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Zum Sonntag / Carlos Kleiber / Vierte Brahms

Ich schätze mich glücklich. Habe ich doch den gerade noch erwischt, nach 72 Lebensjahren. Den? Den Carlos Kleiber. Ich hatte ihn bis zur Stunde nie gesehen. Tontechnik, Kameratechnik, Internet und haha natürlich euch Bayern sei Dank.

Alle grossen Brähmser hörte ich schon im Mamabauch und den Windeln, sie sind mir ein Teil meiner seelisch-geistigen Heimat hier in dieser Inkarnation. Danke, grosser Bruder Johannes du.

Ja, und nun dieser Carlos Kleiber, österreichischer Abstammung, in Berlin geboren 1930 und die Ebene wieder gewechselt 2004 in Slowenien.

Ich bin gebannt, wenn ich Claudio Abbado zuschauen darf. Abbado und Mahler. Das ist Apéro, Vorspeise, Hauptspeise, Nachspeise und alles was noch dazugehört in Einem, war mir A und O.

Und nun kommt mir doch Carlos Kleiber auf den Schirm und haut mich auf derselben schieren Metaebene um. Mannmann. Er lässt die Musiker musizieren, horcht ihnen, sie bestätigend, er bestimmt nur den Punkt dann, wenn für die Präzision des grossen Orchesters unbedingt notwendig. Guter Leser, schau hin und horche. Sagenhaftes widerfähret dir. Du siehst in ihm die gemalte Musik.

Ich stelle den Dirigenten über die Musik? Bah. Natürlich nicht. Doch fasziniert mich ein jedes Handwerk. Gute Handwerker verrichten Göttliches. So Carlos Kleiber.

In Dankbarkeit und mit Herzensgruss in unsere wundergute Runde.

Thom Ram, 25.04.NZ8 (Neues Zeitalter, im Jahre acht, da wir auch heute Geschenke unserer Vorfahren geniessen dürfen)

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Nachtrag.

Es sind fast zwölf Uhren, und eben ging ich rauf, um den vergessenen Mofaschlüssel runterzuholen. Komang (Papa von Agus), der diese Nacht Wache schiebt, war dortens, und er war begeistert. Wovon? Ausnahmsweise hatte ich den Brahms über Bose (knurr, nur eine Minikiste) donnern lassen, nicht diskret über Kopfhörer. Und Pak Komang, Balinese aus einfachsten Verhältnissen vom Lande, Pak Komang, der dichte europäische Musik nun mal einfach null nicht noch nie gehört hatte, der sagte mir, die Musik eben sei soooo gutschön gewesen, er sei runtergekommen, um sie genauer zu hören.

Dasselbe ist bei Suri welche ich seit 8 Jahren kenne, welche hier Haushof bestellt, ebenfalls aus sogenannt einfachsten Verhältnissen stammend. Wenn ich einen Mozart auflege, dann hebt sie ab, sagt, sie fühle sich irgendwo, so etwa wie in einem Paradies.

Natürliche gesunde Menschen, würde ich sagen, und des Weiteren meine ich, Mozart und Brahms gucken herunter und blinzeln uns allen zu.

Freu!

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8 Kommentare

  1. Thom Ram sagt:

    Lach. Sehe gerade, dass ich mal wieder mal was kompoletto vergessen habe. Oben steht geschrieben: „Carlos Kleiber /Concertgebouw Orchestra / Beethoven 4/7“. Hatte den Mann also doch schon mal aufm Schirm. Selig die kein Gedächtnis haben, zwar erinnern sie sich nicht des Guten, doch leiden sie auch nicht an Erinnerungen an das Schlechte….so tröste ich mich.
    LoL. Zu komisch.

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  2. Löwenzahn sagt:

    Mann o Mann, welch wunderschöne Musik.
    Da geht’s ja voll ab!
    Danke ThomRam für den Genuß – bin zwar voll groggy und müde, aber das will ich mir noch anhören: für gute Träume!… auch tagsüber 😉

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  3. Löwenzahn sagt:

    Bravo!

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  4. Thom Ram sagt:

    Also der Freischütz ist nun meine Musik nicht. Doch was Kleiber will, und wie er es zum Ausdruck bringt…göttlich. Bringe Orchestermusiker zum lächeln, und sie werden ihr Allerbestes geben. Beispiel Minute 19ff. Kööstlich.

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  5. Löwenzahn sagt:

    Lieber ThomRam,
    abgehen im Sinne eines inneren Zwiegespräches, zwischen Bangen, Hoffen, Befürchten; einer emotionalen Leichtigkeit gedanklich nachgehend, in den Abgrund der Tatsachen befürchtend schauen oder hingewiesen werden, jedoch nicht zerschmettert, sondern wieder optimistisch hoffend, dem Schönen entgegenblickend können. Eine mich emotional sehr ansprechend entspannende Komposition. Liegt aber wohl an Brahms… UND an dem sehr feinfühligen Dirigenten. Somit Danke für die Erinnerung an zeitübergreifende Musik, die, wie Du ja schriebest, sogar kulturübergreifend das menschlich Innerste zum Anhalten und Zuhören veranlaßt; je nach dem was zum Schwingen gebracht wird. Perlen der klassischen Musik, ein Kulturerbe! Sozusagen ein Eichmeter für die inneren Balance. Fundgruben urmenschlich seelischer Regungen mit Einflußnahme auf die innere Taktung allen Lebens. Für jedes Temperament, für jede Stimmungslage das passende Musikstück auffindbar. Die “Mühe“ der Suche lohnt!
    Daher von meiner Seite nochmals Danke schön!

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  6. Thom Ram sagt:

    Löwenzahn 18:19

    Gelungen, wie du Wort aus der Musik ziehst. Chapeau.

    Soeben habe ich Pak Komang den Wunsch erfüllt, habe Kompi und Lautsprecher nach unten geschleppt, und wir haben fast die ganze Symphonie gehört und geschaut. Er war von A bis Z gebannt.

    Wenn ich in Berlin Gäste hatte, so kam es vor, dass ich einen Mozart auflegte. Zuverlässig kam nach fünf Minuten:“Thomas, ist ja gut und recht. Hast du nicht was Fetzigeres?“
    Wenn Suri hier arbeitet und ich lege mal Mozart auf, kommt von ihr stets, sinngemäss:“Diese Musik bringt mich in andere Sphären. So gut ist sie, diese Musik.“

    Beide hatten früher nie europäisch tiefgreifende Musik gehört. Ich meine, beide haben eben offene Ohren und Gemüter.

    Ach ja, der Agus (10). Wenn es beim Brahms einen explodierenden Kulminationspunkt gab, dann verjagte es ihn fast vor begeistertem Lachen….:-)

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  7. Löwenzahn sagt:

    Ach ja, der Agus (10).
    Wenn es beim Brahms einen explodierenden Kulminationspunkt gab, dann verjagte es ihn fast vor begeistertem Lachen….:-)

    DAS ist der Knackpunkt
    und vorzüglich beobachtet.
    Das Kompliment gilt DIR!

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  8. pewi71 sagt:

    Hat dies auf sprachen-reisen-spirituelle-inspirationen rebloggt und kommentierte:
    Wer die Gnade empfängt wird schöpferisch…

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