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Plauderplauder / Thom Ram / Stundenplaner / Korruption

Lieber Leser. Plauderplauder ist unwichtig. Suchst du Wichtiges, klickere dich fröhlich weg. 🙂

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Vier Mal während meiner Schulmeistertätigkeit machte ich den Gesamtstundenplan. Es war eine Bezirksschule (also Progymi), 12 Klassen, etwa 20 Lehrer (erinnere ich nicht genau, es waren mindesten derer 20), eine Turnhalle (Praktiker verstehen den Hinweis auf EINE Turnhalle sofort, die Turnhallenbelegung erhielt dadurch hohe Priorität, ordnete andere Fächer unter, damit Schüler- und Lehrerinteressen). Schüler hatten pro Woche etwa 33 Lektionen (erinnere ich auch nicht exakt, die Grössenordnung stimmt). Das ergibt 12×33= 396 Lektionen, einzubringen in eine Woche.

Bah, da gab es Vorgaben, teils sinnvoll, teils egogestrickt. Sinnvoll, sehr sogar: Schaffe jeder Klasse Tagespläne, welche dem Schüler Abwechslung der Art der Anforderung bietet. Also nicht hintereinander Mathe Geschichte Geographie Französisch und als Krönung Physik. Besser ist zum Beispiel Mathe Franz Turnen Bio …und nach Hause gehen! Das bitteschön schaffe mit 12 Klassen und Lehrern, die auch Vorgaben geben,

die lehrenden Kräfte… Der eine hatte aus unerfindlichem Grund Sperrstunde Freitags um 11, der andere unterrichtete prinzipiell nicht vor acht Uhren des Morgens, der Dritte konnte es nicht verkraften, vier Stunden am Stück an der Front zu stehen, der Vierte brauchte (das war der schlimmste Fall) Donnerstags ums Verrecken frei. Und Dienstag Nachmittags und Samstag Morgens auch noch.

Ich habe damit nicht alle Vorgaben aufgelistet, es waren derer noch andere.

Mathematikern schaltet es schnell, was das bedeutet für den Stundenplaner: Schier unlösbar.

Da war da aber der Religionsunterricht für re Form ierte und für  Kat holen. Wie auch heute war mir die Botschaft Joshuas wichtig, heilig, und ich vertraute den beiden lehrenden Kräften, dass sie keinen bornierten Seich erzählen, sondern dass sie den Kindern Kunde tun von dem, was den Kindern guter Wegweiser sein kann. Der Reformierte, der war Vater von 5 Kindern, und er war im Dorf gefragter Mann, ein guter Tüpen, sein Tag hätte 30 Stunden haben sollen. Er fragte mich, im bittenden Sinne, ob ich es arrangieren könne, dass er seine vier Lektionen des Donnerstags am Stück haben könne.

Der Mathematiker schaltet sofort: Das ist eine schiere Wahnsinnsforderung, das geht auf Kosten anderer Prioritäten, dass es knallt.

Weil bei mir die Botschaft Joshuas oberste Priorität hatte, tat ich die Verrücktheit.  Ich knallte als Erstes, als Erstes! die vier Lektionen des Religionlehrers rein, Donnerstag morgens. Und hatte verd hoch zwei zu tun, alles andere darum herum zu büscheln, weiss Gott, es kostete Stunden und Stunden.

Andere Planer hängten die Religionsstunden einfach des Abends an. Da konnte der Reli Lehrer antraben fünf mal die Woche, mal um 3, mal um 4 und  Klassen übernehmen, die vom Vorlauf des Langeweile fördernden und doch saumässig fordernden Schulbetriebes fixfertigverknutscht war.

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Weil ich dem Ref. Reli. Lehrer den Donnerstagmorgen gab, am Stück, beschenkte er mich jedesmal danach mit 12 Flaschen erlesenen Weines.

Wir versicherten uns gegenseitig unseres Stillschweigens. Ich habe es gehalten bis zu dieser Stunde, denn:

Es war Bestechung Geschenk aus Dankbarkeit.

