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Geschichtskorrektur heute

Manchmal kommen einem Artikel unter die Augen, die schon einige Monate „alt“ sind – im Aktualitätswahn der Moderne („nichts ist so alt, wie die Zeitung von gestern“) ist sowas ja kaum noch verzeihlich… 😉
Aber es geht ja um mittelalterliche Geschichte – was sind da ein paar Monate.
Nachfolgend also neue Mosaiksteinchen aus der allgemeinen Geschichtskorrektur, die wir täglich um uns herum erleben.
Wem da beim Lesen an einigen Stellen das Messer in der Tasche aufgeht, der sei beruhigt: sowas fand ständig und überall statt…
© für die Übersetzung aus dem Russischen by Luckyhans, 14. Oktober 004
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Wie die Spuren der tatsächlichen Welt-Geschichte „bereinigt“ werden

Veröffentlicht: 10.01.2016

Die Gelehrten aus dem Archäologie-Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften haben in Bogoljubowo (Gebiet Wladimir) ein römisches Portal eines Tempels aus dem XII. Jahrhundert entdeckt. Wahrscheinlich wurde er von italienischen Meistern erbaut, welche der Fürst Andrej Bogoljubski eingeladen hatte.
Diese Entdeckung wird im offiziellen Presse-Release des Institutes mitgeteilt, welches der Redaktion vorliegt.

Das entdeckte Portal (der Haupteingang in das Gebäude) ist ein Teil des Tempels, der im Jahre 1772 zerstört wurde. Später wurde dann an dieser Stelle der Tempel der Geburt der Gottesmutter in Bogoljubowo gebaut, der bis heute erhalten geblieben ist.
Die Entdeckung erfolgte durch eine Gruppe Archäologen unter der Leitung des korrespondierenden Mitglieds der Russischen Akademie der Wissenschaften Wladimir Sedow.

Ähnliche Bauten gibt es nicht nur in Rußland nicht, sondern auch in Westeuropa. Es gibt ein paar Kirchen in Norditalien, die ähnlich sind, aber nicht mal in der Architektur, sondern in einigen Details. Im Ganzen gibt es nichts ähnliches“, stellte Sedow fest.

Ungeachtet der Wichtigkeit des Fundes muß das Portal zugeschüttet werden. Zumindest solange, bis die Frage des Erhalts des wertvollen Architekturdenkmals durchdacht worden ist, es darf nicht für die öffentliche Besichtigung freigegeben werden.

Erst entdeckt und dann zugeschüttet…

Nochmal langsam:

Ungeachtet der Wichtigkeit des Fundes muß das Portal zugeschüttet werden. Zumindest solange, bis die Frage des Erhalts des wertvollen Architekturdenkmals durchdacht worden ist, darf es nicht für die öffentliche Besichtigung freigegeben werden.“

Ist doch nett, oder?

Erstmals habe ich diese Neuigkeit gehört, als ich am Steuer saß. Vor Lachen bin ich fast auf die Gegenfahrbahn geraten.
Sofort erinnerte ich mich an die Verwunderung einer meiner Verwandten, die mitgeteilt hatte, daß sie einen populärwissenschaftlichen Film gesehen hätte darüber, wie Archäologen irgendwo eine der Wissenschaft unbekannte Ruine ausgegraben hatten. Im Verlaufe des Film löste eine wissenschaftliche Kapazität die andere ab, und alle gemeinsam erzählten von der Entdeckung, wirklich alles. Und wie die Bewohner angezogen waren, und welche Sprache sie gesprochen haben.

Es erklangen die Namen der Imperatoren, der Philosophen, der Astronomen, Poeten und Heerführer. Und zwar mit Daten und einer Menge an Einzelheiten, als ob einer der „wissenschaftlichen Brüder“ selbst Bewohner dieser Stadt gewesen wäre und bis in unsere Tage überlebt hätte.
Da stellt sich die Frage: Wenn diese Entdeckung zufällig gemacht wurde, und nichts außer den Resten der Bauten und im Sand verschütteten Fundamente gefunden wurde – woher sind dann in einer solchen Detaillierung alle „historischen Fakten“ bekannt geworden?

Und es stellt sich die zweite Frage: Und was wäre, wenn man diese Ruinen gar nicht entdeckt hätte? Hätten wir über diese berühmten Imperatoren, Poeten und Heerführer überhaupt etwas erfahren?

Die Frechheit der Historiker kennt keine Grenzen. Nicht nur, daß sie so nebenbei eine Geschichte der Entstehung dessen ausgedacht haben, was sie da ausgegraben haben, sondern sie haben auch gleich die Gelegenheit genutzt, die Vergangenheit unserer Ahnen zu beschmutzen.
Wie heftig muß man alles Russische hassen, um die Herkunft eines aufgefundenen Wunderwerks mit einem mythischen Barbarossa und italienischen Baumeistern zu umspinnen! Was für italienische Baumeister kann es zu jener Zeit gegeben haben?

Im zwölften Jahrhundert war Wladimir eine Großstadt, nach damaligen Maßstäben. Und die Meisterschaft der russischen Baumeister war unübertroffen. Gerade von den Städten des „Goldenen Rings“ (eine Kette von altrussischen Städten rund um Moskau – d.Ü.) sprach man begeistert in Europa: „Gardarika! Das Land der Städte!“ An Italiener war da noch nicht mal zu denken. Das waren im sechzehnten Jahrhundert die Fräges, welche später Italiener genannt wurden, die als Gastarbeiter beim Bau des Moskauer Kreml gearbeitet hatten. Und jetzt wil jemand das alles von den Füßen auf den Kopf stellen.

Warum haben dann die „italienischen Baumeister“ bei sich zu Hause nichts ähnliches gebaut? Selbst haben sie zu jener Zeit in den Ruinen der vorsintflutlichen Bauwerke gelebt, welche Piranesi auf einer Vielzahl seiner Werke festgehalten hat.

Und sie sind nach Rußland zum Arbeiten gefahren, um ihre Familien ernähren zu können. Und jetzt reden UNSERE Gelehrten davon, diese „großen Italiener“ hätten Wladimir, Susdal, Pereslawl, Iwanow, Jaroslawl, Rostow und Sagorsk aufgebaut?

Ich vermerke, dies geschieht in unseren Tagen, wo es nur noch wenige Deppen gibt.
Was soll man da sagen über jene Zeiten, als es noch keinerlei Informationsquellen gab, außer Kirchen, und Massen von Hochstaplern, die sich Gelehrte nannten und welche für ein paar Silberlinge jede beliebige Entdeckung machten.
Aber das Traurigste ist, daß es unvergleichlich mehr “Verdeckungen“ als Entdeckungen gegeben hat. Und diese zu vollführen war ungeheuer einfach.

Erinnert ihr euch, wie sich unerwartet herausstellte, daß die gesamte Ostküste der VSA auf vorsintflutlichen Ruinen aufgebaut wurde? Ich erinnere an:

Die Megalithen der New-Yorkerei

Аmerikanische Altertümer

Aber uns hat man Fabeln gesponnen, daß es auf dem Nordamerikansichen Kontinent bis zu den Einwanderern aus Europa nur nackte Prärien gab, die von rothäutigen Wilden bewohnt wurden. Ach ja, natürlich…

Und erst jetzt wird auch klar, daß nicht alle vorsintflutlichen Bauten bis auf die Grundmauern weggespült worden sind, sondern daß ein Teil davon wohl umgebaut wurde, und die allzu offensichtlichen Spuren „nicht unserer“ Kultur wurden barbarisch vernichtet.
In Sankt Petersburg hat man Märchen erdacht darüber, daß „antike“ Statuen einfach nur eine Stilisierung für ähnlich dem Altertum seien, und daß auf dem Marsfeld in Sankt Petersburg eine Statue von Suworow Alexander Wassiljewitsch steht – in Form eines „altrömischen“ Kriegers.

