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Kinderspielzeug / Die Flaschenkanone

Ich fasse den Negativteil kurz, hier ist nicht das Publikum, welches darüber aufgeklärt werden müsste.

In vielen Häusern mit Kindern sind viele, viele viele, wahnsinnig viele Spielzeuge. Habe ich Gelegenheit, die Kinder längere Zeit zu beobachten, sehe ich, dass sich viele der bespielzeugten Kinder langweilen und kaum mit dem vielen Zeugs spielen. Und besonders fällt mir oft auf, dass diese Kinder kaum Ideen entwickeln, was sie tun, machen, erfinden, ausprobieren könnten.

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Bitte richtig verstehen. Etwas Spielzeug ist toll. Zum Beispiel es Leiterwägeli (für des wahren Deutsch nicht Kundige: Besteht aus Holz, hat vier Räder mit Deichsel zum ziehen). Das Leiterwägeli war für unsere und unserer Nachbarn Kinder Quelle für 1000 lustige Einfälle und Anlass vieler heiterer Begebenheiten.

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Ich komme zu den Kindern hier, die täglich um mich sind. Agus ist sieben, neulich erzählte ich hier von seiner Segnung.

Also schier täglich laust mich der Affe, mit was sie wieder bei mir ankommen. Immer neue Ideen und Kreationen.

Hahaha, grad gestern wollte ich durch die Tür, aus dem Haus, und was steht vor meinen Füssen? Die offene, also „geladene“ Mausefalle.

Agus hatte sie als Scherz aufgestellt, „um mich zu fangen“. Was haben wir gelacht zusammen.

Jetzt aber endlich zum Kern, nämlich zum Neusten, womit er hergekommen ist.

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Die Flaschenkanone.

Bestehend aus einer leeren Plastikwasserflasche mit Schraubverschluss.

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Also das geht so. Der Deckel wird aufgeschraubt, doch nur eine Umdrehung. Die Flasche wird in der Kniekehle unter Druck gesetzt. Per Daumen wird der Deckel mit einem Schwung aufgedreht…und mit schön laut sattem Plopp fliegt er weg. Mit Drall, haha. Maximal gemessene Schussweite: 10m.

Der Junge steht übrigens hier, schaut mir über die Schulter, er hat schon wieder was Neues gebracht. Er hat (mittels glimmendem Räucherstäbchen, hat er selber rausgefunden, diese Technik) zwei Löcher in die Flasche gebrannt und den heute vom Strand mitgenommen Stock durchgetrieben. Anlass für Vieles: Riesenhammer. Blaströte. Und…oh, was fürn Geräusch? Ich geh um die Ecke, und sehe: Heute haben wir einen neuen Schlauch für die Handpumpe gekauft, und er bläst grad den alten Mopedschlauch auf.

Es ist einfach immer was los, und es entspringt seiner und seiner Freunde Initiative. Die können auch längste Zeit zusammenhocken und weiss ich nicht was plaudern oder x was spielen.

Schach übrigens haben wir auch. Ich muss aufpassen, gegen Agus nicht zu verlieren, was, hihihi, allerdings nicht viel über den wahren Level aussagt.

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Lieber Leser. Ich wünsche mir und dir ebenso reiche Inspiration, wie ich sie bei den Kindern hier beobachten und miterleben darf.

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Herzensgruss an dich, lieber Leser.

Ram, 08.03.0005NZ, Neues Zeitalter, da Menschen vor aufbauender und herzerfreuender Kreativität sprühen.

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19 Kommentare

  1. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  2. Vollidiot sagt:

    Genauso macht Kindsein Spaß.
    Wir waren immer auf Abenteuer aus – draußen!!!!!!!!!!!
    In den nachbarlichen Gärten gab es immer etwas zu ernten, Mundraub eben.
    Einer brachte mal Matrtzenfedern mit Die aneinander gehängt ergab es lange „Züge“, die in den Sandboden gedrückt Riefen, also Gleise, ergaben. Da gab es freie Strecken, Bahnhöfe, Rangierbahnhöfe.
    Und wenns da langweilig wurde, nahm sich jeder eine möglichst lange Brennesselrute und dann gings an die bloßen Beine, die aus den kurzen Hosen schauten. Wenn dann der Adrenalinpegel hoch genug war gingen wir dazu über auf freiem Gelände Steine zu suchen und möglichst zielgenau zu werfen. Das förderte die Beweglichkeit und Koordination. Danach war es wieder ruhig und neue Abenteuer wurden gesucht.
    Eine Klärgrube wurde geleert vom „Dulln-Ramer“ und wir wunderten uns über weißliche, pilzartige Gebilde, die auf der Oberfläche schwammen…………..
    Und die Trümmer mit ihren Höhlen und dunklen Schächten, in denen sich manchmal seltsame Gestalten verbargen, gelegentlich war einer uns sehr zugewandt…………………….
    Im Wald gab es endlosen Auslauf.
    Fast immer draußen – und heute, die armen Kinder – Menschenwürde, Kinderwürde?
    Wehrhafte, genderbesoffene Kultusbürokratie, anders gesagt: Verbrechen an den kommenden Generationen.
    Geistig-seelische Verkrüppler – da diese aber mit den Rechtssetzern kooperieren bleiben sie straffrei.
    Im Karmaloka.werden sie dann relativieren dürfen.
    Und die Kinder?
    Haben sich das rausgesucht, weil sie wachsen wollen – hoffentlich tun sie es.
    Kinder sollen es ja besser haben und machen…………………………….

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  3. Michleiden sagt:

    Gestern in der „Anstalt“ gings ums Thema Auto. Alle Anbieter wollen sich übertreffen, wollen je ein Klientel ansprechen. Ist sehr interessant aufgebaut und wie immer erschreckend wie`s Publikum lacht.
    Die Argumente fürs Auto sind ja eh fadenscheinig. Schaffen ja z.B. Arbeitsplätze.

    Alles expandiert, nur die Instandhaltung, da fühlt sich keiner zuständig.
    Und Raubbau in der Natur, Bäume, Kraftplätze, Natur muß dafür weichen.

    Ich hab als Kind auch viel Freiraum gehabt, in der Natur.

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  4. Tabburett sagt:

    Wir/Ich war/en als Kinder in der Freizeit auch fast ausschliesslich in der Natur, im Wald, am Fluss (Neuenhof, nahe bei Baden, „Teufelskeller“ Inkl., @Thom; Du sicher wissen wo das, grins…) zugegen, haben „Wigwams“ im Wald, und Floesse an der Limmat gebaut… USW… :-)) Im Winter gings mit dem Schlitten den „Ruesler“ derab…

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  5. thom ram sagt:

    Schauschau, die Altmanns kommen ins Schwärmen. Ich kann auch beifügen. Der Spatzenhag, das murmelnde Bächlein dort, Breite 25cm. Der Stübis mit den verlassenen Ministeinbrüchlein, da wir die Höhlen vergrösserten. Die Hütte, mitten in Bauernland, in einem Gebüsch, 3×3 Meter, von sehr strengen Bauern geduldet. Kirschen stehlen und mal vom Bauern gestellt worden sein. Was wir geschadet haben wohl, mit den 20 gefressenen Chriesi, haha? Untsoweider.

    Ob kümpftige Erwaxene von ihren Erlebnissen in der virtu Welt zu berichten werden wissen? Etwas berichten zu können, ist ja nicht der Punkt. Der Punkt ist: Wie fühlt es sich an? Wie fühle ich mich nach der Tat?
    Wir haben uns nach unseren Heldentaten einfach saugut gefühlt. Geht es dem 5/7/9/11/13/15 jährigen Händikieker auch so, wenn er nach 345789 Stunden das Ding ausmacht?

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  6. Heute beim Wasserholen an der Quelle…..
    Der Junge eines türkischen Ehepaares war dabei ( ich schätze ihn so auf 5 Jahre ), er hatte ganz viel Angst vor dem Wasser, zweimal ermutigte ich ihn über das Minibächlein zu hüpfen, was er voller Freude getan hat und darüber ganz glücklich war. Stand dann auf der Plastik Palette ganz dicht am plätschernden Nass und schaute Mama und Papa zu wie sie das Wasser einfüllten und kommentierte alles was gemacht wurde. Er half nicht viel, reichte ab und an einen Deckel an oder einen Kanister. Er schien eine leichte Einschränkung mentaler Natur zu haben, war ein überaus fröhliches Kind….er langweilte sich nicht, denn er war dabei für die Dinge des täglichen Lebens zu sorgen, hatte sein Auto in der Hand, aber brauchte gar nicht damit spielen….das Wasserholen war aufregend und interessant genug.

    Als ich Kind war, ging es nachmittags raus zum Spielen, rumtoben, Verstecken spielen, Gummiseilhüpfen, Hinkelhäuschen, Schneehütte bauen im Winter, Schlittenfahren, Schneemann bauen, im Herbst aus Laub Hausumrisse basteln mit weichen Blätterbetten, in der Küche waren dann die Beeren, Kastanien und Eicheln gelagert als Proviant, die man hinterher einpackte und in der Nähe des Hauses für die Rehe hinlegte.

    An Regentagen wurde es auch nicht langweilig, wir haben früh das Buch für uns entdeckt, konnten stundenlang auf dem Sofa sitzen und lesen. Es gab herrliches Knetgummi, woraus wunderschöne Gegenstände entstanden. Lego gab es als einzelne viele unterschiedliche Bausteine, keine Vorgaben wie man Raumgleiter , Monster oder sonstwas zu basteln hatte, Kreativität war dabei gefragt. Im Herbst wurden Figuren aus Eicheln und Kastanien gebastelt, die alle Fensterbänke zierten. Gemalt wurde auch sehr viel, mit Wasserfarbenkasten auf Rauhfasertapetenstücke 🙂 Wir spielten Barbier mit dem Rasierer unseres Vaters ( natürlich ohne scharfe Klinge ) Friseurin mit den Lockenwicklern der Mutti, alte Klamotten dienten für eine Modenschau und ansonsten machte es Freude beim Backen zu helfen oder den Sonntagspudding zu kochen.
    TV gab es erst sehr spät und langweilte uns eher, wir waren Kinder die mehr draussen waren.

    Besonders in Erinnerung ist die Raubtierkinderverköstigung nach langem Herumtoben.
    Diese fand statt vor der Haustür auf dem Eingangsweg zum Haus der etwas erhöht war.
    Wir alle sassen auf dem Boden und Muttern schmierte Leberwurst, Teewurst und Käsebrote, dazu gab es eingelegte Gurken oder Äpfelchen, zum TRinken kalter Muckefuckkaffee oder den obligatorischen Früchtetee…..den gabs aus alten kleinen Yoghurtbechern, die sorgfältigst danach wieder eingesammelt wurden und abgewaschen auf die nächste Raubtierkinderfütterung warteten.

    Ach war das schee…….

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  7. Nicht zu vergessen das wunderschöne Puppenhaus, zusammengezimmert von einem Onkel und meinem Opa, mit echtem Teppichboden und echten Tapeten, mit Licht und Badezimmer in dem sogar Wasser floss…….so schön !!!!

    Hier ein link in dem man so richtig in alten Erinnerungen schwelgen kann

    http://www.puppenhausmuseum.de/spielzeug-50er-jahre.html

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  8. und der Kaufladen……den gab’s zu Weihnachten als ich ca. sechs Jahre war.
    Kann leider kein Bild einsetzen 😦

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  9. palina sagt:

    herrlich die Schilderungen hier. So ähnlich war es bei mir auch. Wenig Spielsachen und fast immer draußen. Für meine Kinder schaffte ich ganz bewusst ähnliche Bedingungen. Was dann schon schwieriger wurde. Die Kinderzimmer der Freunde waren überfüllt mit allerlei Spielzeug.
    Kinder spielen zu sehen ist eher die Ausnahme. Die meisten sind mit der Mama auf dem Spielplatz und spielen unter Aufsicht. Selbst im Wald bei den Hütten gibt es heute Spielplätze.
    Auf meinen Reisen beobachtete ich einige Kinder nachmittags am Strand. Sie beschäftigten sich 2 Stunden mit einem Baumstamm, der im Meer schwamm.
    FRUEHER (war alles besser!?)

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  10. Ja das ist schön Palina, das kenne ich aus einem Forum schon.
    Ob es besser war ?
    Für Kinder denke ich schon, was die Kreativität angeht….auch was das Wissen aneignen angeht glaube ich ja…..jetzt ist vielleicht alles moderner, man arbeitet mit Medien wie PC und so…..aber es fehlt der reale Bezug oft. Man befindet sich in einer virtuellen Welt in der Schule, zuhause am PC oder an der Playstation, in den Foren mit Freunden, unterwegs auf dem Handy……

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  11. rechtobler sagt:

    Vor bald 5 Jahren ist der bekannte und beliebte Volksschauspieler Walter Roderer (1920 – 2012) von uns gegangen.
    Eines seiner älteren (Hörspiel-?)Stücke war das vom armen Buben, der mit einem Stück Holz am Dorfbrunnen(?) spielt. Ein Mädchen aus ‚besserem‘ Haus kommt ebenfalls – mit einem gekauften, schönen Spielzeugschiff. Logisch wird das Stück Holz belächelt – wie halt Kinder sein können 😉 – aber der Bub lässt sich nach einem ersten moralischen Taucher nicht unterkriegen und erklärt seinem Gegenüber, dass sein Boot je nach Wahl ein Meerdampfer, ein Schnell- oder gar ein Unterseeboot darstellt, was das schöne Spielzeugschiff alles nicht ist und kann. Ätsch!
    Wer Roderer gekannt hat weiss mit welcher Tonlagenvielfalt er solche Stücke spielen konnte – gäll Thom 🙂

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  12. und dies hier, ist auch ein schöner Laden um in alten Spielzeugzeiten zu schwelgen…

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  13. Vollidiot sagt:

    ML

    Sowas gibts bei uns noch im Keller.
    Wer will sowas noch haben.
    Kaufmannsladen, Puppenhaus……….
    Ab zum Roten Kreuz oder Sperrmüll.
    Beseitigen der Ruinen der Kindheit……………..

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  14. ICH, ich würde sowas haben wollen…..
    Leider ist unser Puppenhaus beim Bau des neuen Hauses von unserem Vater in der noch aufzufüllenden Grube neben dem Haus entsorgt worden, samt des kleinen Spielklaviers für Kinder.
    Wat haben wir alle geheult…..aber da war es schon zerschmettert.
    Muttern war ebenso stinksauer auf ihn, dass er einfach beschloss, unsere Kindheit sei vorbei und weg mit dem Zeugs.
    Freu Dich, Du hast es noch im Keller, können noch andere Kinder mit spielen…..
    Mir tut es jetzt noch weh, da es nicht meine Entscheidung war es wegzugeben. es wurde fremdbestimmt.

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  15. Aber der Kaufmannsladen wurde gerettet, neu aufgearbeitet und fünf KInder haben damit wunderbar gespielt.

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  16. thom ram sagt:

    Wenn wir es uns schon mal erlauben, ein bisschen zu nostalgieren…

    Wir haben viel „Väterlis“ und „Müeterlis“ gespielt. Wann? So mit 7-9. Die Mama, welche zuhause für Ordnung sorgt, kocht und Blumen aufstellt. Der Vater, der auswärts ging, dort schwere Arbeit verrichtete und dann, bewundert und bewundernd wieder nach Hause kommt. Es war erfüllend.

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  17. thom ram sagt:

    Und keineswegs läuft hier alles gut. Der 6 jährige Freund von Agus, der 5m weiter unten wohnt, hat von seiner hübschen und vielleicht etwas eitlen und möglicherweise es bitzeli nicht so besonders gescheiten Stiefmutter Verbot bekommen, mit Agus zu spielen. Er darf auch nicht mehr mit uns zum Strand.
    Er hat dafür ein grosses Händi bekommen, darauf tippelt er jetzt rum.

    Der Anlass für das Verbot ist mir nicht klar. Möglicherweise ist es das: Er hat mich ein paar mal angeschwindelt, hat mich austesten wollen, mich hats innerlich belustigt, und auch mit ihm konnte ich es klären und wir haben zusammen gelacht, doch ich habe es mit seiner Stmama besprochen. Das war dumm von mir. Sie will wohl verhindern, dass er weiterhin so „rumlügt“.

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  18. Bettina sagt:

    Danke an alle, die hier einen Rückblick in die Kindertage wagen ❤

    Das Leiterwägeli, oh man, wie hat mich das erinnert 😦
    Bei uns nennt sich das "Leiterwägle"!

    Ich, fast sieben Jahre alt durfte mit dem Fahrrad meiner Schwester (hatte ja noch nie ein eigenes, bis auf das wo es mich vor 4 Wochen auf die Schnautze…meiner Hand tut immer noch weh.) durfte mit den Großen, aufm Kirchplatz Verkehr üben. Leider konnte ich noch nicht gscheit bremsen (bin immer schnell runtergesprungen), irgendendwann hat sich einer eingereit von rechts und ich seh ihn voll noch vor mir, dann wirds dunkel.

    Kann hier nur kundtun, was mir erzählt wurde, also bin da voll in den reingebrettert, hab danach anscheinend gar keinen Schnackler mehr gemacht.
    Dann haben mich die Kinder auf das Leiterwägle gelegt und heimgekarrt.
    Danach kam der Hausarzt (den gibt es ja heut gar nicht mehr, disen guten Mann, der wo heimkommt, wenn alle vier Kinder mit Masern im Bett liegen und so auch niemand anders (und sich selber mit irgendwelchem Zeugs was so in Krankenpraxen rumfliegt) auch nicht anstecken können), der meinte dann nur, dass wenn sie kotzt, dann eine Woche aufs Sofa, danach ist wieder gut.
    Ich hab gekotzt und nach einer Woche war wieder gut.

    Danach hat sich die ganze Kinderschar vom Ort bemüht, mir das Bremsen beizubringen!

    Oh ja, auch das Puppenhaus mit zwei Zimmer wurde mir auch zweimal zu Weihnachten geschenkt, beim zweiten Mal wurde einfach neu renoviert Tapete und Teppich, hab mich trotzdem gefreut!

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  19. Bettina……gar köstlich deine Beschreibung, erinnert mich an Vieles von früher.
    Leiterwagen gabs auch, einen kleinen in Naturfarben, und einen grossen Wagen in Waldgrün.
    Der Kleine wurde von Omma mit auf den Friedhof genommen um die Sachen für die Gräberpflege reinzutun.
    Der Grosse war für Wäschetransporte zum Backhaus und Holz holen gedacht.

    Den guten alten Hausarzt den kenn ich auch noch. Unser Doktor kam einmal die Woche rum zu den alten Damen, inklusive Omma mein, und fragte freundlich nach wie es ihnen denn so geht. Meist nutzten sie es für ein kleines Schwätzchen, liessen sich abhorchen, Doc trank einen Kaffee oder Muckefuck Ersatzkaffe und zog dann weiter.
    Doktor kam auch an Heiligabend, als Omma ihre Schlaganfallsympotomatik bei uns auf dem Sofa hatte.
    Omma war zwar ziemlich sauer darüber dass wir den guten Dok am heiligen Abend bemüht haben…..aber da musste sie durch. Auch am nächsten Tag war er sofort zur Stelle als Omma etwas wirr durch die Räume lief.

    Wenn ich mir heute die Praxis der Notaufnahmen und so weiter anschaue…..na ja, bin jetzt vom Thema abgeschwenkt…..

    Zurück zum Spielen.
    Ein beliebtes Spiel war Anschlagen.
    Zwei Häuser stehen sich gegenüber, dazwischen kleine Kopfsteinpflasterstrasse.
    Man spielt um Schnelligkeit, 10 mal hin und her Wechsel zwischen beiden Häusern.
    Wer zuerst dan beim Anfangshaus angeschlagen hatte war Sieger…..

    Ich lag gut in der Zeit, war ausnahmsweise ziemlich flott ( sonst immer mehr die lahme Ente ), wollte beim Haus gegenüber noch schnell anschlagen bevor ich zurück beim Ausgangshaus war……rutschte dabei aus und knallte mit Köpflein an die untere Hauswand….leider hatte die einenziemlich stacheligen Rauhputz. Mariettsche danach Loch in Köpflein, alles voller Blut, schreiend zur Omma gelaufen…..
    Omma souverän wie immer, Geschirrtuch genommen, auf Kopfwunde gedrückt, alten Schal drumgewickelt, schreiendes KInd an die Hand genommen und ab gings zu Fuss zum Krankenhaus, ca. 1 km entfernt.
    Dort genäht, dickes Pflaster drauf, einige Tage keine Schule und gut war’s…..Narbe hab ich immer noch.

    Schmunzel jetzt grad ein bissl vor mich hin…..

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