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Kleine Feuer / Ruanda / Plastik

Schöner wäre nur Eines: Würden Menschen aus freien Stücken Plastik ausschliesslich dort anwenden, da es der einzig vernünftige Baustoff ist.

In Ruanda hat die Regierung durchgegriffen. Plastik ist no go. Was von diesem allgemein verbotenen Material konfisziert wird, kommt in die Recyclingfabrik, und der dort wiedergewonnene Plastik wird sinnvoll verwendet.

Bemerkenswert auch Ruandas letzter Samstag eines jeden Monats. Drei Stunden machen Kaufhäuser dicht, und drei Stunden reinigt die Bevölkerung das Gelände.

Könnte man in der Schweiz einführen. Ich wage nicht, mir das auszumalen. Fröhliches Zusammensein beim Reinigen. Nö. Unmöglich. Zu fröhlich. Dazu hat Schweizer Angestellte und teure Maschinen.

Könnte man in Bali einführen. In Bali quillt Plastik über. Erste Schritte werden getan. Neuerdings dürfen Grosshandelsketten die gekaufte Ware nicht mehr in (den bislang für die kleinste Kleinigkeiten „obligaten“) Plastiktüten ausgeben. Erste Schritte werden getan. Hier in Sawangan haben wir seit 4 Jahren Müllabfuhr. Vorher wusste ich beim besten Willen nicht, wohin mit dem auch bei uns anfallenden Plastik und Alu. Ganz ohne ist es kaum zu machen. Kaufst eine Heissleimpistole…in Plastik eingepackt. Kaufst Zigaretten…in Plastik eingepackt. Und so.

Müllabfuhr ist das Eine. Recycling gibt es auf Bali meines Wissens erst in Ansätzen. Der Abfallberg an der Küste bei Sanur ist gigantisch.

Plastikverbrauch per sanfter Gewalt durchsetzen, das scheint beim heutigen Entwickelungsstand der Menschheit der einzige Weg zu sein.

Ich gratuliere Ruanda.

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Ceterum censeo, pecuniam regnandi esse delendam.

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Per Mail eingereicht von Jamila.

Thom Ram, 16.01.07

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Beginne grad, etwas Information über Ruanda hereinzuholen. Als erstes das Klima. Dank Höhenlage trotz Aequatornähe gemässigt, weckt mein Interesse.

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8 Kommentare

  1. jpr65 sagt:

    Wenn man den Hanf-Anbau zulassen würde, dann hätte man Material, das haltbarer als Blech und umweltfreundlicher als Plastik ist, weil biologisch abbaubar.

    Nur mal so.

    Dann müsste man nur noch alles Plastik einsammeln und der thermischen Verwertung zuführen. Was auch nicht so leicht ist.

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  2. tuc_tuc sagt:

    Ford (der Begründer der Automobilfirma) wollte aus einem Hanfwerkstoff seine Autokarosserien bauen. Da kann man mit dem Hammer draufschlagen, und es bleibt keine Delle. Wurde aber unterbunden (von wem … 3 mal raten). Aber wer weiß, vielleicht wird das ja noch in der Zukunft.

    Gefällt 1 Person

  3. Johannes Anunad sagt:

    Danke, Thom, super interessant – das wusste ich nicht, wie fortschrittlich Ruanda bezüglich Müllbewältigung ist!
    Und das „Balinesische Phänomen der Plastiktütenwolken“ habe ich ebenfalls bedauert… zumal es sich auch an anderen Orten der Welt findet…

    @ jpr65
    Immer in geschlossenen Kreisläufen handeln – und stoffliche Nutzung bevorzugen, so lange es geht. Die „Thermische Verwertung“ steht erst am unvermeidbaren Ende solcher Kreisläufe – sage ich als „alter Ökobilanzierer“.

    Nachhaltigkeit braucht viel Ideen, Flexibilität und vor Allem auch den Überblick über VOLLTÄNDIGE Herstellungs-, Nutzungs- und Entsorgungsketten… das ist Vielen zu wenig bewusst. So wird an irgendeinem Symptom eingegriffen und gehandelt, anstatt die gesamte Kette bezüglich Optimierungen auf den Prüfstand zu stellen. Oft fehlt das Wissen…
    Wieder einmal schreibe ich hier aus jahrelanger Berufserfahrung…

    Zugleich begrüße ich jede derartige Veränderung als Bausteinchen zur Veränderung…
    Sowohl-als-Auch also auch hier…

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  4. Besucherin sagt:

    In Eritrea ist Plastik ebenfalls verboten, die Hauptstadt Asmara gilt als die sauberste Stadt Afrikas. Selbst bei den ärmlichen Behausungen liegt nirgendwo Dreck herum.

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  5. Johannes Anunad sagt:

    @ Tom Ram:
    Vielleicht magst Du dies ja in einen extra Beitrag packen?

    Ein Beispiel für „umsichtiges und nachhaltiges Verändern“ – oder wie es verhindert wurde:

    Auf den Seychellen lernte ich im November 2014 ein Projekt kennen, sehr populär, aus internationalen Mitteln finanziert:

    „Waste to Energy – Energie aus Abfall“.

    Natürlich kam u.a. auch Biogas als Option zur Reduzierung der Müllmengen in Betracht.
    Die Seychellen sind reine Insellagen, hängen sehr stark von Importen ab – und vom Tourismus, der über 80% aller Devisen ins Land bringt, können Müll also auch schlecht „einfach entsorgen“ oder überall in der Landschaft6 herumliegen lasse. Das geschieht leider dennoch, sogar an den wunderschönen, weißen Korallen-Sandstränden mit Weltruhm. Die zentrale Müllkippe quoll bereits fast über, weitere Standorte sind sehr begrenzt und weitere Eingriffe in die wunderschöne Natürlichkeit der Inseln sollen natürlich vermieden werden.

    Ich saß u.a. auch mit dem 1. Sekretär des Umweltministers sowie dem Direktor der Energy Commission zusammen.
    Bot meine Hilfe an als Experte für Biogas, Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft.
    Ich hatte mir bereits die momentanen „Müllwege“ angesehen:
    Müll wird auf Mahe, der Hauptinsel, auf der wohl mehr als 80% aller Einwohner leben, an Sammelplätzen an den geteerten Straßen zusammengetragen und an sechs Tagen die Woche mit rel. kleinen Müllfahrzeugen – leider unsortiert – eingesammelt, wie es die örtlichen Straßenverhältnisse eben ermöglichen, und zur zentralen Müllkippe gebracht. Recht modern also. Auf den ersten Blick.

    Wie in tropischen Ländern recht üblich, verbrennen die Allermeisten alles, was möglich ist (neben aller irgendwie brennbaren Organik, egal wie feucht, auch den Hausmüll) überdies auf dem eigenen Grundstück… Dann muss es nicht getragen werden. Dann muss es auch nicht verwertet/kompostiert werden…

    Die Seychellois sind ein recht bequemes Völkchen…

    In einem ebenfalls international finanzierten Projekt gab es, verteilt über die ganze Insel, Tages-Workshops, kostenfrei, sogar mit Bewirtung, um den Menschen das häusliche Gärtnern zur Selbstversorgung wieder etwas näher zu bringen… u.a. in überdimensionalen BLUMENKÜBELN, mit Kunstdünger, Einführung in chemische Schädlingsbekämpfung usw.!!! Ausgeführt von einem der ortsansässigen, konventionellen Gärtnereibetreiber…

    Ich hatte ebenfalls mit dem Landwirtschaftsminister etliche Gespräche, außerdem guten Kontakt zur Landwirtschaftsschule und -forschungseinrichtung, beide in meiner Nachbarschaft… Konpostierungsansätze bzw. Nutzung der organischen Rohstoffe in den Privatgärten? Fehlanzeige.
    Ich demonstrierte dem Forschungsleiter im Gegenzug meinen selbst gebauten, beeindruckenden „Magic Circle“, eine Pflanzenkläranlage, in welcher sämtliche Hausabwässer außer den Fäkalien abgebaut wurden, mein selber angelegtes Hügelbeet… meine Papaya- und Bananenpflanzung um den bisherigen „Septic tank“ herum, zur Aufnahme der dortigen Nährstoffe…
    In dem „Nagic Circle“ und dem Hügelbeet verarbeitete ich sämtliche anfallende Biomasse meiens Grundstücks (ca. 500m²) sowie Alles, was bei meinen Nachbarn anfiel und entsorgt werden sollte… genial! Als Vorbild, so dachte ich… zum einfach ansehen…
    3,5m hohe Papaya und Bananenstauden im „Magic Circle“ innerhalb von sechs Monaten! Die ersten Papaya bereits fast ernetreif, als ich letztlich abreiste.
    Weiterführende Resonanz darauf im Landwirtschaftsministerium, außer „höflichem Interesse“? Leider NULL…

    So wandern auf den Seychellen auch viele etwas sperrigeren Gartenabfälle, wie die vielen Palmwedel usw. und auch viel organischer Hausmüll wie sofort übel stinkende Fleisch- und Fischabfälle auf die Hausmüll-Sammelplätze…

    WO also wäre ein günstiger Ansatzpunkt zur Müllproblematik???
    Bei der Vewertung???

    Nun zur „Planung“ im Projekt „Waste to Energy“:
    – Wie groß muss/kann eine Biogasanlage sein, die den organischen Müll verwertet?
    – Was für eine Technologie?
    Kaum weitere Fragen, schien mir…

    KEINE verfügbaren Datengrundlagen über Müllmengen, Verteilung von Müllfraktionen usw.. Im Verlauf eines ganzen Jahres konnte mir niemand derartieg Daten zugänglich machen.

    – Keinerlei Entwicklungsprognosen
    – was für eine Erfassungsmöglichkeit? Aufwand/Nutzen?
    – Keinerlei Gedanke daran, anstelle einer Verwertung der Müllmengen über Strategien nachzudenken, wie der Bevölkerung vermittelt werden kann, den gesamten organischen Müll auf den eigenen Grundstücken zu belassen, zu vermeiden also – und damit zugleich wertvolle Nährstoffe dort zu belassen.
    – Biogasanlagen sind extrem teuer in der Investition und nur bei sehr erfolgreicher Bewirtschaftung auch ökonomisch nachhaltig. WAS also, wenn immer weniger Rohstoffe (Biomüll) für den Betrieb anfallen, sollten die Menshcen doch „vernünftiger“ werden über die Jahre?
    WIRTSCHAFTLICHKEIT???

    Ja… Kreislaufdenken hätte ich mir dort zunächst so vorgestellt, ein paar gut passende, plausible und mit Daten hinterfütterte Szenarien zu entwickeln, wie die Entwicklung der Müllthematik verlaufen könnte. Eine Projektstudie also. Um auf dieser Grundlage wirklich weise und keine symptomgesteuerten Entscheidungen zu treffen.
    In diesem Fall UNMÖGLICH.

    Das vorläufige „Ende vom Lied“:
    Im Oktober 2015, also ein Jahr fast nach den ersten Gesprächen, ich war kurz zuvor nach Europa zurück gekehrt, erhielt ich eine Einladung über den Direktor der Energy Commission, mich kurzfristig endlich mit dem Energieminister zu treffen wegen meiner Vorschläge für dieses Projekt… da war es für meine Unterstützung natürlich zu spät…
    Weiter musste ich akzeptieren, WIE verschlungene Wege der Entscheidung über Projektmittel bestehen, wenn Jede(r) sich davon gerne noch „ein Scheibchen abschneiden will“… ich fürchte, nur sehr wenig (auf den Seychellen trotzdem immer noch mehr, als an vielen anderen Orten der Welt, sie sind Vorzeigestaat für Entwicklungshilfe!) davon kommt letztlich den beabsichtigten Projekten selber zugute…

    So weit diese „Geschichte aus dem Leben eines motivierten „Entwicklungshelfers“ 🙂

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  6. Thom Ram sagt:

    tuc tuc 21:20

    Im Zuge von WK II liess die US Verwaltung Hanf anbauen wie verrückt. Viele Teile der Kriegsmaschinen wurden aus Hanf hergestellt. Als der Krieg vorbei war, wurde Hanf aufs Neue geächtet.

    Und richtig fragst du: Von wem wohl.

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  7. eckehardnyk sagt:

    Wie kann es sein, dass in D, wo Mülltrennung funktioniert (im Prinzip), Plastiktüten geächtet werden? Wenn die Weltmeere von Plastik verseucht werden, dann wohl aus Ländern, wo das Zeug in der Landschaft umherfliegt und in Flüsse und von dort ins Meer wandert. Oder gibt es Verbrecher, die Plastikmüll auf See verklappen? Wenn ja, warum anprangert das niemand?

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  8. Johannes Anunad sagt:

    @eckehardnyk
    17/01/2019 um 19:38

    Oh ja, die gibt es, diese Verbrecher – sagt man… denn: Was WISSEN wir da schon wirklich sicher?
    Ganze schwimmene Plastikinseln soll es da inzwischen geben in den Weltmeeren, wo der Sch… systematisch abgeladen wird.
    So sind alle „WegwerferInnen“ von Plastiktüten eher wohl fast die „kleinen Umwelt-SünderInnen“.

    Auf Bali erlebte ich erstmals – und ich war ganz entsetzt – wie innerhalb weniger Minuten, bei einem Starkregen (und der IST dort wirklich stark!), aus einer fast trockenen Rinne, die sich vom nahen Örtchen zum Meer schlängelte, ein reißender Strom wurde.
    Und mit diesem Strom wurde ALLES mitgerissen, was die Menschen zuvor, während der Trockenperiode, dort hinein geworfen hatten: Natürlich sämtlicher Hausmüll, Elektrogerät, Holz, Plastik aller Art, sogar ein Stück Leichtbau-Wand… Kot… tote Tiere…

    Und so sah anschließend auch das Meer aus… Ein dreckig-braune Oberfläche, auf der überall Plastik schwamm, breitete sich vom Fluss immer weiter ins Meer aus. Schnorcheln vor der Küste war anschließend Fehlanzeige… SO viele bunte Fische gab es da… Die Sicht im Wasser reduzierte sich fast auf Null…

    Nun: Bali ist da lediglich MEIN Erlebnis und Beispiel. Davon dürfte es aber viele, viele Weitere geben, rund um den Globus…

    Ist übrigens etwas naiv für meinen Geschmack zu meinen, Mülltrennung stelle die Lösung für herumtreibendes und herumliegendes Plastik dar… genau so entstehen „Symptomlösungen“. Der Kreislauf beginnt ja bei Herstellung und Verwendung der Plastiktüten…

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