutigen Schreibweise an deutschen Schulen, gemäß der Rechtschreibreform von 1996.)

    Die meisten Schriftsetzer und Schreiberlinge im Deutschen Reich haben jedoch (offenbar aus Bequemlichkeit) alle Doppel‑s am Wortende zu einem »ß« zusammengefasst.
    Somit wurde (fälschlicherweise) aus dem Wörtchen »daſs« das Wörtchen »daß«.

    Liken

  50. Thom Ram sagt:

    Wolf 17:31

    Danke! Weiss weiß der Geier, warum, aber das Thema beschäftigt mich, ich bin interessiert.
    Da geht es um mehr als schöngeistig unnützes Disputieren.
    Sprache ist Magie. Warum? Weil hinter der Sprache der Gedanke steht. Ausnahmslos immer. Aus diesem Grunde bedarf der Versuch, Sprache in Schrift zu fassen, großer Sorgfalt.

    Der Tage mache ich Zickzackschritte, meine, „es“, die Magie des ss bzw. ß erfasst zu haben, doch habe ich immer noch Grauzonen, da ich noch keine klare Orientierung finde.

    Wir haben grad eine Pizza in der Pfanne (Ofen gibts hier kaum, Pizza in Pfanne zu machen geht gut, wir haben eben gepröbelt, haha), und drei meiner kleinen Freunde (sie haben natürlich mitgekocht, alles selber geschnipselt) möchten das Produkt nun einverleiben.

    Werde nach der Schwerarbeit „essen“ deine Ausführung langsam mir einführen, so, dass sie mir auch haften bleibt.
    Danke!

    Liken

  51. Wolf sagt:

    Thom Ram 17:40

    Zusammengefasst lässt sich sagen:

    Deine einfache Regel zur Schreibweise von »ss« und »ß« entspricht exakt der heutigen Rechtschreibung in Deutschland. Aus meiner Sicht ist dies die sinnvollste Schreibweise, da man erkennen kann, ob vor dem S‑Laut ein kurzer Vokal/Doppelvokal (Schreibweise ss) oder ein gedehnter Vokal/Doppelvokal steht (Schreibweise ß). Diese Regel stellt keineswegs einen Bruch mit alter Tradition dar. Es handelt sich nämlich um eine Korrektur eines vormals übermäßigen Gebrauchs der Ligatur »sz« (ß), der vermutlich darauf zurückzuführen ist, dass sich die Schriftsetzer damit Arbeit einsparten (daß statt daſs).

    Liken

  52. Wolf sagt:

    [Wolf 19:20]

    Mir ist beim Formulieren ein Fehler unterlaufen.
    Korrektur: Ein Doppelvokal ist natürlich immer „gedehnt“.

    Liken

  53. Wolf sagt:

    Die alten Schriftsetzer haben in der Frakturschrift ausnahmslos jedes »ſs« (Doppel‑s am Silbenende in Fraktur) zur Ligatur »ß« zusammengefasst und somit jeweils einen Buchstaben bei ihrer Arbeit eingespart. In der Frakturschrift fiel diese radikale Rationalisierungsmaßnahme (»ß« statt »ſs«) dem Leser kaum auf, doch in der Lateinschrift sticht sie einem direkt ins Auge (»ß« statt »ss«).

    Meines Erachtens war die Reform zur Schreibung von ss und ß (als Teil der Rechtschreibreform 1996) längst überfällig. Schließlich wurde die Frakturschrift bereits 1941 „abgeschafft“. Der Fehler der sparsamen Schriftsetzer wurde endlich behoben.

    Liken

  54. Wolf sagt:

    Thoms Artikel hat mich nachdenklich gemacht. Er hat mich dazu veranlasst, die s-Schreibung gemäß der „Neuen Rechtschreibung“ (Heysesche s-Schreibung aus dem 19. Jahrhundert, in Deutschland gültig seit 1996) für meine privaten Texte zu übernehmen. Diese Schreibweise hat mich von Anfang an überzeugt. Ansonsten orientiere ich mich weiterhin an der „alten“ Rechtschreibung, die in Deutschland bis 1996 galt.
    Als Privatmann kann ich mir solch einen eigenen „Hausstil“ erlauben. Bei meinen Übersetzungsarbeiten musste ich dahingegen während der Übergangsperiode der Rechtschreibreform (etwa von 1996 bis 2006) je nach Kundenwunsch, abwechselnd die Neue und die Alte Rechtschreibung verwenden.

    Liken

  55. Wolf sagt:

    Danke für den Denkanstoß!

    Liken

  56. Bettina März sagt:

    Es gibt die Schreibweise sz und scharfes S. Scharfes S ist ß. Warum es als scharf genannt wird? keine Ahnung…..

    Liken

  57. Wolf sagt:

    Bettina März 03:26

    Der Begriff „Eszett“ (sz) stammt aus der Typografie (Druckerhandwerk). Denn die Schriftsetzer haben die beiden schmalen Buchstaben „ſ“ (langes s) und „ʒ“ (geschwungenes z) für ihrem Zeichensatz (Setzkasten) zu einem einzigen Bleiletter („ſʒ“) verschmolzen. Die somit entstandene Buchstabenkombination (Ligatur) nennt man auch „scharfes s“. Das Attribut „scharf“ deutet darauf hin, dass der S-Laut stimmlos („scharf“) ausgesprochen wurde. Das einfache s sprach man dahingegen wahrscheinlich stimmhaft („weich“) aus.

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: