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ELTERN KIND UND KINDERSTUBE – 39. von 144 / Wie ist die Zweiteilung der Menschheit zu vermeiden?

ELTERN KIND UND KINDERSTUBE – 39. von 144 – Wie ist die Zweiteilung der Menschheit zu vermeiden?

Eckehardnyk

Die Eltern und all die lieben Menschen

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Wer hat mich begleitet durch meine Kindheit und Jugend? Meine Eltern, Geschwister, Verwandte, Nachbarn, Freunde, Freundinnen, Kameraden, Untermieter, Hausmädchen, Handwerker, Briefträger und all die vielen Menschen, von denen ich Eindrücke mitbekommen habe? In der Regel konnte ich alle liebgewinnen, wie sie zu meinem Leben gehörten. Die Ansichten dieser Menschen wurden für mich wichtig. Ich fing unwillkürlich an, damit umzugehen und in das Gesagte hineinzuschlüpfen. Wie ein junges Kätzchen habe ich alles beschnuppert, beleckt und damit gespielt, weil es neu war. Mit der Zeit gewöhnte ich mich daran, daß die bekannten Figuren Neuigkeiten mitbrachten. Zu diesen Mitbringseln entwickelte ich Zuneigung, die sich dann auf die entsprechenden Personen übertrug. So baute ich damals meine Beziehungen auf. Menschen waren lieb und wertvoll durch die mitgebrachten „Erkenntnisse“.

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Bleibt ein Mensch in diesem Zustand in seiner Entwicklung stehen, dann wird er andere Menschen noch immer gern danach einschätzen, was sie ihm „bringen“. Es ist dann nicht mehr weit zu der Einstellung, nur noch Beziehungen zuzulassen, die „sich rechnen“. An die Stelle von Gefühl tritt die Berechnung, das Kalkül. Es ist zeitlich gar nicht so weit weg, da haben Eltern ihre Kinder nach dem Wert taxiert, den sie als Arbeitskräfte für Haus und Hof einbrachten. In anderen Erdteilen ist es heute noch so. Und auch diese Familien halten loyal zusammen. Es ist eine Art der Betrachtung, wie man sie in der Kindheit gelernt und über die Pubertät hinaus aus der Not des Überlebenmüssens beibehalten hat.

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Nur das Dumme daran ist, daß dadurch eine Zweiteilung in die Menschheit gebracht wird. Es gibt die Nützlichen, aber auch die Schädlichen. Gegen die „Schädlinge“ muß man sich wehren, Krieg führen, sie möglichst unterdrücken, ausbeuten und ausrotten. Wir glauben, das stimme heute[1] so nicht mehr? Sehen wir fern oder lesen Zeitung ? – da finden wir doch genügend Material! Doch auch in den Beziehungen geht Krieg vonstatten. Und Pfarrer sprechen davon am Sonntag in der Kirche, bei Morgenandachten im Radio oder sonst in der Seelsorge. Haß, Neid, Eifersucht, Großmannssucht, Machtgier, Schadenfreude, Verlogenheit, Rechthaberei, Bevormundung, Arglist, Heimtücke, Hinterhältigkeit, Rachsucht, Verräterei – all dies gehört zum Arsenal des Krieges[2], der nie in den Fernsehnachrichten gezeigt wird, dafür umso mehr in Filme und Spiele Einzug gehalten hat.

