bumi bahagia / Glückliche Erde

Der Schutzengel

Eine Erzählung über die nicht so einfache Tätigkeit eines Schutzengels. Los geht’s. –
© für die Übersetzung aus dem Russischen by Luckyhans, 21. März 0006
Kommentare von mir, Hervorhebungen auch.
————————————————————————————————————

Samstag früh um 8 – das Telefon weckt ihn.
„Serge, sieh bitte zu, daß du schnellstens herkommst. Hier im Büro sind die Vampire von der Steuerbehörde aufgetaucht. Sie drohen damit, die Polente zu rufen, wenn wir ihnen nicht das Chefzimmer aufmachen.“

Sergej sprang flink in die Hose, spülte mit einem Strahl kalten Wassers das Gesicht ab und stürzte hinunter in den Hof.
Sein „Fünfer“ sprang sofort an, und Sergej, ohne abzuwarten, bis der Motor warm wird, trat voll aufs Gaspedal.
Der Weg von zu Hause ins Büro dauerte an Wochentagen etwa 50 Minuten, aber heute am Samstag hoffte er, in 15 dort zu sein…

Das Mobiltelefon klingelte wieder: „Serge, wo bleibst du? Ich kann sie nicht mehr zurückhalten!“ – „Bin schon unterwegs. Sag daß ich in 10 Minuten da bin!“
Er legte auf, warf da Handy auf den Beifahrersitz und blickte nach vorn – die Ampel war noch grün! Also trat er stärker aufs Gaspedal, um bis zur nächsten Ampel in die grüne Welle zu kommen…

Er bekam nicht mal richtig mit, was geschah… Von links flog ein Schatten heran, Bremsen kreischten und ein starker Stoß. Die Windschutzscheibe von Sergejs Fünfer flog herein und die kleinen Splitter verstreuten sich im Innenraum, auch das Gesicht bekam ein paar spitze Splitter ab. Mit der Brust schlug er gegen das Lenrad, und den Kopf schleuderte es derart herum, daß er meinte abzureißen. Für eine Sekunde verlor es das Bewußtsein.

Als er die Augen öffnete, sah er das Schlußbild seines Unfalls. Ein Dreier, den er mit mindestens 80 seitlich gerammt hatte, war auf den gegenüberliegenden Bürgersteig getrudelt und wickelte sich gerade um einen Lichtmast…

F…k, ich hatte doch grün!“ – dachte Sergej und versuchte, die Fahrertür zu öffnen. Beim zweiten Versuch gab die Tür nach und Sergej stieg mit steifen Beinen aus dem Auto.
Außer dem Gedanken, daß er grün gehabt hatte, war sein Kopf völlig leer. Automatisch schlug er die Fahrertür hinter sich zu und sah verwundert, wie aus seinem Auto ein Mann im weißen Anzug sich abmühte auszusteigen.

Hey, Mann, was suchst du hier? Bist du heil?“ – Sergej dachte, daß er vielleicht auch noch diesen Mann umgefahren hatte und jener durch die Windschutzscheibe ins Auto geflogen war und nun sich hinausbemühte.

Der Mann – das bist du“, sagte der im weißen Anzug, sich abklopfend, „ich bin ein Schutzengel.“

Waaas? Was für ein Engel? Mann, reg dich nicht auf. Ich ruf gleich den Rettungswagen…“

Warte, Sergej, das ist alles nicht ganz so einfach. Schau dich mal um.“

Sergej sah sich um. Rundum war die bekannte Moskauer Straße. Zwar stand mitten auf der Kreuzung sein zerlegter Fünfer, und am Mast hing der völlig zerbeulte Dreier, aber wenn nicht der Unfall gewesen wäre, dann könnte man sagen, daß eigentlich nichts Ungewöhnliches um ihn herum war…
Außer einem: auf der Straße war nicht die geringste Bewegung zu bemerken und nicht der kleinste Laut. Die Autos, die noch vor Sekunden gefahren waren, standen nun wie angewurzelt, die Fahrer schauten verwundert auf die Unfallautos, und die wenigen Fußgänger auf den Bürgersteigen waren zu Salzsäulen erstarrt.

