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Erwins Badezimmer 5 / Eigenverantwortlichkeit

Erzähler Albert erlebt durch die dramatische Wende im Leben der Lehrerin Emilie etwas Neues. Er erlebt erstmals die gewohnte, vermeintliche Sicherheit als Fessel, seine neue mit Risiko verbundene Eigenverantwortlichkeit als wohltuende Freiheit.

thom ram, 01.02.2015

Hier geht es zum Anfang der Geschichte.

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B., am 6. Oktober
Liebe Frau Doktor,
lhre rasche Antwort auf meinen Brief war so herzlich, daß Sie mich ermutigt hat, für diesmal eine nicht so förmliche Anrede zu wählen. Vor allem freue ich mich, daß Sie dieser ganze philosophische
Kram doch mehr zu interessieren scheint, als ich zu hoffen gewagt habe. Sie fragen mich, ob ich inzwischen auch zu einem Hadubaldianer geworden sei (es berührt mich seltsam, diese Bezeichnung, die der Volksmund wenn auch im Sinne eines gegenwartsnah gewandten Spinners als so ziemlich einziges Relikt unserer Sprachvergangenheit bewahrt hat, in seiner eigentlichen Bedeutung zu lesen!).
Ihre Frage läßt sich schwer beantworten. Ich bewundere Hadubalds Sprachgenie, das uns die heutzutage leider als entbehrlich erachtete Möglichkeit geschenkt hat, sprachliche Äußerungen in einen geordneten Zeitbezug zu setzen, und in diesem Sinne bekenne ich mich gern als Hadubaldianer, ohne mich allerdings der orthodoxen Fraktion seiner Jünger zuzurechnen, die durch ihre oberlehrerhafte Besserwisserei und vor allem durch ihren starren Dogmatismus, der sich mit dem Wesen der Sprache überhaupt nicht vereinbaren läßt, sein Werk nahezu vernichtet hat (ich sage nahezu, denn außer meinem Freund Erwin gibt es auch noch ein paar andere Leute dieser Meinung, von denen Sie gleich hören werden). Es geschieht ja überdies nicht zum ersten Male, daß große Gedanken bedeutender Menschen pervertiert werden, sobald man sie in kleine Münze umwechselt. Man sollte eben immer die eigentlichen Quellen lesen und nicht jene Kompendien, in denen die alle Begrenzungen sprengende Weisheit von irgendwelchen Flachköpfen auf handliches Format zurechtgeklopft wurde.
Ihre unverhohlen ausgesprochene Bewunderung dafür, daß ich mich wegen Ihrer eigentlich eher nebenbei ausgesprochenen Frage in ein solches Abenteuer – Sie sprechen sogar von einem konspirativen Charakter dieser Unternehmung! – gestürzt hätte, schmeichelt mir zwar, macht mich aber eher verlegen. Ist Ihnen wirklich entgangen, daß Sie damit einem in der Routine halbherzig betriebener Schreibtischarbeit schon fast zum Zyniker gewordenen Wissenschaftsbeamten unversehens einen neuen Lebensinhalt geschenkt haben? Ich fühle mich geradezu verjüngt! Daß ich mit Ihnen überall das sprechen kann, ist eine zusätzliche und für einen alten Knaben wie mich wahrhaft herzwärmende Freude, aber ich tue das alles nicht zuletzt auch um meinetwillen. Inzwischen fühle ich mich wie ein Jäger, der eine Spur gefunden hat und ihr nun folgen muß, was immer auch im Dickicht auf ihn lauern mag.

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Ihr Postskriptum hat mir am meisten Spaß gemacht: >Warum hat Rudimer Fahlbart eigentlich sein Weib erschlagen?< Es ist doch erfrischend, wie Sie immer gleich zum Konkreten kommen! Ich hatte über das Schicksal dieses Rudimer überhaupt nicht nachgedacht (Hadubald hatte diesen Satz ja nur als grammatisches Beispiel zitiert) und mußte lachen, weil mich Ihre Nachschrift an das erinnerte, was eine mit mir befreundete Lehrerin (auch sie hat eine starke Ader fürs Sprachliche!) den Gänseblümchen-Effekt nennt. Das muß ich Ihnen erklären: Sie hatte vor, mit ihrer Klasse über zusammengesetzte Hauptwörter zu reden und brachte deshalb ein Gänseblümchen (Gänse-Blümchen) mit in die Schule, um mit dem Namen dieses wahrhaft bescheidenen, aber jedem Kind vertrauten Pflänzchens ihren didaktischen Einstieg zu finden. Was wurde daraus? Die Kinder fanden das Gänseblümchen immer noch interessanter als Grammatik und provozierten durch ihre Fragen eine Botanik-Stunde. Kinder lieben eben auch eher das Konkrete. Soviel zum Gänseblümchen-Effekt.
Später jedoch verging mir das Schmunzeln; denn mir wurde bewußt, daß ich in der Tat nicht wußte, was es mit diesem Rudimer auf sich hat. Offenkundig stammt diese Zeile aus einem jener alten Sagentexte, die zur Zeit Hadubalds noch mündlich weitergegeben und von fahrenden Geschichtenerzählern vorgetragen wurden. Es bestand aber durchaus die Möglichkeit, daß sich auch schriftliche Quellen finden ließen (Hadubald hätte dieses Zitat sicher nicht als Paradigma benützt, wenn nicht jedermann die ursprüngliche Version gekannt hätte). Ich beschloß also, diese Spur bei meinem nächsten Besuch in Erwins Badezimmer aufzunehmen.

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Nach Dienstschluß ging ich gleich zu seiner Wohnung. Als er mir öffnete – ich hatte diesmal meinen Schlüssel nicht benutzt, weil ich Erwin zu Hause vermutete -, sagte er: »Schön, daß du kommst! Da kann ich dich gleich mit einem Freund bekanntmachen.«
Er führt mich in sein Wohnzimmer, und wen finde ich dort? Den Herrn Franz aus dem Café! Stellen Sie sich meine Überraschung vor! Also war meine Vermutung doch nicht so abwegig gewesen. Er kam mit ausgestreckten Armen auf mich zu und rief: »Ja, der Herr Doktor! Ist das eine Freude!« und schüttelte, beidhändig zugreifend, meine Hand, als sei ich ein verlorener Sohn, der endlich heimgefunden hat. Im übrigen hatte er alles Kellnerhafte abgelegt und bewegte sich im geheimen Zentrum der Philologie, als sei er hier seit eh und je zu Hause. „Ihr kennt euch?« sagte Erwin. „Um so besser! Herr Franz ist einer unserer eifrigsten Forscher, Spezialist für das uralte literarische Genus des Rätsels.“ »Soviel weiß ich schon«, sagte ich und erzählte Erwin von unseren Kaffeehausgesprächen. „Ja«, sagte Erwin, Herr Franz ist sozusagen im Außendienst beschäftigt. Er bringt seine Gäste dazu, über Sprache nachzudenken.« »Indem er ihnen Rätsel aufgibt?« fragte ich verblüfft.
»Natürlich«, sagte Herr Franz. „Und ich dachte schon, Sie hätten das längst gemerkt. Es liegt doch auf der Hand: Rätsel hält jedermann für eine harmlose Kinderei, obwohl es solche Texte geradezu darauf anlegen, das oberflächliche Verständnis von Wörtern in Frage zu stellen. Außerdem kann man sie sich gut merken, und so wird sie jeder, der Spaß daran gefunden hat, bei seinen Freunden und Bekannten ausprobieren.«

„Eine Art Kettenreaktion also?« sagte ich und begann zu begreifen, was er im Sinn hatte. »Sind noch mehr von euren Freunden im Außendienst tätig?«
„Sicher«, sagte Erwin. »Eine von ihnen wirst du heute vielleicht noch kennenlernen; jedenfalls hat sie mich angerufen, ob sie heute abend meine Bibliothek benutzen könnte: Amelie ist Lehrerin an einer Grundschule, und die Möglichkeiten, die sich ihr dort bieten, sind nahezu unbegrenzt.«
»Gibt auch sie ihren Schülern Rätsel auf?« fragte ich. Erwin lachte und sagte: »Selbstverständlich. Vor allem aber ist sie eine großartige Märchenerzählerin. Doch davon soll sie dir selber berichten.« „Märchen?“ sagte ich. »Wer erzählt denn heutzutage noch Märchen! Als ich noch nicht zur Schule ging, hatten wir zu Hause eine alte Zugehfrau, die wußte noch welche, und wenn ich ihr lästig fiel mit meiner Quengelei, erzählte sie mir eines. Dabei kam einmal meine Mutter dazu und verbot es ihr. Sie sagte, die Dienstmagd solle mir nicht solche Lügengeschichten in den Kopf setzen. Seither habe ich keine Märchen mehr gehört. Eine Zeitlang war ich damals sehr traurig darüber, aber dann habe ich’s vergessen.« »Auch die Märchen?“ fragte Erwin.
»Erzählen könnte ich keines mehr“, sagte ich. »Ich weiß nur noch, daß sie in einer Welt spielten, in der man mit einem Zauberwort alles gewinnen kann.“ »Und alles verlieren, wenn man es nicht weiß, setzte Erwin hinzu. „Begreifst du jetzt, warum Märchen für uns wichtig sind?«
»Ich fange an zu verstehen«, sagte ich. »Mit Sprache kann man die Wirklichkeit verwandeln, und das kann man aus Märchen lernen. Ist es nicht gefährlich, Kindern so etwas in einer öffentlichen Institution wie der Schule zu lehren? Ich kann mir nicht vorstellen, daß dieser Stoff in den amtlichen Lehrplänen steht, geschweige denn, daß er im Sinn der Leute ist, die diese Lehrpläne gemacht haben.«
»Natürlich ist das gefährlich“, sagte Erwin ungerührt. „Jeder von uns arbeitet auf eigenes Risiko. Das ist übrigens auch so eine Sache, die sich diese Eindeutigkeitsfanatiker in der obersten Sprachüberwachungsbehörde nicht vorstellen können. Seit Menschengedenken und das heißt hierzulande seit der Großen Nationalen Sprachreinigung – lebt jeder ziemlich risikolos, mit garantiertem Mindestgehalt, staatlicher Vollpension und dergleichen. Daß es Leute geben könnte, die aus freien Stücken ein Risiko auf sich nehmen, kommt denen kaum noch in den Sinn, und wenn sie einmal einen erwischen, dann erklären sie ihn für verrückt und schicken ihn ins Irrenhaus oder gar in die Verbannung wie einen Verbrecher. Ich hoffe, du bist dir bewußt, daß schon dein Besuch hier bei mir unter Umständen ein solches Risiko darstellt. Amelie lebt da allerdings gefährlicher, und Herr Franz auf seine Weise auch.«

Ich muß wohl ein bißchen blaß geworden sein, als er das sagte; denn er fügte hinzu: „Du brauchst ja nicht mehr herzukommen. Wir sind kein Geheimklub, der abtrünnige Mitglieder zum Schweigen bringt. Das würde allein schon unseren Zielen widersprechen.«
Bis dahin hatte ich mir in der Tat noch kaum Gedanken darüber gemacht, auf was ich mich hier eingelassen hatte. Sie, liebe Frau Doktor, haben solche Konsequenzen offenbar schon früher als ich überblickt, aber gerade Ihr Brief stärkte mir jetzt den Rücken, und ich schämte mich nun wirklich und mit Grund, daß ich für einen Augenblick aus Angst gezögert hatte, zu dem zu stehen, was ich inzwischen als richtig und notwendig erkannt hatte. Ich sagte also, er solle nicht solchen Unsinn reden, natürlich sei ich bereit, mich zu engagieren, und ich fragte Erwin auch gleich, ob er eine Aufgabe für mich wüßte, der ich mich auf ähnliche Weise wie seine Freunde widmen könne.
»Das hat noch Zeit«, sagte er. »Erst mußt du dich einarbeiten. Wir hatten alle zunächst viel nachzuholen, und das wird bei dir nicht anders sein. Du mußt nur begreifen, daß dies hier kein Elfenbeinturm ist, in dem man ausschließlich zum eigenen Vergnügen Sprachwissenschaft betreibt. Aber das wäre dir mit der Zeit ohnehin klargeworden. Was meinst du denn, wie lange Herr Franz in meinem Badezimmer studiert hat, ehe er es wagen konnte, wildfremden Menschen Rätsel aufzugeben?«
„Wie habt ihr euch eigentlich kennengelernt?« fragte ich.

Erwin und Herr Franz blickten einander an und lachten. „Das war sehr lustig«, sagte Herr Franz. »Erwin kam ins Café, winkte mir, und da ich gerade mit einer Bestellung zur Kasse ging, sagte ich: >Einen Augenblick, mein Herr, ich habe gleich Zeit für Sie.< Als ich dann von der Kasse zurückkam und mich nach seinen Wünschen erkundigte, fragte er mich, ob ich mir dort drüben bei der Kasse Zeit geholt hätte. Ich war ganz perplex und fragte, was er damit sagen wolle. Darauf meinte er, das sei doch ganz logisch: eben hätte ich noch keine Zeit gehabt, und jetzt hätte ich welche. Irgendwoher müsse ich sie mir ja genommen haben.

Im ersten Augenblick dachte ich, ich hätte einen Verrückten vor mir, doch dann begann mir diese Art zu reden Spaß zu machen. >Wenn Sie mir nicht bald mitteilen, was Sie bestellen wollen, wird das bißchen Zeit, das ich eben erwischt habe, schon wieder vergangen sein<, sagte ich also.

Da lachte er und sagte: >Sehen Sie, so ist das mit der Zeit: Man glaubt, sie zu haben, und schon ist sie einem wieder entwischt. Ehe es soweit kommt, bringen Sie mir bitte einen Cappuccino.< Während ich diese Bestellung ausführte, ging mir dieses Gespräch nicht aus dem Sinn, und als ich ihm den Cappuccino brachte, sagte ich: >Da redet man tagaus, tagein über die Zeit und meint zu wissen, wovon man spricht. Dabei hat man keine Ahnung, was dieses Wort eigentlich bedeutet.<

Eigentlich hatte ich nur an diese wie ich meinte Blödelei anknüpfen wollen, aber während ich sprach, merkte ich, daß es mir mit einem Mal ernst damit war. So kam es, daß Erwin mich zu sich einlud.«
»Woher haben Sie eigentlich Ihre vielen Rätsel, Herr Franz?« fragte ich. »Denken Sie sich die selber aus?« »Manchmal schon«, sagte Herr Franz, „besonders seit ich ein bißchen in die Übung gekommen bin. Aber in der Hauptsache stammen sie aus alten Texten, die ich in Erwins Badezimmer studiert habe. Besonders ergiebig sind da Märchen und Sagen.«
»Sagen?« wiederholte ich. »Da können Sie mir vielleicht einen Rat geben«, und ich fragte ihn, ob er dabei je auf die Geschichte von einem gewissen Rudimer Fahlbart gestoßen sei. Erwin horchte auf, als er das hörte, und sagte: »Hadubald zitiert diesen Text an irgendeiner Stelle seiner Grammatik.« »Ich weiß«, sagte ich. »Dadurch bin ich ja überhaupt erst auf diesen Rudimer gekommen. Was ich suche, ist die ganze Geschichte, aus der das Zitat stammt.« Herr Franz dachte einen Augenblick nach und sagte dann: »Ich glaube, da kann ich Ihnen helfen. Es gibt im Badezimmer die Kopie einer alten, nur in Teilen erhaltenen Handschrift von Heldenliedern, Sagatexten und dergleichen, die etwa aus der Hadubaldschen Epoche stammen muß, wenn sie nicht sogar etwas älter ist; denn sie ist noch durchweg in der erhabenen Aussageform abgefaßt. Ich müßte mich sehr irren, wenn in diesem Konvolut nicht auch die Saga von Rudimer Fahlbart enthalten wäre. Sie brauchen nur den Katalog zu Rate zu ziehen; dort ist jeder einzelne Text dieser Handschrift ausgewiesen. Kommen Sie, ich suche den Fiche heraus.«

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Wir waren eben dabei, das Zimmer zu verlassen, als draußen die Türglocke schellte. »Das wird Amelie sein«, sagte Erwin. »Wartet noch einen Augenblick, damit ich Albert mit ihr bekanntmachen kann.“ Er ging an uns vorbei zur Wohnungstür und öffnete. Draußen stand eine zierliche junge Frau sie reichte Erwin kaum bis zur Schulter -, die einen Rucksack auf dem Rücken trug und eine vollgepackte Reisetasche neben sich stehen hatte.

„Servus, Amelie!« sagte Erwin und musterte erstaunt ihre Ausrüstung.“ Willst du eine Reise unternehmen? Komm erst mal herein, du bist ja ganz außer Atem.« »Drei Stockwerke hoch mit diesem Gepäck!« sagte Amelie und trat in den Flur. Erwin nahm ihre Tasche vom Boden auf, schloß die Tür und half Amelie aus den Rucksackriemen, während Herr Franz und ich sie verwundert anstarrten. Schließlich, sagte ich mir, waren wir mitten im Schuljahr, und mir schien es zumindest ungewöhnlich, daß diese Lehrerin sich offenbar anschickte, in die Ferien zu fahren. Während sie den Mantel ablegte, sah sie uns in der Wohnzimmertür stehen. Sie nickte Herrn Franz zu wie einem alten Bekannten, aber bei meinem Anblick schien sie eher zu erschrecken und schaute Erwin hilfesuchend an. »Da steht ja gleich ein ganzes Empfangskomitee bereit«, sagte sie. »Ist der da auch ein Freund?« und dabei blickte sie zu mir.
Erwin legte ihr beruhigend den Arm um die Schulter und sagte: »Das ist Albert, ein alter Studienkollege. Die beiden wollten eben mein Badezimmer benutzen, als du kamst.« Amelie schien erleichtert. „Da kann ich ja offen reden«, sagte sie, ging ins Wohnzimmer und ließ sich erschöpft in einen Sessel fallen. „Jetzt könnte ich erst einmal einen Schluck vertragen«, setzte sie nach einer Weile hinzu. »Ich hatte auf alle Fälle schon ein paar Flaschen bereitgestellt«, sagte Erwin, und zu uns gewendet fuhr er fort: »Euer Rudimer läuft euch nicht davon. Macht es euch bequem! Ich hole nur den Wein und die Gläser.«
Während wir Erwin draußen in der Küche hantieren hörten, konnte ich diese risikobereite Lehrerin in Ruhe betrachten. Sie hatte sich in den Sessel zurückgelehnt und wirkte anmutig trotz der etwas gehetzten Art, mit der sie hier eingedrungen war. Noch immer atmete sie ziemlich rasch und schaute dabei vor sich hin, ohne einen von uns beiden anzublicken. Die Bildung ihrer Mundwinkel verriet, daß sie ein Mensch war, der gern lachte, aber jetzt war der Ausdruck ihrer Augen ernst, ja grüblerisch, und eine steile Falte, die ihre Stirn zwischen den Brauen teilte, erweckte den Eindruck, daß sie sich mit einem Problem herumschlug, für das sie noch keine Lösung gefunden hatte. Inzwischen kam Erwin wieder ins Zimmer, stellte die Gläser auf den Tisch und goß von dem Rotwein ein, den ich schon kennengelernt hatte. Er hob sein Glas und sagte: »Auf dein Wohl, Amelie, was immer auch dich hergeführt haben mag.« Amelie hielt sich nicht weiter mit dem üblichen Ritual eines Weinverkosters auf, nahm einen tüchtigen Schluck und sagte dann mit einem Beiklang von Hilflosigkeit in der Stimme: „Ich bin auf der Flucht.« »Das habe ich schon befürchtet«, sagte Erwin. »Was ist passiert? Erzähl erst einmal!«
Amelie holte noch einmal tief Luft und sagte dann:» Heute nachmittag bekam ich einen Anruf von einem Mitglied des Elternbeirates. Es war der Vater eines Mädchens aus meiner Klasse, mit dem ich schon seit einiger Zeit über meine Märchen ins Gespräch gekommen war, die seine Tochter ihm weitererzählt hatte. Er ist ein biederer Bäckermeister und hat alles andere im Sinn als philologische Probleme, aber diese Märchen hatten es ihm angetan. >Sie sind endlich einmal eine Lehrerin<, hat er einmal zu mir gesagt, die nicht auf alles und jedes gleich eine fertige Antwort bei der Hand hat, sondern mit ihren Geschichten die Kinder selbst zum Nachdenken bringt.« < Sie machte eine fahrige Handbewegung, als wolle sie dieses Lob ihrer Person sofort wieder auf einer imaginären Schultafel wegwischen, und fuhr dann fort: »Ich führe das nur an, damit ihr beurteilen könnt, was das für ein Mann ist. Dieser Bäckermeister rief mich also an und sagte, in der Elternversammlung, aus der er gerade komme, seien Beschwerden gegen mich laut geworden, die sich vor allem gegen meinen Sprachunterricht gewendet hätten. Ich ließe es an der nötigen und auch vom Lehrplan geforderten Eindeutigkeit fehlen, verleite die Kinder zu unnützen Fragen und brächte Texte in den Unterricht ein, die zumindest fragwürdigen Inhalts, wahrscheinlich aber sogar staatsgefährdend und wohl auch verboten seien. Er habe zwar versucht, mein Vorgehen zu entschuldigen, aber er müsse ja vorsichtig sein, damit die Leute weiterhin ihre Brötchen bei ihm kaufen, und so habe er nicht verhindern können, daß eine große Mehrheit der Versammlung beschlossen habe, in einem noch in der gleichen Sitzung abgefaßten Schreiben an die Sprachüberwachungsbehörde eine strenge Überprüfung meiner Lehrmethode zu fordern.

Ihr wißt, was das heißt. Jedenfalls habe ich sofort in aller Eile die notwendigsten Sachen zusammengepackt und bin mit der Straßenbahn hierhergefahren. Ein Taxi war mir zu auffällig. Aber ich habe keine Ahnung, was ich jetzt tun soll.“ »Dich erst einmal von diesem Schreck erholen«, sagte Erwin. »Es ist gut, daß du gleich zu mir gekommen bist. Hast du irgendwelche Unterlagen zurückgelassen, die jemanden belasten könnten?«
Amelie schüttelte den Kopf. »Das bißchen Papierkram habe ich verbrannt«, sagte sie. »Meine Märchen habe ich ohnehin im Kopf.« Bei dieser Bemerkung brachte sie sogar schon wieder ein flüchtiges Lächeln zustande.

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Ich muß Ihnen gestehen, liebe Frau Doktor, daß ich selten einen Menschen so bewundert habe wie diese kaum dreißigjährige Frau, die Tag für Tag in dem Bewußtsein gelebt haben mußte, daß irgendwann einmal dergleichen passieren würde. Als ich ihr etwas dieser Art sagte, zuckte sie mit den Schultern und antwortete: „Auch daran gewöhnt man sich. Wenn man täglich erlebt, wie genau Kinder auf Wörter hinzuhören verstehen, vergißt man zeitweise dieses bißchen Zittern. Nur jetzt, als der Anruf kam, hätte ich beinahe den Kopf verloren. Aber hier“ – und dabei kam ihr Lächeln nun endgültig zum Vorschein-, »wo ich bei Freunden bin, geht’s mir schon wieder besser.
Wahrscheinlich muß ich irgendwo untertauchen.«

„Ich weiß auch schon wo«, sagte Erwin. „Du ziehst erst einmal für eine Weile in das Haus von Onkel Max.« »Du lieber Himmel!« sagte ich. »Lebt der denn noch immer?« „Natürlich nicht“, sagte Erwin. „Aber er hat mir vor seinem Tode das Haus samt dem Inventar testamentarisch vermacht. Ich benutze es als Ferienwohnung oder überlasse es auch schon einmal einem Freund, der sich für eine Weile zurückziehen will oder muß. Amelie ist ja nicht die erste, der so etwas widerfährt. Gib mir mal den Fahrplan herüber! Er steht hinter dir auf dem Bücherbord. Je eher Amelie aus der Stadt ist, um so besser.« Er blätterte im Fahrplan, stellte in aller Eile die komplizierte Strecke zusammen, und als er alle Ankunfts- und Abfahrtszeiten beieinander hatte, sagte er zu Amelie: ,.Wenn du kurz vor Mitternacht am Hauptbahnhof wegfährst, erwischst du in L. gerade noch den Frühbus. Eigentlich müßtest du dann bis zu den Wiesenhöfen fahlen, aber mit all. dem Gepäck kannst du nicht eine Stunde lang über Land marschieren. Steig also eine Station. früher in G. aus und frage nach dem Schulhaus. Der alte Lehrer dort war ein Freund von Onkel Max. Grüß ihn von mir. Er wird dich in seiner Klapperkiste bis zum Haus fahren. Außerdem hast du dann gleich einen Freund in der Nähe, wenn es irgendwelche Probleme geben sollte. Die Zeit wird dir bestimmt nicht lang werden. Onkel Max war ein Märchenliebhaber und hat alles an alten Ausgaben gesammelt, was er auftreiben konnte. Hast du Geld?« »Ja«, sagte Amelie. »Ich habe mein ganzes Guthaben abgehoben, und das reicht mindestens für ein Jahr, und wenn ich sparsam wirtschafte, auch noch länger.«
»Mach dir darüber keine Sorgen«, sagte Erwin. »Dort oben lebt man billig. Im Garten gibt’s Obstbäume und ein bißchen Gemüse. Ein freundlicher Nachbar kümmert sich drum. Er redet nicht viel, aber meine Freunde sind auch seine Freunde. Sein Hof liegt eine Viertelstunde Wegs weiter die Straße hinauf. Dort kriegst du auch Milch, Butter, Eier und dergleichen.« Er blickte auf die Uhr. »Du hast noch eine Stunde Zeit. Ruh dich also ein bißchen aus; später bringen wir dich zum Bahnhof.«
Eine Zeitlang saßen wir alle vier schweigend da und nippten hie und da an unserem Wein. Ich kann Ihnen nur schwer beschreiben, liebe Frau Doktor, wie mir zumute war. Wissen Sie, ich bin durch die vielen Jahre meiner Tätigkeit zu einem eher ordentlichen Menschen mit einem geregelten Tagesablauf geworden. Die letzten Wochen seit meinem ersten Besuch in Erwins Badezimmer hatten diesem langweiligen Dasein zwar schon einen für meine Begriffe ziemlich extravaganten Akzent verliehen, aber was ich hier eben erlebt hatte, empfand ich zunächst als einen irritierenden Einbruch in mein gesichertes Dasein. Mit einem Wort: Ich war aufs äußerste bestürzt, und zwar nicht nur darüber, was dieser schon wieder fast heiter wirkenden jungen Frau zugestoßen war. Ich begriff vielmehr erst jetzt in vollem Ausmaß, daß mir selbst unter Umständen etwas Ähnliches widerfahren könnte. Zugleich aber verspürte ich zu meinem eigenen Erstaunen ein mir bislang völlig unvertrautes Gefühl von Freiheit, etwa so, als habe sich meine vermeintliche Sicherheit unversehens als eine Fessel erwiesen, die mich daran gehindert hatte, das zu tun, wozu ich eigentlich Lust hatte, und das war nun nicht mehr nur ein gedanklicher Vorgang wie bei meiner bisherigen Beschäftigung mit Vor-Literatur, sondern es betraf meine ganze Existenz.

»Ich glaube«, sagte ich laut, ohne mich an jemanden Bestimmten zu richten, »erst jetzt fange ich an zu begreifen, worum es eigentlich geht, wenn ich auch noch keine Vorstellungdavon habe, wohin ich dabei geraten werde.«
»Wäre es denn gut, das schon im voraus zu wissen?« fragte Amelie. »Neulich habe ich in Erwins Badezimmer ein Märchen entdeckt, in dem davon die Rede ist. Eigentlich wollte ich es morgen meinen Kindern erzählen.« »Erzähle es uns«, sagte Erwin. »Vielleicht können wir alle diese Geschichte jetzt brauchen.« »Das könnte schon sein«, sagte Amelie, trank noch einen Schluck und begann:
»Es war einmal ein Bauer, der hatte drei Söhne, und als er in die Jahre kam, begannen sie, ihn zu bedrängen, er solle entscheiden, wem von ihnen er seinen Hof übergeben wolle. Da rief der Bauer seine Söhne eines Tages zu sich und sagte: >Weil ihr nun einmal keine Ruhe gebt, will ich euch auf die Probe stellen, damit ich erkenne, wer von euch am besten zum Hoferben taugt. Binnen Jahresfrist sollt ihr also herausfinden, was das für ein Ding ist, das ich euch jetzt gebe. Bis dahin aber will ich von euch kein Wort darüber hören<, und dabei gab er jedem von ihnen ein Ei. Als das Jahrvergangen war, rief er die drei Söhne zu sich in die Stube und fragte sie, was sie über das Ding herausgefunden hätten. Der Älteste zuckte mit den Schultern und sagte: >Ein Ei ist ein Ei. Ich habe es am nächsten Morgen zum Frühstück gegessen. Was soll man sonst damit anfangen?<
>Schade<, sagte der Bauer. >Nun hast du nichts mehr in der Hand, womit du mir beweisen könntest, daß dieses Ding tatsächlich ein Ei gewesen ist.<
>Da war ich klüger<, sagte der zweite der Söhne und zog das Ding, das ihm sein Vater gegeben hatte, aus der Tasche. Ich habe es in meine Schublade gelegt und dort aufgehoben, damit ich es dir heute zeigen kann. Es ist wirklich ein Ei.< >Das soll ein Ei sein?< sagte der Bauer, nahm es ihm aus der Hand und schlug die Spitze ab. Da quoll aus dem Ding ein dermaßen hanebüchener Gestank, daß es allen in der Stube den Atem verschlug. Der Bauer riß das Fenster auf, warf das Ding hinaus auf den Misthaufen und sagte: >Mehr als dieser üble Geruch ist dabei wohl nicht herausgekommen. < Dann wendete er sich an den dritten Sohn und fragte ihn, ob er ihm sagen könne, was für ein Ding er von ihm vor einem Jahr bekommen habe.
>Das ist eine lange Geschichte<, sagte der Jüngste. >Zunächst habe ich das Ding, das wie ein Ei aussah, einer Henne untergeschoben. Sie hat es ausgebrütet, und aus dem Ding schlüpfte ein Küken, das heranwuchs, und dann war das Ding mit einem Mal ein tüchtiger Hahn. Als ich ihm eines Morgens Körner streuen wollte, hatte ihn in der Nacht der Fuchs geholt. Nur eine schöne Schwanzfeder lag noch da. Die steckte ich mir an den Hut, und so war das Ding nun eine Feder an meinem Hut. Aber die Sache mit dem Fuchs wurmte mich doch. Deshalb lauerte ich ihm auf, und als er wieder um den Hühnerstall schlich, brannte ich ihm eins auf den Pelz, daß er alle viere von sich streckte, zog ihm das Fell über die Ohren und gab es zum Gerben. Nun war das Ding auch noch ein schöner Fuchspelz, denn der Fuchs hatte ja meinen Hahn gefressen.
Das alles geschah um die Zeit der Kirchweih. Ich setzte also abends meinen Hut auf und ging zum Tanzboden. Keiner von den anderen Burschen hatte eine so schöne Feder am Hut, und so schauten sich die Mädchen nach mir um, besonders eines, auf das ich es schon längst abgesehen hatte. Wir tanzten miteinander und merkten auch sonst, daß wir gut zusammenpaßten. Da schenkte ich dem Mädchen den Fuchspelz und fragte es, ob es meine Frau werden wolle. Das Mächen war einverstanden, und so ging ich zu ihrem Vater, um zu erfahren, ob er mich zum Schwiegersohn haben wolle. Da er nichts dagegen einzuwenden hatte, war das Ding jetzt nicht nur eine Feder an meinem Hut und ein Fuchspelz für mein Mädchen, sondern auch noch meine Braut. Sie heißt übrigens Katrin und wartet draußen.<
>Dann bring sie herein, damit ich sehen kann, was aus dem Ding geworden ist<, sagte der Vater. Da ging der Jüngste zur Tür und brachte die Braut in die Stube. Sobald sie über die Schwelle getreten war, blieb sie stehen, hielt sich die Nase zu und rief: >Pfui Teufel! Ist bei euch immer ein solcher Gestank?< >Nein<, sagte der Bauer. >Daran ist dieser Dummkopf schuld, der meint, ein Ei bleibt ein Ei, wenn man es für ein Jahr in die Schublade legt. Mein Jüngster scheint da, wenn ich dich so anschaue, beträchtlich klüger gewesen zu sein; denn er hat immerhin herausgefunden, daß dieses
Ding, das wie ein Ei aussah, inzwischen eine Feder an seinem Hut, ein Fuchspelz für sein Mädchen und nun auch noch seine Braut geworden ist.<
>Wenn das nur schon alles wäre<, sagte der Jüngste. >Nächste Woche wollen wir heiraten, und wenn ich mir vorstelle, daß Katrin ein Kind zur Welt bringt und dieses Kind zu gegebener Zeit so ein Ding in die Hand bekommt, wie du es mir vor einem Jahr gegeben hast, dann mag der Himmel wissen, was noch alles draus werden soll. Ich kann dir jedenfalls noch lange nicht sagen, was das für ein Ding war, das wie ein Ei aussah.<
>Man kann nicht immer gleich alles wissen<, sagte der Bauer. >Aber du sollst meinen Hof bekommen, denn du bist ein Mensch, der sich nicht damit zufriedengibt, daß die Leute dieses oder jenes so oder so nennen.< Und damit ist das Märchen von dem Ding, das wie ein Ei aussah, zu Ende«, schloß Amelie und lachte uns an, als habe sie ihre Schulkinder vor sich.

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Während sie erzählte, begann ich zu bedauern, daß dieses Märchen dem Bäcker und seiner Tochter vorenthalten bleiben sollte. Als ich ihr das jetzt sagte, meinte sie, ich könne das, wenn ich Lust dazu hätte, j:t nachholen und gab mir seine Adresse. Dann war es höchste Zeit, daß wir sie zum Bahnhof brachten. Ich habe Amelie übrigens, da sie in nächster Zeit im Umkreis von L. leben wird, Ihre Adresse gegeben. In ihrer Situation wird es für sie sicher beruhigend sein, eine so vertrauenswürdige Doktorin wie Sie in der Nähe zu wissen, falls sie einmal ärztliche Hilfe braucht.
Als ich später nach Hause kam, habe ich mir das Märchen gleich aufgeschrieben, so lange ich es noch frisch im Gedächtnis hatte.

Am Abend des nächsten Tages habe ich dann in Erwins Badezimmer die Kopie jener Handschrift gefunden, in der die Saga von Rudimer Fahlbart enthalten ist. Leider bricht die Geschichte mittendrin ab (der Rest des Manuskripts scheint verloren zu sein). Im Katalog fand ich aber den Hinweis auf ein nachhadubaldianisches Fragment, daswenn auch in einer späteren, von der ursprünglichen Überlieferung allein schon stilistisch stark abweichenden Version den Schluß der Geschichte wiedergibt. Ich habe versucht, für Sie aus diesen Quellen eine möglichst vollständige Fassung der Rudimer-Saga zusammenzustellen, wobei ich mich im ersten Teil bemüht habe, die durchweg in der erhabenen Aussageform gehaltene Erzählweise zu bewahren und nur die Ihnen sicher schwer verständlichen Wendungen der altertümlichen Sprache vorsichtig in heutige Redeweise zu übertragen. In der Mitte mußte ich dann die beiden Teile zusammenflicken, und ich kann nur hoffen, die Anspielungen der erhaltenen Texte richtig gedeutet zu haben. Insgesamt zeigt die Geschichte recht eindrucksvoll, was unsere Vorfahren von sprachlicher Eindeutigkeit gehalten haben (oder von Menschen, die in dieser Illusion befangen sind), und allein dieser Umstand wäre schon Grund genug, die von einer solch tragischen Verkettung berichtende Saga von Rudimer Fahlbart aus ihrem jahrhundertelangen Schlaf zu wecken. Im Grunde geht es ja hier um einen klassischen Fall tödlichen Mißverständnisses. Am liebsten würde ich Ihnen über die Schulter schauen, während Sie die Geschichte von Rudimers merkwürdigem Schicksal lesen. Da dies leider nicht möglich ist, erwarte ich mit Ungeduld Ihren nächsten Brief.
Herzlichst! Ihr Albert S.

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PS. Beinahe hätte ich vergessen, auf Ihre Frage wegen Erwins Badezimmer zu antworten. Natürlich hat er auch noch ein anderes, das für die in solchen Räumen üblichen Verrichtungen bestens installiert ist. Das zweite, zu dem man durch seinen Kleiderschrank gelangt, liegt genau besehen im dritten Stock des Nebenhauses. Um mehr Platz für die Verkaufsräume im Parterre zu schaffen, hat man dort das Treppenhaus herausgerissen, so daß die oberen Stockwerke seither unzugänglich sind.
Man ist also völlig ungestört in Erwins speziellem Badezimmer und braucht keinen ungebetenen Besucher zu fürchten.
Noch einmal und diesmal endgültig
Ihr Albert S.

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Hier geht es weiter zu Folge 6: Die Sage von Rudimer Fahlbart

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