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Es gilt, einen kleinen feinen Unterschied zu beachten.

Bestechung: Ich sage dir, dass ich dir 12 Flaschen feinsten Weines geben werde, so du mir meine Lektionen wunschgemäss plazieren solltest.

Geschenk: Ich bitte dich, meine Lektionen wunschgemäss zu plazieren. Du bist frei, es ist eine Bitte. Nach Erfüllung des Wunsches:  Aus Dankbarkeit dafür, dass du Hirnschmalz verbrannt hast, um mir zu helfen, schenke ich dir 12 Flaschen erlesenen Weines.

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Stillschweigen vereinbarten wir aus eben diesem Grunde: Hätten böse Hirni mitgekriegt, dass ich vom Reli Lehrer ein grosses Geschenk bekam, hätten die bösen Hirni ihr böses Mundwerk aktiviert und sich zugeflüstert: Der Reli Lehrer hat den Stundenplaner bestochen. Der Reli Lehrer und der Voegeli, die sind korrupte Säue.

Doch so war es nicht. Die Reihenfolge ist zu beachten.

Tat, erfolgt auf Grund versprochener Belohnung. So war es nicht.

Tat – Belohnung aus Dankbarkeit. So war es.

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Ende Plauderplauder.

Würde mich köstlich amüsieren, würde ein damals lehrerisch Involvierter aus Mellingen AG CH dies lesen. Und freuen würde es mich, denn daaamals waren allesamt komplett ahnungslos, mich inbegriffen, ausgenommen der Zeichnungslehrer, der ahnte schon damals, was wo wie der Puck läuft.

LoL.

Thom Ram, 20.12.05

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6 Kommentare

  1. erfrischend geplaudert…..oder eben ausgeplaudert 🙂
    schwierig wärs ja doppelt erst geworden, wenn noch drei andere Leerkräfte Wünsche gehabt hätten…….
    und deren geschenke adäkwaat gewesen wären 🙂 🙂 🙂

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  2. rechtobler sagt:

    Du warst ja scheinbar ein ganz Schlimmer – fast wie solche die in einer grossen Stadt in einem grossen Gebäude neben einem grossen Platz tagen und sich grosser Entschädigungen (offiziell) erfreuen. Hast nun Gelegenheit Dich zu läutern – houg, habe gesprochen. 😉

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  3. eckehardnyk sagt:

    Die Reihenfolge beachten, rechtobler, hat der Ram doch gesagt. Haben die in dem großen Gebäude am großen Platz jemals im richtigen Nacheinander die Handschuhe gestreichelt oder gefüllt bekomjmen? – Aber momentma, da gab’s doch den Kaiser, dessen „Fall“ runter oder rauf gebetet wurde, grad gestern. Der Lodder (Matthäus ohne Kapitel) sagte dazu: Für sowenig hat noch nie einer ne WM bekommen. Könnt es nicht sein, dass dem charmanten Franz es nicht auch so ähnlich gegangen ist und die Flaschen eben mit 6,7 mio statt Wein denselben Geschenkkarakter trugen?

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  4. @ eckehardnyk

    „verrissen“ hats mich grad vor Lachen bei Deinem „Matthäus ohne Kapitel“……………..köstlich……. 🙂

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  5. eckehardnyk sagt:

    Es ist mir eine Ehre, petrvonha, Olympischisches entfacht haben zu dürfen!

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  6. Nun verdanken wir sowohl das Entfachen
    als auch das Verreißen
    sowie wahrhaft Olympisches
    sowie den schon vom werten rechtobler gut erkannten Läuterungsversuch
    einzig und allein der aktuellen Zeitenergie, die überall Verborgenes in Erscheinung treten läßt…….
    (hier hervorgerufen durch ein Geplauder…..tztztz 🙂 🙂 )

    Allen eine kraftvolle Sinnes- ähhhh… Sonnen-Wende (Joh. dto. ohne…) 🙂

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