Was ist denn hier los? Hat mich der Schlag getroffen oder bin ich schon tot? Oder vielleicht träume ich das nur alles?“ – die Gedanken überschlugen sich und den Rücken hinunter strömte kalter Schweiß.

Leider ist das kein Traum“, sagte der Engel. „Du, Sergej, bist in was reingeraten, richtig tief… Du bist gestorben… nun, fast“, wurde der im weißen Anzug jetzt verlegen.
„Ich hab es gerade noch geschafft, zwischen dich und das Lenkrad zu springen, sonst würden wir uns hier schon nicht mehr unterhalten. Du gurtest dich ja nie an“, fuhr der Engel fort und, wie es Sergej schien, ergänzte er beiseite „du Depp“…

In Sergejs Kopf wurde es ganz trübe. Das Gehirn konnte die Gesichtsmuskeln nicht dazu zwingen, auch nur ein einziges Wort auszusprechen, und im Kopf kreiste immer nur: „Grün. Ich bin bei grün gefahren“…
Und der Engel fuhr fort: „Weißt du, wieviele solcher Idioten hier allein in Moskau so herumfahren! Siehst du! Ihr alle meint, daß mit euch nichts passieren kann. Und wir Engel sind nur ein Dutzend für die ganze Riesenstadt. So rotieren wir wie im Hamsterrad. Und hier spinnt noch die Ampel schon den zweiten Tag.“

Grün – ich hatte grün!“ pulste es im Kopf.

Ja, ich weiß, daß du grün hattest“, warf der Engel verdrossen hin. „Der Opponent da hatte auch grün!“ – nickte er zum Dreier hinüber. „Hier haben alle immer grün!“ – Und er ergänzte schon weicher: „Na gut, Serge, mach dir keinen Kopf. Setz dich, wenn du willst direkt auf den Asphalt. Ich versuch dir das jetzt mal zu erklären.“

Sergej setzte sich aus den Asphalt direkt mitten auf der Kreuzung und drehte nur den Kopf, ohne etwas zu begreifen.

Der Engel fuhr fort: „Also, Serge, du bist gestorben. Nein, du bist fast gestorben. Kapierst du? Dieses ‚fast‘ gibt dir eine Chance, aber ich weiß nicht, ob du diese ergreifen willst oder nicht. Genauer, du hast nicht nur ein Chance, sondern du hast die Wahl. Den Unterschied zwischen ‚Chance‘ und ‚Wahl‘ kannst du erfassen?“

Sergej nickte dumpf, obwohl er nicht nur den Unterschied, sondern überhaupt alles nur schwer mitbekam, wovon der Engel sprach.

Hey, komm zu dir! Bist du ein Mann oder nicht? Sonst kommen gleich die Schwarzen herbei und es bleibt dir keine Zeit zur Wahl.“

Was für Schwarze?“

Ach ja, verzeih. Die sind nur in deinem Bewußtsein noch die Schwarzen, genau wie ich ein Weißer bin. Du siehst uns halt so. Wenn du stirbst, dann wirst du die rettenden Engel von den Todes-Engeln unterscheiden, aber noch ist das nur eine farbliche Differenzierung, o.k.?“

Dieses „O.K.“ klang von den Lippen des Engels irgendwie nicht zur Situation passend, und Sergej kam langsam zu sich.
Also, sag’s mir nochmal, du bist ein Engel?“

Ein Engel, ja doch“, atmete der Engel erleichtert auf.

Klar – und ich bin Angela Davis“, in Sergejs Augen flackerten ungute Funken auf. „Mann, sag mir – wer von uns beiden spinnt jetzt? Oder?“
Plötzlich begriff er: „Klar, ich hab ’nen Ruck, und du bist der Sanitäter in der Klapsmühle, richtig?!“ rief er fast erfreut aus.

Der Engel seufzte tief: „Nicht doch. Schau dich nochmal um.“

Sergej blickte noch mal rund um die Straße. Es hatte sich nichts verändert: die Autos standen, die Leute auf den Bürgersteigen waren erstarrt.
Nur zu dem Dreier, der um den Mast gewickelt war, gingen drei Schwarzgekleidete.
Da, schau. Den holen sie schon“, sagte der Engel.

Ist er tot?“, fragte Sergej, langsam beginnend zu kapieren.

Klar doch, tot…“, sagte leise der Engel.

Und wohin bringen die ihn jetzt? In die Hölle?“

Ach, was seid ihr doch für Menschen!“ rief der Engel, „warum denn gleich in die Hölle? Woher habt ihr überhaupt eine Vorstellung von der Hölle? Es gibt gar keine Hölle! Hörst du, es gibt keine! Und den dort… wohl eher wird man den zur Reinkarnation bringen. Er hat die erforderlichen Punkte noch nicht gesammelt. Für ihn sind viele – wie ihr das nennt – Sünden aufgelaufen. Und jetzt hat er auch wieder besoffen am Steuer gesessen. Also eher wird der zur Reinkarnation kommen!“

Und wenn ich sterbe, komm ich dann auch zur Reinkarnation?“

Hm…“, der Engel dachte nach. „Mit dir ist das schwieriger. Dir fehlen noch nur ein paar wenige Punkte, daß man nicht mehr zur Reinkarnation kommt, sondern zum Engel heraufgestuft wird… Zum Schutzengel, zum Beispiel… Aber ich hoffe, wenn du jetzt stirbst, daß deine Punktzahl sich so erhöht und du gewiß um die Reinkarnation herumkommst. Obwohl, das geht ganz nach Wunsch“, ergänzte mit einem Lächeln der Engel.

Wieso sagst du ‚ich hoffe‘?“, wunderte sich Sergej, „du bist doch mein Schutzengel, du mußt mich beschützen und nicht hoffen, daß ich jetzt sterbe!“

Also zum einen: wer hat dir gesagt, daß ich DEIN Schutzengel bin? Nein, nun, natürlich mußte ich dich beschützen, aber… kurz gesagt, heute bin ich nicht deiner.
Und zum zweiten, du bist tot, gestorben! Ich habe dich nur für paar Minuten herausgenommen, um mit dir zu reden. Ich muß gestehen, daß ich die Möglichkeit habe, alles wieder einzurenken. Das heißt, alles so zu tun, daß der Unfall nicht passiert.
Nun, zum Beispiel kann ich dir im letzten Moment den Vorderreifen durchstechen, dann schleuderst du nur in die Nachbarspur, da ist kein Auto, und du bleibst wahrscheinlich am Leben. Und dieses As im Dreier fliegt vorbei… Übrigens bleibt dann auch er am Leben, nur werden seine Punkte ganz stark abnehmen.“

Sergej hörte dem Engel aufmerksam zu. Er hatte schon begriffen, daß dies alles weder Traum noch Wahn war.
Nun, was stehst du dann noch herum? Na los, stich mir in den Vorderreifen. Soll doch Auto kaputtgehen, aber doch besser, ich bleibe am Leben.“

Sergej, ist dir das so wichtig – am Leben zu bleiben?“ fragte der Engel offenherzig. „Du bist nun schon 32 Jahre alt, hast schon vier Achtjahreszyklen durchlebt. Ein Haus hast du gebaut, für deine Mutter auf der Datsche, einen Baum dort gepflanzt. Ein Söhnchen ist auch da, das du übrigens schon drei Monate nicht mehr besucht hast, und das bei der Mama lebt – deiner ehemaligen Gattin. Ein feiner Bursche, ein prima Junge! Bald wird er einen neuen Papa haben. Du weißt wohl, daß Natascha wieder heiraten will?“

Ja, ich weiß… und auch den Bräutigam kenne ich“, druckste Sergej herum, „sollen sie heiraten. Und daß ich den Sohn lange nicht gesehen habe, das verstehst du selbst: die Arbeit, ich bin voll eingespannt, voll im Streß…“

Ja genau. Ihr kreiselt alle und rotiert – und wann lebt ihr? Und wofür?“

Nun fang nicht noch an, mir hier eine Moralpredigt zu halten! Ich fühl mich auch ohne deine Belehrungen mies genug…“

Ja, tatsächlich, es ist nicht die Zeit für’s philosophieren. Ich erklär dir dann alles. Also wie hast du dich entscheiden?“

Was meinst du – mich entschieden“, zögerte Sergej. „Wegen dem Unfall? Natürlich will ich leben, klar!“

Der Engel zog mürrisch die Augenbrauen zusammen.
Versteh doch, ich möchte auch, daß du am Leben bleibst, aber hier ist das so eine Sache… schau dich doch mal aufmerksam um! Aber ganz aufmerksam!“

Sergej begann erneut sich umzusehen. Die Leute standen wie die Wachsfiguren im Museum an ihren Plätzen.
Und was soll ich sehen?“

Ach je“, seufzte der Engel, „und ich hatte gehofft, du kapierst das selbst. Schau mal dorthin“, und der Enkel wies mit der Hand in die Richtung, wohin ursprünglich der von Sergej gerammte Dreier hätte fahren sollen.

