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Die Freude des Erschaffens/ Kreativ sein

von Angela, 01.02. 2019

Vor kurzem hatten wir hier eine Diskussion, die sich um die Frage drehte, ob Kreativität, wie man sie allgemein versteht, auch destruktiv sein kann. Ich habe unter Kreativität immer etwas verstanden, was mit innerer Freude, mit Liebe und Hingabe zu tun hat. Können destruktive Menschen lieben?
Sogenannte destruktive Kreativität ist für mich KEINE Kreativität, sondern ein intelligentes, aber destruktives Verhalten und Erforschen, was zur Lösung einer Aufgabe für notwendig erachtet wird. Das Etikett „Kreativ“ wird meist einem  Künstler, einen Maler, Dichter, Musiker, Tänzer verliehen. Doch eigentlich kann alles, was wir tun, kreativ sein, auch Haus- und Gartenarbeit oder der Job….. einfach alles, was mit Liebe und Hingabe getan wird.  Kreativität hat nicht nur mit einer bestimmten Aktivität zu tun.

Alle Kinder sind schöpferisch, doch nach und nach sorgen wir – meist unbewusst- dafür, dass sie immer geschäftstüchtiger, unehrlicher und ehrgeiziger werden- ein perfektes  Abbild von uns selbst.. Sobald Ehrgeiz entsteht, verschwindet die Kreativität, der Erfolg ist dann das Wichtigste. 

Die Lebenseinstellung vieler Menschen hängt von Geld und Macht ab und wir können es überall in der Wirtschaft, der  Politik und  den Medien beobachten. In Folge sind sie unglücklich, krank oder gelangweilt, sie sind Zuschauer und konsumieren alles, was ihnen geboten wird.

Wer in allem was er  tut, kreativ ist,  wird in seinem Inneren der reichste Mensch sein, von Freude  erfüllt, auch wenn er äußerlich keinen Erfolg hat, nicht berühmt wird und vielleicht kaum finanzielle Mittel besitzt. Dafür besitzt er aber einen inneren Reichtum, der ihm eine große Befriedigung verschafft.

Um kreativ zu werden, müssen wir herausfinden, was uns begeistert und wozu wir uns hingezogen fühlen. Alles was uns innerlich erfreut, kann ein Weg zur  Kreativität sein. Jede noch so unbedeutende Tätigkeit, die wir jedoch mit Bewusstsein verrichten, wird dann zu etwas Schöpferischem. Dann sprudeln neue Ideen aus unserem Inneren und wir sind im Einklang mit der Natur, dem Leben und dem Universum. Wenn wir nur dem Werk verpflichtet, ohne Zutun unseres Egos handeln, beginnt das Göttliche durch uns hindurchzufließen. Solcherlei entstandene Werke vermehren die Schönheit in der Welt. Wirkliche Kunst wird geboren, wenn ein Künstler eins mit seiner Kunst wird.Kreativität bedeutet, jede Arbeit als eine Art Meditation zu genießen, jede Arbeit mit sehr viel Liebe zu machen.

Künstler, die nach Ruhm und Anerkennung streben, missbrauchen häufig die Kunst für ihre Ego-Trips. Sie brüsten sich mit ihren Werken und sind eifersüchtig aufeinander. Ein wahrhaft kreativer Mensch kümmert sich nicht um Berühmtheit, er ist erfüllt von etwas Größerem. Dann ist Kunst kein Tun, kein „Können“  sondern ein Geschehen-lassen. Bei einer kreativen Handlung wächst der Handelnde über sich selbst hinaus.

Er ist völlig entspannt, meditativ, in Einheit mit der gesamten Existenz. Dann strömt Inspiration aus höheren Ebenen in ihn und sein Werk ein. Und das kann jeder sensible Betrachter oder Hörer sofort empfinden und sich erhoben fühlen.

