bumi bahagia / Glückliche Erde

Startseite » WISSENSCHAFT / TECHNIK / TECHNOLOGIEN / FORSCHUNG » Astronomie » Kosmos » Eltern, Kind und Kinderstube 56. von 144 Perlen vor die Säue?

Eltern, Kind und Kinderstube 56. von 144 Perlen vor die Säue?

56. von 144 Alles was recht ist!

Eckehardnyk

1

Was recht ist soll recht bleiben; aber was ist recht? Was ist link? Ein linkes Ding? Offenbar hat das Etwas recht machen was mit Gut machen zu tun. Da kommt auch gleich das Wiedergutmachen hinzu.

2

Mit dem Guten hatten wir ja schon bemerkt, hat es so seine Bewandtnis: Es geht rasch vorüber. Es steckt in den Gelegenheiten oder die Chancen stecken in ihm. Es gehört Gefühl dazu, die passenden Möglichkeiten für das Gute zu bemerken. Außerdem gehört ein „glückliches Händchen“, die rechte Hand, dazu, auch wenn man Linkshänder ist. Wozu sagt man „Alles, was recht ist!“?

3

Bleiben wir doch in der Kinderstube. Dort herrscht gerade Chaos, weil nichts am rechten Ort zu sein scheint.

Das Zimmer gleiche einem Schlachtfeld, meint vielleicht jemand, der dazukommt. Nun willst etwa du das in Ordnung bringen? Perlen vor die Säue: Teuer angeschafftes Spielzeug und deine kostbare Zeit! Aber du bestimmst die Lebensweise in deinem Haus, also auch im Kinderzimmer. Alles was recht ist! Wo kämen wir da hin? Du merkst vielleicht schon: Recht hat mit Macht zu tun, die man nur nicht so genau durchschaut. Ja, wo kommen wir da hin?!

4

Es gibt zwei Wege, auf denen du „hinkommst“: Auf dem einen machst du dich ans Werk und „räumst auf“. Die Hälfte der Sachen wandert auf den Speicher oder in den Müll oder wird für einen Geschenkeschrank aufgehoben, aus dem dann andere Kinder, die weniger haben, „beglückt“ werden sollen. Wenn du es geschickt anfängst, hilft dir dabei sogar dein Kind. Doch wie lange hält diese aufgesetzte Ordnung vor? Wie oft musst du aufräumen, was dir nicht wirklich gehört?

5

Auf dem anderen Weg lässt du mal das Spielzimmer auf dich wirken und nimmst dein Kind dazu mit. Es darf auch spüren, wie dir zumute ist und dann auch selber äußern, was in ihm vorgeht. Du brauchst vielleicht eine Stunde Zeit, wenn du das zum ersten Mal machst. Dabei solltest du von niemandem und keinem Telefon unterbrochen werden. Du gehst Stück für Stück mit ihm durch. Es soll von jedem Ding sagen, was es von ihm hält, was es bedeutet. An manchen Sachen hängt es mehr, da hörst du ganze Geschichten und im nächsten Moment schon ist Kind in ein neues Spiel damit verwickelt. Doch halte hier ein, damit es dir zu allen Sachen was erzählen kann. Lass es die bedeutenden Stücke herausnehmen und ihnen gleich an einem guten Platz eine „Wohnung anweisen“[1]. Es ist ein großer Unterschied, ob Sachen, zu denen dein Kind eine Beziehung hat, irgendwo „rumfahren“ oder rechtmäßig „wohnen“, also seßhaft sind.

6

Nur in Bezug zu einem seßhaft gewordenen Spielzeug läßt sich auch von seinem rechten Ort reden. „Alles was recht ist“ bedeutet so viel wie: Laß die Kirche im Dorf, also am Platz, wo sie hingehört. Das Angehörigsein haben wir schon öfter als Dreh- und Angelpunkt des rechten Kindseinkönnens angesprochen.[2] Hier geht es darum, daß dein Kind in seinem Handeln auf die rechten Taten kommt. Gehört das, was es tut, zu dem, was gerade gespielt wird? Oder steigt es bei nächster Gelegenheit[3] aus? Ein Abbild einer aufgeräumten Kinderstube sind Handlungen, die zueinander passen. Deswegen ist das behutsame, aber sehr bewußte Eingehen auf seine Sammlungen und deren Ordnung lebensentscheidend in Beziehung zu seiner Empfindung „was recht ist“. Ja, „besammle“ dich mit ihm, wie die Schweizer sagen würden, wenn sie zu einer Versammlung gehen. Nur in einer solchen Besammlung kannst du „Recht sprechen“, das bedeutet im Kinderzimmer jeder Sache ihr Recht, ihren Platz, ihre „Wohnung“ zukommen lassen. Gerechtigkeit „wohnt“ im Gefühl, gerade deshalb konnte sie in der Gewohnheit eines Volkes zum „Recht“ werden, wonach erst später abstrakte Paragrafen einer Rechtsordnung wurden.


© 🦄(eah) 13. Dezember 1998 und 1. Juli 2020[1] So könnte dieses Spiel heißen. Aber machen Sie Ihre Erfahrungen selbst. Sie können auch von der einen Geschichte ausgehend, alle dazu gehörigen Teile zusammen bringen und ihnen einen gemeinsamen „Wohnort“ in den Ablagemöbeln zuerkennen.[2] 14.-16., 19., 24., 30.-32. von 144. Und weitere Kapitel werden es zeigen.[3] Genauer: Ist es der nächsten Ablenkung gegenüber gewachsen, sein Spiel fortzusetzen?


2 Kommentare

  1. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: