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Es gab kein Geld, es gibt keins und es wird auch keins geben

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…es gibt doch so geniale Kampfkünste. Der Witz ist: Wenn ich angegriffen werde, lasse ich den Schwung und die Kraft des Angreifers sich gegen ihn selber wenden, indem ich seinem Angriff ausweiche und ihn mittels eines gekonnten Handgriffes über seine eigenen Beine stolpern und sich selber die Knochen brechen lasse. Vladimir Putin macht’s vor. Herrlich.

thom ram 16.03.2014

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Es gab kein Geld, es gibt keins und es wird auch keins geben

Kollektive – unautorisierte – Übersetzung des gleichnamigen Artikels, erschienen am 14. März 2014 auf Putin Today.

Putin muss doch für die bloße Tatsache bei Lebzeiten ein Denkmal gesetzt werden, wie geschickt er diese euro-amerikanischen Gauner mit ihren eigenen Waffen besiegt hat. Dabei war praktisch nichts zu tun. Und warum sollte auch etwas getan werden, wenn alles schon im Voraus gemacht worden war und einfach abgewartet werden musste, bis die hungrige Meute mit aufgerissenem Maul in die vorbereitete Mausefalle kriecht.

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.Geld

In dem Vertrag über die Überlassung dieser allersten Tranche über 3 Mrd. an die Ukraine [von Russland – Anm. der Übersetzer] gibt es eine kleine Phrase, die, seltsam genug, aus dem Artikel 18 des Haushaltsgesetzes der Ukraine selbst stammt.

Im Prospekt der zweijährigen Eurobonds über 3 Mrd. Dollar ist gesagt, dass, “sich die Ukraine verpflichtet“, solange die Papiere im Umlauf sind, „das Gesamtvolumen der Staatsverschuldung und der Schulden, die vom Staat verbürgt sind, auf dem Niveau von nicht mehr als 60 % des jährlichen nominellen BIP zu halten“.

Diese Vorschrift wurde auf Drängen Russlands in die Bedingungen zur Bereitstellung der Tranche aufgenommen.

Und jetzt ergibt sich, dass allein eine kleine Phrase die Pläne der Junta endgültig durchkreuzt, vom Westen auch nur irgendetwas zu bekommen. Nicht zufällig haben sich sogar alle Gespräche über die erbärmliche amerikanische Finanzhilfe von 1 Mrd. US$, die man noch bis Ende Februar erwartet hatte, heute irgendwohin aufgelöst.

Die Rede geht natürlich nicht um die eine oder drei Milliarden. Um das eigene Gesicht zu retten, könnten sie solche Summe schon noch zusammenkratzen. Die Rede geht um viel mehr.

Es ist einfach auszurechnen. 2 Mrd. Schulden für Gas, 3 Mrd. Eurobonds, 12 Mrd. Strafe für den Verstoß gegen das Abkommen für dasselbe Gas. Insgesamt sind das ganze 17 Mrd. Dollar, die nach Russland transferiert werden müssen, bevor auch nur ein Dollar in die Hände der Junta gelangt. Dabei wird sie [die Ukraine] allein für ihren Lebensunterhalt in diesem Jahr nicht weniger brauchen.

Und solche Geldsummen gibt es weder in der EU noch in den USA. Noch lächerlicher ist, dass sogar, wenn die EU rein theoretisch völlig entschlossen ist, die Ukraine an sich zu reißen, sie dieses Geld bei Russland oder China borgen muss. Bei Letzteren, wenn Russland nicht widerspricht. Im Ergebnis muss sich die EU für 30+ Mrd. Dollar freiwillig in russische Schuldknechtschaft begeben, nur um die Handlungsfähigkeit der Kiewer Junta und die eigene Richtigkeit in dieser Frage zu beweisen. Dabei geht dieses Geld sowieso nach Russland.

Solche Idioten gibt es in der EU selbst heute nicht. Und es gibt sie auch in den USA nicht. Der amerikanische Wähler wird nach allen Auftritten der Politiker über «den blutigen Diktator» Putin mit Sicherheit nicht verstehen, warum er aus der eigenen Tasche diesem “Diktator” ein Paar Dutzende Milliarden zurückgeben soll, während ihm selbst ständig etwas gekürzt wird. Mal die sozialen Garantien, mal die Finanzierung der medizinischen Dienstleistungen, mal die Finanzierung der amerikanischen Armee.

Tatsächlich bedeutet dies, dass sich die EU und die USA, als sie das virtuelle Stückchen des ukrainischen Specks verschlangen, in einem Käfig wiederfanden, in den sie für diesen Speck freiwillig gegangen sind, ohne jede Möglichkeit für einen würdigen Ausgang mit glattem Pelz. Wer wird unter diesen Bedingungen an die Ukraine denken? Das eigene Gesicht ist zu retten.

Zur Vollständigkeit des Bildes erinnern wir uns daran, wer was gemacht hat oder faktisch im letzten Monat erklärt hat.

Russland hat juristisch nur zwei Aktionen gemacht. Sie hat den legitimen Präsidenten der Ukraine Janukowitsch bei sich aufgenommen und hat sich selbst erlaubt, im Fall der Fälle Truppen zum Schutz der russischen Bevölkerung in die Ukraine zu entsenden. Ach, hab’ noch vergessen. Es führt auch noch die Olympiade in allen Bereichen erfolgreich durch.

Die Ukraine verlor die Krim. Teils zur Sicherung der Pfründe der Junta schlachtete sie die eigenen Oligarchen aus, indem sie diese mit Versprechungen eines hellen Kreditmorgens fütterten. Sie unterschrieben die eigene Unfähigkeit, auch nur eine minimale Ordnung im Land aufrechtzuerhalten. Sie hat breite Massen der Bevölkerung im Süden und Osten des Landes gegen sich aufgebracht, wenn auch noch nicht genug für die vollkommene Niederlage. Sie überzeugte durch die Unfähigkeit, die eigenen Streitkräfte zu steuern, alle Spezialisten wurden aus der Miliz und Staatssicherheit entlassen und sie wurden durch halblegale (nach der tatsächlichen Steuerbarkeit) bewaffnete Bandenformationen ersetzt. Mit ihren Aufrufen und Handlungen schnitt sie sich die Wege für normale Beziehungen mit Russland vollständig ab. Lautstark hat sie die unverzügliche Bereitschaft des Westens angekündigt, die Junta mit allem Notwendigem zu helfen (womit sie ihm auch ein Bein stellte). Sie hat öffentlich die Bereitschaft erklärt, in die NATO, die EU und außerdem überall, wo sie genommen wird, einzutreten.

Die EU. Hat den Staatsstreich in der Ukraine öffentlich unterstützt. Sie hat Finanzhilfe versprochen (hat sie aber weder gegeben noch wird sie geben, siehe die Gründe höher). Sie hat versprochen, wird aber die Ukraine selbst als assoziierten Kandidaten nicht in die EU aufnehmen (es gibt kein Geld für den Erhalt der Junta). Sie hat freudig die Bereitschaft der Ukraine akzeptiert, der NATO beizutreten, wird sie aber nicht nehmen (wegen des Problems der Krim und der Unmöglichkeit, sich endgültig mit Russland zu entzweien). Hat Russland mit furchtbaren Sanktionen gedroht, kann sie aber nicht realisieren, um nicht auf den Gegenzug zu prallen.

Die USA. Ungefähr das Gleiche, wie mit der EU, nur wird es hier teurer. Die Unmöglichkeit, den Opponenten (Russland) durch politische Methoden zu den ihnen notwendigen Lösungen zu zwingen und gleichzeitig die Nichtbereitschaft zum realen Krieg bedeutet den vollkommenen Gesichtsverlust, der sich in dem Status des Dollars im Laufe von wenigen Monaten widerspiegeln wird.

Das heißt, die Situation ändert sich zum wiederholten Mal grundlegend.

Erst trat Russland für die Einheit des Landes auf und der Westen versuchte, ein großes Stück aus dem Westen an sich zu reißen. Dann aber, leichte Beute witternd, wollte der Westen die ganze Ukraine schon nur für sich, während Russland anscheinend unsicher und schwach um den Einfluss im Süd-Osten kämpfte. Jetzt hat sich Russland wieder die Krim als Preis gegriffen und wird bei völliger Widerstandslosigkeit des Westens die ganze Ukraine mitnehmen, dem bestenfalls übrig bleibt, sich lange den hartnäckigen ukrainischen Guano abzuwaschen, in den er freiwillig bis zu den Ohren hineingekrochen ist. Dabei Russland auf jede Weise überredend, in der Öffentlichkeit weniger an diesen Alptraum zu erinnern.

Wahrhaftig, wenn man ruhig am Fluss sitzt, kann darin die schwimmende Leiche deines Feindes gesehen werden. Das alles haben alle selbst erledigt. Die Junta, die EU, die USA. Ist es nach alldem ein Wunder, dass Russland schwieg, schweigt und weiterhin schweigen wird, bis alle es freundlich bitten werden, die Situation in irgendeiner ihm angenehmen Weise zu lösen? Und das ist nicht Schwäche. Das ist die höchste Manifestation von Kraft.

http://chipstone .livejournal.com

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3 Kommentare

  1. weltohnegeld sagt:

    Bewundernswert dies Logik! Der Westen drückt und Russland zieht. Kriegslist der feinsten Art.

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  2. thomram sagt:

    @weltohnegeld
    In der Tat, in der Tat.

    Ich bedaure, dass ich keine Kampfkunst erlernt habe, eine, welche die Kraft des Angreifers sich gegen ihn selber wenden lässt, indem der Angegriffene am richtigen kleinen bestimmten Ort nur einen kleinen Druck ausübt.
    Putin übt sich in einer Kampfkunst…

    Ich gehe immer davon aus, dass das, was wir mit unserem Körper üben, sich auf unseren Geist rückkoppelt. In meinem Fall ist das zum Beispiel das Orgelspiel. Da hat der Körper was zu tun, das ist komplex. Diese Bewegungsabläufe müssen haargenau sein, damit nicht nur richtige Töne, sondern auch verständliche In ter pre ta tion draus wird. Ich denke, diese Tätigkeit über x tausend Stunden hat meiner Denke geholfen.

    Putin nun. Dieser Schlingel. Der Ken hat in seiner Rede über die Weltsituation fallen lassen, dass er mit Putin – obschon er seine handlungsweise schätzt – nicht unbedingt zusammen ein Mahl einnehmen wollte. Ich schon. Vladimir ist ein Mann, den würde ich löchern. Ich geniesse es, wenn er in Interviews auch persönlichere Dinge betreffend befragt wird, ich geniesse seine Antworten.

    Er scheint es zu können! Das, was ich hier schon einige Male postuliert habe: Die Wesen und Menschen, welche Ziele verfolgen, welche ich für falsch betrachte dann, wenn sie mich / uns angreifen, ihre eigene Macht sich gegen sich selber umzuleiten.
    Ich habe es postuliert, weil ich Menschen, welche Solcherlei beherrschen, stärken möchte. Mir ist das rein gar nicht in die Wiege gelegt worden. Mit Rechhaberei (eine der Stärken meiner Persönlichkeit, haha), auch wenn sie einen noch so wachen Geist hinter sich hat, ist auf dieser Welt (gottseidank) nichts zu bewegen.

