Geld macht nicht glücklich, bietet aber sanftes Ruhekissen.
Ich stand vor der Auslage des Uhrenladens im Souterrain des Bahnhofs Baden in der Schweiz. Das war vor drei Monaten.
Wunderschöne Uhren für hohe drei- bis vierstellige Beträge. Ich hatte an Kohl gerade genug für meinen Aufenthalt, mehr nicht.
„Solche Uhr ist für mich unerschwinglich.“ Inneres Unbehagen. Ein Gefühl des Mangels schlich sich ein.
Hätte ich Sechs-, gar Siebenstelliges auf meinem konnt oh gehabt…ich hätte keine Uhr gekauft. Ich wollte gar keine Kaufen. Ich habe eine tolle Uhr und das genügt mir vollauf.
Und es stellte sich ein Gefühl des Mangels ein.
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Nächsten Tages erlebte ich eine sehr angenehme Überraschung. Beim Ordnen meiner Sachen stieß ich auf Edelmetall, welches ich glatt vergessen hatte. In Erinnerung kramend fiel es mir wieder ein; ich hatte es vor 16 Jahren gebunkert…und voll, aber voll vergessen.
Ja, und was nun? Ich stand Tags darauf wieder vor der Uhrenauslage. Leicht hätte ich ein schönes Ding erstehen können. Null Motivation. Null Bedürftnis. Aber ein wohliges Gefühl registrierte ich in meinem Bauch: „Ich könnte, wenn ich wollte.“ Gefühl der angenehmen Sattheit, ein Gefühl von Fülle.
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Letzte Woche war ich so knapp dran, daß der Luxus, den ich mir leiste, nämlich Vollkornbrot, Käse, Yoghurt und echter Fruchtsaft unerschwinglich war.
Bah, ich habe Vorräte, und wenn alle Stricke reißen sollten, dann habe ich Haus und Land zum verkaufen. Dieses Bewusstsein half nicht. Etwas in mir warnte und knurrte. Ich nenne es „Anflug von Existenzangst“.
Mir macht es wenig aus, auf diesen Luxus zu verzichten, aber das Bewusstsein, daß er außerhalb meiner Kaufkraft lag, das ließ eben auch wieder aufkommen das Gefühl von Mangel. Gefühl von Mangel ist nicht erkannte Existenzangst. Existenzangst ist nicht erkannte Todesangst.
Warum erzähle ich das?
Hier gibt es einen großen Kaufladen mit reichhaltigem Angebot und moderaten Preisen, I Thon heißt er. Davor steht ein Baum mit Betonring darum herum. Dort sitzt immer mal eine Mutter mit ihrem kleinen Kinde. Sie verkauft Reinigungstüchlein, sowas wie Kleenex, das Päckchen zu 5000 Rupiah. Das sind 26Cent. Pro Verkauf hat sie einen Gewinn von schätzungsweise maximal 10 Cent.
Ich habe nie beobachtet, daß jemand außer mir ihr was abgekauft hätte.
Und warum nun diese Geschichte?
Darum:
Ich versetze mich in ihre Lage.
Die Frau hat kein Moped. Alle Kunden kommen mit Moped oder mit Auto gar. Den ganzen Tag kommen Leut, die haben Moped. Wie ist das so, dies permanent zu erleben? Alle haben. Ich habe nicht.
Krasser: Den ganzen Tag kommen Leut, die gehen in den Laden und kommen bepackt mit Lebensmitteln wieder heraus. Wenn ich dort meinen oben erwähnten Luxus poste, so macht das glatte 200000, gar 300000 aus, also etwas von 9 bis 14 Euro. Zwei Tagesverdienste eines Taxifahrers, Securytis, Bauarbeiters. Die Frau verkauft Kleenex für 25 Cent. Natürlich kaufe ich eine oder zwei Packungen, doch auch ich bin einer von denen, welche aus dem Laden kommen mit Waren, welche für die Frau so unerschwinglich sind wie für mich ein Mercedes.
Sie hat kein gesichertes Tageseinkommen. Sie verkauft Kleenex, abhängig vom Goodwill vergleichsweise reicher I Ton-Kunden. Kleenex gibt es auch im Laden. Pro Tag, so schätze ich, holt sie maximal einen Euro herein. Das ist eine reichliche oder sind zwei kärgliche Mahlzeiten. Nix Miete, nix Gas, nix usw.
Ich rede aber vom Lebensgefühl.
Wie fühlt sich jemand, der umgeben ist von Leut, welche sich leisten können, was weit über das hinausgeht von dem, was man selber wahrlich nötig hätte.
Ärmste unter Ärmsten, das ist sehr schlimm, doch fühlt man sich nicht unmittelbar benachteiligt.
Aber als Ärmster unter vergleichsweise Wohlhabenden hockend, kaum ein Kleenex an den Mann bringen könnend???
Wer dabei nicht in Gefühl des Mangels absinkt, den würde ich als Meister bezeichnen.
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Gestaltet Euch einen wunderschönen letzten Tag des wilden Jahres 2025.
Salute und allenfalls pro sit!
Thom Ram, 31.12. Jahr 13 des Neuen Zeitalters NZ
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Noch ist Ungerechtigkeit das Markenzeichen der Erde – aber wer von uns (bis auf durchgefärbte Ideologen) setzt schon auf kommunistische Strukturen, um dies zu ändern? Ist ja immer nur ein Großbetrug gewesen, der am Ende zu Versklavung und Menschenausrottung führen soll, weil eine bestimmte Klientel sich die gesamte Erde einverleiben will und dabei den Schöpfer durch ihren Angebeteten ersetzen möchte.
Soziale Verwahrlosing, äußerste Lieblosigkeit haben viele Schattierungen, hier eine davon:
https://www.bild.de/regional/berlin/u-bahnhof-drama-sterbender-in-berlin-bestohlen-6953ccd04a45863a679f443a
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Dieser Zustand ist auch unerträglich und trotzden sehen so viele weg, als würde es nicht existieren:
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Portemonaie- Französisch
Portmoney English-Port Money Der Hafen für das Geld(Brieftasche)
Passagier-eine Passage mit dem Schiff
Passport Ein Pass für den Hafen
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Die Geschichte der Frau ist inkonsistent.
Sinnlos etwas zu verkaufen wofür es keinen Markt gibt, was offensichtlich überteuert ist. Wer dann doch etwas verkauft fällt in die Kategorie „Bettler“. Wer „Bettler“ bedient nimmt Druck aus der Gesellschaft und verfestigt damit die Sklaverei im Ganzen.
Wir haben 3 Jahre mitten in Dresden mit ca. 350,-€ pro Monat (da gehen Nebenkosten noch weg) als Familie mit 4 Kindern gelebt. Ohne dass etwas gefehlt hätte. Derzeit sind es ca. 650,-€ pro Monat für 6 Menschen!
Liebe Grüße aus Dresden
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Korrektur: Derzeit sind wir ca. bei 700,-€ pro Monat.
Liebe Grüße aus Dresden
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Ein „Systemgegner“ der auf Fratzenbuck verkehrt-wie viel Blödheit toleriert das Universum?
Mein Gefühl gab mir von Anfang an recht. Ein Dummhansel.
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Michael 18:07
Überteuert? 26 Cent seien überteuert? Wie kommst du darauf?
„Sinnlos etwas verkaufen.“ Sicher hättest du der Frau weisen Rat.
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Es gibt noch mehr Dinge, die Hänsel so schreibt, die auffallen…
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Thom Ram
01/01/2026 um 21:20
Wenn ich schreibe „Inkonsistent“ dann muss mindestens ein fundamentaler Fehler vorhanden sein!
Die Frau verkauft Reinigungstücher, welche sie nicht selbst herstellte. Sie muss diese also vorher kaufen. Wenn sie diese verkaufen will, mit Gewinn, müssen sie teurer als im Einkauf sein.
Kaum einer kauft bei ihr, es ist also kein Bedarf vorhanden.
Eine Möglichkeit wäre noch, dass diese vorher gestohlen wurden, dass will ich nicht unterstellen. Zumal derartiges durch universelle Gesetzmäßigkeiten geahndet wird.
Prinzipiell ist es im heutigen Zeitalter der Supermärkte und des Onlinehandels absurd zu verkaufen (außer zubereitete Lebensmittel, aber selbst da), es sei denn, man will sich von Dingen trennen, die zu schade zum Wegwerfen sind. Selbst reguläre Einzelhändler merken das und schließen massenhaft ihre Läden.
Dieser Frau würde ich nichts raten, es sei denn, sie bittet darum. Dann würde ich ihr den selben Rat geben, wie auch dem Milliardär, der vor Dekadenz und Dummheit nicht mehr gerade aus gehen kann:
„Denke nach, denke so lange, bis Du „Gott“ (Natur des Seins) gefunden hast. Wenn er Dir erscheint, wirst Du sehen was wirklich zählt im Leben, denn dann siehst Du die Natur des gesamten „Erdballs“, den unendlichen Überfluss, und Du siehst Deine Unsterblichkeit in den Augen der Kinder, jedes neugeborenen Babys. Diese Priorisierung der Wahrheit, natürliches sein, muss jetzt nur noch gelebt werden, immer mit der Zielsetzung „Völlige Freiheit für alle Kinder“, dann wird es Dir an nichts mangeln.
Wer sich dagegen zum Sklaven des Geldes macht, zum Diener (aus Mangel an Materiellem) oder zum Gebieter (aus Mangel an Geist) der wird ewig in der Irre gehen und Leid und Gewalt anziehen und vervielfältigen!
1845 „Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern“, so alt, aber keiner will es verstehen!
Liebe Grüße aus Dresden
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Rednik 22:05
„Denke nach, denke so lange, bis Du „Gott“ (Natur des Seins) gefunden hast.“
Ja. Verzapf das mal solcher Frau.
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Thom Ram
04/01/2026 um 18:37
Du bist nicht verantwortlich was jemand versteht, annimmt oder umsetzt. Du bist nur der, welcher Wahrheit priorisiert und setzt. Und bitte, warum soll eine Frau, welche näher an Natur dran ist, als die hiesige „zivilisierte“ Bevölkerung“, nicht verstehen, wenn man vom Prinzip der Natur, welche um sie herum wächst und gedeiht, spricht?
Liebe Grüße aus Dresden
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