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Bali – Religionen und Verallgemeinerungen

In Nusa Dua, Bali, da gibt es ein Areal mit 5 Gotteshäusern. Da stehen, dicht an dicht, jedes Gebäude stilistisch den verschiedenen architektonischen Traditionen folgend:

Ein Hindu – Tempel

Eine reformierte Kirche

Eine katholische Kirche

Ein buddhistischer Tempel

Eine islamische Moschee

Menschen kommen, Menschen gehen, je nach Anlass mehr oder weniger festlich gekleidet, jeder besucht das Gebäude, in welchem er seine Religion bestätigt hört. Mir ist nicht bekannt, dass es jemals Reibereien gegeben hätte.

Verallgemeinernde Schlussfolgerung: Auf Bali leben Menschen verschiedener Religionen friedlich nebeneinander.

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Vor drei Jahren bewohnte meine befreundete Familie, vom islamischen Sumatra stammend, in einer kost kosan (einfache indonesische Miniwohnung) mit balinesischer Besitzerin. Der Familie wurde in dieser Zeit ihr drittes Kind geboren.

Es vergingen nicht drei Wochen, da wurde die balinesische (hinduistische) Besitzerin vorstellig. Klipp, klar und barsch machte sie den muslimischen Eltern klar, dass dieses Kind innert zweier Wochen hinduistisch getauft werden müsse. Wenn nicht, könnten sie ihre Sachen packen.

Verallgemeinernde Schlussfolgerung: Balinesische Hindus sind religiöse Fanatiker.

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Wir beratschlagten nicht lange und waren uns einig: Der Klügere gibt nach, und die Familie organisierte eine hinduistische Taufe.

Verallgemeinernde Schlussfolgerung: Muslime sind Freigeister.

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Eine Frau, welche alleine in einer kost kosan mit einem Muslim als Besitzer wohnte, hatte zwei mal Herrenbesuch von je 20 Minuten. Die beiden Menschen sassen draussen auf dem Sitzplatz der Allgemeinheit. Der Mann steckte einmal kurz die Nase in das Zimmer der Frau, um sich ein Bild zu machen, wie die Frau wohne.

Der Besitzer gab der Frau eine Woche Zeit, um auszuziehen mit der Begründung, er dulde kein Bordell. Als die Frau einzuwenden wagte, sie habe mit dem Mann eine Freundesbeziehung, kein Verhältnis, liess sich der Besitzer zur Erklärung herbei, Allah sehe es nicht gerne, was da laufe.

Verallgemeinernde Schlussfolgerung: Muslime sind religiöse Fanatiker.

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Wir sollten uns immer bewusst sein, dass unser Gesichtsfeld eng beschränkt ist.

Wir sollten uns hüten, von dem, was in unserem engen Gesichtsfeld passiert, Schlüsse auf andere Menschen zu ziehen.

Wir sollten jeden Tag, jede Begegnung, jedes Ereignis als einmalige Situation im Hier und Jetzt annehmen.

thom ram jan 2014

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2 Kommentare

  1. weltohnegeld sagt:

    thom ram,
    deinem letzten Satz kann ich nur beipflichten. Dies sollte man auch manchmal auf die Kommentare anwenden. Welche Geistessprünge könnte die Menschheit schaffen wenn sie das Gute in jeder Beziehung sehen würden und auch auf respektvolle Weise verbreitern würden. Welche Erkenntnisse würden erschaffen werden wenn man die Gegensätze vereint. Ohne natürlich dabei seinen Standpunkt zu verraten. Dies ist absolut nicht nötig. Die verschiedenen Einsichten und Standpunkte sind ja der Motor der Evolution. Perfekt ist nur Gott, das Ganze. Seine Teile sind notgedrungen unrund. Das Abschleifen müssen die Geistfunken selbst vornehmen.

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  2. thomram sagt:

    @WoG
    Uffa. Welche Wohltat, hier zurückzukommen und zu lesen, was du schreibst – etwas mit Hand und Fuss und von Herz und Hirn gesteuert.
    Hab mich eben grad in Lupo bei einem deutschen Scharfschützen in die Nesseln gesetzt und mich Troll und Scheissefliege schimpfen lassen.

    Ich schätze den Umgangston hier, und wie. Dabei haben wir hier unterschiedliche Sichtweisen. Beispiel Kreuzestod. Ziemlich happig, wenn einer sagt, er habe stattgefunden und der andere sagt, nö, es ist eine erfunden Geschichte. Und doch muss keiner den andern als Scheissfliege betrachten. Und SO kommen wir weiter.

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