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Eine weise alte Sufi-Geschichte

von Angela, 17.01.2021

“Es waren einmal zwei Männer, die genau das gleiche Essen bekamen, nur hatte der eine zwei Schalen, während der andere nur eine besaß.

Der Mann mit den zwei Schalen unterteilte das Essen in Süßes und Bitteres und legte das Bittere in die eine Schüssel und das Süße in die andere.

Der Mann mit nur einer Schale mischte natürlicherweise das Bittere mit dem Süßen durcheinander.Mit der Zeit wurde der erste Mann immer dünner und schwächer, während der zweite, der genau das gleiche Essen bekam, täglich gesünder wurde. Schließlich sah der erste Mann den Tod kommen und fragte den anderen verzweifelt, was das Geheimnis seiner Stärke und Vitalität sei.

“Du hast zwei Schalen,” sagte dieser, “in der du Bitteres von Süßem getrennt und dich nach deinen geschmacklichen Vorlieben gerichtet hast. Du hast dem Essen nicht erlaubt, dich mit seinem eigenen inneren Leben zu erhalten.

Doch ich hatte nur eine Schale und vermischte also alles miteinander, ich wurde nicht von meinen Geschmacksnerven an der Nase herum geführt. Was immer mir gegeben wurde, das habe ich einfach angenommen und es hat nicht aufgehört, mich ständig zu nähren, Gott sei gedankt.”

Der erste Mann erhob sich von seinem Totenbett und mit großer Anstrengung nahm er eine der Schalen und zerbrach sie in 1000 Stücke. Von nun an aß er dankbar aus der übrig gebliebenen Schale sein Essen, das ihm sein Freund gab und wurde wieder heil. „

Auszug aus „The Forgotten Language #5 „

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Wer einseitig denkt, alles  ablehnt, was nicht in sein Konzept passt, versäumt die Hälfte des Lebens , denn etwas außen zu trennen, bedeutet auch innen geteilt zu sein. Das  Schöne und das Hässliche, das Süße und das Bittere, beide Polaritäten gehören zum  Leben.

Wer alles in gut und schlecht einteilt, in Gott und den Teufel, in Himmel und Hölle, in Licht und Dunkelheit  wird eines Tages auch zweigeteilt sein. Man sagt, Gott sei Licht, doch wer ist dann die Dunkelheit?  Gibt es denn zwei Götter, den Gott des Lichts und den Gott der Dunkelheit?

Wer so denkt, ist gespalten und folglich sieht er auch das ganze Universum als gespalten an.

Einer unserer größten Fehler besteht darin, dass wir stets glauben, nur das Gute, oder das, was wir dafür halten,  verlangen zu dürfen. Unsere Illusionen sind oft die größten Feinde unserer Lebensfreude. Zu unserem Erdendasein gehören nun einmal Freude UND Leid. Auch Krankheit, Schicksalsschläge und der Tod gehören dazu. Wenn wir uns das einmal bewusst  gemacht haben, können wir erkennen,  wie das Leben wirklich IST.  Erst dann werden wir fähig sein, jeden Augenblick der Freude in unserem Leben auszukosten und sind  dadurch besser gegen das unvermeidliche Leid gerüstet. Wir erfüllen unser Leben mit Bewusstheit.

Goethe sagte einmal : „Leid macht den Menschen empfänglicher, tiefere Zusammenhänge zu ahnen.“ Am Leid müssen wir also nicht zerbrechen, wir können an ihm wachsen, einsichtiger- und reifer werden.

Die Dinge kommen auf uns zu, nur wir Menschen glauben, dass das, was geschieht, allein nach unseren Ego-Vorstellungen eingerichtet werden kann. Welche Vermessenheit und welch gefährliche Illusion! Indem wir Abschied nehmen von diesen Illusionen , fällt eine große Last von uns ab. 

Befreiung erfasst uns,  wenn wir uns mit dem Strom unseres Lebens einverstanden erklären. Worüber könnten wir dann noch depressiv werden?  Alles ist einfach so, wie es ist und der tiefere Sinn dahinter verbirgt sich hinter äußeren Geschehnissen.

Angela


8 Kommentare

  1. yvonne52 sagt:

    Stimmt.

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  2. Stephanus sagt:

    …mehr als Yvonne kann ich auch nicht dazu sagen 🙂

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  3. petravonhaldem sagt:

    mir sind gestaltungsfreie Tage im fatalistischen Badewasser auch oft angenehm 🙂 🙂

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  4. Angela sagt:

    @ PvH

    Du verwechselst Fatalismus mit Weisheit.