Dort war auf dem Zebrastreifen ein junges Mädel von etwa 25 erstarrt, das vor sich her einen Kinderwagen schob.
Na und?“, fragte Sergej, der noch immer noch ganz begriffen hatte.

Pfui über dich“, konnte sich der Engel nicht mehr beherrschen. „Ich bin heute IHR Schutzengel. Hast du das kapiert?“

Jetzt schon“, nickte Sergej ergeben.

Na gut, wenn du kapiert hast, dann geb ich dir nach eurem Verständnis fünf Minuten zum Nachdenken. Und ich flieg mal schnell rüber auf die Chaussee der Enthusiasten, da ist ein Gullideckel auf der Straße offen“, sagte der Engel und löste sich in Luft auf.

Und Sergej blieb auf der Fahrbahn sitzen…

( Quelle )


24 Kommentare

  1. jpr65 sagt:

    Ohne meinen Schutzengel wäre auch ich nicht einmal 20 Jahre alt geworden. Doch damals hielt ich das noch für Glück.

    Der Schutzengel ist nicht unendlich belastbar. Also besser nicht nachts in schwarzer Kleidung auf der Autobahn spazieren gehen…

    Vor jeder Reise und danach beim Schutzengel bedanken. Und auch sonst.

    Wenn man es mal vergisst, dann macht das nix.

    Aber wenn man ihn ignoriert, den Schutzengel, dann hat er bald keine Lust mehr. Und lässt dich die Konsequenzen fühlen.

    Und wenn man ihn auslacht, dann isser wech…

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  2. Hat dies auf Mindcontrol2017 rebloggt.

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  3. Wolf sagt:

    Ich stelle die provozierende Frage:
    Ist das Leben einer jungen Mutter mit Kinderwagen grundsätzlich höher einzustufen als das Leben eines jungen Mannes?
    Wie sähe es aus, wenn der junge Mann der letzte der Mohikaner wäre? Oder der zukünftige Pionier der menschlichen Vernunft?

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  4. Wolf sagt:

    Haben Affen Schutzengel?
    Hatten Neanderthaler Schutzengel?
    Sind Menschen potentielle Engel?

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  5. Wolf sagt:

    Hatten Neanderthaler dümmere Schutzengel?

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  6. thom ram sagt:

    Wolf 22:23

    In Moskau fährt man bei rot voll durch, bei grün weiss man, dass man verdammt aufpassen sollte – so sei die Tendenz, habe ich mehrfach gehört.
    Heisst: Beide hatten grün, beide hätten Vorsicht walten lassen sollen.
    Die Frau mit Kinderwagen war an der Unbedachtheit von 5 und 3 nicht beteiligt, und daher wurde ihr der Schutz gewährt.

    So verstehe ich die Geschichte.

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  7. thom ram sagt:

    Ich beneide den Autor um seine Fähigkeit, Lebensweisheit in lapidare Bilder zu fassen.

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  8. Wolf sagt:

    Gibt es in der Evolution etwa dumme und schlaue Schutzengel?
    Was ist eigentlich Dummheit und was ist Bauernschläue?

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  9. jpr65 sagt:

    Wolf
    22/03/2018 um 22:53

    Die Schutzengel haben Infos über den geplanten Verlauf der Leben aller Beteiligten. Wenn nicht, dann können sie sich diese Infos holen. Zeit haben sie dazu ja unendlich, weil sie außerhalb der Zeit existieren (Zeit einfrieren wie in der Geschichte).

    Wir haben diese Infos nicht, sonst würde unser Spiel nicht funktionieren.

    Sodann einigen sie sich, was man da jetzt noch machen kann/soll.

    Und ja, auch die Schutzengel müssen üben! Wie wir alle.