Wenn wir mit unserer Kunst berühmt werden wollen, heißt das nur, dass wir nicht an unserem eigenen Potential interessiert sind, sondern an der Meinung der anderen Leute. Der Lohn einer kreativen Arbeit  liegt in der Handlung selbst, in der Stille, der Freude, dem Staunen über das gelungene Werk.

Viele Menschen denken, ein kreativer Ausdruck in der KUNST benötige keine Technik, doch das ist nur bedingt richtig.

Menschen die  sich mit Hilfe der Kunst selbst heilen oder erforschen wollen, benötigen sie vielleicht nicht, doch dann handelt es sich bei den entstandenen Werken eher um eine Kunst-Therapie, die den Patienten entspannt  und evtl. verborgene Probleme ans Tageslicht bringt.

Es ist keine echte Kunst, denn sie entsteht aus einer Neurose. Jeder, der zum Beispiel ein solches Gemälde betrachtet, wird sich auch bald krank fühlen, denn die Krankheit des Künstlers fließt in das Geschaffene hinein.  

Moderne Kunst, moderne Musik sind meist disharmonisch, es findet sich nur selten etwas Schönes darin. Das ist auch kein Wunder, denn der moderne Mensch leidet und das zeigt sich auch in der Kunst. Sie ist ein Spiegel, denn Künstler sind die sensibelsten Menschen der Gesellschaft, deshalb merken sie zuerst, was falsch läuft. Die moderne Kunst spiegelt die inneren Konflikte, Spannungen und Bedürfnisse der Gesellschaft wider. 

Wenn ich z.B. ein Bild vom späteren Picasso ansehe, fühle ich mich unwohl, etwas wird „verrückt“. Die moderne Malerei und die Fotografie halten verstärkt nach dem Hässlichen in der Welt Ausschau, auch die Musik besteht vielfach aus Disharmonien. Im Gegensatz dazu heben  die großen Meister, Komponisten und Dichter die Seele eines jeden Menschen empor und vermitteln einen Eindruck von göttlicher Freude und Harmonie.

Wenn aber die Kunst NUR Technik ist, sei sie auch noch so vollendet, kann man sie auch nicht als Kunst bezeichnen, denn dann fehlt das Seelenvolle darin. Die Kunstwerke wirken wie tot, etwas Wesentliches fehlt, das Bild spiegelt nur die Persönlichkeit des Malers wider..  Diese Art Bilder findet man oft bei Künstlern, die immer wieder das gleiche Motiv für den Verkauf malen, bzw. sich selbst kopieren.

Das Wundervolle erscheint nur, wenn der Künstler in seiner Kunst aufgeht und nicht mehr getrennt ist von ihr. Das vermag keine Technik zu vermitteln.

Im Zen-Buddhismus gibt es eine uralte Tradition, die sagt: „Wenn du Maler werden willst, dann lerne zwölf Jahre lang die Technik des Malens so vollkommen, wie es nur geht –  und dann vergiss zwölf Jahre lang die ganze Technik und die ganze Malerei – mache etwas anderes. Wende dich vollkommen von der Malerei ab, vergiss sie ganz, als ob du nichts damit zu tun hättest. Und dann, eines Tages –  beginne wieder zu malen“ ….

Es gibt Künstler, die durch ihre Werke Herzen öffnen können und damit imstande sind, eine neue Art von Wahrnehmung beim Publikum zu erwecken. Sie sind fähig, die Seelen der Menschen zu verändern. Auch große Dichter haben diese Fähigkeit des Verwandelns. 

Kunst hat dann eine ähnliche Funktion wie Religion, sie verbindet und inspiriert, sie kann uns in tiefe Bereiche führen die uns sonst verschlossen geblieben wären. Es scheint, als ob sich in unserer Zeit viele Menschen zu künstlerischen Tätigkeiten hingezogen fühlen, es gibt unzählige Kurse und Aktivitäten, worin jeder seiner Begabung nach auswählen kann. Und sie werden wahrgenommen!

Ich denke, ein Mensch kann nur glücklich werden, wenn er kreativ sein Leben gestaltet. Durch Zuschauen werden wir den Sinn unseres Lebens nicht finden, wir müssen teilnehmen und viele Dinge im Leben ausprobieren. Es gibt keinen Sinn des Lebens an sich, aber wir haben die Freiheit, ihn zu erschaffen. Das Leben gibt uns immer das zurück, was wir ihm geben. Dazu gehört es, in irgendeiner Weise kreativ zu sein, denn nur dann können wir von einem erfüllten Leben sprechen. 

Angela


24 Kommentare

  1. Martin Theodor Schrage sagt:

    Um kreativ zu werden, müssen wir herausfinden, was uns begeistert ?

    Kunst kommt von Künden. Kunst ist nicht „Können“.
    Das Wort Kunst kommt vom Verb künden, daher seine alte Schreibweise „Kundst“. Der Künstler,
    ausgestattet mit verfeinerter Empfindungsfähigkeit, kündet also, seinen Talenten entsprechend, in
    Wort, Bild, Form, Farbe, Ton. Zum Beispiel „BMW“. Bach – Mozart – Wagner.

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  2. Kreativ ist für mich, wenn der einzelne Mensch seine „Bestimmung“ erfährt und leben kann. Dann nämlich beginnt er sich sich selbst entgegenzuentwickeln und so einen Akt der Selbstschöpfung zu vollziehen.
    Es gibt also so viele Kreativitäten wie es Menschen auf dem Planeten gibt – deshalb gibt es keinen Maßstab oder Vergleich für Kreativität, außer dem des eigenen.
    Schönes Beispiel:

    Thick clouds of silver borders
    one of these days I know the sky will open up
    Hmmm, yes it will
    If I play my hand, according to plan, I’ll understand
    I’m even closer than I thought, but
    Everytime I, compare myself with someone else
    I feel lost
    And I might think I, am parrallel with someone else
    but I’m not. no, no

    ist übrigens kein Fake, der spielt tatsächlich alles selbt …

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  3. jpr65 sagt:

    Wenn heute einer mit einem „David“ ankäme, dann würde man dem raten, den in großer Produktion im Baumarkt zu verkaufen. Kunst?

    Kunst hat eine Wirkung. Genau wie die Werbung. Und Kunst hat eine Wirkung auf die Energie des Betrachters. Denn Kunst strahlt Energie aus.

    Sonst ist es nur eine Schaufenster-Puppe. Die hat recht wenig Energie…

    Ich bevorzuge Kunst, die mir Energie gibt. Denn ich will mich ja nicht runterziehen.

    Daher sind Bilder, in Liebe gemalt von Kindern, oft wirkungsvoller als „Die große Kunst“.

    Denn da ist oft wenig Freude im Spiel, bei den großen Künstlern. Aber diese Kunstwerke werden öffentlich ausgestellt und beeinflussen die Energien des Ortes und aller, die da vorbeikommen.

    Und vieles Dunkle wird getarnt als Kunst, siehe z.B. https://de.wikipedia.org/wiki/Maman


    Maman (1999) ist die größte Skulptur aus der Spinnen-Serie der Künstlerin Louise Bourgeois. Sie ist über neun Meter hoch […]

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  4. fiel mir grad noch ein, Angela, das Bild mit dem Zen-Maler. 12 Jahre Vergessen die Malerei.
    Man könnte das nun überspitzen und sagen: reiß die ganze Scheiße ab, vergiß es!

    Was ich sagen will: zur Kreativität gehört auch immer etwas „Destruktives“ – die Bereitschaft, die einmal „erstellte Form“ zu zerstören (Shiva-Aspekt).
    Das kann sich natürlich nur auf das eigen Erschaffene beziehen.
    Und: wer das eben nicht macht, wer stets an seinen „Produkten und Ansichten“ festhält (ldeider mitunter an Verstopfung) kann nicht mehr kreativ sein – und er wird, weil er das Geschaffene nicht überwinden kann, es bei anderen zerstören! Er bricht den anderen und das ist eben ein VERbrechen.

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  5. Vollidiot sagt:

    Das sind teilweise kühne Worte.
    Im Geistigen haben Sympathie und Antipathie keinerlei Wert, null.
    Worin macht sich denn bei ADL-Kranken incl. Beatmung Kreativität fest?
    Wenn man Idioten und sog. „geistig“ Behinderte dazunimmt.
    Wer bei Künstlern die Verbindung zum Geistigen vergißt, womöglich außer Acht läßt, daß sie einen Auftrag aus dem Geistigen heraus haben könnten.
    Ein Kunstwerk kann ja auch in einem selbst Kreativität anregen.
    Kunst ist im Geistesleben beheimatet und dort herrscht bekanntlich Freiheit.
    Ein durchaus kreativer Gedanke………………………….

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  6. jpr65 sagt:

    Sprechen das Herz (die Seele) des Künstlers, sein Verstand oder seine Ängste und Dämonen aus seiner Kunst?

    Oder eine Kombination von allem?

    Das ergibt die Energie, die sein Kunstwerk aussendet. Wie hoch ist sie?

    Dabei ist es egal, ob er tanzt, Musik macht, Bilder malt, fotografiert, bildhauert, schreibt oder was auch immer.

    Ich kann auf einmal Romane schreiben. Wenn es aus dem Herzen (der Seele) kommt, dann wird es richtig gut. Alles andere lösche ich wieder und schreibe es neu…

    Vorher habe ich nur Sachartikel geschrieben für die IT. Das ist etwas ganz anderes.

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  7. Angela sagt:

    @ Jürgen Elsen

    Zitat: „…. Man könnte das nun überspitzen und sagen: reiß die ganze Scheiße ab, vergiß es!…“

    Ich denke, SO ist das im Zen nicht gemeint. Vielleicht verdeutlicht es ein anderer Spruch von Dögen mehr:

    „Den Weg zu studieren heißt sich selbst zu studieren, sich selbst zu studieren heißt sich selbst vergessen. Sich selbst zu vergessen bedeutet eins zu werden mit allen Existenzen.“ Dögen

    Wenn der Maler „sich selbst vergessen“ hat, – sprich sein Ego und alles, was damit zusammenhängt, dann wird er eins mit dem, was er malt und dann erst entsteht ein wirkliches Kunstwerk , geboren aus seiner Seele.

    Lg von A n g e l a

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  8. Thom Ram sagt:

    Martin 14:01

    …mir ethymologisch neu. Leuchtet ein. Danke!

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  9. Liebe Angela, Danke!
    Was ich schreibe ist ja auch eine Art Selbstkundgabe. Ich halte es mehr mit Goethe – finde es spaßiger in Kraft und Saft, die Energien anzufassen – daher auch die etwas derbe Ausdrucksweise.
    „sich selbst zu studieren heißt sich selbst vergessen“ klar, ist weise, ich mache aber daraus eine kreative Desidentifikation, die ich unter anderem in einem bewußten Zerstörungsakt feiere, wie der Schamane eben – oder wie JPR schreibt: dann lösche ich eben alles. Das kann eben auch ekstatisch sein! Das Auskosten! Ist eben Geschmackssache 🙂
    Die „typischen Zenleute“ sind mir etwas zu starkt im Nivilismus eingefärbt, keine Gefühlsregungen mehr zeigen, im OM Gleichlaut – ist für mich eine Variante, aber kein Dauerzustand, wäre mir zu langweilig …. immerhin habe ich ein Ego, was ich nutzen will …

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  10. petravonhaldem sagt:

    Kun(d)st kommt eindeutig von künden, von Kunde….

