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Wie soll die Zukunft aussehen?

(LH) Eine Frage, die wohl jeden bewegt, auch wenn mancher sich gleich darauf wieder in Schwarzseherei und Selbstaufgabe suhlt. Aber gibt es Vorbilder in der menschlichen Geschichte für ein vernünftiges, anständiges Zusammenleben?
„Gwieß doch“ ist man geneigt zu antworten. – Und wer wäre das? Vorschläge?
Nachfolgend ein paar interessante Gedanken dazu.

© für die Übersetzung aus dem Russischen by Luckyhans Hervorhebungen wie im Original, Anmerkungen von mir. 10.2.2019
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Wen sich zum Vorbild nehmen?

Autor: Alexander Birjukow

Prüfen wir mal kultur-historische Beispiele, von diesem oder jenem Sozium, welche die höchste Effektivität gezeigt haben, und wodurch diese Effektivität hervorgerufen wurde.
(ich greife mal vor und sage bereits hier: leider geruht der Autor nicht, uns im weiteren mitzuteilen, was er denn unter jener „Effektivität“ versteht – das wäre doch ganz interessant zu wissen, was ihm denn da vorschwebt, oder?)

Oft werde ich angezählt, weil ich gegen Kommunismus, Marxismus, Sozialismus bin. Ja, ich bin gegen diese offenbar phantastischen, weil fälschlich wissenschaftlich genannten und schädlichen Ideologien. (leider wird auch diese Behauptung weder begründet noch erläutert – bleibt also „Seinung“, d.h. seine Meinung)

Aber meist meinen die Opponenten, daß ich – so ich gegen den Marxismus bin – automatisch für das „knusprige französische Baguette“ sein muß, für die zaristische Aristokratie und ähnlichen Tand. So ist das aber nicht.
Die zaristische Aristokratie hat in ihrer vollständigen Abgetrenntheit vom realen Leben des Volkes meine Heimat zu jenem schändlichen Umsturz geführt.
Die Geringschätzigkeit gegenüber den realen Problemen von Millionen Menschen, das Schweben in Empirien und sonstigen „blanc mangue“ des Schädelhirns haben dazu geführt, daß grausame Hochstapler die Macht ergriffen.

Ganz unkluge Leute meinen, daß ich – da gegen den Marxismus – dann für den „Liberalismus“ wäre. Ich habe das Wort extra in Anführungsstriche gesetzt, weil unverständlicherweise der banale Neomarxismus so bezeichnet wird. Warum – weiß ich nicht. Jedenfalls hat er keinerlei Beziehung zum klassischen Liberalismus eines John Locke oder Adam Smith. (das ist z.T. richtig: viele bezeichnen heute fälschlich den allgemein praktizierten Neo-Liberalismus als „Liberalismus“, was genauso grundfalsch ist wie – ob der Autor wohl nur ein Feindbild hat? – diese Strömung als Neomarxismus zu titulieren; Karlchen M. würde im Grabe rotieren, hörte er solche Fehlaussage)

Aber welche soziale Formation hat sich denn wirklich als optimalste erwiesen?

Ich hebe da zwei Gemeinschaften hervor:
1. die Puritaner, England, XVI. — XVII. Jahrhundert; und
2. die Altbräuchlichen, Rußland, XVIII. – XX. Jahrhundert.

Diese beiden sozialen Formationen haben sich als effektiv erwiesen, wenn auch auf unterschiedliche Weise.

Die Puritaner

Beginnen wir mit den Puritanern. Im kleinbürgerlichen Bewußtsein hat dieses Wort einen völlig verzerrten Sinn. Dort ist es ein Synonym für Frömmler, Heuchler, allzu „richtige“ Leute.
Tatsächlich kommt das Wort „Puritaner“ vom lateinischen „puritas“, das bedeutet „Reinheit“. Und gemeint war nicht irgendeine geistige Reinheit, sondern die durchaus konkrete Reinigung der anglikanischen Kirche von katholischen Elementen.
Die Puritaner erschienen im 16. Jahrhundert und erreichten ihre Blüte im 17. Jahrhun­dert. Faktisch wurden gerade die Puritaner zum Motor der englischen Revolution und für die Kolonisierung Amerikas, im Ergebnis dessen entstand das bis zum heutigen Tage mächtigste angelsächsische Land.
Man kann sagen, daß
gerade die Puritaner den Prozeß des schnellen Wachstums des Britischen Imperiums angeschoben haben. (was nun für meine Begriffe nicht unbedingt FÜR diese Leute spräche, denn diese Macht wird seit vielen Jahrzehnten zum Schaden der Menschheit mißbraucht; aber auch hier fehlen jegliche Nachweise für diese eben aufgeführten Behauptungen)

Das Puritanertum wurde zur Grundlage der viktorianischen „Ideologie“. Im Ergebnis dessen wurde Britannien zum größten jemals von Menschen erschaffenen Imperium (36,6 Mio. qkm, was mehr als doppelt soviel ist wie das heutige Territorium Rußlands).
(hier kam mir der ketzerische Gedanke, daß „Effektivität“ im Sinne des Autors reine Machtanhäufung bedeutet – das würde auch erklären, warum er sich nicht traut, dies offen zuzugeben, denn Machtmißbrauch ist eine zwingende Folge von zuviel Macht)

Worin besteht das Wesen der Mentalität der Puritaner? Gehen wir das Punkt für Punkt durch.

1. Diszipliniertheit. Disziplin, Selbstorganisation, Selbstkontrolle – das ist es, was die menschlichen Instinkte regelt und das Verhalten des Individuums effektiver macht. Im Wesen haben die Puritaner in industrieller Größenordnung und mit höchstem Tempo eine niedrigprimative, auf konkrete Ziele und Aufgaben ausgerichtete Gemeinschaft wachsen lassen. Und das ist ihnen hervorragend gelungen.

2. Strenge Sitten. Die Kontrolle des Verhaltens des Menschen mit Hilfe einer macht­vollen Moral, sowohl in weltlicher wie auch religiöser Hinsicht. Die Religiosität der Puritaner war kein leerer Fanatismus. Sie verfolgte durchaus ein reales praktisches Ziel – die Regelung des instinktiven Verhaltens. Es war unmöglich, sich im puritanischen Milieu hemmungslos, wollüstig, geizig oder hochmütig zu verhalten.
Zu diesem Punkt gehört auch die Regelung der Familie, des Geschlechtsverhaltens. Moral und gesellschaftliche Verachtung minimierten das Fremdgehen, sowohl männli­ches wie auch weibliches, und schufen feste, lebenslange, kinderreiche Familien.

3. Arbeitsamkeit. Geht Hand in Hand mit den ersten zwei Punkten. Müßig sein, ein Faulenzer oder Nichtstuer wurde in der Puritaner-Gesellschaft, sanft ausgedrückt, nicht begrüßt.
Sogar Kinderspiele waren nicht willkommen: es galt, daß sogar kleine Kinder nicht spielen sollen, sondern schnell erwachsen werden und den Erwachsenen helfen sollten (vergleichen wir das mal mit der heutigen Spielsucht sogar bei Erwachsenen).
(oh ja, welch leuchtendes Vorbild: Kindsein verboten…)
Und je arbeitsamer die Gesellschaft, desto mehr gibt es dort Profis, und desto effektiver ist sie. Mit modernen Begriffen gesprochen: je höher das BIP dieses Soziums ist, desto schneller geht die wissenschaftlich-technische Entwicklung, und desto qualitativ hochwertiger sind die Produkte.
Und das ist
ein wesentlicher Konkurrenzvorteil gegenüber den Nachbarn. (was ich ganz energisch bestreite: woher soll in einer hochdisziplinierten, sittenstrengen, in der Tiefe kinderfeindlichen Gesellschaft der für erfolgreiche Wissenschaft und Technik erforderliche schöpferische Ideenreichtum kommen? siehe auch die folgenden Punkte)

4. Mäßigkeit, Luxus ablehnend, Minimalismus. Dies betraf unter anderem auch die Kirche: die Katholische Kirche und deren „Reste“ in der anglikanischen neigten zu Luxus und Gold. Die Puritaner dagegen bestanden auf Asketismus der Kirche.
Maßvoller Verbrauch und Ablehnung von Luxus und materieller Habsucht wirken erstens dem Entstehen der berüchtigten modernen „Verbrauchergesellschaft“ entgegen, und zweitens verringern sie die Vermögensdifferenz zwischen Reichen und Armen, die
Vermögensungleichheit.
Alles das wirkt auch in Richtung Effektivität der Gesellschaft.

5. Sehr feste Familienclans. Je mehr Kinder, desto mehr Tätige. Je enger die Verbindung zwischen den Generationen, desto vernünftiger die Gesellschaft. Je mehr Clans, desto stärker die gegenseitige Unterstützung, die Kraft und Geschlossenheit des Soziums. (unverständlich warum der Autor dann den Sozialismus so bekämpft – da war doch die „Geschlossenheit“ angeblich allgemeine Norm… oder etwa wieder nicht?)

6. Wirtschaftliche Initiative und Sparsamkeit. Jedes beliebige ehrliche Wirtschaf­ten, sei es in Landbau, Handwerk, Handel, Produktion oder Finanzwirtschaft, war bei den Puritanern nicht nur willkommen, sondern war populär und wurde stimuliert.
Ich gehe wohl kaum fehl, wenn ich sage, daß die industrielle Revolution in England wie auch die Erfolge in der Kolonisierung der anderen Erdteile das Ergebnis der Wirtschafts­initiative der Puritaner war.
Und die Sparsamkeit begünstigt die Schaffung fester Erbkapitalien. Den Unterschied des Erbkapitals zum ohne Mühe erworbenen „wilden“ Kapital (wie bei uns in den 90er Jahren, aber auch heute) kann nachgelesen werden, bei Olga Nowosjolowa „Warum wurden die Skripals vergiftet?“

7. Die Fähigkeit zur Selbstorganisation und Selbstregelung der Gesellschaft.
Die Puritaner waren lange Zeit in England verfemt, und in den Kolonien wurden deren Gemeinschaften überhaupt zu Enklaven unter den Eingeborenen. Je enger die Ge­schlossenheit der Gesellschaft, desto eher neigt sie zur Selbstregelung, desto weniger gibt es darin Unstimmigkeit und Unschlüssigkeit, und desto effektiver ist sie.
Sowohl in sich als auch im Bezug auf benachbarte Gemeinschaften, die nicht selten feindselig waren.

8. Passionarität, Mut und Beharrlichkeit. Den praktischen Wert zu beschreiben, hat wenig Sinn, er ist auch so verständlich. Die Siege Britanniens sind uns allen aus den historischen Darstellungen bekannt. (ja, genau, „aus den Darstellungen“, d.h. aus dem, was man uns heute so darstellt, wie es denn gewesen sein soll in früheren Zeiten – der Stammleser kennt jedoch das Wort von der herrschenden Geschichtsschreibung als der Geschichte der Herrschenden…)
Und hervorgegangen sind diese Qualitäten aus den vorher genannten Punkten.

Die Altbräuchlichen (wörtlich: die die alten Bräuche pflegenden)

Kommen wir nun zu den Altbräuchlichen. Diese Gemeinschaft ist uns näher, verständli­cher und heimischer. Allerdings gibt es hier einige Mißverständnisse, die zu beseitigen sind, bevor wir sachlich über deren Mentalität reden.
Es ist so, daß den Altbräuchlichen aus Unwissenheit verschiedene Sekten zugeschrieben werden, welche Mitte des 17. Jahrhunderts existierten, zum Beispiel die Sekte der Beschnittenen. Das ist nicht richtig. Die antiken Mispen gehören nicht hierher.

Also, zur Mentalität der Altbräuchlichen.

1. Sittenstrenge. Dieser Zug ähnelt demselben bei den Puritanern. Die Ergebnisse sind dieselben.

2. Arbeitsamkeit, und zwar in religiöse Tugend potenziert. Zum Beispiel gilt unter den Altbräuchlichen eine qualitativ mangelhafte Arbeit als Sünde. (gut, das Thema „Sünde“ als Ausbeutungs- und Unterdrückungskonzept haben wir ja schon zur Genüge betrachtet, aber den Autor scheinen die gesetzmäßig auftretenden Auswüchse der je­weiligen „positiven“ oder schein-„effektiven“ Eigenschaften keinesfalls zu schrecken…)
Es wird vorausgesetzt, daß ein rechtgläubiger Mensch alle seine Kräfte, Kenntnisse und Fähigkeiten in das einbringen muß, was er tut. Und
nichts so „la-la“ zu tun, so „schlampig“. Das Ergebnis ist dasselbe wie bei den Puritanern.
(ja, eine Sklavenmentalität, wenn man’s übertreibt…)


Bitte beachten: die Kinder werden vom Mann belehrt, offenbar der Opa einer großen Familie. Wie viele Kinder können sich heute noch rühmen, daß ein Mann sie gelehrt hat, und mehr noch: ihr Vater oder Großvater? Rundum sehen wir schon die dritte Generation von Männern, die von Frauen für Frauen erzogen wurden.
(auch hier darf wieder gefragt werden, ob da nicht erneut das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird, denn was sollte schlecht daran sein, daß ALLE Kinder sowohl von der Mutter als auch vom Vater erzogen werden? klar, die alleinerziehende Mutter ist leider eines der „Zeichen unserer Zeit“, aber dafür dann die Frauen verantwortlich zu machen, die oft ihr Bestes geben – und den Mann doch nicht ersetzen können –, scheint mir sehr vermessen)

3. Die Fähigkeit, sein Wort zu halten und das Vertrauen ins Wort. Übrigens war dies ein traditioneller Wesenszug der Mentalität und eine juristische Norm in der Ruß.
Zum Beispiel war es in der Nowgoroder Republik unüblich, Geschäfte schriftlich nieder­zulegen. Alles wurde auf der Ebene des Ehrenwortes abgehandelt,
oft sogar ohne Zeugen.
In der späteren Zeit, im 19./20. Jahrhundert waren unter den Altbräuchlichen ebenfalls schriftliche Verträge nicht gebräuchlich. Alles klappte nach Ehrenwort. Welches – versteht sich – auch eingehalten wurde (sonst hätte es nicht funktioniert).
Auf Ehrenwort haben die Altbräuchlichen Hunderttausende und Millionen Goldrubel in fremde „Start-ups“ investiert.

4. Feste Familien, viele Kinder und eine Clan-Organisation der Gesellschaft. Dies erlaubte es, sogar in Zeiten tödlicher Verfolgung die Kopfzahl der Gemeinschaft zu erhalten, und wirtschaftliche Stabilität zu erzielen.

5. Wirtschaftsinitiative. Kaum jemand weiß, daß gerade den Altgläubigen (hier und später noch öfter erlaubt der Autor sich eine deutliche Ungenauigkeit, denn die Altgläubigen sind durchaus nicht dasselbe wie die Altbräuchlichen, auch wenn Lügipedia dies gleichsetzt) vor der Revolution (gemeint ist natürlich die Oktoberrevolution 1917) die größten russischen Kapitalien gehörten.
Eigenständig, aber öfter über Strohmänner (wir wollen nicht vergessen, daß die „Kirchenspalter“ verfolgt wurden) haben die Altbräuchlichen riesige Kapitalmengen umgesetzt. Das Kapital wurde erblich, ging von Generation zu Generation und vervielfachte sich.
Übrigens im Unterschied zum Kapital der „gewöhnlichen“ Fabrikanten und um so mehr der Aristokratie, das
(von den Erben) vergeudet („durchgebracht“) wurde und im Verlaufe von 2 – 3 Generationen nach dem Tode des „Erschaffers“ dieses Kapitals wieder verschwunden war.

6. Pragmatismus, Rationalismus. Die Altbräuchlichen waren sehr „bodenständig“.
In den Wolken schweben, Träumen nachhängen, Luftschlösser bauen galt als Laune, Sünde, Krankheit. Dies begünstigte die wirtschaftliche Effektivität der Gesellschaft. (es muß aber gleichzeitig die schöpferische Seite stark eingeschränkt haben, denn ohne „Träumereien“ kann man nun mal nichts wirklich Neues erdenken)

7. Mäßigung bis hin zum Asketismus. Dies ist überhaupt für die Rechtgläubigkeit (bei uns meist falsch mit Orthodoxie übersetzt) charakteristisch, und für die Altbräuch­lichen besonders. Sogar die sehr reichen Altgläubigen ernährten und kleideten sich äußerst bescheiden und führten ein asketisches Leben. (naja, wer’s glaubt… vielleicht nach außen hin, aber daß da alle stets superbescheiden gewesen sein sollen, das klingt doch eher nach dogmatischer Lehre – oder Schönfärberei)

8. Die Fähigkeit zur Selbstorganisation und Selbstregelung der Gesellschaft. Wir haben das bezüglich der Puritaner betrachtet. Und für die Altgläubigen gilt dies in doppeltem (wenn nicht zehnfachem) Maße. Warum?
Weil die Puritaner in ihrem Lande nur in bestimmten Zeiträumen verfemt waren. Und zu den anderen Zeiten lenkten sie – im Gegenteil – den historischen Prozeß (zum Beispiel unter Cromwell).
(wieder so eine Behauptung, die mir nur sehr schwer als glaubwürdig erscheint: von Lenkern und zu Verfemten und wieder zurück und wieder verfemt? was sollen das denn für unfähige „Lenker“ gewesen sein, die „zu blöd“ waren, ihre Macht auf längere Zeit zu erhalten?)
Dagegen waren die Altbräuchlichen ständig verfemt, von den Zeiten des Alexej Michaj­lowitsch bis zu den kürzlichen Zeiten der späten Generalsekretäre. Verfemt – das heißt physisch gejagt (17. – 18. Jahrhundert, Lenin-Stalin-Periode der UdSSR)
.
(also entweder – oder: die „Lenin-Stalin-Periode“ war 1953 zu Ende, dagegen sind die „späten Genseks“ auf die 1980er Jahre zu datieren)
Das heißt überleben und funktionieren mußten die Altbräuchlichen in einer viel feind­licheren Umgebung als die Puritaner. Daher war bei den Altbräuchlichen die Fähigkeit zur Selbstorganisation und zur Selbstverwaltung bis zur Vollkommenheit ausgeprägt.

Die Altbräuchlichen demonstrierten auch nicht solche expansive Effektivität wie die Puritaner, dafür erwiesen sie sich als deutlich lebensfähiger, ungeachtet der schweren Verfolgungen sowohl durch die zaristische Macht, als auch durch die Sowjetmacht.
Beide waren faktisch auf die physische Vernichtung der Altbräuchlichen eingestellt.
Die heutigen Enklaven der Altgläubigen, besonders im Ausland, entwickeln und vergrößern sich – sie zeigen eine Effektivität sowohl in Arbeits- (Wirtschafts-) als auch in demografischer Hinsicht, die im Vergleich mit der örtlichen Bevölkerung höher ist.

Auf dem Foto: Altgläubige in Südamerika. Autor: Maxim Lemos. viel Interessantes.

Ich rufe nicht dazu auf, irgendein Sozium in den Rang eines Ideals zu erheben.
Aber orientieren sollten wir uns an jenen, und lernen sollten wir bei denen, welche die höchste Effektivität gezeigt haben.

( Quelle )
– – – – – – – – – –

Anmerkung des Übersetzers

Die Schlußformel klingt ein wenig nach Feigenblatt („soooo leben muß ja nun auch nicht jeder“), widerspricht er doch weitgehend der Überschrift.
Für mich sind in diesem Epos
viele interessante Ansätze vorhanden, der Teufel liegt jedoch immer in der konkreten Ausführung.
Und da widersprechen sich so manche „Vorbild“-Funktionen:
Mäßigkeit geht mit Strenge nicht unbedingt gut zusammen, denn auch die Strenge sollte maßvoll eingesetzt werden.
Und für Schöpfertum sind gewisse Freiheiten einfach notwendig, sonst kann es sich weder entwickeln, noch gedeihen.

Mich deucht, daß da einiges einfach zurechtgebogen oder von der herrschenden Geschichtsschreibung „gleichgerichtet“ wurde, um in die vorherrschende (kirchliche) Sklavenideologie zu passen.
Unabhängig davon eine schöne Auffächerung durchaus zu durchdenkender, guter und anstrebenswerter Eigenschaften. Die „alten“ Bräuche und der „alte“ Glauben hatten doch vieles, was uns künftig als Richtschnur dienen kann – sinn- und maßvoll angewen­det.
Daß diese von beiden Systemen abgelehnt und bekämpft wurden, macht nachdenklich und zeigt deren traditionelle Stärke und Verwurzelung im Volk.
Ganz gewiß sind die Menschen in ihrer „Masse“ doch nicht so tumb, wie uns die nachgewiesenermaßen unfähigen „Eliten“ immer wieder einimpfen lassen.


6 Kommentare

  1. Lieber LuckyHans, vielen Dank für Deine Arbeit und die für mich anregenden Texte.
    Wie soll Zukunft aussehen? – das ist eine gute Frage, welche auf die Vision der Menschen hinweist. Wer keine Vision hat, wird auch keine umsetzen können, sondern bei denen subsummiert, die eine Vision haben.

    Eine Vision ist dann nützlich, wenn sie anschlussfähig an die bestehenden Verhältnisse ist. Verändern sich die Verhältnisse zu Ungunsten der Vision, so ist zu überprüfen, ob die letztere überhaupt noch Chancen der Umsetzung hat.

    Ich arbeite zeit meines Lebens an „Visionsfronten“ – angefangen in der Realschule als regelmäßiger „Klassensprecher“ (einen Doofen gefunden 😉 ), über Weltenbummler und Hausierer von Weltanschauungen (Psychologische Modelle, Anthroposophie, Baghwan, Naturwissenschaft u.v.a.)
    Im Prinzip hat es mich immer daran interessiert, was für ein Menschenbild hinter Anschauungen steckt – also die VISION des Menschen selbst – und wie sich Menschen mit ihrer Vision identifizieren und bereit sind, andere zu bekämpfen (verbal oder wie auch immer).

    Wir haben hier in Bumi Bahagia auch einige Visionen für die Zukunft, z.B. das Wildgansprinzip https://bumibahagia.com/leben-ohne-geld-das-wildgans-prinzip/
    Im KRD hatten wir vor kurzem ein Treffen, in dem es u.a. auch um „Vision“ ging. Ich setze mal einen „Chart“ hier rein, der eine Metaebene ersichtlich macht, einerseits – aber andererseits sich daraufhin auch jeder Einzelne fragen kann: wo stehe ICH den in diesem Entwicklungsrahmen drinnen?
    Bin ich schon völlig „fragmentiert“ und noch in der Schwebe? – oder habe ich mich bereits entschieden für den selbstgestalterischen und gleichzeitig gemeinwohlorientierten (könnte auch sagen „Christus“) Weg ?
    Oder habe ich mich entschieden irgendwo „mitzulaufen“ im Kanon der Macht?

    Die meisten Menschen, habe ich den Eindruck, haben sich noch gar nicht entschieden, sondern lassen sich mehr oder weniger unbewußt treiben.
    Wir haben also eine sehr heterogene „Visionslandschaft“ aus der deshalb sich auch nur schwerlich eine Kohärenz ergibt, die aber notwendig ist, um in ein gemeinsames Handeln zu kommen.

    So ist meine Vision, weiter an dieser Kohärenz zu arbeiten, damit eines Tages daraus etwas Neues, Selbstgestaltetes für uns Alle erwachsen kann.

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  2. Thom Ram sagt:

    Sagenhaft, was du immer wieder zusammenmixest, Lücki, also teils Einleuchtendes von einem Autor, teils per Kommentar deinerseits mich Leser bereits hab abgedriftet Habenden ob des Autors nur scheinbar logischen Schlenker, locker hocker klipp und klar mich auf Logischeres zurückholend.

    Der Artikel spiegelt mir teilweise mein Denken und Fühlen; Phacettenreich so sehr, dass nicht nur eine meiner Innereien sich beunruhigt fühlt.
    Dabei sehnte ich mich doch bis 40 nach Veränderungen, war gelangweilt, trotz höchst gefordert sein in Schule und als Organist. Nun. Was ich denke, das trifft ein, also was ich damals dachte, das kommt heute auf mich zu. Heute sind Veränderungen dermassen gross und in hoher Kadenz, dass mir Zauberlehrling die Ohren sausen.

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  3. luckyhans sagt:

    zu Jürgen Elsen 15/02/2019 um 22:29

    Lieber Jürgen,
    vielen Dank für Deine ergänzenden Anmerkungen, vor allem das interessante Schaubild.

    Was ich daran nicht verstehe: warum muß die Familie auch gespalten werden? Was soll der Sinn davon sein?

    Und: aus welchem „Verbund“ wird da die Seele gelöst?

    Und: was soll ich mir unter einer „freien Hinwendung zum Kosmos“ vorstellen?