    Also überfordert ihn/sie nicht, euren Schutzengel.

    „Leben ist relativ“ meint Lucy (im gleichnamigen Film), als sie wegen Zeitmangel wie eine Verrückte durch Paris rast und einige Unfälle verursacht.

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  10. Wolf sagt:

    @thom ram 22:51
    @jpr65 23:54

    Danke für Eure Hilfe. Jetzt begreife ich die Geschichte besser. Ich habe mich wohl aus einem Reflex heraus zu einem impulsiven Kommentar hinreißen lassen.

    Der krasse Kontrast zwischen den penetranten Manipulationsversuchen der „bunten“ (autoritären) Medien und meinen Erlebnissen im ganz banalen realen Alltag hat dazu geführt, daß ich (durchaus hübsche) junge Frauen mit Kinderwagen fast automatisch mit der raschen und forcierten kulturellen Verdrängung assoziiere, die sich inzwischen nicht mehr leugnen läßt. Menschen aller Kulturen sind mir schützenswert, dafür will ich mich einsetzen. Doch welche Kulturen sind zur Zeit eigentlich gefährdet? Wer muß seinen Kulturraum – seine eigene Kinderstube – für andere bereitstellen? Nutzt die Aufgabe des eigenen Kulturraums letztlich dem Erhalt der Vielfalt der Kulturen? Die Kulturen sollen verschwinden – dies wurde von arroganten Besserwissern beschlossen.

    @jpr65
    „Das Leben ist relativ“ (meint Lucy im gleichnamigen Film).
    Da gebe ich Lucy recht. Ich kann und will nicht über das Leben urteilen. Die derzeitigen eiligen Versuche, die Menschheit weiter zu entwurzeln, zu vermischen, zu vergiften und weiter zu domestizieren betrachte ich als einen möglichen Impuls zur Bewußtwerdung der Menschheit. Wir könnten daraus lernen.

    Mich beschäftigt immer noch die Frage der Effektivität von Schutzengeln innerhalb der Evolution. Offenbar hatten die ausgestorbenen Neanderthaler schlechte Schutzengel.

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  11. Kunterbunt sagt:

    @ Luckyhans: Eine Schmunzelanekdote :-).

    @ Wolf: Hattest du bei deiner Nahtoderfahrung einen schlechten oder einen guten Schutzengel?

    „Mich beschäftigt immer noch die Frage der Effektivität von Schutzengeln innerhalb der Evolution.“

    Jede/r von uns hatte wahrscheinlich schon ganz heikle Erlebnisse. Bei mir waren es neben gelegentlichen Gefahrenmomenten drei besonders brisante, wo es um Haaresbreiten ging und wo ich im Nachhinein dachte, es sei ein Schutzengel im Spiel gewesen.
    So, wie ich Schutzengel begreife, sind sie für die individuelle Evolution zuständig (Seelenwege), nicht für die kollektive (Menschheitsgeschichte, Rassenbewegungen). Es gibt Seher (z.B. Rudolf Steiner) und Seherinnen (z.B. Flower Newhouse) bzw. Hochsensitive und Klarwissende, die behaupten, jeder Rasse sei eine Gruppenseele zugeordnet und für diese stünden übergeordnete Engel im Dienst. Bei Engeln soll es ja auch Hierarchien geben. Obwohl ich im Zusammenhang mit Musik bereits Engelerlebnisse hatte, gehe ich nicht in diese Energien hinein, weil es auch falsche, verführerische Engel gibt.
    Von einer höheren Warte aus findet Evolution rassen- und geschlechterunabhängig statt, sowohl bei Menschen wie auch bei Tieren. Viele von uns – nicht alle – durchlaufen eine ganze Palette an Zeitaltern, Ländern, Kulturen, Umständen… Ich kenne sogar eine Seele in meinem näheren Umfeld, welche aus der Elfenhierarchie kommt (sie erträgt keine Städte, lebt seit dem 4. Lebensjahr bevorzugt auf einem Campingplatz und nur im Winter in einer Wohnung) und zwei im weiteren Umfeld, welche zusammen eine kurze dramatische Beziehung geführt haben (wie oft sie schon als Menschen inkarniert waren, weiss ich nicht – beide wussten von ihrer Elfenherkunft). Von zwei Männern weiss ich, dass sie von der Gnomenhierarchie her kommen und jetzt Menschen sind (zum wievielten Mal weiss ich nicht); einer davon hat lange bei den Tuareg gelebt und macht jetzt Führungen an Kraftorte, wo er Sagen und Geschichten über das unsichtbare Volk erzählt. Eine Passantin erkannte ich vor Jahren eindeutig als frühere Elfe und sagte es ihr auch, worauf sie antwortete, das höre sie nicht zum ersten Mal und es fühle sich für sie plausibel an. Dann kennen wir ja noch „diejenigen welchen“, die unter vielem anderem entwurzeln, vermischen usw. Deshalb halte ich wenig von diesen ewigen Diskussionen über „die Weissen“, „die Schwarzen“, „die Juden“, „die Christen“, „die Grünen“, „die Roten“ etc. Das sind wir sowieso alles nur ad interim.

    „Offenbar hatten die ausgestorbenen Neanderthaler schlechte Schutzengel.“
    Eine Seele ist nicht rassengebunden, auch nicht familiengebunden. Übrigens sollen Neanderthaler in Innererde leben, was ich weder bejahen noch verneinen kann.

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  12. Wolf sagt:

    Kunterbunt um 04:21

    Werter Kunterbunt,

    Ich freue mich sehr über Deine Reaktion und die Schilderungen Deiner besonderen Erlebnisse und Erfahrungen.
    Gerne gehe ich auf Deinen interessanten Kommentar ein.

    „@ Wolf: Hattest du bei deiner Nahtoderfahrung einen schlechten oder einen guten Schutzengel?“
    – Meine Ahnen (Verwandten) haben mich gut abgefangen und beschützt.

    „Es gibt Seher (z.B. Rudolf Steiner) und Seherinnen (z.B. Flower Newhouse) bzw. Hochsensitive und Klarwissende, die behaupten, jeder Rasse sei eine Gruppenseele zugeordnet und für diese stünden übergeordnete Engel im Dienst.“
    – Ich würde nicht von EINER Rassenseele reden, sondern eher von verwandten Sippen- bzw. Familienseelen, die in direktem Bezug zueinander stehen.

    „Dann kennen wir ja noch „diejenigen welchen“, die unter vielem anderem entwurzeln, vermischen usw. Deshalb halte ich wenig von diesen ewigen Diskussionen über „die Weissen“, „die Schwarzen“, „die Juden“, „die Christen“, „die Grünen“, „die Roten“ etc. Das sind wir sowieso alles nur ad interim.“
    Ich sehe dies ähnlich, jedoch unabhängig von der möglichen Theorie der Seelenwanderung. Natürlich darf man bei der üblichen Einteilung in „Weiße“, „Schwarze“, „Hunde“,“Schafe“ usw. nicht vergessen, daß es sich bei allen Lebensformen um komplexe Seelen handelt, die sich im Kern kaum voneinander unterscheiden. Obendrein ist jeder Mensch und jedes Tier aufgrund seiner zwei Eltern ein Mischling. Ich betrachte den Menschen als ein beseeltes Wesen, dessen Vielfalt aus spezifischen typischen Komponenten besteht. Jeglicher Versuch einer Entschlüsselung der einzelnen Komponenten ist gewagt. Dennoch möchte ich Dir einen (politisch semi-korrekten, meiner Meinung nach jedoch ehrlichen) Versuch einer Rekonstruktion der Erbmerkmale des Menschen vorstellen.
    Die vom Autor genannten Schlußfolgerungen hinsichtlich der Epigenetik lasse ich ausdrücklich außen vor.
    Spanischer Originaltext:
    http://europasoberana.blogspot.de/2013/05/la­nueva­clasificacion­racial­i.html
    Englische Übersetzung:
    http://europasoberana.blogspot.de/2013/05/the-new-racial-classification-i.html

    Ich schrieb von Entwurzelung. Damit meine ich den Entzug der eigenen kulturellen Umgebung. Jede Kultur hat einen Kulturraum nötig.

    „Offenbar hatten die ausgestorbenen Neanderthaler schlechte Schutzengel.“
    – Mit dieser Aussage über die Neanderthaler wollte ich provozieren und zur Diskussion anregen. Denn es wird immer wieder davon ausgegangen, daß nur Menschen das Vorrecht auf einen Schutzengel hätten. Doch ich bin fest davon überzeugt, daß alle Lebensformen beseelt sind. Folglich müßten auch andere Lebensformen über einen Schutzengel verfügen. Allerdings gibt es offenbar gibt keine geschützten Lebensformen (Spezies) auf der materiellen Erde. Nur Seelen werden geschützt.

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  13. Wolf sagt:

    Kunterbunt um 04:21

    Korrektur des Links zum spanischen Originaltext:
    La nueva clasificación racial
    http://europasoberana.blogspot.de/2013/05/la-nueva-clasificacion-racial-i.html

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  14. Kunterbunt sagt:

    @ Lobo
    „Allerdings gibt es offenbar gibt keine geschützten Lebensformen (Spezies) auf der materiellen Erde. Nur Seelen werden geschützt.“
    Bingo, das wollte ICH meinerseits damit sagen.

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  15. Wolf sagt:

    zu Wolf 07:43

    Unter verwandten Familienseelen verstehe ich eine direkte Verwandtschaft, die sich keinesfalls immer auf die nächsten biologischen Angehörigen bezieht. Trotzdem fällt der Apfel nicht weit vom (uralten, unbekannten) Stamm.

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  16. Wolf sagt:

    @Kunterbunt um 08:10

    Ich muß gestehen, daß ich als Mensch niemals objektiv sein kann. Jeder Körper beeinflußt das Bewußtsein der Seele und ist somit eine Herausforderung für die Seele.

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  17. Wolf sagt:

    zu Wolf um 08:32

    Die Herausforderung der Seele des Menschen ist die Überwindung der Überheblichkeit.

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  18. Wolf sagt:

    zu bößer Wolf um 08:38

    Die überheblichsten Menschen sind diejenigen, die meinen, sie seien „Landwirte“ die uns als Vieh behandeln dürfen, das man nach Belieben in einen anderen Stall treibt und miteinander kreuzt. Heutzutage leben alle Menschen und Tiere in einem Irrenhaus der menschlichen Überheblichkeit und Anmaßung.

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  19. jpr65 sagt:

    Wolf
    23/03/2018 um 09:12

    Auch diese Menschen brauchen unser Mitgefühl. Gerade sie, denn sie haben noch einen weiten Weg vor sich bei der Überwindung der eigenen Überheblichkeit…

    Heilung durch Liebe. Wird evtl. nicht bei jedem funktionieren.

    Was nicht heißt, sie einfach gewähren zu lassen. Sie müssen von ihren Positionen entfernt werden.

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  20. eckehardnyk sagt:

    Du erkennst deinen Schutzengel (wenn auch selten) an seinem Duft.

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  21. no one sagt:

    Wolf
    23/03/2018 UM 09:12

    Warum titulierst du dich selbst als „bößer“ (von böse?) Wolf?
    Wohnen da etwa zwei Seelen in einer Brust?
    Diese Frage habe ich mir selbst schon oft gestellt. Gerade dann, wenn ich Dinge tat oder sagte, die ich im nachhinein bereute.
    Genauso frage ich mich, nach überstandener brenzliger Situation/Ereignis, wer wie was hat mich da „geschützt“?

    Heißt es nicht das ALLES in uns ist?
    Ist es demnach „alles“ eine Frage der Wahrnehmung, so auch die „Schutzengel“, die unser Gehirn und Herz biochemisch/elektromagnetisch durch die Neuronen produziert… sodass diese Gehirne heterogene Welten erzeugen, die aufeinander prallen?! Jene Welten können ebenfalls in transzendenten Werten, wie in den Konzepten der Kooperation, Koordination, Harmonie und Liebe homogen verschmelzen.

    Spricht nicht der „Schutzengel“ im inneren Dialog mit uns, in Form von „Gewissen“ oder „Hemmung“, um unsere Überheblichkeit zu überwinden oder gar zu eliminieren? Sind es nicht die scheinbar zugeflüsterten „Eingebungen“, die uns retten, bzw. voran bringen?