    „Kundst Du mir sagen….zeigen….berichten…von…..“

    Und insofern es die Ebene des Mittlers, des Vermittlers von Etwas zu Jemandem ist,
    wäre es von Vorteil, wenn der Künd(st)er die jeweilige „Vermittlungs-Sprache“ auch zur Verfügung hat, also: kann

    Von daher „12 Jahre“ das Handwerk erlernen, resp. die Werkzeugherstellung=Selbsterfahrung-im-Tun

    Ob dann geistige Verkündung oder Verkünstlung zu Tage tritt, erfährt/erlebt der Zur-Kenntnis-Nehmer des Verkündeten.

    Sicherlich ist immer eine Kunde, von was oder wovon liegt im Erkennen des Objekt-Wahrnehmers und seiner geistigen Erkenntniserfahrung.

    Auf jeden Fall ist das Projekt „BB“ ein sowohl schon bestehendes wie auch werdendes Kundstwerk, sozusagen prozessieefff 🙂

    Also———haha——-moderne Kunst 🙂 🙂 🙂

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  11. jpr65 sagt:

    Das eine ist halt, WER, welcher Teil von dir da die Kunst erschafft, und das andere, welche Energie dabei rauskommt, wie hoch das schwingt.

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  12. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  13. Arno Energieheiler sagt:

    Angela gut geschrieben
    Was du schreibst das stimmt schon da braucht man nicht viele Worte zu sagen , zu den Bilder kann man was sagen ,es gibt Bilder die machen Menschen krank , solche Bilder habe ich schon gesehen und gesagt sie sollten die Bilder abnehmen , danach ging es in der Familie viel besser , es gibt auch Bilder die sehr Positiv sind , und da sind die Familien GLÜCKLICH

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  14. palina sagt:

    danke Angela für den Beitrag.
    Jonathan Meese drückt das richtig aus, was Kunst und Kreativität und letztendlich auch Politik ist.

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  15. Thom Ram sagt:

    Alles anregend.
    Danke, Leuts.

    Kundst (übernehme ich, das unterschlagene „d“) – Harmonie – Disharmonie – freudiges Aufleben des Hörers (ich gehe auf das Thema Musik) – Dämpfung der Vitalität des Höreres…

    In der Renaissance war der Gebrauch der Terz nicht nur unüblich, sondern verboten. (Terz? Im Dreiklang c-e-g das „e“). Warum? Weil sie als Dissonanz empfunden und darüber hinaus von der Kirche als Satansprodukt deklariert wurde.

    Mozarts Musik wird als sehr harmonisch bezeichnet. Mozart braucht aber die Terz durchs Band.

    Was ist da geschehen???

    Ich kann es erläutern durch ein Erlebnis.

    Ich war in einem Kurs für Obertonsingen. Zum Schluss machte der Leiter eine Gong – Session, das heisst, wir lagen alle auf dem Boden, mit geschlossenen Augen, und er wandelte, den Gong spielend, zwischen uns herum. Was hörte ich? Ich hörte zwei Töne in der Tiefe, und der Rest war…Rauschen!

    Am dritten Kurstag machte der Leiter Dasselbe. Und was hörte ich? Ich hörte eine wuunderschöne Kaskade von Obertönen. Kein Rauschen! Einzelne Töne hörte ich, welche in kosmischer Harmonie den Gesamtklang ausmachten.

    Was war da geschehen???

    Durch das Erlauschen von Obertönen während der Kursdauer hatte sich meine Hörfähigkeit erweitert, und wie! Auch mein Toyota klang anders, meine Orgel klang anders, ein Symphonieorchester klang anders, nämlich alles war weniger Geräusch und mehr harmonische Obertöne denn vor dem Kursus.

    Worauf ich hinauswill, achtung, jetzt kommt ein grosser Schritt…

    Wer sich bei Musik mit viel sogenannt disharmonischem Intervallen sich verständlicherweise unangenehm berührt fühlt, erkennt nicht, dass auch die „reibenden“ Töne Teil der kosmischen Ordnung sind.

    Beispiel Orgelkonzert von Francis Poulenc. Poulenc fügt Dreiklängen oft und gerne die grosse Septime bei, also c-e-g-h….für den einen Hörer begeisternde Klangbereicherung, für den anderen Hörer Grund, die Kürsche türschmetternd zu verlassen.

    Viel schlimmer bei Olivier Messiaen, bei Messiaen löscht’s so manchem Beethoven Fän schlicht ab. Zu disharmonisch. Ist aber eine Frage des Hineinhorchens. Je feinere Sensoren der Hörer ausfährt, desto harmonischer ist für ihn Messiaen.

    Bin noch nicht fertig, tut mir leid, ich kanns nicht kürzer sagen.

    Später Picasso könne unangenehme innere Reaktionen bewirken, vermutlich, weil inneres Ungemach Picassos in das Gemälde eingeflossen sind. Schön. Verständlich. Und wir können einen grossen Schritt machen, das innere Ungemach und seine malerische Aeusserung als einen der Ober-Ober-Obertöne der emotionalen Welt wahrnehmen….und damit automatisch als auch kosmisch harmonisch erleben!

    Dasselbe gilt für den mürrischen Currywurstverkäufer. Seine Mürrnis, mit feinen Sensoren aufgenommen, sie ist immer noch Mürrnis, kommt aber in kosmisch klarem Leuchten herüber.

    Ob einer versteht, was ich ausdrücken will?

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  16. Angela sagt:

    @ ThomRam

    Zitat: „… Ob einer versteht, was ich ausdrücken will?…“

    Ist das nicht dasselbe wie : Gott, das Göttliche, ist alles, was ist , es ist in Allem und es gibt nichts außerhalb davon ?

    Lg von A n g e l a

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  17. Pieter sagt:

    Thom Ram
    02/02/2019 um 11:47
    Thom, ich nehme schon an, dass Du Musik anhören live meinst.
    Denn, das ist die verdammte Krux beim anhören von Konserven, sie sind allesamt, bis auf die alte analoge Schallplatte, Digital !
    Und da kommen wir eben genau NICHT in den Genuss von Obertönen. Allesamt werden sie unterdrückt, technisch bedingt.
    Bei analoger Wiedergabe kommt man zwar auch an Grenzen, je nach der Qualität der verwendeten Technik, aber zumindest sind die Obertöne noch vorhanden. Bei mir verwende ich bei Klassik Musik jeder Art nur Plattenspieler und Kopfhörer,mit Röhren Verstärker rein analog und Klasse A.
    Da wird noch das gesamte Hörspektrum bis 30 KiloHerz übertragen.

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  18. Thom Ram sagt:

    Angela 12:47

    Bingo.

    Träfer und kürzer gefasst lässt es sich nicht ausdrücken.

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  19. Thom Ram sagt:

    Pieter 16:43

    Danke für deinen Hinweis, Freund.

    Ich gebe zu bedenken, frage vielmehr: Könnte es sein, dass die digital gespeicherte Guitarre, ihrer sehr wichtigen hohen Obertöne beraubt, per Lautsprecher in Luftschwingung wieder gebracht, dortens Obertöne „selber“ wieder schafft? Hand aufs Herz. Ich lasse Guitarre von Vynil laufen und von digitalem Speicher. Du hörst den Unterschied?

    Untergeordnet, bloss nebenbei dahingeplaudert: Ich höre ihn defini tief nicht. Mein Gehör ist dermassen amputiert, oben amputiert, sodass bald, so will mir scheinen, mir eine Drombeete gleich klingen wird wie ein Horn, eine Flöte gleich wie eine klar iihh Nutte. Was ich den Reichtum eines Orchesters misse!!! Klangreichtum. Oder Meeresrauschen.