    Und was soll eine „embedded Menschheit“ sein?

    Bitte sei so gut und erkläre das alles, aber bitte in verständlichem Deutsch.
    Danke.
    LH

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  4. Lieber LuckyHans,
    mache ich gerne und Entschuldigung für die unklare Darstellung.
    Die Familie muß nicht gespalten werden – aber wenn wir die gegenwärtigen familiären Zustände betrachten, so ist das einfach zu konstatieren:
    während schon bei der sogenannten „industriellen Revolution“ sehr viele Väter von der Familie getrennt wurden ist es heute so, daß selbst die Mütter (auch mitbedingt durch entsprechende „Feminismusbilder“) nicht mehr familienbildend sind, sie gehen ihrem Job nach, entweder aus finanziellen Notwendigkeiten oder „Selbsterfüllung“ (warum werden solche Frauen dann überhaupt Mütter – wollten sie nur mal ihre Biologie testen?)
    Du hast ja in der Übersetzung oben einige Qualitätsmerkmale aufgezeigt, die unabdingbar für die Gemeinschaft einer Familie sind und von denen „unsere Gesellschaft“ sich verabschiedet hat.
    Damit ist sie weiter aus der »schöpferischen Matrix« – das sind die blauen Punkte mit der grünen Schraffur – gefallen.

    Diese »schöpferische Matrix« ist auch der Verbund aus dem – wie oben im Beispiel der Familie angedeutet – die Seele sich weiter und weiter löst.
    Das ganze ist also eine Art Fragmentierungsprozess. Es ist aber ja gleichzeitig ein Emanzipationsprozess: denn bleibe ich immer im „elterlichen Verbund“ (Schöpfungmatrix), so werde ich mich ja nie auf eigene Beine stellen können …

    Es ist also notwendig für die Entwicklung der Menschheit, daß dieselbe aus der „Schöpfungmatrix“ herausfällt.

    Nur auf Grund dieser Emanzipationsgeste, die ja eine trennende, spaltende ist – entsteht überhaupt der FREIraum aus dem dann der Mensch sagen kann: Moment mal, muß ich jetzt wirklich alles Porzellan zerdeppern, oder kann ich mit diesen Ressourcen nicht etwas ganz Neues aufbauen?

    In dem Moment wende ich mich dann aus freiem Willen zur gegebenen Schöpfung hin – im Sinne eines Gärtners. Das ist also die „freie HInwendung zum Kosmos“.

    Eben aus der selben Freiheit heraus kann ich mich auch ganz anders entscheiden: wenn ich keine Lust auf Selbstorganisation, auf Mitgestaltung mit der Schöpfung habe, dann kann ich mich anschließen irgendwelchen irdischen Gremien, die das dann „für mich“ tun. Ich bette mich also in diese ein.
    Diesen Teil der Menschheit habe ich als embedded Menschheit (Humans) bezeichnet.

    Die Schöpfung selbst beinhaltet ja auch die „spaltenden, rebellierenden“ Kräfte. Diese haben den Willen zur Kreation einer eigenen Matrix – der ursprünglichen entgegengewandt, aber doch Teil derselben (klingt erst mal für den Verstand paradox).

    Nun, nehmen wir an diese „Rebellen“ wären wir in unserer Pubertät. Wir würden also den weiteren Entwicklungsgang NICHT mit gehen, sondern von diesem pubertären Stand aus die Sache weiter gestalten wollen.
    Hier wird klar, daß uns dann viele Fähigkeiten und auch Substanzen fehlen, die wir aber für die eigene Emanzipation (Erstellen unserer eigenen Matrix) benötigen. Was bleibt uns also übrig?
    Wir müssen uns diese Ressourcen borgen aus dem Bereich derer, die weitergegangen und jetzt „erwachsen“ sind.
    Aber: würden die uns einfach so unser Portemonais füllen? Wie können wir es also anstellen, daß wir von dort Energien bekommen?
    Wir benötigen „Fährmänner“ und das gelingt uns, in dem wir unsere Spaltungs- und Rebellionskräfte doch ein wenig dahin bekommen und dann „Leute von dort aus dem Verbund“ lösen. In dem Moment werden Energien für uns frei gesetzt, wir benutzen diese Losgelösten wie Parasiten.