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Wie könnten wir von dieser Seite der Welt Abschied nehmen? Das ist so leicht nicht, denn es nützt nichts, in die Partei der Gerechten einzutreten. Parteigänger teilen noch immer die Welt in Gute und Böse. Ich werde erst dann „die Welt erlösen“ und selbst erlöst sein, wenn ich all die Menschen um mich herum in ihren Vorzügen und Nachteilen jenseits von Weiß und Schwarz, von Nützlich und Schädlich, von Wertvoll und Wertlos anerkenne. Im selben Moment sehe ich nämlich auch in mir selbst eine Wesenheit, die der Liebe wert ist. Ich – oder du bei dir – habe diese Wesenheit bisher als solche nicht gekannt, wir haben uns nicht erkannt, solange wir mit uns im Hader sind. Doch wollen wir mit diesem „Krieg“ aufhören, so schließen wir als erstes mit uns selbst einen „ewigen Frieden“. Davon ausstrahlen wird eine Einstellung oder die Gesinnung, daß jeder Mensch um seines Lebens willen daseinsberechtigt ist. Seine Existenz bedarf keiner Begründung. Kein Mensch hat irgendeinen Nutzen zu bringen, außer sein Leben zu leben[3]. Das ist eine der Grunderfahrungen des „Eisernen Zeitalters“[4]. Geht man daran unbedacht vorbei, dann generieren sich im Verborgenen Spannungen, die in die menschlichen Kontakte statt Kooperation „Waffengänge“ ohne Ende bringen. – Wir aber wollen unsere unsere Eltern akzeptieren ; nicht, weil wir ihnen unser Leben verdanken, sondern weil sie für uns da gewesen sind. Du liebst dein Kind; nicht nur, weil es dein Kind ist, sondern weil es eine Existenz im Leben dessen ist, den man nur den „Ich bin“ nennen kann. Wir lieben die Menschheit; nicht, weil wir Humanisten oder „Gerechte“ sind, sondern weil du und ich mit unserem „Ich bin“ dahin finden und dazu gehören.


[1] 24. November 1998

[2] Mobbing, Heuchelei, Korruption, False Flag- und Selbstmordattacken und ritueller Sadismus haben dieses Arsenal in zwanzig Jahren zur unterirdischen Weltmacht anwachsen lassen

[3]  Und dabei zu entdecken, mit was und wem er dessen Sinn erfüllt.

[4] Siehe 19. Von 144, auf bb am

 


4 Kommentare

  1. Der Beweis und was dabei heraus kam
    ist wahrhaftig offensichtlich !
    Wer erinnert sich noch an den Spruch des Hosenanzugs : „Wir Schaffen das“
    Und ein Ende des(Wir) ist noch lange nicht in Sicht…

    Gefällt 1 Person

  2. jpr65 sagt:

    Und da sind wir wieder beim Thema Selbstliebe: Wer sich selbst nicht liebt, der kann auch die anderen nicht wirklich lieben und so nehmen, wie sie gerade sind. Das heißt nicht, daß man den Vater, der sein Kind schlägt, toll finden muss. Aber man sollte ihn nicht verurteilen. Genauso tun oft auch Mütter ihren Kindern Gewalt an. Körperliche Gewalt ist hierzulande mittlerweile geächtet, aber die seelischen Verletzungen, die wiegen sehr viel schwerer und werden noch verstärkt durch die Gesellschaft.

    Und wann läßt man es laufen, wann greift man ein? Wer da nach Regeln sucht, nach Gesetzen gar, der ist noch nicht genügend im Bauch- oder Herzgefühl. Man fühlt es einfach, wenn man eingreifen soll. Aber immer freundlich und liebevoll, das sollte jedenfalls das Ziel sein. Besonders am Anfang wird das nicht immer gelingen, die Ruhe zu bewahren. Doch Übung macht den Meister, wie immer.

    Wir machen ja hier die Entwicklung hin zu einem liebevolleren Miteinander statt gegeneinander Krieg zu führen.

    Und es lohnt sich schon, Liebe auszusenden. Denn man erhält ja alles irgendwann wieder zurück, was man so losgeschickt hat.

    Und in diesen Zeiten ist die Umlaufzeit manchmal recht kurz…

    Und ja, oft wird man als Holzklotz angesehen, weil man sich nicht gleich mitaufregt oder mitheult, wenn es anderen schlecht geht. Mitgefühl und Mitleid sind zwei verschiede Paar Schuhe, den Unterschied verstehen viele aber nicht.

    Ich habe jetzt gelernt, damit zu leben und ruhig zu bleiben. Und wenn ich mich doch mal aufrege, dann lasse ich den Sturm durch, bis sich alles wieder beruhigt hat.

    Und ich bereue nichts, ich lerne. Etwas zu lange zu bereuen, das ist Handlung gegen die Selbstliebe…

    Gefällt 3 Personen

  3. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

    Gefällt 1 Person

  4. eckehardnyk sagt:

    In der Printausgabe (vorgestellt auf http://www.eahilf.de) von 2013 endet dieser Abschnitt (Seite 97): „Fangen wir mit der Liebe zur Menschheiteinfach mal bei uns selbst an, damit unsere Nächsten davon profitieren!“

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