Quelle

Aber die Amerikaner sind da einfacher rangegangen. Sie haben ganz einfach von den Postamenten alles runtergeholt, was nicht in den Rahmen der offiziellen historischen Version gepaßt hat.

Wer sind die Wilden?

Die Wilden (jaja, genau die in den Hüten und Perücken, die den Befehl gegeben haben und von der Seite das beobachten) stürzen das Denkmal für einen antiken Imperator in New York in der Browling street im Jahre 1776.

Im Falle mit der „columna rostrata“ (solche finden sich auch in Sankt Petersburg und Wladiwostok – d.Ü.) hat man einfach Kolumbus darauf gestellt.
Und auf das Postament ein neues Denkmal.
So war das:

Und so wurde das:

Und auf diesem Postament stand irgendwann ein antiker Imperator auf einem Pferd.

Es gab eine antike Stadt, hierher sind die Europäer gekommen und haben sich ins gemachte Nest gesetzt.
Das ist das ganze Märchen.

Quelle: http://ya-russ.ru/kak-zachishhayut-sledy-podlinnoj-istorii-mira/ oder http://webnovosti.info/n/37818/


5 Kommentare

  1. vintage sagt:

    danke luckyhans….
    ich habe schon echt auf ein weiters teil des geschichtspuzzles gewartet.
    herrlich….

    es fügt sich allmählich zusammen

    für mich….kann ich sagen, ich glaube dies und kann mir dies alles vorstellen.

    naja als ddr kind hab ich mir moch etwas selber denken erhalten…

    ich sag jetzt immer

    „die gesellschaft verblödet und verdummt immer mehr….ich als aussenstehender kann dies beurteilen“

    🙂 🙂 🙂

    Gefällt 1 Person

  2. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  3. Texmex sagt:

    Mein Sohn „lernt“ gerade in der mexicanischen Grundschule (1.Klasse), dass der Maerchenonkel Christopher Columbus „Amerika“ entdeckt haette.
    Als er ganz stolz mir das erzaehlte, und meinen Kommentar abfragte, war er ganz verstoert, als ich ihm sagte, das sei so eine Geschichte, die mit „Es war einmal…“ anfaengt.
    Da er nicht bloed ist, haben wir damit das Gespraech auf ein anderes Thema geschoben.
    Bloss was soll man als Vater machen?
    Die Kinder werden in den Schulen systematisch belogen.
    Das alles „geradezubiegen“ wird nicht einfach.

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  4. luckyhans sagt:

    @ Texmex:
    Das ist ein Problem, das mit meinen Enkeln langsam aufkommt.
    Ich versuche ganz vorsichtig zu vermitteln, daß die Schule und das dort Gelernte zwar wichtig sind und das Kind das unbedingt lernen soll, daß es aber nicht die einzige Wahrheit ist, sondern daß das Leben vielfältig und vielgestaltig und auch widersprüchlich sein kann, und daß man all dies in sich aufnehmen und in sein Denken mit einbeziehen kann.
    Natürlich mit dem Hinweis, nicht mit anderen zu streiten – nicht mit Mitschülern und erst recht nicht mit Erwachsenen, Lehrern usw. – sondern wenn eine Frage nicht verständlich genug beantwortet wird, zu mir (Opa) oder zu Mama und Papa zu gehen und mit diesen darüber zu reden.
    Inzwischen lehre ich meinen schulpflichtigen Enkel das Briefeschreiben, was ihm ganz gut gefällt… 😉

    Achja, für Dich und „Amerika“ kommen noch zwei neue Mosaiksteinchen – warte nur balde… 😉

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  5. […] sind die im vorigen Betrag zum Thema Geschichte als Link angeführten New Yorker Megalithen – beeindruckende Bilder, die […]

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