    Unser naturgegebener Instinkt und die Intuition sind die „Schutzengel“ über die jedes LebeWesen verfügt. Dies metaphysisch hochzustilisieren ist eine Beschäftigungsmaßnahme! „Schutzengel“ zu externalisieren, halte ich zudem für irreführend, weil sie die Selbstverantwortung herabsetztend vermindert und unverantwortliches Handeln fördert. Als Redewendung, n a c h einem heikelen Ereignis, mag sie wohl Bestand haben. Welche Bedeutsamkeit sie hat, ist wiederum von der jeweiligen Wahrnehmung(-Welt) abhängig.

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  22. Wolf sagt:

    no one
    23/03/2018 UM 20:33

    Ich meine, daß in meiner Brust viele (unbekannte) „Seelen“ wohnen. Meine Eltern waren sehr verschieden; einige ihrer Gegensätze müssen sich wohl heute in meiner Brust den Platz teilen. Wenn ich in meinem Stammbaum tausend Jahre zurück rechne und dabei davon ausgehe, daß meine Vorfahren jeweils 25 Jahre alt waren, als der Nachwuchs geboren wurde, dann ergibt dies 40 Generationen. Dies bedeutet, daß in den letzten tausend Jahren eine satte Billion Vorfahren (2 hoch 40) gelebt haben, also über 500 Millionen mütterlicherseits und über 500 Millionen väterlicherseits. Das sind ganz schön viele Seelen.

    Innerer Schutzengel – Heißt es nicht, daß ALLES in uns ist?
    Vor elf Jahren hatte ich eine Nahtoderfahrung. Ich verließ damals meinen Körper und begegnete meinen „Schutzengeln“. Genauer gesagt waren es „Lichter“ bzw. „Energien“. Seitdem spüre ich eine starke Verbundenheit mit ihnen. Ich meine, daß die gleichen „Energien“, denen ich damals außerhalb meines Körpers begegnete, auch in uns drin sind. Das Thema ist für mich sehr komplex und verwirrend. Deshalb neige ich oft dazu, meine eigenen Kommentare stets wieder zu relativieren bzw. zu korrigieren. Manches läßt sich einfach nicht treffend und kompakt in einem Kommentar umschreiben. Besonders schwierig fällt mir die genaue Unterscheidung der symbiotischen Komponenten „Körper“-„Geist“-„Seele“ (DNA = materiell gespeicherte Geistes- bzw. Seelenerfahrung?) sowie „Inneres“-„Äußeres“. Deine Gedanken zum „inneren Schutzengel“ entsprechen insofern meiner eigenen Wahrnehmung, als daß ich bisher das Gefühl hatte, daß meine innere „Energie“ eine Verbindung zur äußeren „Energie“ (Schutzengel) herstellen kann. Ich halte es auch für möglich, daß wir diese energetische „Schutzhülle“ in gewissen Situationen selbst hervorrufen können.

    Der Ahnenglaube der Naturreligionen ergibt für mich durchaus Sinn, wenn ich ganz banal davon ausgehe, daß das Lebenslicht mit all seinen Informationen in all unseren Zellen steckt und somit auch an die nächste Generation weitergegeben werden kann. Diese Vorstellung schließt die persönliche „Selbstverwirklichungs“-Reinkarnation aus. Da das Lebenslicht nach dem Verlassen des Körpers nicht einfach aufhört zu existieren, müßte es nach dieser These eine andere Form annehmen: etwa die eines „energetischen Schutzengels“?

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  23. Wolf sagt:

    Korrektur zu Wolf 24/03/2018 UM 00:21

    Über 500 MILLIARDEN Vorfahren mütterlicherseits und über 500 MILLIARDEN Vorfahren väterlicherseits in tausend Jahren.

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  24. Wolf
    24/03/2018 UM 00:21
    Zitat : „Das Thema ist für mich sehr komplex und verwirrend“
    —————————–

    Hallo Wolf,

    vielleicht können diese „gedanklichen Anstupser“ – zu finden hier unter A-Z:
    http://steinerdatenbank.de/Titelseite/Titelseite_Frameset.php?SID&Weiterleitung=lexikon/alex_t.html

    unter :

    Schutzgeist des Menschen

    etwas zur ENT-wirrung beitragen ? 😉

    Evtl. bringen dir ja auch die „erläuternden/ausführlicheren“ Texte – zu finden unter den Ziffern in den […] – mehr „Klarheit“ … deine Fragen betreffend ?

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