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Sonderbares Rußland? 4

(LH) Heute nun eine weitere Portion unsortierter Meldungen aus dem russischem Medienraum in kurzen Zusammenfassungen. Und es sind Meldungen, die vor allem aus der Zeit VOR der wichtigen Rede Putins stammen…

Luckyhans, 22. Februar 2019
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22. Putins Rede an die Welt 2019

Sicher wird kaum jemand meinen, daß die anderthalb Stunden Rede Putins vor der Bundesversammlung für die Anwesenden bestimmt waren – denen sind die genannten Fakten längst bekannt. Nein, diese Ansprachen sind für die Weltöffentlichkeit bestimmt, klare Sache.

Und diesmal ging es auch ohne Trickfilme von neuen Waffensystemen ab. Denn die Nachrichten des vergangenen Jahres haben gezeigt, daß die Trickfilme vom März 2018 keine Tricks enthielten, sondern nur tatsächlich in Entwicklung und Erprobung befindliche Systeme.
Auch wenn deren Serienproduktion vielleicht noch einige Jahre auf sich warten lassen wird und nur dann gestartet wird, wenn sie auch wirklich in größerer Zahl benötigt werden.

Insofern sind die Lästereien mancher Lückenmädchen, daß doch das Jagdflugzeug der 5. Generation SU-57 nach wie vor nur in Einzelstücken vorliegt und noch keine Serienbestellung der russ. Luftwaffe da ist, während die F-35 von Lockheed-Martin seit Jahren schon in Serie läuft, völlig fehl am Platze: die Probleme mit den verschiedenen Ausführungen der F-35, die in der Serie (auf Kosten der Kunden) erst ausentwickelt wird, sind inzwischen weltweit bekannt. Und dieses traurige (weil weitgehend nicht funktionierende) Erzeugnis wird nur mit brachialem politischem Druck in die „verbündeten“ Märkte gepreßt.
Wie ein evtl. Luftkampf beider „5. Generation“-Flieger real ausgehen wird, muß sich zukünftig erweisen. Bisher jedenfalls haben die Amis vor allem drittklassige Produkte mit erstklassigem Marketing verkauft…

Aber diesmal hat sich „Putin“ auf die Innenpolitik konzentriert – nur die letzten 20 Minuten von den 1,5 Stunden waren der Außenpolitik gewidmet.
Und da wurden der russischen Regierung und Gesellschaft Aufgaben gestellt, die sich wohltuend von der „westlich“ üblichen Umverteilung der Reichtümer vom FLEIßIG nach GELDREICH unterscheiden: hier verteilt der russische Staat klar andersherum.
Wer sich informieren will, in englisch bitte hier entlang – sehr zu empfehlen, für alle!

23. Russische Neoliberale aufgepaßt!

Ja, es nähern sich die Zeiten, wo es keine Tabus mehr geben wird, was die „Unantastbarkeit“ bestimmter neoliberaler Frontleute angeht. Der erste Kracher wurde am 12. Februar bekannt: die sog. „Höchste Schule für Ökonomie“, die Kaderschmiede des neoliberalen Nachwuchses Rußlands, seinerzeit gegründet noch von Jegor Gajdar, wird aktuell einer Überprüfung unterzogen.
Dabei wird nicht nur geprüft, ob die Schule, deren Budget mit dem einiger autonomer Kreise Rußlands vergleichbar ist, alle Steuern gezahlt hat, sondern die russische Hochschulaufsicht prüft auch gleich mal, ob alle Lizenzen für alle Fachstudien rechtzeitig beantragt und erteilt wurden.

Pikant an der Sache ist vor allem, daß der Direktor dieser Schule Jaroslaw Kusminow der Ehemann der Chefin der (rothschild-kontrollierten) Russischen Zentralbank Elvira Nabiulina ist, die möglicherweise einige wertvolle Hinweise zur Steuervermeidung beigetragen haben könnte.
Und bekannt ist auch, daß diese HSfÖ nicht nur aktiv an der Übersetzung und Verbreitung der neoliberalen Dogmen in Rußland tätig war, sondern auch in mehrere Pädophilen-Skandale verwickelt ist.

24. „Unantastbare“ aufgemerkt!

Ein zweiter Knaller war am 15.2. – zur gleichen Zeit, da in Sotschi das große internationale Investment-Forum lief – die Inhaftierung des Gründers der großen Investmentgruppe „Baring Vostok“, Michael Calvi, der des Betruges angeklagt wird.
Geboren 1967 in Wisconsin, VSA, trat Calvi 1994 als einer der Manager des „
Baring Vostok Private Equity“ Fonds auf, leitet seitdem alle Baring Vostok unterstehenden Fonds und lebt seit einigen Jahren in Rußland.
Zusammen mit ihm wurden 5 weitere Mitarbeiter verhaftet, darunter der Franzose Philippe Delpal.

Selbstverständlich haben sich alle bekannten russischen Neolibs, wie Tschubais, Gref, Dmitrijew, Titow, demonstrativ auf die Seite Calvis gestellt, während Kreml-Sprecher Peskow dazu aufrief, die Gerichtsverhandlung abzuwarten.
Calvi ist schon der zweite VSA-Bürger (nach Paul Wheelan), der strafrechtlich verfolgt wird.
Und vor allem ist es ein Signal an den neoliberalen Teil der Eliten.

25. Was ist mit Rußlands Wirtschaft?

Trotz Sanktionen alles am laufen – angeblich zu erkennen an den im Jahre 2018 um 23% gewachsenen konsolidierten Steuereinnahmen – insgesamt 21,3 Billionen Rubel, darunter als größter Posten 4,1 Bio. Gewinnsteuern.

Und das bei ungebremstem Kapitalexport durch die „Neureichen“, deren Off-Shore-Kapital etwa zweieinhalbmal so groß ist wie alle Bankdepositen innerhalb Rußlands zusammen. Und von denen in den vergangenen 13 Jahren ca. 20.000 Dollar-Millionäre und -Milliardäre ihren Wohnsitz nach außerhalb Rußlands verlagert haben, ähnlich wie vor gut 100 Jahren die russischen Großgrundbesitzer, was die Ereignisse von 1917 zur Folge hatte.

Russische Ökonomen versteigen sich sogar zu der Aussage, daß Regierung und Zentralbank gemäß den IWF-Vorgaben alles tun, um die russische Wirtschaft an einem Wachstum zu hindern: das Finanzministerium erhöht Steuern und Akzisen, während die ZB die Zinsen erhöht und das Geld verknappt.
So ist es ihnen gelungen zu organisieren, daß die Realeinkommen der unteren 90% der Bevölkerung seit 1980 um 15% gesunken sind, während die obersten 0,001% das 250fache kassieren.
Höchste Zeit für Putins Rede – siehe Punkt 22.

Dagegen sehen die Aussichten für die internationale Wirtschaft ganz anders aus – das „Project Syndicate“ sieht vor allem den Handelskonflikt zwischen China und den VSA als großes Risiko an. Wie auch den Konflikt zwischen beiden Ländern um die Firma Huawei, obwohl der britische Geheimdienst herausgefunden haben soll, daß die G5-Netze von Huawei genug Hintertürchen enthalten, um auch dort Informationen abzugreifen.

Auch im Westen mehren sich unter Ökonomen die Meinungen, daß der „Washingtoner Konsens“ sich überlebt hat, was spätestens mit der 2008er Krise klar wurde.
Nach einer Studie von Brian Johnson und Bretta Schefer hat der IWF von 1965 bis 1995 nach den WK-Regeln insgesamt 89 Staaten „gerettet“ – davon hatten 2010 genau 48 noch dieselben Probleme wie vor ihrer „Rettung“, und 32 ging es deutlich schlechter.

26. Keine ehrlichen Banken-Insolvenzen?

Wir hatten uns schon unter Punkt 20 mit der russischen Bankenlandschaft befaßt – hier soll es um die Banken-Insolvenzen gehen. Der Buch-Autor Alexander Lebedjew („Die Jagd nach der geklauten Billion. Ermittlungen eines Bankster-Jägers“) hat in einem Interview für „Argumenty i Fakty“ anhand von Beispielen nachgewiesen, daß bei mindestens 15%, aber eher 90% der Banken-Pleiten das Kapital einfach nur gestohlen wurde.
Rechtliche Mittel seien jedoch nicht geeignet, die Betrüger zur Verantwortung zu ziehen, da die Kosten für Anwälte und Gerichte meist das einziehbare Vermögen überstiegen. Das sei international dasselbe.

