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Zum Sonntag / Arthur Rubinstein mit offenem Visier

Dieser Tage lauschte ich Arthur Rubinsteins Wiedergaben göttlich musikalischer Inspirationen. Ich kenne heutige Pianisten, welche  komponierte Musik anders, indes auf demselben Level von Inspiriertheit spielen können. Die Meisten der Heutigen zeigen ihre Emotionen beim Spielen auch per Körpersprache. Rubinstein tat dies kaum, betrachte ich sein Gesicht, sehe ich kaum etwas von dem, was er wahrlich aus dem Flügel zaubert. Das beeindruckte und irritierte mich immer ein bisschen.

Du möchtest Arthur Rubinstein mit emotional offenem Visier erleben? Hier. Mein heutiger Fundus. Solltest du auch nur eine kleine Affinität zu Mensch und Menschsein, zu imaginärem Denken, zu Vitalität und…zu Musik von Bach bis Messiaen haben, ha, Arthur Rubinstein dreht in diesem Interview auf…ich habe bislang nicht gewusst, dass er sich auch „ausserhalb des Klavierspieles“ zeigen kann. Faszinierend.

Thom Ram, 16.11.07

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7 Kommentare

  1. ri0607 sagt:

    Sehr beeindruckend – vielen Dank!

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  2. christinasuriya sagt:

    Ich habe nur das 1. Video angeschaut bzw. gehört. Und von dem, was er in Englisch sagte, verstehe ich höchstens ein Viertel. Und trotzdem: allein, wie er mit den Händen und Fingern die Tasten berührt und darüber streich(el)t , ist sehr aussagekräftig, sehr berührend. Danke!

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  3. Kunterbunt sagt:

    Habe mir die beiden wunderbaren Interviews angehört, danke!
    Schön, verdeutlicht Rubinstein, es habe nichts mit dem Volk zu tun, wenn er ein zwiespältiges Verhältnis zu DE empfinde.

    Arthur Rubinstein erwähnt Mozart mehrmals und zählt ihn seltsamerweise zu den deutschen Komponisten [und Komponistinnen]. Auf Komponistinnen werde ich an anderer Stelle später noch eingehen. Gerade die fünf Jahre ältere Schwester von W.A. Mozart komponierte selber auch und beriet ihn gerne bei seinen Kompositionen. Sie pflegten ein gutes Verhältnis zueinander, er schätzte sie sehr. Ich wage zu behaupten, dass man bei manchen Werken auch ihren Namen hätte nennen müssen. Zu dieser Jahreszeit, ca. Okt.-Nov., vor 228 Jahren beendete Mozart sein letztes Konzert:

    Wolfgang Amadeus Mozart, Konzert für Klarinette und Orchester in A-Dur (1791)
    Das Konzert KV 622 wurde ein-zwei Monate vor seinem Tod vollendet.
    .https://www.youtube.com/watch?v=YT_63UntRJE&t=35s – 31:05
    Iceland Symphony Orchestra mit brillanter Klarinettistin
    – Allegro (0:27)
    – Adagio (12:58)
    – Rondo (Allegro) (20:07)
    Ich finde, klassische Klarinette passt sehr gut zur Herbst-, Advents-, Winterzeit.

    Hier ein paar Dinge, die vielleicht nicht so bekannt sind, die Mozarts betreffend. [Quellen: Wikipedia und andere]

    Wolfgang Amadeus (Pseudonym!) Mozart (getauft Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus!), geb. am 27. Jänner 1756 in Salzburg, Fürsterzbistum Salzburg, gestorben am 5. Dezember 1791 in Wien, Erzherzogtum Österreich, war Musiker und Komponist der Wiener Klassik. Während eines Italienaufenthaltes tauschte der 14-jährige Wolferl „Theophilus“ in „Amadeo“ um. Später nannte er sich und unterschrieb durchwegs mit Wolfgang Amadé. ‘Wolfgang Amadeus Mozart‘ wurde er erst nach seinem Tod genannt. Mit 26 heiratete er die Mannheimerin Constanze Weber in Wien. Mit ihr bekam er sechs Kinder, von denen nur zwei überlebten. Die beiden Söhne Carl Thomas und Franz Xaver Wolfgang blieben kinderlos, weshalb es heute keine direkten Nachfahren gibt. Sein umfangreiches Werk genießt nach über 225 Jahren weltweite Popularität und gehört zum Bedeutendsten im Repertoire klassischer Musik.
    Wolferl war das siebte Kind seiner Eltern, aber erst das zweite, das überlebte. Im Alter von vier Jahren erhielt er vom Vater Musik- und allgemeinbildenden Unterricht in Klavier, Violine und Komposition, zusammen mit seiner fünf Jahre älteren Schwester Maria Anna Walburga Ignatia. Vater Leopold brachte ihnen desweiteren Lesen, Schreiben und Rechnen bei und unterrichtete sie neben Deutsch in Französisch, Latein, und Italienisch.
    Mozart wurde 35 Jahre, zehn Monate und neun Tage alt. Davon tourte er 3720 Tage = 10 Jahre, zwei Monate und acht Tage durch die (heutigen) Länder Belgien, Deutschland, England, Frankreich, Italien, Niederlande, Österreich, Schweiz, Slowakei und Tschechien an über 200 Orten. In der Öffentlichkeit hat sich später das Klischee vom „armen Mozart“ durchgesetzt, was nicht der neueren Forschung entspricht. Nach heutigen Maßstäben war Mozart ein Großverdiener. Dennoch war er, bedingt durch seinen Lebenswandel, oft in finanziellen Nöten. Für ein Engagement als Pianist erhielt er nach eigenen Angaben „wenigstens 1000 Gulden“ (seiner Magd bezahlte er – als Vergleich – einen Gulden pro Monat). Zusammen mit seinen Klavierstunden, für die er jeweils zwei Gulden berechnete und seinen Einkünften aus den Konzerten und Auftritten, verfügte er über ein Jahreseinkommen von rund 10.000 Gulden, was nach heutiger Kaufkraft etwa 125.000 Euro entspricht. Dennoch reichte das Geld nicht für seinen aufwändigen Lebensstil, so dass er oft andere, z.B. Logenfreunde, um Geld bat. Er bewohnte große Wohnungen und beschäftigte etliches Personal, außerdem hegte er – so wird (unbewiesenermaßen) angenommen – eine Leidenschaft für Karten- und Billardspiele mit hohen Einsätzen, wodurch er große Summen verloren haben könnte. Der wertvollste Einzelposten seiner Hinterlassenschaft waren laut Verlassenschaftsverzeichnis nicht die zahlreichen wertvollen Bücher oder Musikinstrumente in seinem Besitz, sondern es war seine teure Kleidung. Mozart starb nicht in Armut, sein Billardtisch, der zu jener Zeit ein luxuriöses Statussymbol war, gibt Zeugnis von Mozarts durchaus gehobenen Lebensumständen im Jahr 1791. „Hitziges Frieselfieber“ als Folge einer viralen Halsentzündung war die offizielle Todesursache, umrankt von zahlreichen Gerüchten.
    18 Jahre später heiratete seine Frau Constanze einen dänischen Diplomaten, behielt aber die Ergänzung „Mozarts Witwe“ immer in ihrem Namen.

    Nannerl Mozart, eine der besten Pianistinnen in Europa
    .https://www.youtube.com/watch?v=937Oe2L-4Ik – 2:50

    Maria Anna Walburga Ignatia Mozart, später von Berchtold zu Sonnenberg,
    (* 30. Juli 1751 in Salzburg; † 29. Oktober 1829 Salzburg vor 190 Jahren)
    Nannerl trat in ihrer Jugend mit ihrem Bruder Wolfgang Amadeus Mozart europaweit als Pianistin in Konzerten auf und spielte bereits mit elf Jahren die schwersten Sonaten und Konzerte auf dem Klavier. Obwohl sie genauso wie ihr Bruder über ein außerordentliches musikalisches Talent verfügte, trat sie umständehalber nie aus dessen Schatten heraus. Dies lag an der ausbleibenden Förderung ihres Vaters, der sich vollkommen auf Wolfgang fokussierte, nachdem Nannerl das heiratsfähige Alter erreicht und damit – nach der damaligen Ansicht – andere Ziele zu verfolgen hatte. Somit sind von ihr nur kleine Tonsatzübungen überliefert, aber keine Eigenkompositionen, da sie sich in späteren Jahren auf ihre Familie und ihre Tätigkeit als Klavierlehrerin konzentrierte. Nannerl mochte ihren Bruder genauso, wie er seine Schwester – seine Königin, die »nicht gleich über jeden Dreck weinen« sollte und der er »hundert Schmatzerl auf ihr wunderbares Pferdegesicht« schickte. Er schätzte ihr literarisches und musikalisches Urteil. Nachdem ihr Vater einer Ehe mit dem Kammerherrn Franz Armand d’Ippold nicht zugestimmt hatte!, ging sie mit 33 eine Vernunftehe mit dem 15 Jahre älteren Johann Baptist Reichsfreiherr Berchtold von Sonnenburg (1736–1801) ein. Ihr Mann brachte fünf Kinder aus zwei Ehen ein, und sie gebar drei Kinder. Nach dem Tod ihres Mannes 1801 kehrte sie mit ihren beiden noch lebenden Kindern Leopold und Jeanette nach Salzburg zurück und war dort eine sehr geschätzte Klavierlehrerin. Im Alter von 74 Jahren erblindete sie. Nach ihrem Tod – vier Jahre später – wurde sie auf eigenen Wunsch auf dem Petersfriedhof in Salzburg begraben. Von der Mozart-Familie hatte sie das längste Leben. (Wiki u.a.)

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  4. Kunterbunt sagt:

    Musik und Porträts von Wolfgang und Nannerl Mozart
    .https://www.youtube.com/watch?v=eo-yEhKrnD4 – 2:20

    Die beiden Geschwister begeisterten auf langjährigen Europareisen mit ihrem Spiel das Publikum. Mit 16 Jahren war Nannerl »heiratsfähig« und durfte anschliessend nicht mehr als Wunderkind gelten. Vater Leopold ging nunmehr mit Wolfgang allein auf Reisen. Sie blieb zu Hause und musizierte allenfalls in halböffentlichem Rahmen, Leopold ihre Kompositionen ignorierend. Nach dem Tod der Mutter führte Nannerl den Haushalt ihres Vaters. Sie verliebte sich in den Direktor der Salzburger Pagerie, Franz d’Ippold, aber Leopold suchte ihr einen verwitweten Reichsfreiherrn aus, so dass sie 1784 Salzburg verlassen musste. Ihr Empfindungsraum wurde auf diese Weise ebenso beschnitten wie ihr Bewegungsspielraum. In St. Gilgen fehlten Nannerl das Theater und die Musikangebote ihrer Geburtsstadt. Nach dem Tod ihres Mannes 1801 zog sie wieder nach Salzburg, gab dort Klavierunterricht und kümmerte sich um die Gesamtausgabe der Werke ihres Bruders. Wäre Nannerl gar eine ebenso weltweit bedeutende Komponistin geworden, hätte sie ihr Vater weiterhin gefördert wie ihren Bruder und nicht geradezu gebremst in ihrem Schaffen?
    (Aus Pusch/Gretter, Berühmte Frauen: 300 Portraits, Band 1, 1999)

    Mozart’s Sister – Official US Trailer
    .https://www.youtube.com/watch?v=rvgiq5nKO6A – 1 :59

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  5. ri0607 sagt:

    Kunterbunt, 17/11/2019 UM 03:14

    „Arthur Rubinstein erwähnt Mozart mehrmals und zählt ihn seltsamerweise zu den deutschen Komponisten [und Komponistinnen].“

    Die Zuordnung Mozarts zu den deutschen Komponisten durch Arthur Rubinstein ist korrekt.