    Meine Herren. Darf man hoffen? Darf man hoffen, dass wir die Kurve nur mit Blechschaden kriegen?
    Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling.
    Aber bei jedem Frühling gibt es eine erste Schwalbe, welche kommt…

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  3. luckyhans sagt:

    Da hab ich vorgestern noch gerätselt, wie Herr Kedmi das gemeint hat: „… Aber wenn das nicht gelingt, dann muß das mit Kraft erfolgen, aber mit der Kraft der Bürger der Ukraine und nicht der russischen Armee. …“ (https://bumibahagia.com/2014/03/16/ist-rusland-noch-zu-verteidigen/)

    Nun wird langsam klar, warum die „neuen Herrschaften“ es mit dem Abtransport des ukrainischen Goldes so extrem eilig hatten – sie sehen ihre Felle davonschwimmen und bereiten ihre weitere persönliche „Karriere“ im Westen vor – sie werden wohl „rechtzeitig“ dorthin verschwinden, wenn von dort keine Kohle kommt…

    Ich wage mal einen Ausblick. Ob Rußland die Krim übernimmt oder nicht, ist nicht ganz so wichtig, die läuft ihnen nicht weg, obwohl eine „saubere“ (vom Westen akzeptierte) Übernahme für WWP sehr verlockend sein dürfte – schon allein um die Schwarzmeerflotte endgültig „nach Hause“ zu holen und der „restlichen“ Ukraine zu zeigen, wie (relativ) besser es den Menschen in Rußland geht (d.h. auf der Krim dann gehen wird).
    Nein, entscheidend wird sein, wie sich die Ukrainer künftig verhalten werden, wenn sie merken, wie heftig sie hier von der selbsternannten Putsch-ReGIERung verkackeiert worden sind.

    Die Junta in Kiew hat ja fast alle Fachleute aus allen Bereichen entlassen – es gibt weder eine gesicherte Wasser- noch Stromversorgung noch Verwaltung, noch Müllabfuhr noch sonstwas. Strom und Heizung fast der gesamten Bevölkerung wie auch die Chemie- und Stahlindustrie und manches andere hängen komplett von Erdgaslieferungen aus Rußland ab – dort wachsen die Schulden ständig.
    Weit über 80% der ukrainischen Waren gehen nach Rußland.
    Reale Sicherheit gibt es im Lande nicht mehr – es kann jederzeit überall alles passieren – obwohl bis jetzt alle Horrormeldungen sich als Erfindungen herausgestellt haben…
    Natürlich werden die meisten Leute erstmal noch zur Arbeit gehen, solange es keine Übergriffe der faschistischen Gruppen auf die „einfache“ Bevölkerung gibt und die „normale“ Kriminalität im „üblichen“ Rahmen bleibt – was noch sehr fraglich ist.
    Wenn dann allerdings in 2 Wochen das erste Mal die Löhne nicht ausbezahlt werden, weil die Banken nicht mehr funktionieren, und das Land weiterhin ohne reale staatliche Ordnungsmacht dastehen bleibt, werden die Menschen sicherlich anfangen nachzudenken.
    Von Versprechungen allein wird niemand satt – so ähnlich sind ja vor 6 Jahren auch die „Orangenen Koalierten“ recht still wieder von der Bildfläche verschwunden.
    Sogar die Oligarchen haben ja bewiesen, daß ihnen das (eigene private) Hemd näher ist als die (allgemeine Volks-)Hose, und daß sie nicht in der Lage sind, das Land schnell aus dem Tief herauszuführen. Sie haben nun als Gouverneure die Chance, sich zu profilieren. Wenn sie sich allerdings künftig nicht stärker einbringen, werden sie ziemlich sicher ihre Pfründe an die russischen „Geldsäcke“ (oder den russischen Staat) verlieren – weitere Gaslieferungen gegen bestimmte Industrie-Anteile (Flugzeugbau, Wehrtechnik) wäre ein kluger Deal seitens WWP.

    Wie unsere „braven“ MSM (Hauptströmungsmedien) aus der selbstverordneten hochfinanz-nibelungen-treuen Lügen-be-richter-stattung herauskommen wollen, ohne daß auch der letzte begreift, wessen Lied sie so spielen, sollte ebenfalls ganz interessant werden…

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