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Schulpforta / Einheit von Leben und Lernen

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Meine Geschichtsstunde der Woche. Ab 30jährigem Krieg bis heute.

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Ich pflücke heraus.

Während des 30jährigen Krieges wurden Lehrer und Schüler verfolgt, gefoltert, ermordet. Es passt nahtlos in das grosse Bild. Wer mehr und selbständiger dachte als die Dumpfbacke war die Hauptgefahr der Kabale und musste eliminiert werden. Wie die Hexen (weise Weiber und Männer). Wie heute Erfinder und wache, kritische Geister.

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Schulpforte, eine traditionell alternative Bildungsstätte.

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Mir fällt das offensichtliche Engagement der Schüler in den kurzen Einblendungen von Schulstunden auf; Konzentration aus eigenem Antrieb. 1992.

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Der (nur damals?) ausgezeichnete Schülerchor, der wiederholt eingewoben wird…

Er erinnert mich an meine Zeit als Internatsschüler am Lehrerseminar Wettingen, da wir einen begnadeten (und von vielen Schülern gefürchteten) Musiklehrer hatten, den verstorbenen Karl Grenacher. Ich danke ihm im Geiste für sein Wirken.

Ein Teil der Basis für unseren hervorragenden Chorgesang damals war straffe Disziplin. Bei der Hauptprobe für die Weihnachtsfeierlichkeit in der Klosterkirche, alle 200 Schüler waren da, da hätte man eine Stecknadel zu Boden fallen hören können. Diese Stille ermöglichte das Lauschen. Es ermöglichte das Verinnerlichen. Unser Pianissimo war durchwoben von Ahnung, Sehnen, Zuversicht, Ehrerbietung. Unser Fortissimo war strahlend klar. 

Die Frage: Wird es in Zukunft möglich sein, dass ein 200er Schülerchor so diszipliniert ist ohne Furcht vor verbalem Prügel des Leiters?

Die Frage generell: In wie weit ist in unserem täglichen Tun Disziplin vonnöten?

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Ab 30:00 werden Einblicke in das (noch Aktuelle?) gewährt.

„Schuheputzender Primaner? Heute nicht denkbar“ – sinngemäss zitierte Aussage eines Schülers.

Wenn ich das höre, so löschts mir ab. Egal ob Eliteschule oder Armenhaus-  ein Mensch zwischen 8 und 80, der sich zu fein ist, seine Schuhe zu putzen, benötigt Konfrontation mit Elementarem, Konfrontation damit, dass die Milch nicht aus Aldi, der Strom nicht aus der Steckdose, das Wasser nicht aus dem Hahn kommt. Solch Mensch muss erst wieder sein Brot selber backen müssen, auf dass er Brot zum Essen hat. Klar ausgedrückt: Für seine Entwickelung benötigt er nicht Mathe und Englisch. Er benötigt Natur. Jungs brauchen Männer. Mädchen brauchen Weiber. Unterricht in vier Wänden kann ihnen nicht wesentlich helfen.

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Schulpforta heute

Auf der Website der Schule lese ich, dass die Schülerbeiträge heute zwischen 250 und 350 Euros betragen, wie immer in Täutschland ohne Zeitangabe. Sorry, das ist dumm, Täutscher. Pro Monat oder pro Jahr, bitteschön? Wie soll das ein Chinese oder auch nur Kuhschweizer erraten? Wenn pro Monat, ist die Schule heute für Minderbemittelte nicht zu machen, schon für den (Rest vom) Mittelstand schwer zu tragen. Wenn pro Jahr, dann wäre es eine Immatrikulationsgebühr und als Solche zu bezeichnen. So oder so. Aus mit der guten alten Tradition. Grundfalsch.

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Schulgebühr ist einer von 1000 Faktoren. Wie sieht es in Schulpforta heute aus?

Hinweise sind willkommen.

Ich erwarte nicht nur Erhebendes. Die Schulgebühr erwähnte ich, dazu kommt die Bezeichnung „Schulpforta“.  Das riecht nach heute allenortens herrschender Wirrnis. Entweder „Schulpforte“ oder, wenn denn Latein sein muss „Schulporta“, konsequenterweise „Scholaporta“.

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Per Mail eingereicht von makieken.

Thom Ram, 30.08.06

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2 Kommentare

  1. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

    Gefällt mir

  2. makieken sagt:

    Zum besseren Verständnis:

    Zu den Kosten (https://www.landesschule-pforta.de/de/schule/aufnahme.php):

    „Für Landeskinder beschränkt sich derzeit der Eigenanteil an den Kosten für Unterbringung und Verpflegung auf 2500 Euro pro Jahr. Für Schüler aus anderen Bundesländern beträgt der Eigenanteil 3500 Euro pro Jahr.“

    Im Endeffekt müssten es auch heute noch 250 €/ Monat sein, die allerdings nur auf 10 Monate berechnet werden, da 2 Monate für Ferienzeiten wegfallen. Diese 250 € splitten sich auf in Kosten der Unterbringung und Kosten für die Vollverpflegung (zum Vergleich: vor ca. 20 Jahren waren es 250 DM/Monat (bzw. 2500 DM/Jahr), von denen 160 DM auf die Wohnkosten entfielen und 90 DM für die Verpflegung; eine Differenzierung nach der Herkunft der Schüler gab es seinerzeit nicht).

    Gemessen am heutigen Standard – alle Gebäude wurden saniert, die Zimmer neu möbliert, eine Turnhalle sogar neu gebaut – ist der Beitrag vergleichsweise gering. Bei den gestiegenen Kosten für Lebensmittel/ Zubereitung/ Ausgabe dürfte auch eine Schule wenig Spielraum haben.

    Bei widerlegter geistiger Minderbemittelung, ist der Besuch auch finanziell minderbemittelten nicht zwangsläufig verwehrt. Möglichkeiten gibt es z.B. über diverse Stipendien oder auch Schüler-BAföG (muss auch nicht zurück gezahlt werden; https://www.landesschule-pforta.de/de/foerderer/stipendien.php).

    Zum Chor (https://www.landesschule-pforta.de/de/schule/musik.php):

    „Das musikalische Aushängeschild der Landesschule Pforta sind die beiden Chöre, die mit ihren Auftritten nicht nur allen schulischen Veranstaltungen einen würdigen Rahmen verleihen, sondern auch außerhalb der Schule Konzerte geben (vor allem in der Weihnachtszeit), schon etliche CDs produziert haben und von nationalen wie internationalen Wettbewerben regelmäßig Preise mit nach Hause bringen. Die Musikschülerinnen der Klassen 9 bis 10 bilden den Mädchenchor. In der 11. Klasse wechseln die Mädchen in den Gemischten Jugendchor, in dem auch alle Jungen singen. Geprobt wird regelmäßig zweimal 90 Minuten pro Woche. Hinzu kommen drei Chorlager pro Schuljahr.“

    Zur Bezeichnung „Schulpforta“.

    Die Bezeichnung der Schule lautet offiziell „Landesschule Pforta“ oder eben kurz „Schulpforta“ (noch kürzer auch „Pforta“ oder „Pforte“). Schulpforte wiederum ist der Ort selbst, in welchem sich das Schul-Areal erstreckt. Ist im Rahmen der ganzen Eingemeinderei wohl etwas untergegangen, aber die korrekte Anschrift wäre nun die Schulstraße 12 in 06628 Naumburg/ Saale Ortsteil SCHULPFORTE.

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