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110. von 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Bündnisse

Eckehardnyk – 24. September NZ 9

An Väter und väterlichen Part spielende Mütter

1

In allem, was deine Kinder vorhaben, in allen Verabredungen steckt also eine Art Garantie für die Zukunft. Selbst dann, wenn Pläne und Blütenträume nicht alle reifen, weil sich widrige Umstände zwischen Traum und Wirklichkeit geschoben haben, sind vorausgedachte Unternehmungen von Bedeutung für die Kraftentfaltung eines jeden Menschen. Du kannst deinem Kind zu solchen Energieschüben durchaus verhelfen, indem du seine Pläne ruhig mit anhörst und in keiner Minute an der Realisierbarkeit zweifelst. Nur dann wirst du auch in solche Vorhaben eingeweiht, bei denen echte Gefahr droht. Dann bist du natürlich als Verhinderer von Schlimmerem aufgefordert, deinem Nachwuchs brauchbare Aufklärung zu geben.

2

Das kann dadurch geschehen, daß du bestimmte Hilfsmittel , beispielsweise deinen Armeerevolver nicht herausrückst. Doch verweigerst du das, ohne zu riskieren, daß dein Sprößling ihn entwendet oder auf dem schwarzen Markt Ersatz besorgen läßt? Dazu brauchst du Kenntnis seiner Seelenlage, seiner inneren Wahrheit. Wir haben ja schon über Wahrheit gesprochen und dabei erkannt, daß sie die große Glocke nicht liebt; weshalb solch ein Gespräch zwischen forderndem Kind und zurückhaltendem Elternteil diskret und möglichst unter vier Augen zu führen ist.

3

Denk an unsere oben besprochenen Zeitalter. Solange dein Kind noch im „heroischen Zeitalter“ (siehe 18. von 144) steckt, möchte es zwar Taten begehen. Es möchte sich und anderen Mut und Geschicklichkeit beweisen; nicht nur dir, euch, den Eltern, sondern seiner Gruppe, Peer-Group, Bande, Clique, seinem Club. Es verfügt aber neben seinem berechtigten, natürlichen Tatendrang und seiner Intelligenz, die es gebraucht, um das auszuprobieren, was es bisher gelernt hat, über keinerlei Übersicht, geschweige denn Erfahrung, bezüglich der Folgen seines Tuns. Wenn es so eine Idee hätte, in einem verlassenen Steinbruch etwa Schießübungen abzuhalten, würde der heranwachsende Jugendliche nicht nur an die physikalischen Bedingungen denken, die er eventuell im Unterricht oder aus einem Medium mitbekommen hat?

4

Alle unerwünschten Nebenwirkungen, vom Querschläger bis zum Imponiergehabe wie: Mal jemandem einen Schrecken einjagen, würden doch ausgeblendet, um den Hauptspaß nicht zu verderben. Erst schmerzliche Ereignisse, die sich schicksalhaft einmischen, würden das erzieherische Element beitragen. Auf deine elterliche Einwirkung hin könnte ein ungünstiges Ergebnis zwar vermieden werden, aber bei solchen Sachen solltest du im voraus aufmerksam reagieren: Auf Gefahren allzu sehr hinzuweisen oder ihretwegen ein Verbot durchzusetzen könnte als Ausrede, Besserwisserei, Feigheit oder autoritäres Gehabe mißdeutet werden und dich vom Mitwissen solcher Aktionen künftig ausschließen.

5

Klüger wäre es, auf die innere Situation des heranwachsenden Menschen einzugehen. Du sagst: Egal wie sorgfältig ihr das Gelände absichert und wie vernünftig ihr euch anstellt – für solche Schußwaffe braucht der Mensch ein umfassendes Gespür für das, was alles Folge ihres Gebrauchs sein könnte, und dazu müssen bestimmte Hirnfunktionen erstmal aktiviert worden sein. Das kann bei euch in diesem Alter nicht der Fall sein, wofür ihr nichts könnt: In zwei oder drei Jahren geht ihr mit einem ganz anderen Gefühl an dieselbe Sache, und darauf kommt es an: Ihr werdet Verantwortung empfinden, wo ihr jetzt nur Tatendurst habt.

6

Auf die Wahl des Beispiels und der Worte brauchen wir nicht weiter einzugehen; das ist jeweils deine, eure Sache. Hier ist von Bedeutung, daß euer Kind begreift, daß ihr seine Verbündeten seid, auch wenn und gerade weil ihr ihm das begehrte Schießeisen verweigert. Ihr schließt unwillkürlich mit eurem Kind ein diskretes Bündnis, indem ihr es teilnehmen lasst an seiner Entwicklung zum selbstbestimmten Menschen. Da es dann unbewusst spürt, dass es in euch jeweils einen starken Verbündeten erfährt, der den Mut hat, die Verwicklungen, in die ein junger Mensch geraten kann, zu teilen, zu durchschauen, wird sein Benehmen anfangen – weise zu werden.

© 🦄 (eah)

23. Februar 1999 und 24. September 2021


2 Kommentare

  1. Mujo sagt:

    Kinder sind Entdecker Freudig. Sie möchten vieles Ausprobieren was in der Welt so ist. Auch um heraus zu finden wer sie sind und sein möchten. Und vor allem ihre Eltern zeigen das sie dies können. Denn die meisten Kinder möchten so sein wie die Eltern bereits sind. Bis sie groß genug sind und ihre eigenen wege gehen.

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  2. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

    Gefällt 1 Person

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