    Angela

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  5. Ignifer sagt:

    Liebe Angela,

    wieder einmal ein wunderbarer Artikel, der sehr klar aufzeigt dass manche Probleme, die man zuvor unter bestem Willen zum Guten wenden wollte, erst durch eine einseitige Sicht der Dinge überhaupt manifestiert wurden und werden.
    Und zwar die Sicht, die für sich in Anspruch nimmt es besser zu wissen und dementsprechend sein Gedankengut meint anderen überstülpen zu dürfen, bzw. sogar zu müssen.

    Ob es uns nun gefällt oder nicht – wir werden uns mehr als je zuvor mit beiden Aspekten der momentanen Entwicklungen und Ereignisse konfrontiert sehen und nur wer jetzt kluge Entscheidungen fern ab von Ideologien, übersteigertem Ego und vor allen Dingen fern ab von Angst trifft, der kann das was kommt (bzw. schon da ist, nur halt noch nicht völlig sichtbar) auch gut überstehen.

    Zwingen kann man keinen – auch nicht jene, die in bester Absicht Kündigungen gegen Mitarbeiter aussprechen (auch wenn dies mittlerweile vom Verfasser relativiert wurde) die sich impfen lassen wollen.

    Jeder Mensch ist in einem individuellen Stadium von Bewusstsein und das hat man zu respektieren, auch wenn es uns schmerzt und wir es nicht verstehen können. Es steht jede Info zur Verfügung und wer etwas in Erfahrung bringen möchte, der wird diese Quellen auch finden.

    Ich gehe nicht mit allen Aussagen konform, aber Gor Rassadin hat nicht ganz unrecht.
    Trump ist nicht die Rettung – er ist ein Schlüssel.

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  6. petravonhaldem sagt:

    @ PvH
    Du verwechselst Fatalismus mit Weisheit.
    Angela

    ohhh, das wäre allerdings wahrlich fatal .
    Da ich aber nicht wirklich weiß, was weise ist, musste ich es als fatal erleben

    Gefällt 1 Person

  7. Angela sagt:

    Liebe Ignifer, ich stimme mit Deinem Kommentar voll überein.

    Trump ist für viele eine „Symbolfigur, ein Retter der Welt“, wie Rassadin sagt,( es hat fast etwas Religiöses…. ) aber er sagt auch: “ Lasst uns aufhören, Mythen zu produzieren, die Hoffnung machen. Es ist gut, wenn wir keinen vermeintlichen Retter haben, denn dann ist es an uns, etwas zu TUN. “

    Vielen Dank für dieses Video, ich kannte es noch gar nicht.

    LG von A n g e l a

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  8. griepswoolder sagt:

    Wenn er vesucht hätte das Kriegsrecht zu verhängen, hätte man ihn schon kurz danach seines Amtes enthoben. Schon im Dezemer gab es keine Chance mehr, Man kann zwar behaupten, das man irgendwelche Trümpfe (Beweise) hat, aber wenn man dann aufgefordert wird diese vor Gericht zu präsentieren, sollte man auch echte Trümpfe haben. Sonst kommt heraus, das man die ganze Zeit nur geblöfft hat.

    Man sollte auch seinem Vize hoch anerkennen, oder wenigstens respektieren, das er nicht dem Wunsch von Trump nachgegeben hat, sondern sich nach den Bestimmungen in der Verfassung gerichtet, also seine Befugnisse nicht überschritten hat. Auch wenn das ihn möglicherweise einer Chance beraubt hat, 2024 selber republikanischer Präsidentschaftskandidat zu werden. Ob man das als Verrat an Trump behaupten soll ? Ich würde eher sagen sein, denn Trump hat doch wohl auch auf die Verfassung geschworen. Trump hätte ehrlich anerkennen sollen, das er verloren hat, dann hätte er 2024 es erneut versuchen können. Aber so will doch jetzt kaum noch einer mit ihm oder seinen Firmen zu tun haben und sucht nach Möglichkeiten bestehende Verträge zu kündigen. Selbst seinen geliebten Golfplatz in Florida möchte man ihm kündigen, obwohl das nicht so einfach sein würde, wie ich las.Auch Großspender ziehen sich zurück. Der größte ist sowie verstorben. War natürlich einer vom „auserwählten Volk“. Vielleicht hat er auch deshalb soviel soviel für Israel getan. Eine Hand wäscht die andere, wie man so sagt.

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