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  20. Pieter sagt:

    Thom Ram
    02/02/2019 um 18:18
    Ja,Lieber, leider ist es halt so, was auf dem Übertragungsweg wegfällt, auch am Ende nicht mehr vorhanden ist.
    Kein Schallwandler, ob Lautsprecher oder Kopfhöhrer kann verlorenes digitales und auch verlorenes analoges durch eigenes mechanisches Verhalten wieder hinzufügen. Weg ist weg.
    Und gerade bei Gitarre ist analoge Schallaufbereitung und digitale Aufbereitung ganz deutlich zu unterscheiden. Ich höre ihn noch, den Unterschied leider auf dem rechten Ohr nicht mehr ganz so deutlich, mit Kopfhöhrer jedoch schon, weil da die störende Raumakustik und sonstige Nebengeräusche wegfallen. Gitarre klingt digital wiedergegeben einfach härter und rauher.
    Auch wenn Du es jetzt nicht glaubst, ich bin fest davon überzeugt, dass Du mit einem hochwertigen Kopfhöhrer Dein Gehör so trainieren kannst, dass Du wieder in Ansätzen normales Hörempfinden bekommst. Im frei Raum geht das leider nicht, da sind so viele andere Frequenzen da die Dein Ohr zuschütten und keine Unterscheidung mehr möglich machen.

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  21. Thom Ram sagt:

    Pieter, ich habe mich unklar ausgedrückt.

    Wenn du mit einem Tongenerator per Lautsprecher einen Sinuston (Mitleser: Ein Ton, der keine Obertöne am Mitschwingen hat, grafisch dargestellt als eine einzige Welle) kreierst, wird das akustische Messgerät nebst dem Sinuston Obertöne desselben registrieren. Ein ausgesandter Sinuston erregt „automatisch“ auch Obertöne. Wie das vor sich geht? Weiss nicht. Vielleicht langweilen sich die Luftmoleküle und tanzen nicht gehorsam, sondern machen Piruettchen.

    Und so vermute ich zur Minute, dass es wohl Klangunterschied Vynil-Digital gibt, dass aber die Vorhautentfernung durch die Digitalisierung teilweise rückoperiert wird durch pfysikalische Gesetze. Uff. Wer soll dies Geschwafel wieder verstehen. Also: Digitale Konserve unterdrückt Oberton 5 und 7 und ab 9 einfach alle (sag ich mal ins Blaue), und doch gelangt ans Gehör etwas von diesen eigentlich nicht gesendeten Obertönen, „durch „Luftfüsysik“ wieder sich hergestellt habend“.

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  22. Pieter sagt:

    Thom Ram
    02/02/2019 um 20:25
    Thom, hatte Dich schon richtig verstanden. Obertöne kommen immer wenn etwas mitschwingt, vom Klang erzeugenden Medium. Da sind dann die Obertöne dabei. Kommt der Klang aus dem Lautsprecher sind die ursprünglichen Instrument typischen Obertöne nicht mehr dabei (bei digitaler Wiedergabe). Wenn jetzt was mitschwingt, dann nur das was vom Lautsprecher im Raum so angeregt werden kann.
    Hättest Du eine Gitarre im Zimmer stehen würde die schon mitschwingen und demzufolge auch in ihren typischen Obertönen. Die sind aber nicht identisch mit denen des Original Instruments, denn jedes (jetzt Gitarre) hat seine eigenen typischen Obertöne, ganz verschiedene.
    Eine Stradivari Geige klingt halt anders als eine Schülergeige.

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  23. Thom Ram sagt:

    Pieter

    Ich kann folgen und was du sagst, leuchtet mir ein.

    Kennst du die Geschichte vom sagenhaften Zeitgenossen Erwin Thoma (Vorname vielleicht falsch), dem Förster und später Holzhausbauer, er hat 400 Angestellte, wo er erzählt, wie Geigenbauer in seinem Wald den Wuuunderbaum eruierten, kauften und später dem Erwin die daraus gebauten sagenhaften Violinen vorspielten? Und wie ihm das einen Kronleuchter aufsetzte? Müsste unter Thoma in bb findbar sein, aber haha, bei welcher Minute in welchem Vid, das ist schwierig.

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  24. Pieter sagt:

    Thom Ram
    02/02/2019 um 21:48
    Hab ich bestimmt gelesen, kann mich aber nicht an alles erinnern

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