    So können wir also auch in der Menschheit beobachten, wie „Lösgelöste“ „frei“ schweben und so „abgegriffen werden können. Doch das geschieht nicht einfach so, sondern dieser „Abgegriffene“ bekommt irgendwann auch davon mit und kann sich dann bewußt entscheiden: in welcher „Matrix“ will ich sein?!
    Also: der Mensch kann in und mit seinem freien Willen sich zu freien Gemeinschaften hinwenden und diese entstehen lassen (Ich bin der Ich bin – allen Ichen ist gemeinsam das Ich bin) – oder aber er bleibt im Fernsehsessel sitzen und läßt die anderen machen, d.h. er läßt sich „abgreifen“. (siehe „schwarze Matrix“).

    Diese Entscheidungen passieren nahezu stündlich, in dem ich eben die eine oder die andere Matrix mit meinen Energien (Gedanken, Taten, Gefühlen) unterstütze.

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  5. luckyhans sagt:

    zu Jürgen Elsen 16/02/2019 um 19:40
    Lieber Jürgen,
    vielen Dank für die wortreiche Erklärung.
    In vielen Aspekten kann ich Dir folgen, allerdings in einem prinzipiell nicht.
    Daß wir mit den Gegebenheiten der bisherigen Entwicklung zurechtkommen müssen, steht außer Zweifel.
    Das bedeutet jedoch nicht, daß wir sie „gesundbeten“ müssen.

    Die Vorgänge, mit denen wir heute zu tun haben, sind keinesfalls zwingend und „gesetzmäßig“, d.h. es ist keinesfalls so, daß sie eh „so kommen mußten“.
    Die Menschen sind auch in früheren Zeiten, als Familie und Sippe noch ihre natürliche Bedeutung hatten, im gegebenen Alter in die Selbständigkeit gelangt und sind ihren eigenen Weg gegangen.
    Nur vielleicht etwas später und etwas reifer (im Sinne verantwortungsvoller).
    Und diese Zeiten sind in Wahrheit noch gar nicht so lange her…

    Und: jegliches parasitäres Verhalten ist falsch und schädlich… 😉

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  6. »Die Vorgänge, mit denen wir heute zu tun haben, sind keinesfalls zwingend und „gesetzmäßig“, d.h. es ist keinesfalls so, daß sie eh »so kommen mußten«
    Ja, das ist auch meine Auffassung (eventuell oben im Text wieder blöd von mir ausgedrückt worden).
    Das Einzige was unumstößlich »festgelegt« ist, das ist die durch die »Rebellion im HImmel« (man nennt es auch Widersachermächte oder gefallene Engel usw.) verursachte »Stauwirkung«, welche also zu Geschwindigkeitsdifferenzen in der Entwicklung und damit wiederum zu (Ab)spaltungen führt.
    Auf dieser Grundlage konnte im Prinzip das Licht zur Materie verdichtet werden, so daß wir dadurch einen solchen Körper haben, wie wir ihn haben.

    Die Materialisation bedingt für uns Menschen einerseits die Entwicklung als freie Menschen, andererseits auch die Gefahr, immer tiefer in die Matrix der Materialisation herabzurutschen. Also immer mehr zu fragmentieren.
    Der Fragmentierungsimpuls liegt ja in der Materie selbst (Radioaktivität ist ein Aspekt davon) und dieser wird – je nach dem, wie wir Menschen uns bewußtseinsmäßig entwickeln – schneller oder eben weniger schnell verlaufen.

    Es hängt also wirklich von unserem Bewußtsein ab, wie stark der einzelne Mensch, die Gemeinschaft oder sogar auch die Materie fragmentiert.
    Festgelegt ist nur, daß es passiert – jedoch nicht in welchem Maße und wie die Zeiträume sind. Und es ist ebenso wenig festgelegt, wie viele Menschen in die Matrix der Materie so weit abrutschen, daß eine weitere „reguläre“ Entwicklung für diese Menschen nicht mehr möglich ist (schwarze Dreiecke in der Grafik oben) – oder wie viele Menschen es sich erarbeiten können, aus freien Willen in eine neue Gemeinschaft der ICH-BIN-Menschen zu gelangen.

    Freiheit kann nie automatisch da sein. Sie muß in ihrem eigenen Sinne errungen oder auch vergessen werden können …

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