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112. von 144 ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Hat Kindheit ein Ende? – Am Ende der Welt

Eckehardnyk, 19 Oktober NZ 9

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Wo immer du hinreist: Das Ende der Welt wirst du nie, nie erreichen. Dennoch existiert es an exponierter Stelle in gewissen Märchen und Sagen, und will uns was sagen. Doch wie alles aus diesem Stoff gibt es das weder zum Anfassen noch zu kaufen, sondern um es zu sein. Das Ende der Welt erreichst du nicht mit deinem säugetierhaften Leib, sondern du bist es mit deiner menschlichen Seele.

Nur dort hört die Welt, in der du Angst hattest, auf, wo du dich traust, du selbst mit der Seele zu sein. In der Regel ist dort nicht viel los, deshalb paßt das Bild vom Ende der Welt ganz gut da hin. Es ist auch gar nicht erforderlich, sich ständig mit Bewußtsein dort aufzuhalten. Tut es jemand doch, könnte er bald den Kontakt zur äußerlichen Welt verlieren und als Eigenbrödler oder verrückter Hagestolz irgendwo eingeliefert werden. Es kommt nur darauf an, einmal dort gewesen zu sein und seinen Schatz und „alles was dazu gehört“ dort in Empfang genommen zu haben.

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Manchem Menschen gelingt es schon in Kindheit oder Jugend, am Ende der Welt anzukommen und sich eine Erkenntnis über das eigene Wesen da abgeholt zu haben. Solche Momente gehen äußerlich unbemerkt und zeitlich meist rasch vorbei. Ihre Wirkung ist deshalb nicht weniger nachhaltig. Es gibt Menschen, die danach zeitlebens auf eine weitere „Selbsterfahrung“ verzichten können und einen niemals endenden Vorrat an Erfahrungen und Eindrücken, aus der äußeren Welt stammend, zu Weisheit verarbeiten. Andere brauchen im Lauf ihres Lebens ein einschneidendes Ereignis, vielleicht einen Unfall mit Beinahtod, Wiederbelebung oder wochenlangem Koma, damit sie eine tiefgreifende Änderung ihrer Einstellung bekommen. Wieder andere machen jahrelang Analyse und kommen irgendwann zu einem Weltende-Erlebnis, das endlich die „Heilung“ bedeutet. Unsern Vätern und Großvätern ist es häufig im Krieg so gegangen, manchen erst in der Gefangenschaft oder beim Schock ihrer Heimkehr.

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Das heißt, die Kindheit kann sehr früh, nicht direkt ein Ende, sondern ein Nadelöhr haben, das natürlich in jedem Lebensalter auftreten kann. Das weist uns auf ein Geheimnis: Es gibt der Kindheiten zwei! Die eine läuft innerhalb der wie auch immer benannten Entwicklungsphasen ab, hängt mit dem Reifwerden des Körpers zusammen und betrifft grundsätzlich alle gesunden Kinder. Diese Kindheit wird um das Alter von 14 Jahren als beendet betrachtet und geht ins Jugendalter über. Rückfälle in frühere Kindheitsepochen, sogenannte Regressionen, die anhaltend auftreten, sind dabei Alarmzeichen, denen Krankheitsstatus eingeräumt wird, beispielsweise, wenn jemand als 15-Jähriges wieder und dauerhaft im Schlaf uriniert, am Daumen lutscht oder exzessiv Nägel kaut. Krankhaft oder gesund – diese Art von Kindheit hat einen Verlauf.

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Die andere Art von Kindheit hingegen ist die Fähigkeit, auch im hohen Alter noch Kind zu sein, wie man das heiteren Greisen gern nachsagt. Diese Form der Kindheit hat anstelle des Verlaufs einen Auftritt, womöglich in jeder Lebensphase, obwohl sie bei den „Alten“ besonders deutlich zum Vorschein kommt. Die Voraussetzung dafür haben diejenigen Menschen, in deren Bewusstsein der „Schatz vom Ende der Welt“ aktivierbar geblieben ist. Ein manchmal latentes, aber stets zugriffsbereites Interesse an Allem, was ist, blieb ihnen bis ins hohe Alter lebendig. Das neugierige Forschen und Weiterkommenwollen, das unaufhörliche alles Prüfen und das Beste Behalten, steckt in solcherart groß gewordenen „Kindern“. Leider ist es bei so vielen Menschen verschwunden, als wäre es verschüttet. Sie „sehen alt aus“, weil ihnen als Kind das Ende der Welt verborgen oder vorenthalten blieb.

© 🦄

eah

25. Februar 1999 und 19. Oktober 2021


4 Kommentare

  1. Natali sagt:

    Sehr, sehr schön, und sooo wahr… vielen Dank!! Love&Light, Natali

    Gefällt 1 Person

  2. eckehardnyk sagt:

    Dank an die Lesenden. Ein Text bietet die Bedeutung, die wir ihm innerlich einräumen (vergleiche oben „Ähnliche Beiträge, 3. von links)

    Gefällt mir

  3. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

    Gefällt 1 Person

  4. palina sagt:

    „oder exzessiv Nägel kaut“ macht ja unser Hosenanzug. Das nur nebenbei.

    „Es gibt der Kindheiten zwei! Die eine läuft innerhalb der wie auch immer benannten Entwicklungsphasen ab, hängt mit dem Reifwerden des Körpers zusammen und betrifft grundsätzlich alle gesunden Kinder. Diese Kindheit wird um das Alter von 14 Jahren als beendet betrachtet und geht ins Jugendalter über.“
    Und hängt auch mit der Entwicklung der Seele und des geistigen zusammen. Nennt Steiner das 2. Jahrsiebt.

    Bis dahin kann „erzogen“ werden. Alles andere was danach geschieht, hängt mit dem Karma des Kindes zusammen. Die Eltern sollten wissen was Gottvertrauen bedeutet. Denn das ist jetzt angebracht.

    Wer im hohen Alter noch dankbar ist, Demut kennt und Welt-Interesse zeigt, der hat das auch als Kind erfahren. Biographie ist wie ein roter Faden.
    Was am Anfang war kommt am Ende wieder.

    Nun ist das das aber nicht unweigerlich so.
    Wer das erkennt hat die Möglichkeit an sich zu arbeiten und das bewusst aufzugreifen.

    Vielen Dank Ecky für deine guten Beiträge.

    Mein Ansinnen und meine Erkenntnis war schon immer: halte die Kinder von möglichst allem fern, was die Aussenwelt betrifft.
    Dazu zähle ich Fernsehen, einkaufen, Radio im Auto, Gespräche die nicht für Kinderohren bestimmt sind und alle Erlebnis Parks und Erlebnis Bäder.

    Gehen wir mit ihnen raus in die Natur.

    War damals schon schwierig.
    Ist heute noch viel schwieriger. Aber wer bewusst ist wird immer Wege finden, die Kinder nätürlich aufwachsen zu lassen.

    Gefällt 1 Person

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