Nach seiner Auffassung haben sich rein private Banken als prinzipiell unzuverlässig erwiesen – nur staatliche (und vielleicht noch genossenschaftliche) Banken seien vertrauenswürdig – und sie müßten sich wieder auf ihre Hauptaufgabe, die Versorgung der Realwirtschaft mit Umlaufmitteln, konzentrieren.

27. Forbes als „Regenbogen“-Quelle?

Da hat das ganze Land gelacht – ich meine Rußland. Denn das altehrwürdige „Forbes“ hat sich dazu hinreißen lassen, einen Artikel zu veröffentlichen, in dem Zitronen in Rußland als Luxusgut bezeichnet wurden, das sich nur Begüterte leisten könnten.

Wer Rußland auch nur ein bißchen kennt, der weiß, daß der Tee dort fast ausschließlich mit Zitrone getrunken wird, und auch sonst die Zitrone in der russischen Küche eine große und wichtige Rolle spielt, sei es als natürliches Säuerungsmittel in Getränken und Suppen, sei es als Vitamin-C-Quelle auf jede Weise. Die exotische Frucht ist also in jedem russischen Haushalt zu Hause.

Nun könnte man ja locker lächelnd über diesen Faux pas hinweggehen, wenn er nicht bezeichnend wäre für ein Phänomen, auf das wir auch an anderer Stelle noch eingehen werden: Infantilismus und fehlende Professionalität.
Da hat die junge Lizzy Sax, Magister in „food studies“ (was auch immer das sein mag), mal mit einem VSA-Unternehmer bei einem Cocktail ein wenig geplaudert und sich ein paar „erstaunliche Tatsachen“ erzählen lassen.
Die sie sogleich zu einem Artikel für die russische Ausgabe von „Forbes“ zusammengeleimt hat – mit großem Lacherfolg im ganzen Land.

Hätte sie sich nur kurz mal mit dem allwissenden Gockel verbunden, dann hätte sie nach wenigen Minuten herausgefunden, daß der Zitronenverbrauch in Rußland relativ hoch ist, diese Frucht sich preislich etwa im selben Segment wie der Apfel befindet und überhaupt die russische Küche sehr gern und reichlich gesäuerte Produkte (Sauerkraut, Kwas, sauer Eingelegtes usw.) verwendet. Und also auch Zitronen.

Und dieses Verhalten ist kein VSA-Phänomen – es ist die Generation der „Millenialen“, die nun ins Erwachsenenalter eingetreten ist. Die erste Generation, die unter totalen Treibhausbedingungen aufgewachsen ist, die nicht nur eine unterirdisch schlechte Schulbildung genossen hat, sondern auch zu keinerlei Eigenverantwortlichkeit erzogen wurde.
Und dabei ausgestattet mit einem zwar durch nichts begründeten, aber auch durch nichts zu erschütternden Selbstbewußtsein, und mit einem beeindruckenden (oder eher bedrückenden?) Anspruchsdenken, auch für Positionen, die höchste Anforderungen an Professionalität und Verantwortungsbewußtsein stellen.

Ähnlich kindisch, aber mit fatalen möglichen Auswirkungen zeigte sich dies unlängst in Venezuela, wo einige „Insider“ die CIA überzeugt haben, daß es ausreicht, daß die VSA den Jüngling Guaido als provisorischen Präsidenten des Landes anerkennen, damit die venezuelanische Armee auf dessen Seite überwechselt und der Machtübergang erfolgen wird.
Was früher jahrzehntelang das Markenzeichen der VSA-Dienste war, daß sie ihre Informationen aus einer Vielzahl von Quellen geschöpft haben, ist hier durch eine fatale Kurzsichtigkeit ersetzt worden: „das haben uns ein paar Insider so gesagt, und wir haben ihnen geglaubt“.
Es ist halt schwierig, mit 35jährigen Kindern zu arbeiten.
Und das wird wohl letztlich der Sargnagel an der „westlichen Zivilisation“ werden…

28. Stelle nie den Dollar in Frage?

In einer kurzen geschichtlichen Betrachtung wird darauf hingewiesen, daß drei Führer versucht haben, den Dollar und seine Herrschaft in Frage zu stellen.
Zuerst war das Stalin, der den Russischen Rubel auf Goldbasis stellte (UdSSR-Ministerratsbeschluß vom 28. Februar 1950: 1 Rubel = 0,222168 Gramm Gold; ein Gramm Gold = 4,45 Rubel) – das war ein offener Angriff auf das Bretton-Woods-System mit der Weltherrschaft des FED-Dollars.

Drei Jahre später verschied Stalin „unter bis heute nicht genau geklärten Umständen“ – sprich: er wurde ermordet. Sein Nachfolger Chrustschow führte 1961 eine Reform des Rubels durch, danach gab es neben dem reinen Berechnungs-„Goldrubel“ real nur den papiernen „Holzrubel“, der stetig an Wert verlor. 30 Jahre später zerfiel das Land.

Bald darauf machte 1968 ein ähnlich im Volk beliebter Führer einer großen Nation denselben Versuch: General DeGaulle, der Nationalheld, der sein Land aus der Nato herausführte, ließ im ganzen Land die Dollars zusammensammeln und sandte ein Schiff damit nach den VSA, um das Buntpapier in Geld umtauschen zu lassen. Nach unterschiedlichen Angaben kam das Schiff mit 1650 – 3000 t Gold zurück.
Als andere Staaten dasselbe beanspruchten, hat der VSA-Präsident Nixon 1971 kurzerhand den Goldstandard des Dollars aufgehoben. Der Goldstandard wurde durch ein Geheimabkommen mit Saudi-Arabien zum Petro-Dollar umgewandelt, d.h. alle Erdöl- und Rohstofflieferungen weltweit konnten nur noch in Dollar bezahlt werden, was eine ständige Nachfrage nach dem Buntpapier garantierte.

Kurz darauf verlor DeGaulle seinen Führerposten und verstarb wenig später „unter bis heute nicht genau geklärten Umständen“. Frankreich trat dann später wieder der Nato bei und hat nie wieder politisches Gewicht erlangt.

Der letzte beliebte Volks-Führer, der sich gegen den Dollar versündigen wollte, war Muammar al Ghadaffi, der Führer des Volksstaates Libyen, der 2011 einen Gold-Dinar für ganz Afrika einführen wollte.
Kurz darauf wurde das Land von Nato und VSA in das Mittelalter zurückbombardiert und Ghadaffi bestialisch ermordet.

Heute hat „Putins“ Rußland die „Dedollarisierung“ angeschoben, und China, Indien, Iran, Syrien und andere Länder (SCO, BRICS) gehen diesen Prozeß mit – sie repräsentieren etwa die Hälfte der Weltbevölkerung.
Er soll bis 2023 durchgesetzt sein, d.h. bis dahin soll das Dollar-Monopol auf den Rohstoffhandel real beseitigt sein (d.h. mehr als die Hälfte des Welthandels in anderen Währungen). Und damit wäre die Macht der VSA endgültig gebrochen.

Könnte das der tiefere Grund für die wütenden Sanktionen und anderen Angriffe auf den Initiator Rußland sein?

29. Müsikos Absturz?

Ja, die Müsiko, die Münchener Sicherheits-Konferenz, ist eine seit vielen Jahren etablierte Veranstaltung. In diesem Jahr nun gab es eine wesentliche Neuerung: der sonst übliche „Ost-West-Konflikt“ (= „alle gegen Rußland“) wurde erstmals ergänzt durch interne westliche Streitereien. Was auch seriöse Einrichtungen bestätigen mußten.
Und „uns Murkel“ mußte kräftig Federn lassen, trotz lebhafter Unterstützung durch das anwesende Publikum (die VSA-Delegation unter Pence hatte zuvor den Saal demonstrativ verlassen und nur die unbedeutende Showbesetzung „Kuschner mit Ivanka“ dagelassen).
Der Affront, sich diesmal nicht brav dem Diktat des Abgesandten Trumps gebeugt zu haben, obwohl doch Botschafter Grenell in der „WELT“ so klar die Vorgaben formuliert hatte, wird ihr wohl noch kräftig auf die Füße fallen – ich wünsche ihr Geistesgegenwart und Sprungkraft…
Die feige Makrone war ja erst gar nicht nach München angereist.

Allerdings hat auch die Drohhaltung der Globalisten-Vertreter nicht überzeugt – was könnte das besser charakterisieren als dieser Twit von Ian Bremmer:

bremmer-twit 1902_MCS
Und dabei gilt es, auch das Folgende zu beachten…

(Fortsetzung folgt)


1 Kommentar

  1. Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

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