    Österreich gehörte seinerzeit zur „Deutschen Nation“, genauer zum „Heiligen Römischen Reich deutscher Nation“. Bayern, Preußen, Böhmen oder Österreich etc. waren Teile dieses Reiches deutscher Nation. Österreich stellte mit Franz II. den letzten Kaiser dieses Reiches, das 1806 von Napoleon abgeschafft wurde. Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts entwickelte sich ein Machtkampf, welches der „deutschen Länder“ die Führungsrolle in einem neu zu gründenden 2. Deutschen Reich übernehmen sollte. Dieser Machtkampf gipfelte 1866 schließlich im sogenannten „Deutschen Krieg“ mit den Hauptgegnern Österreich und Preußen, den Preußen bekanntlich für sich entschied und 1871 zur Gründung des „2. Deutschen Reiches“ führte, leider unter Ausschluß Österreichs, das dann erst im 3. Deutschen Reich wieder eingegliedert wurde, nachdem nach Ende des 1. Weltkrieges eine von beiden Seiten gewünschte „Wiedervereinigung“ zwischen Österreich und dem Deutschen Reich von den WK1-Siegermächten untersagt worden war.

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  6. Kunterbunt sagt:

    Mozart bleibt ein Wunder – ich würde sagen, eher ein Rätsel

    Wolfgang Amadeus Mozart schuf insgesamt 626 Kompositionen, obwohl er – auch für die damalige Zeit sehr früh – mit nur 35 Jahren verstarb. Im Alter von zwölf Jahren hatte Mozart bereits drei Opern komponiert, sechs Sinfonien und Hunderte anderer Werke. Seine Genialität hat nicht nur seine Zeitgenossen beeindruckt, sondern wirkt bis heute in seinen einzigartigen Kompositionen nach. So die Sprachregelung…

    626 : 30 = >20 Kompositionen pro Jahr ab 5 Jahren. Ist sowas überhaupt möglich?

    Als Wolferl zwölf war, war seine Schwester 17, ging nicht mehr mit auf Musikreisen, sondern blieb ohne eigentliche Aufgabe von 16 bis 33 zu Hause.
    Für mich ist es wahrscheinlicher, dass sie zuhause [ebenfalls] komponierte als dass er auf seinen Musikreisen mit immerwährenden Ortswechseln zu den abendlichen Vorträgen hinzu so viel allein komponierte.
    Vielleicht war ja ihre „Heiratsfähigkeit“ ein Vorwand, sie daheim zu behalten, weil sie so genial begabt war, zumal Nannerl ja eben erst mit 33 zwangsweise verheiratet wurde 🎵

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  7. Kunterbunt sagt:

    Wann war Österreich Deutschland?
    Das 1804 ausgerufene Kaisertum Österreich (das damals auch Ungarn und Böhmen umfasste) war mit seinem westlichen Teil von 1815 bis 1866 Teil des Deutschen Bundes und bildete ab 1867 mit dem nun eigenständigen Königreich Ungarn die Österreichisch-Ungarische Doppelmonarchie.

    Welche Länder gehörten zur Doppelmonarchie?
    Zur Doppelmonarchie gehörten Österreich, Ungarn, Tschechien (ohne das Hultschiner Ländchen), die Slowakei, Slowenien, Kroatien, Bosnien, Herzegowina sowie Teilgebiete von Rumänien, Montenegro, Polen, Italien, Serbien und der Ukraine.

    Wann war Österreich Teil des Deutschen Reiches?
    Das nationalsozialistische Regime gliederte Österreich 1938 dem Deutschen Reich ein. Der 13. März 1938 gilt juristisch als Datum des „Anschlusses“. Österreich war nun völkerrechtlich Teil des Deutschen Reiches, die Bundesregierung Seyß-Inquart amtierte jedoch als Österreichische Landesregierung unter der Aufsicht der Reichsregierung weiter. Seit 1945 ist Österreich wieder eine unabhängige, seit 1955 souveräne Republik, die 1995 der Europäischen Union beitrat.

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