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Plauderplauder / Zwei Wunder / Vielleicht nur für Töffahrer

Fuhr, vor 5 Jahren, meine Hausfernstrecke nach Java, einen Freund hinten drauf. Nacht. Ausserorts. Keine Strassenbeleuchtung. Zweispurig. Gegenverkehr: Dichte Autokolonne.

Unübersichtliche Linkskurve (bitte beachten. Hier ist Linksverkehr!). Ich war auf der (damaligen 150er Yamaha) einen Zacken zu schnell, es trieb uns rechts an die Mittellinie . So weit so kritisch, bei dem Gegenverkehr, doch im Rahmen des meist Ueberlebbaren, auch hier.

Kamen zwei verrückt in der Kurve überholende Motorräder jedoch mir entgegen, jenseits der Mittellinie, also auf „meiner“ Strassenhälfte, also innert Zehntelssekunden Karombolasche gesichert.

Und jetzo beginnt die Geschichte, welche in Miiiinisekundenschnelle sich abspielte.

Was passierte?

Ich bremste per zweiten und dritten Fingers der rechten Hand immer bremsbereites Vorderrad hart.  Der Reifen quitschte. (Es ist die Wahrheit. Der Reifen quitschte. Hatte das bislang in meiner Töfflaufbahn nur dies einzige mal). Er quitschte, meine Fahrt wurde innert irrsinnkurzer Schnelle so verringert, dass ich den auf meiner Fahrbahn entgegenkommenden, die Autos überholenden Mofas linkerhand ausweichen konnte.

Ich grübelte, danach ein bisschen verhaltenem Fahrens, darüber nach. Wie kann es sein? Ich bremste das Vorderrad so hart, dass es nicht mehr drehte. Warum flog ich, zusammen mit Freund hintendrauf nicht aus der Kurve und hinein in die überholenden Verrückten?

Tatsache ist: Mein Vorderreifen quitschte, heisst, ich bremste vorne so, wie man nicht bremsen sollte vorne, als überlebenswilliger Töfffahrer in der Kurve, doch bremste ich nur einen millisekundenlangen Zeitschnitt, so, dass Pneu danach wieder Grund fassen konnte und ich und Freund hinten drauf froh gesund unbehelligt uns wiederfanden.

Ich habe 200’000 Motorradkilo im Hirn. Aber was damals geschah, das versteht mein Verstand nicht. Da waren helfende Geister bei.n So perfekt, wie ich damals reagierte, so perfekt sind meine Motorradfahrkünste nicht. War mein Schutzengel. Defi nie tief.

Andersrum gedreht noch Verrückteres, gestern passiert:

Fuhr auf Bypass, das ist ‚ ne Strasse, vierspurig, die Fahrspuren getrennt durch grünes Streifchen mit Mäuerchen beidseits. Also fuhr ich, vor mir Auto, das mit 75 sich seinen gesegneten Gefielden zu nähern suchte. Ich, ganz rechts (immer noch Linksverkehr hier, lieber Eruopäer), erkannte: Zwischen Auto und Mäuerchen rechts ist Schneise des Ausmasses im Bereiche von knapp noch grün, um zu überholen. Tempo Auto bei 70, als ich überholte, hatte ich etwas gegen 80.

Also nochma. Zwischen Auto und Mäuerchen rechts, da waren maximal 1,5 Meter. Meine Lenkstange: 80cm. Nicht lustig, wenn der Chauffeur niesen muss oders sonstwie küssend sich vergisst, doch in 9999 von 10’000 Fällen ungefährlich, den Freiraum zum Ueberholen zu nutzen.

War auf halber Höhe mit dem nicht küssenden oder sonstwie sich vergessenden Automobilisten, da

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wurde ich überholt.

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Ich erschrak, denn es war unmöglich. Doch war es möglich, denn ich lebe noch. Ein Jüngling auf Mopedli preschte an mir vorbei rechts, vornübergelehnt, mit geschätzt 90km/h, auf Scheissroller also, und ……………………der Platz …………….. der reichte nicht, definitiv nicht. Auch die Lenkstange eines solchen Rollerchens misst 70cm. Ich hatte aber nach rechts, zur Mauer, kaum 70cm Freiraum, doch der rauschte rechts von mir durch.

Halleluja, Al hamdulila, ich lebe noch unversehrt. Wirklich. Wiie konnte der da rechts von mir vorbeipreschen? Es war unmöglich. Ist aber so geschehen.

Möchte einen Jeden darauf hinweisen. Vor einer jeden Fahrt sage ich: Sichere Fahrt. Alle Verkehrsteilnehmer sind, äusserlich unbekannt, in Wahrheit meine Freunde.

Und…auch heute hatte ich, als Nebenspielplatz, die Erscheinung: Von 23 Ampeln standen derer 18 auf grün, als ich anrauschte. Neuleser! nein, ich plustere mich nicht auf. Ja, sage dir, dass du sicher fährst, dass du ideal fährst, dass alle Verkehrsteilnehmer deine Freunde sind.

Berichte deine Erfahrungen.

Thom Ram, 09.06.07

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19 Kommentare

  1. chaukeedaar sagt:

    Als ehemaliger Rennstreckenfahrer und 100K+ auf der Strasse und Profi-Hartbremser kann ich dir bestätigen, dass man das Vorderrad in mittlerer Sträglage kurz zum Quietschen bringen kann, ohne gleich abzufliegen. Man kann die Räder sehr gut zum Quaken bringen, ohne dass sie ganz stillstehen. Das Phänomen an sich ist also noch kein Wunder, die menschlichen „Reflexe“ häufig hingegen schon. Grad im Hochgeschwindigkeitsbereich auf zwei Rädern geschehen manchmal Dinge, für die einfach nicht genug Zeit da wäre, müssten die Information über langsame Nervenverbindungen zuerst ans Hirn und dann wieder an die Muskeln. Ich gehe davon aus, dass das Lebewesen, wenn es grad mal voll im JETZT ist (und das ist ja das schöne, quasi-meditative am Möppifahren), komplett mit dem physischen Körper verwoben und im Einklang ist, und noch ketzerischer, gar mit der Materie und dem Möppi und der Strasse drumrum auch. Jebsen fährt ja auch aus ähnlichem Grund Möppi. Ohmmmm

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  2. Thom Ram sagt:

    Tschautschi um geisterige null null aber ZWÖLF Uhren.

    Löffel du. Musste erst hirnen, wadd du meenst mit „Möppi“.

    Jetzt je Frasche an dich. Wenn du eine Kurve mit Max i Mal er Geschwindigkeit fährst, dann wie bremsest du zuvor? Bremsest du vor Einkippen/Einlenken, oder bremsest du in die Kurve hinein? Autofahren kann ich besser. Würde mich da messen lassen wollen. Bremste VOR Einlenken, auf 4 Rädern.

    Per Töff weisst du es besser. Bitte belehre mich. Danke!

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  3. chaukeedaar sagt:

    Ok, Kurve mit maximaler ‚Schwindigkeit, wir sprechen also von Rennmodus. Grob gesagt läuft das so:
    Anfänger: Vor der Kurve bremsen und beim Einlenkpunkt ist Kurvengeschwindigkeit bereits erreicht. Verliert pro Kurve ein paar Sekunden 😉
    Halbprofi:Bremst später und etwas härter und beginnt beim Einlenkpunkt die Bremse langsam zu lösen, synchron zur zunehmenden Schräglage. Ideal ist, wenn die Bremse erst ganz gelöst ist, wenn die maximale Schräglage erreicht ist. => je schräger, desto weniger Bremsdruck. Dabei wird nur die Vorderbremse betätigt. Das Hinterrad wird durch das starke Bremsen und die Gewichtsverlagerung aufs Vorderrad so stark entlastet, dass das Motorbremsmoment dort längstens reicht. Vorteile des Ganzen: Offensichtlich ist man länger schnell und nutzt die häufig weite Kurve (auf Rennstrecken) für den Bremsweg. Weiter verändert sich beim Bremsen die Lenkgeometrie eines Möppis darart (sog. Nachlauf, der dadurch ändert), dass auf der Bremse leichter eingelenkt werden kann. Drittens führt der fliessende Wechsel von Bremsen zu Schräglage dazu, dass weniger Unruhe im Fahrwerk herrscht als beim Anfänger.
    Profi: Der bremst mit der Hinterradbremse auch noch praktisch in Maximalschräglage (einige haben dafür eine zusätzliche Daumenbremse fürs Hinterrad). Da dieses beim Renn-!Möppi! sehr breit gebaut ist für die hohen Motorleistungen, kann man diese grosse Auflagefläche verwenden, um auch in tiefer Schräglage noch bremsen zu können ohne abzufliegen. Der Profi arbeitet zudem stark mit dem Körper mit (Hanging-Off, Pick-Up), um länger bremsen und früher Gas geben zu können (erlaubt weniger Schräglage bei gleicher Kurvengeschwindigkeit).

    Ist beim Auto im Rennbetrief übrigens ähnlich, da wird auch in die Kurve gebremst (auch degressiv).

    Im Freizeitmodus kannste das mit dem Lösen der Bremse ab dem Einlenken gut mal ausprobieren. Einfach Lösen nicht vergessen, sonst liegste flach 😉

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  4. eckehardnyk sagt:

    Interesssannnt! Um der Töfflikunst zu frönen, werd ich einmal mehr geboren werden.
    In welchem Dialekt ist das Wörtlein MÖPPI unterwegs?

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  5. Wolf sagt:

    Mein sieben Jahre älterer Bruder war der waghalsigste Motorradfahrer, den ich jemals kannte. Wenn ich bei ihm hintendrauf saß, mußte ich Todesängste ausstehen. Er fuhr wie der Teufel und hatte dabei Gottvertrauen. Auf dem Bürzel seines Motorrades hatte er einen Aufkleber – einen Petrus-Fisch. Seine Motorräder wechselte er häufig, da sie ihm stets langweilig wurden. Schließlich kaufte er sich eine Yamaha XJR 1200. Die gefiel ihm am besten, weil sie so störrisch war. Die XJR ließ sich nicht einfach in die Kurve legen. Einmal lieh er sie mir aus. Ich fuhr damit auf einer hügeligen, kurvenreichen Strecke, die mich unheimlich ins Schwitzen brachte. Ich fühlte mich dabei wie ein Anfänger. Ein anderes Mal fuhren wir zusammen mit unseren Motorrädern. Er hängte mich ständig ab und wartete dann grinsend auf mich. Am Abend des 13. Juni 2006, während der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland war es dann soweit. Mein Bruder machte auf seiner XJR eine Spritztour. Er verabschiedete sich von seiner Frau und seinen Kindern. Um 21 Uhr wollte er wieder zurück sein, um sich das Spiel Brasilien-Kroatien anzuschauen. Gegen Mitternacht klingelte die Polizei an der Tür. Auf dem Motorrad habe ich meinen Bruder nie überholt, doch altersmäßig inzwischen schon. Trotzdem bleibt er in meinen Gedanken immer noch mein älterer Bruder.

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  6. Thom Ram sagt:

    Tschautschi 02:31

    Also dies nenne ich doch ma n vernünftigen Beitrach.

    Auto kann ich gut. War vor Urzeiten auch mal im Fahrkurs, Blitzbremsen vor Ausweichschlenker, schleudern, Kreis fahren mit durchdrehenden Hinterrädern und vollem Gegensteuer und solche Spässe, es hatte unheimlich Spass gemacht. Ich bremste dann nie in die, sondern immer vor der Kurve, dann erste Kurvenhälfte mit V konstant, ab Mitte rausbeschleunigen mit seitlichem Abdriften. Als ich ma den Weiberporsche (944) mit Turbo probefuhr, fragte mich der mitfahrende Verkäufer, ob ich professionell Rennen fahre. Haha, dette ging runter wie Honig. Das Taschengeld zum Kauf, das allerdings hatte ich nicht.

    Beim Töff wechsle ich, ma so ma so. Mal in die Kurve hineinbremsen, mal vor der Kurve auf Kurvengeschwindigkeit runter. Es ist eben des Teufels, wenn man eine Strasse nicht haargenau kennt. Mit mir machbarer V max in die Kurve, und dann ist dortens überraschend ein Hoppel oder Loch, dann ist fertig lustig. Klar, dass ich dir Rennfahrer das nicht erklären muss, hoho.

    Die Töffs sind soo verschieden! Die Yamaha 150 Bison, die war einfach saaagenhaft. Ultrastabil. Sodann: Eine Kurve, richtig angesetzt, und dann musste ich nix mehr machen, der Töff zog sie zuverlässig, auf sauberstem Strich, durch. Meine Leibbraut, die Sugi Inazuma 250, die will dann schon am Zügel gehalten werden, sonst macht sie in kurvenfaul. Ich pumpe die Reifen meiner Braut härter als üblich, dann ist sie immerhin leidlich kurvenwillig.

    Kurvengeil waren Honda CB150R und Yamaha EM250. Letztere schaffte mit ihren 35PS 0-100 (mit stoppuhrender Beifahrerin hintendrauf) in knapp 7 Sek. Drehte bis 14’000 – für den Alltag aber wenig erbaulich, da unten rum etwas faul.

    Plauderplauder. Meine Braut hat hinten neuen shockproof. Die heissen hier Soki. Ich war aber nicht soki, sondern ich war geschockt. Fünf Millionen. Also 350 Kröten. Das ist für hiesige Verhältnisse einfach nur kirre astronomisch. Grund: Original Suzuki Teil, keine Firma macht für die Inazuma Falsu Teile, also wie sagt man auf Deutsch, nicht originale Ersatzteile. Doch war es wichtig. Sie schaukelte wie ein Elefant. Jetzt klebt sie wieder am Boden. Hat 57’000 aufm Buckel bereits, und nochmal soviel wird sie mir machen.

    Zu den Preisen noch…Habe hinten 160 Schlappe drauf. Kosten? 600’000 (40 Kröten). Im Bule-Laden, dort wären EU Preise. Michelin und so: 300Kröten. Dort sieht man mich nie.

    So. Schluss mit lustig.

    Danke für deinen Schnellkurs „gekonnt in und durch die Kurve“.

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  7. Thom Ram sagt:

    Wolf 11:09

    Danke für deine Geschichte, Wolf.

    Nebenbei…eine 12er Yama hatte ich auch mal. War mir einfach zu schwerfällig, det Ding, sattelte wieder um auf Yamaha 900 mit Kardan. Nicht optimal stabil, diese Braut, aber sehr alltagstauglich, und im Verliebtheitsfalle des Nachts nach Winter Tour waren schon ma 230 drin.

    Das Beste an der Kiste…mit Sozia hintendrauf konnte man entspannt 140 Dauergeschwindigkeit fahren. Praktisch kein Kopfdruck! Ohne Sozia war etwas Druck. Strömungsgeheimnisse…

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  8. Thom Ram sagt:

    Ecky 07:49

    Schön. Wir machen dette so. Ich inkarniere erneut und zeuge einen Körper für dich. Dann fährst du bereits als Säugling an meiner Brust und gewöhnst dich schon ma rechtzeitig an Schräglagen.

    Ich kann dir sagen, Ecky, Moped ist einfach genial. Meine Hausstrecke nach Java, da komm ich auf die Welt, wenn wir ausnahmsweise mal ein Auto mieten. Furchtbar. Schüttelrüttelschlingerschlinger, wenn die Strasse schlecht ist. Moped? Nix wirst an die Türe gedrückt in der Kurve, nix schlingern. Die einzige Bewegung ist Stampfen. Sowas von entspannend!

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  9. Wolf sagt:

    Thom Ram 13:57

    Die XJ 900 ist mir zu hoch. Mein Bruder hatte auch mal eine. Beim Ampelstopp mußte ich auf den Zehenspitzen balancieren.

    Zu meinem Geburtstag habe ich mir einmal eine BMW R1200RT als Leihmaschine gegönnt. Ich fuhr damit nach Luxemburg. Das war ein Traum! Leider regnete es mehrmals. Mit der elektrisch verstellbaren Frontscheibe fährt man fast bei jeder Geschwindigkeit entspannt.

    Seit dem Unfall meines Bruders fahre ich nicht mehr. Ein 16-jähriger Mopedfahrer, der auf offener Strecke plötzlich in einen Feldweg einbog, wurde ihm während eines Überholvorgangs zum Verhängnis. Der Junge lag im Koma, doch er hat es überlebt.

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  10. Thom Ram sagt:

    Wolf
    Die Geschichte deines Bruders und des Jungen geht mir nah. Du weisst, dass es für mich keine sogenannten Zufälle gibt. Ich hoffe, dass du es mir nicht verargst, wenn ich sage, was ich denke. Ich denke, dein Bruder und der Junge hatten sich „obendurch“ verabredet. Ich denke, es stand in ihrem Lebensbuch so, wie es geschah. Dass der Junge überlebte, ist erstaunlich, indes dein Bruder (voll ausgerüstet?) hinwegging. Ich schicke beiden, deinem Bruder und dem Jungen, einen herzlichen Gedanken. Dir auch.

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  11. Thom Ram sagt:

    Tschautschi (und vielleicht Wolf)

    Im Alltag fahr mit fast null Gewichtsverlagerung. Ich fahre mittels Gegenzug am Lenker, lasse die Braut so in die Kurve fallen, oft auch während der Kurve „drücke“ ich sie mittels anhaltend leichtem Gegenzug.
    Schnelle Ausweichmanöver handhabe ich eh so, geht ja nicht anders. Ubrigens 90% der Leute hier beherrschen das. Zack, ziehen, und fertig ist der Schlenker.
    Mich selber in die Kurve hängen tu‘ ich nur bei scharfer Fahrt. Nu, mein Knie war noch nie am Boden, lächel, ich hab da meine klar definierte Neigungsangstgrenze: Schiss, dass die Haftung abreisst….hatte das nämlich als Autofahrer erlebt. Hatte immer beste Pneus, doch einmal passierte es mir, bei scharfer Kurvenfahrt, dass die Haftung vorne und hinten abriss, mich überraschend…

    Fällt euch dazu wad Schlaued ein?

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  12. Vollidiot sagt:

    Thom

    Das Glück währet nicht ewiglich, auch wenn vorher fokussieret.
    Auch Napoleon hat fokussiert, bei Waterloo aber Scharnhorst nicht genug vertrieben, obwohl ers gekonnt hätte.
    Ganz zu Anfang, schien Petitesse.
    Dann aber kams zurück und am Ende wurde es zum Fiasko.
    Da Du aber kein Napoleon und Du kein Pferd reitest, wird das Glück Dir, länger, hold sein.

    Schlaues nicht einfallen tut.
    In solchen fluggefärlichen Momenten hat mir mein Instinkt immer geholfen.
    Wie weiß ich nicht, aber es war immer bestens und sah z.Tl. cool aus.
    Allerdings nur Auto oder bei Klettertouren.
    Siehe Glück und Engel des Schutzes.
    Denn ich habe nie focussiert, hatte an solchen Tagen aber nie Zweifel.

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  13. Thom Ram sagt:

    Volli 18:48

    Ich sage dir Dank für den Einblick in deinen Einblick in meine nichtnapoleonische Zukunft, basierend auf nicht Rossreiten (sondern Brautreiten?). Hüstel.

    Du bestugetest Berge? Wundert mich nicht, Volli. Und ja, du weisst, ich kann bestätigen: Es gibt Situationen, da wäre normale Reaktion schnell mal tödlich, da viel zu langsam, da greift eine Macht, welche stets präsent, wenn auch mir nicht bewusst. Im Nachhinein reflektiert, waren meine Aktionen in diesen Situationen unmöglich. So schnell auf die Bremse, so schnell so richtig ausweichen, so klar das entschärfend Richtige sagen, das kann normaltagesbewusster Thom Ram nicht. Ist da der „höhere“ Thom Ram, der einschreitet…und das gilt nicht nur für Thom Ram, einem Jeden, so denke ich, „passiert das mal“.

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  14. Thom Ram sagt:

    Volli 18:48

    Denn ich habe nie focussiert, hatte an solchen Tagen aber nie Zweifel.

    Ja. Im Vorfeld fokussieren ist Vorsichtsmassnahme, sinnvolle. Keinen Zweifel haben ist der Kern. Die Grenze zwischen „keinen Zweifel haben“ und „sich Uebermut hingeben“ allerdings, die muss verd genau gezogen und eingehalten werden.

    Fast täglich stelle ich fest, wie mein Töfffahren eine meiner Hauptmeditationen ist. Will Aerger übern Aloch aufkommen…halloo, liebes Ego, wadd stellsde da grad wieder an? Will Begeisterung über die perfekte Kurvenlinie aufkommen…hallooo, liebes Ego, ja, lass uns uns freuen, doch Ueberheblichkeit können wir nicht gebrauchen, sie gefährdet uns. Ist da eine Strasse mit Lebensgewusel, möchte lieber 60 denn 30 fahren…hallooo, was ist dir dein und der Mitmenschen und der Hundeli Gesundheit und Leben wert?
    Und so.

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  15. Wolf sagt:

    Thom Ram 18:08

    Die Wege der Beiden haben sich an jenem Abend gekreuzt. Der Junge war unachtsam. Allerdings weiß ich auch, daß mein Bruder sich bisweilen einen Spaß daraus machte, andere Verkehrsteilnehmer zu erschrecken, indem er plötzlich von hinten an ihnen vorbeischoß. Seine XJR beschleunigte wie ein Katapult. Der Junge auf dem Moped hatte die Abendsonne im Rücken; womöglich übersah er deshalb meinen Bruder. Beim Zusammenprall wurde mein Bruder durch die Luft katapultiert. Er klatschte auf einen Hang (fast wie eine Fliege aufs Visier). Seine Lederkombi blieb von außen heil. Auch er glaubte nicht an Zufälle. Er sagte mir einmal, er werde erst abgeholt, wenn seine Aufgabe auf Erden erfüllt sei. Sein Zusammenstoß bewirkte in meinen Lebenslauf einen wundersamen Richtungswechsel. Auch das Leben seiner Kinder wurde dadurch in neue Wege geleitet.

    Der Junge auf dem Moped erlitt mehrere Rippenbrüche und schwere innere Verletzungen. Mir wurde später berichtet, er sei wieder vollständig genesen.

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  16. Thom Ram sagt:

    Wolf 20:34

    Atemberaubend mich, die Daten, die du mir da grad rübergereicht hast.

    Detail. Der Junge hatte die Sonne im Rücken. Das befähigt zu klarer Sicht, nicht zu eingeschränkter Sicht, als wie du es antönst. Bekräftigt die These: So wollten die beiden Seelen es.

    Dass dein Bruder Terkehrsveilnehmer ab und an zu erschrecken beliebte…er hatte seinen Spass, Erschreckte ihren erhöhten Puls, was solls, moralisch betrachtet kindisches Verhalten, übergeordnet betrachtet leise lächelnd verstehend.

    Kannst du etwas beschreiben den Richtungswechsel deiner Neffen? Wie alt waren sie zu dem Zeitpunkt? Was änderte sich?

