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Kommunikation / Zuhoeren / Hinhoeren

Kommunikation!

So Viel koennen wir durch Kommunikation bewegen!

So sehr massgebend ist dabei die Art, wie wir zu kommunizieren pflegen!

.

In What you read is what I’ve felt ist ein anregender Artikel zum Thema erschienen.

Martin Bartoniz hat den Artikel uebernommen,

und unser Leser Johannes Anunad hat dort beherzigenswerte Ergaenzungen dazu verfasst, welche ich mit Anunads freundlicher Genehmigung hier veroeffentliche.

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Thom Ram, 02.01.07

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Kommunikation ist vielschichtig!

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Als wirkungsvolle Instrumente einer ausgeglichenen Kommunikation, wie in dem
erwähnten Artikel als dringliches Erfordernis heraus gestellt, betrachte ich u.a.
sowohl die SOZIOKRATIE mit ihrem KONSENT-Verfahren (
http://www.soziokratie.org), als auch die vom TRANSFORMALEN NETZ praktizierte WIR-Kommunikation
(www.transformales-netz.de).
Auch andere Werkzeuge wie GFK (GewaltfreieKommunikation) usw. sind natürlich dienlich.
Vor einiger Zeit wurde ich darauf aufmerksam gemacht, welchen Unterschied
ZUhören (geschlossene Haltung) gegenüber Worten wie HINhören oder
LAUSCHEN (offene, interessierte Haltung) ausmacht. Allein vom verwendeten
Wort als Beschreibung her, meine ich. Seitdem achte ich bewusster darauf,
welches Wort ich im Austausch verwende – und habe den Eindruck: Da passiert
wirklich etwas, vor Allem IN MIR!
.
HINgewandte Haltung also in einem Gespräch – auf BEIDEN Seiten, ja: DAS sind
„Subjekt-Subjekt-Beziehungen“ auf Augenhöhe, wie Prof. Gerald Hüther es auch
nennt.
Ein weiteres Phänomen, welches „echte Kommunikation“ heutzutage außerdem
erschwert, habe ich kürzlich bereits einmal erwähnt: Genau wegen unserer
zahlreichen – emotionalen – inneren Bedürftigkeiten sind Begriffe oft mit
verdrehten, sehr individuellen Bedeutungen verknüpft, deren Ursprung häufig in
traumatischen Erfahrungen zu finden ist. Aussagen wie „Du bist gerade genauso
wie meine Mutter“ sind z.B. darauf zurück zu führen, sind natürlich absolut
„unsachlich“ und töten zudem jegliche „offene Kommunikation“ im Sinne einer
Verständigung „mit offenem Herzen“. Das geht schlichtweg nicht, da der
„Trauma-Autopilot“ läuft. Es ist wichtig, um diesen Mechanismus zu wissen – um
Verständnis zu haben und ihn, wenn immer möglich, sogar selber unterbrechen zu können.
Dieser Effekt tritt am Arbeitsplatz ebenso auf wie in persönlichen
Beziehungen.
Bedeutungen von Schlüsselworten können auch aus anderen Gründen als
traumatischen Ursachen inzwischen deutlich voneinander abweichen. Aus
sozialem Hintergrund, Ausbildung, persönlichen Umständen heraus… ich sehe
darin eine Begleiterscheinung unserer derzeit ablaufenden „Individualisierung“:
Bisher nahmen wir die materielle Welt alle recht ähnlich wahr – es gab eine Art
sehr deckungsgleicher „Konsensrealität“, basierend auf einheitlichen
Wortbedeutungen. Denn sowohl Denken als auch Fühlen und damit die
Manifestation der uns umgebenden materiellen Umstände basieren auf
Worten/Begriffen. OHNE Worte keine Gedanken und auch keine („Bild“-)Eindrücke
der Außenwelt! InFORMation ist also die Grundlage unserer WahrNEHMUNG. Prüft
das einfach mal selber.
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Heute ist es oft eher so, als würden sich zwei Kreise (Kommunikation, Weltbilder)
nur noch flüchtig zu einer „Schnittmenge“ überlappen oder auch gar nicht
berühren. Konsequenz: So sind Gespräche mit manchen Menschen extrem
einfach, weil sehr ähnliche „Wortschatz-Bedeutungen“ vorliegen. Mit anderen
Menschen müssen wir uns große Mühe geben, um die unterschiedlichen
„Begriffsinhaltswelten“ – trotz ähnlicher Weltbilder! – aufeinander abzustimmen,
es kann aber mit HINhören gelingen. Wiederum andere Menschen „können uns
gar nicht verstehen“ (und/oder wir sie) – TROTZDEM wir ähnliche oder gar gleiche
Worte benutzen! Ich schreibe das aus vielfacher – bewusster – Gesprächserfahrung dieser Art.
.
OHNE derartige Erfahrung erschöpfen sich Gespräche oftmals im Austausch von
Statements und Meinungen, die den Anderen kaum oder gar nicht erreichen –
eben weil Dieser dann nur noch ZUhört. Das ist auch die oben beschriebene
Krankheit von Blogkommentaren.
In jedem Fall entstehen bei unterschiedlichen „Begriffsfüllungen“ rasch
Konfliktsituationen oder zumindest – bewusste oder unbewusste –
Missverständnisse. Abhilfe sehe ich in der Praktizierung der oben angedeuteten
Gesprächskultur:
Vermutete Unklarheiten können vom Lauschenden durch kurze Verständnisfragen
geklärt werden, oder indem z.B. der verstandene Sinn einer Aussage mit eigenen
Worten wiederholt wird.
Als Sprechender kann ich kurz innehalten, wenn ich das Gefühl bekomme,
meine(n) GesprächspartnerIn inhaltlich „verloren“ zu haben und nachfragen, wie
meine Worte aufgenommen wurden, vlt. mit einer anderen Formulierung, einem
anderen Bild das Verstehen ermöglichen.
.
Ich nenne dieses aktive, aufmerksame Gesprächsverhalten, in dem HINhören und
LAUSCHEN als Haltung im Vordergrund stehen auch „bewusste
Gesprächskalibrierung“.
Noch etwas wurde mir vor ein paar Jahren bewusst gemacht – durch gute
Freunde: Ich habe, gerade wenn ich etwas vermitteln will, was mich in dem
Moment emotional sehr beschäftigt, offenbar ein Problem mit meiner wichtigsten
„Kommunikationsspur“. NICHT mit der Sprache. DIE erscheint meinen
Gesprächspartnern dann sogar sehr abstrakt, geschliffen, gefühllos, analytisch…
Es ist die HERZENSSPRACHE! Also wie wenn die Tonspur zwar läuft (die Worte
eben), aber die Bildspur im Video nicht an ist – blöde Sache! Ich vermute, das
liegt an einem ungewöhnlichen, sicherlich auf traumatischer Erfahrung
basierenden „emotionalen Schutzbedürfnis“, das diese „Herzfrequenz“ dann
offenbar nicht nach außen gelangen lässt, für die Zuhörer wahrnehmbar macht.
.
Mir wurde dann gesagt:
„Johannes, Du redest total aus dem Kopf, ich FÜHLE Dich gar nicht!“
Was für eine blöde Geschichte! Wo ich doch gerade über meine intimsten
Herzensangelegenheiten und „Gefühle“ zu sprechen meinte – für Männer eh eine
recht komplizierte Angelegenheit!
Heute WEISS ich darum zumindest und kann aufmerksamer darauf achten. Und
bei Zweifeln, ob die Anderen FÜHLEN können, was ich gerade sage, lieber einmal
mehr nachfragen.
Ich teile Euch das hier mit, weil ich mir vorstellen kann, dass es Manchem ähnlich
geht – OHNE dass Er/Sie es weiß! ICH konnte es jedenfalls selber bis dahin NICHT
wahrnehmen.
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Ich bin diesen Freunden noch heute zutiefst dankbar für den Mut, mir das
angesichts eines „akuten Beziehungsdramas“, das mich gerade intensiv
beschäftigte, ganz unverblümt zu sagen, denn sonst wüsste ich es vielleicht
heute noch nicht!!
Bleibt mir zusammen zu fassen, was auch oben schon anklang:
Kommunikation ist UNENDLICH viel mehr, als Worte auszutauschen!
Lasst uns also wieder „echte Kommunikation“ von Herz zu Herz miteinander
pflegen!
ICH übe täglich daran…
.

Johannes Anunad

.

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1 Kommentar

  1. Wolf sagt:

    Man kann kurz hinhören und weghören. Wer zuhört, der hört das Ganze mit Geduld und zieht keine voreiligen Schlüsse.

    Gefällt 1 Person

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