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  17. Wolf sagt:

    Thom Ram 21:26

    Die Sonne schien von hinten. Mein Bruder kam ebenfalls von hinten. Unter Jagdfliegern ist es eine bekannte Taktik, den Gegner „aus der Sonne kommend“ anzugreifen.

    Mein Bruder war ein sehr christlicher Mensch. Seine beiden gesunden Kinder lehnten sich dagegen auf. (Er hatte auch noch eine schwerbehinderte Tochter.) Die rebellische Tochter ging sogar soweit, daß sie sich einen Muslim zum Freund nahm, um ihn damit zu provozieren. Als ihr Vater starb, versuchte sie, ihm nachzueifern. Während eines christlichen Seminars lernte sie ihren Mann kennen. Die Beiden heirateten sehr schnell und haben heute zwei hübsche Töchter – eine glückliche traditionelle Ehe. Der Sohn, der ebenfalls nichts von Jesus wissen wollte, ist heute Religionslehrer.

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  18. chaukeedaar sagt:

    @eckehardnyk 10/06/2019 UM 07:49
    In Töff-Foren nennen wir häufig unsere grossen Biester liebevoll Mopeds – Möppi ist dann meine Schweizerdeutsche, doppelte Verniedlichung, nicht bedenkend, dass ich hier zu Leuten rede, die den mittleren Kontext gar nicht haben 😉

    @Wolf 10/06/2019 UM 11:09
    Danke fürs Teilen, lieber Wolf. Alle Leute, die ich kenne, die einen Freund oder Familie auf zwei Rädern verloren haben, wirken bei der Erzählung immer intensiv bewegt, auch nach Jahrzehnten noch. Bin mit dir.

    @Thom Ram 10/06/2019 UM 12:04
    Danke, mein Lieben. Möppi-Fahren hab ich mal 10 Jahre mindestens so intensiv gemacht, wie nachher des verschwörte Theoretisieren, hab mich da schon es bitzeli ausgekannt.

    „Beim Töff wechsle ich, ma so ma so…“
    Ist genau richtig und vernünftig, wie du das machst. In Bali grad sowieso!

    „Die Töffs sind soo verschieden!“
    Yepp! Fuhr mal eine 1000er Honda CBR vom Kumpel – meine Fresse, das ist ja neutral wie mit einem Joystick zu fahren! Ich hingegen auf meiner altherren Ducati Streetfighter (fürs Gemüt) muss ständig arbeiten, will ich irgend eine Linie halten. Gut, ich will es so 😉

    „Meine Braut hat hinten neuen shockproof“
    Fahrwerk ist alles 😀

    „Im Alltag fahr mit fast null Gewichtsverlagerung“
    Yepp. Wenn du schnelle, unverhersehbare Manöver machen musst (wie in Bali alle 5 Minunten, ich war da…), genau richtig. Für Knie auf den Boden muss vieles stimmen, insbesondere der Gummi und der Belag, was im Alltag auch bei mir fast nie vorkommt. Gehört eigentlich auch nicht auf die Strasse, weil zu wenig Reserve übrig bleibt.

    Plauderplauder issa sehr gutta
    chauk

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  19. Thom Ram sagt:

    Oberklasseantwort, Kaugummi, äh, oh, sorry, Tschautschi, oberlach. „Wie mit Joystick zu fahren“ untertreibt, was meine damalige Bison betraf. Einlenken, danach sorglos nix denken. Das Gefährt zog durch wie angedacht. Einmalig. Keine andere der von mir miss äh gebrauchten anderen Bräute konnten das. Ich dachte mir schier nur die Kurve, und diese kleine gute Yama grosse Bison zog sie durch nach Strich und Faden perfekt. Ich staunte 10001 mal. Hatte zwei mal Bison. Die Zweite verkaufte ich, da Freund Geld brauchte, mein Konnt oh aber auf fast null war. Schiss mich schon auch an. Doch was tut man, um gut zu tun.

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